
Denkfabrik Medizin Folge 34: Prätestwahrscheinlichkeiten – erst denken, dann testen
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Mar 15, 2026 Diskussion über die zentrale Rolle der Prätestwahrscheinlichkeit in der Diagnostik. Warum Tests Diagnosen nicht beweisen, sondern Wahrscheinlichkeiten nur verschieben. Beispiele aus Praxis und Forschung, wie falsche Einschätzungen zu Überdiagnostik führen. Praktische Merkhilfe „BETTKASDEN“ mit zehn Tests, die bei niedriger Wahrscheinlichkeit vermieden werden sollten.
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Prätestwahrscheinlichkeit Steuert Testwirkung
- Prätestwahrscheinlichkeit bestimmt, wie sehr ein Test die Diagnosewahrscheinlichkeit verschiebt.
- Tests beweisen nichts; sie verschieben nur Wahrscheinlichkeiten je nach Sensitivität, Spezifität und Ausgangswahrscheinlichkeit.
Immunsuppression Verändert Differenzialdiagnose
- In einem Fall wurde die Immunsuppression (Rituximab alle 3 Monate) übersehen und virale Myokarditis nicht früh genug in Erwägung gezogen.
- Enteroviren wurden später im Liquor nachgewiesen, ein frühzeitiger Test hätte unnötige Intensivierung der Immunsuppression verhindert.
Vor Dem Test Prätestwahrscheinlichkeit Schätzen
- Schätze vor jedem Test bewusst eine Prätestwahrscheinlichkeit ein.
- Nutze Likelihood Ratios (z.B. LR 2,5,10 oder 0,5,0,2,0,1) um grob zu sehen, wie stark ein Test die Wahrscheinlichkeit verändert.

