Wahlen eine Farce, aber "deutsche Technik" soll beeindrucken
Am 29. März 1936 ließen die Nationalsozialisten im Deutschen Reich noch einmal sogenannte Wahlen stattfinden. Es gab allerdings nur eine Einheitsliste. Dort konnte man sein Kreuzchen machen. Stimmzettel ohne Kreuzchen wurden ebenfalls als Zustimmung gewertet.
Das Ganze war also eine Farce, und trotzdem war es Hitler und seiner NSDAP wichtig, Wahlkampf zu machen. Dazu schickten sie die beiden großen Luftschiffe, die "Hindenburg" (LZ 129) und die "Graf Zeppelin" (LZ 127) auf spektakuläre Deutschlandfahrt von Kiel über Hamburg über Helgoland nach Bremen. Über Kurzwelle wurden Live-Gespräche geführt zwischen der Bodenstation bzw. dem Funkhaus in Hamburg und der "Hindenburg".
Es war die gleiche "Hindenburg", die ein Jahr später in
Lakehurst auf tragische Weise abstürzte – die Reportage vom Absturz haben wir auch im Archivradio. Hier nun die Propagandafahrt vom 27. März 1936 – zwei Tage vor den "Wahlen".
Viele weitere Tonaufnahmen aus der
Geschichte der frühen Luftfahrt gibt es im Archivradio.
Im Bild: Die Luftschiffe LZ 129 "Hindenburg" und LZ 127 "Graf Zeppelin" am 28.3.1936 über Berlin