
Pricing Friends Dienstrad-Leasing und Pricing mit Benedikt Kollmar: Wie berechnet sich eigentlich eine Leasingrate? (#118)
Der deutsche Fahrradmarkt liegt stabil bei rund vier Milliarden Euro Jahresumsatz, und das, obwohl die Produktion rückläufig ist. Seit Corona sind es vor allem teurere Räder, die nachgefragt werden: E-Bikes, Lastenräder, Gravelbikes. Und ein Großteil davon wird nicht mehr gekauft, sondern geleast. Benedikt Kollmar ist Chief Commercial Officer bei Company Bike und mein-dienstrad.de, den beiden größten Bikeleasing-Anbietern Deutschlands. Sebastian Voigt spricht mit ihm über ein Geschäftsmodell, das nach außen simpel wirkt und bei näherer Betrachtung eines der komplexesten Pricing-Konstrukte im deutschen Konsummarkt ist: Arbeitgeber, Leasingbank, Versicherung, Händler und Arbeitnehmer spielen alle gleichzeitig eine Rolle bei der Preisfindung.
Im Gespräch geht es um das Direktmodell von Company Bike, bei dem das Fahrrad ohne klassischen Händler-Verkaufspreis direkt vom Hersteller zur Leasingbank wandert, warum die monatliche Zahlung über die Gehaltsumwandlung dazu führt, dass sich Arbeitnehmer tendenziell teurere Räder holen als beim Direktkauf und wieso quasi 100 Prozent der Kunden das Rad am Ende der Laufzeit zum Restwert übernehmen. Benedikt erklärt, was das für den entstehenden Gebrauchtmarkt bedeutet und wie Restwert, Leasingrate, Saisonalität und Zinsentwicklung zusammen den Preis bestimmen, und warum Pricing im Bikeleasing-Markt lange kein Thema war.
Außerdem in dieser Folge: Warum volle Lager bei Händlern gerade den Preiskampf befeuern und wann sich das wieder normalisiert. Wie saisonales Pricing zwischen Frühjahrsansturm, Black Bike Month und Zinsentwicklung funktioniert. Und welches neue Produkt innerhalb von 48 Stunden Soloselbständige aufs Rad bringt.
Über den Gast
Benedikt Kollmar ist Chief Commercial Officer bei Company Bike und mein-dienstrad.de, zwei der führenden Bikeleasing-Anbieter in Deutschland unter dem Dach der Green Mobility Holding. Den Einstieg fand er über seinen Marketinghintergrund und kann heute Hobby und Beruf vereinen. Für den täglichen Arbeitsweg nutzt er sein Dienstrad, fürs Wochenende ein Gravelbike. Eine Alpenüberquerung mit seinem Bruder hat er ebenfalls schon gemeistert.
