
Klassik für Taktlose Fake, aber genial: Der große Klassik-Schwindel
Kennen Sie Otto Jägermeier? Mit dem „zu Unrecht vergessenen“ Komponisten befassten sich Wissenschaftler, Journalisten und Musiker. Sein Lebenswerk wurde in Lexika erwähnt und auf Tagungen gewürdigt. Seine Biografie ist erstaunlich. Schade eigentlich, dass sie nicht real ist: Otto Jägermeier hat nie existiert. Was ihn nicht daran hinderte, doch noch zu einem berühmten Komponisten zu werden. Blöd nur, dass alle seine Noten verbrannt sind …
Die Klassik-Geschichte ist reich an Schwindeln, Scherzen und Fakes. Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz (der übrigens auch selbst an der Erfindung eines Komponisten beteiligt war) stürzen sich in dieser Folge in ein Kaninchenloch voller wilder Erzählungen: Da gibt es Orchester, die nur auf Plattencovern und in Spotify-Playlists existieren. Einen erfundenen Bach-Sohn, der sich unmöglichen Instrumenten widmete. Die Pianistin Joyce Hatto, die mit gefälschten Aufnahmen zur Legende wurde. Musikalische Kuckuckseier, dreiste Fälschungen, lustvoll gepflegte Fiktionen und eine Uraufführung, die nur dazu da war, Kritiker zu foppen. Es geht um Betrüger, aber auch um Geschichten, auf die es sich (fast) hereinzufallen lohnt.
Über den Podcast In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.
