
99 ZU EINS Episode 639: The style of Too Late Capitalism
Apr 2, 2026
Anna Kornbluh, Professorin für Englische Literatur und Kulturtheoretikerin, erforscht Marxismus, Psychoanalyse und ästhetische Formen. Sie spricht über Immediacy als Stil von 'too late capitalism'. Kurze Erklärungen zu Plattform-Ästhetik, Überfluss an Zeichen, die Rolle von Streaming, die Veränderung von Schreibkultur und warum Ökonomie unsere Wahrnehmung und politische Kommunikation formt.
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Episode notes
Stehen Zu Nah als psychische Folge
- Psychisch führt der Immediacy-Stil zu 'standing too close': steigende Imaginarität, sinkende symbolische Vermittlung.
- Kornbluh nutzt Lacan: Feststecken im Spiegelkabinett ohne Vermittlung durch Sprache erklärt Angst und Depressionen.
Inflation der Zeichen bei Bedeutungsverlust
- Es gibt Sprach- und Bildüberfluss, aber keine geteilten Bedeutungsanker wegen Desinformation und Deepfakes.
- Kornbluh beschreibt, wie sogar Fachexperten von gefälschten Clips getäuscht werden.
Mediale Formate steuern politische und ästhetische Inhalte
- Plattformgestaltung formt Inhalte: Vertikale Formate dekontextualisieren und reduzieren Informationsqualität.
- Kornbluh nennt vertical video versus horizontal footage als Beispiel für verlorenen Kontext in Polizeivideos.


