
Pricing Friends Supplements und Pricing mit Marlena Hien und Laurence Saunier: Wie bepreist man eine Supplement-Brand vom Amazon-Start bis in den US-Markt? (#112)
Wie etabliert man Gummibärchen als ernstzunehmendes Premium-Supplement und behält dabei die Margen im Griff? In dieser Folge von Pricing Friends spricht Sebastian Voigt mit Marlena Hien und Laurence Saunier, den Gründerinnen von Bears with Benefits, über Unit Economics, Omnichannel-Strategien und den Weg vom Bootstrapping zum Exit an die Havéa-Gruppe.
Bears with Benefits startete mit einem klaren psychologischen Preispunkt von 24,90 Euro, um im Amazon-Umfeld Kaufbarrieren zu senken. Heute liegt der Fokus auf einem durchschnittlichen Warenkorb von fast 60 Euro. Die Economics sind dabei strikt kalkuliert: Bei Herstellungskosten (COGS) von gut 20 Prozent und Marketingkosten im D2C-Bereich von 30 bis 40 Prozent entsteht Profitabilität primär über die Retention. Da der Erstkauf über Meta-Ads oft kaum noch Deckungsbeitrag liefert, muss eine Kundin idealerweise viermal im Jahr kaufen. Ein datenbasiertes CRM setzt dafür bereits ein bis zwei Wochen nach dem Erstkauf an, um die Wiederkaufrate zu sichern.
Um Preisparität über alle Kanäle zu wahren und Konflikte zu vermeiden, nutzt das Unternehmen eine differenzierte Verpackungsstrategie. Während im Drogeriemarkt (z. B. DM, Rossmann) kleinere Einheiten zu günstigeren Einstiegspreisen platziert werden, bietet der eigene Online-Shop größere Vorratspackungen und Bundles an. Im Marketing verzichten die Gründerinnen auf aggressive Rabattschlachten (70-80 %) und nutzen Influencer stattdessen als messbaren Performance-Kanal. Der Verkauf an die Havéa-Gruppe ermöglichte schließlich die Professionalisierung der Strukturen und den Start in den USA – ein Expansionsschritt, der ohne strategischen Partner kaum möglich gewesen wäre.
Über die Gäste
Marlena Hien und Laurence Saunier sind die Gründerinnen von Bears with Benefits. Aus ihrer gemeinsamen Zeit in einer Werbeagentur entwickelten sie die Idee, den angestaubten Supplement-Markt mit einem femininen Lifestyle-Ansatz zu revolutionieren. Sie führten das Unternehmen von den ersten Amazon-Verkäufen bis zum erfolgreichen Exit an die französische Havéa-Gruppe im Jahr 2022 und verantworten heute als Geschäftsführerinnen die internationale Expansion der Marke.
