Jahrzehntelang war Baden-Württemberg CDU-Land. Von 1953 bis 2011 stellten die Christdemokraten den Ministerpräsidenten. Doch dann kommt Winfried Kretschmann an die Macht.
Nach Streit um S 21: Winfried Kretschmann setzt auf "Politik des Gehörtwerdens"
Sein Wahlsieg hat mehrere Gründe. In den Jahren vor 2011 haben sich viele Wähler von der CDU abgewandt. Ministerpräsident Stefan Mappus genießt wenig Sympathien. Ein Grund ist die Art, wie er den Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21
eskaliert hat. Viel Konfrontation, viel Polizei, wenig Diskurs. Winfried Kretschmann ist gegen das Bahnprojekt, er verspricht zwar im Wahlkampf keinen Ausstieg, wohl aber einen anderen Umgang – eine Politik des Gehörtwerdens.
Reaktorunglück in Fukushima begünstigt Wahlsieg der Grünen
Und noch etwas begünstigt den Wahlsieg der Grünen, nämlich das Reaktorunglück von
Fukushima zweieinhalb Wochen später. Der CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus stand plötzlich mit seiner Atompolitik ziemlich einsam da, nachdem selbst Kanzlerin Angela Merkel schon ein
Moratorium für die Kernenergie angekündigt hatte. So wählt Baden-Württemberg am 27. März 2011 erstmals in Deutschland einen Grünen zum Ministerpräsident. Der kündigt gleich eine Koalition mit der SPD an.
Der Bericht stammt vom 28. März 2011
Winfried Kretschmann gewinnt noch zwei weitere Wahlen. Doch weil die SPD im Land immer mehr schwächelt, wechselt er nach der ersten Legislatur, also nach 5 Jahren, den Koalitionspartner und regiert weitere zehn Jahre mit der CDU.
Wieder ein Grüner: Cem Özdemir gewinnt Landtagswahlen 2026
Zur Wahl 2026 tritt Kretschmann nicht noch einmal an. Nun kandidiert für die Grünen Cem Özdemir. Trotz schlechter Ausgangswerte der Grünen setzt der sich durch, und die Grünen gewinnen erneut die Wahlen am 8. März 2026.