Allerdings kann er wenig erreichen. Der Vertrag stellt die alleinige Schuld Deutschlands fest und verpflichtet es zu Gebietsabtretungen und umfangreichen Reparationszahlungen. An jenem Tag weigert sich die deutsche Seite zu unterschreiben. Dies geschieht erst am 28. Juni, als die Siegermächte eine Militärinvasion androhen. Die Rede hat Brockdorff-Rantzau 1920 nachaufgenommen.
Nach der Übergabe des Vertragsentwurfs durch die Alliierten: 7. Mai 1919
Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau (1869 - 1928) war ein deutscher Diplomat; 1912 Gesandter in Dänemark. Brockdorff-Rantzau ist ein Gegner der preußischen Politik, die Dänen in Nordschleswig per Gesetzgebung ins Deutsche Reich einzugliedern. 1919 nimmt er das Amt des Staatssekretärs des Auswärtigen an. Er weist als Leiter der deutschen Delegation auf der Pariser Friedenskonferenz 1919 die Alleinschuld Deutschlands und Österreichs am Krieg zurück. Er gesteht aber eine Mitschuld, besonders in Bezug auf Belgien, ein.
Unter seiner Leitung werden deutsche Gegenvorschläge zum Versailler Vertrag ausgearbeitet, die auf eine Milderung der Konditionen für Deutschland abzielen. Nach der negativen Antwort der Siegermächte spricht sich Brockdorff-Rantzau gegen die Unterschrift unter das "Diktat" aus. Das gesamte Kabinett Scheidemann tritt im Juni 1919 zurück.
Brockdorff-Rantzau zieht sich auf sein Landgut zurück. In Zeitungsartikeln plädiert er für eine Revision des Versailler Vertrags und für die Errichtung einer Völkerrechtsordnung. 1922 wird er Botschafter in Moskau.