
Denkfabrik Medizin Folge 31: Den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen
Feb 1, 2026
Ein Routine-Laborwert löst eine strukturierte Differentialdiagnose für Hyperkalzämie aus. Diskussion über Medikamente, granulomatöse Erkrankungen, Malignome und renale Ursachen. Ein Denkfehler durch Availability Bias führt zur überraschenden Auflösung: eine iatrogene Vitamin‑D‑Überversorgung. Warnung vor unkontrollierter Supplementierung und Reflexion über kognitive Fehler bei Fallbesprechungen.
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Episode notes
Routinebefund Calcium 2,7
- Ingo Krenz fand bei routinemäßigem Labor ein Calcium von 2,7 mmol/l bei einem 81-jährigen Patienten.
- Der Befund war diskret erhöht und löste eine strukturierte Differenzialdiagnose aus.
Zwei Hauptverdachtsdiagnosen
- Andreas Klinge nennt primären Hyperparathyreoidismus und Vitamin-D-Intoxikation als die beiden wahrscheinlichsten Ursachen einer Hyperkalzämie.
- Diese Basiserwartung lenkt die weitere zielgerichtete Diagnostik.
Strukturierte Checkliste nutzen
- Nutze eine strukturierte Merkliste (TANTE PIAV) zur Differenzialdiagnose der Hyperkalzämie.
- Berücksichtige medikamentöse Ursachen wie Vitamin-D-Überdosierung, Thiazide und Lithium systematisch.
