
Archivradio – Geschichte im Original Aufruf an die Landsleute in Deutsch-Ostafrika | 5.8.1914 / 3.12.1921
Apr 20, 2018
02:23
Der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Heinrich Schnee, wendet sich an seine Landsleute. Diese Aufnahme wurde, wie viele andere Reden des Ersten Weltkriegs, nachträglich aufgezeichnet, in diesem Fall im Dezember 1921.
Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
Deutscher Einfluss im heutigen Tansania, Burundi, Ruanda und Mosambik bis 1918
"Deutsch-Ostafrika" war die Bezeichnung einer in der Zeit von 1885 bis 1918 bestehenden deutschen Kolonie. Das Gebiet umfasste die heutigen Länder Tansania (ohne Sansibar), Burundi, Ruanda und ein Teil von Mosambik. Es war mit rund 7,75 Millionen Einwohnern die größte und bevölkerungsreichste Kolonie des Deutschen Reiches. Geprägt war Schnees Amtszeit durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Als Gouverneur stand ihm die oberste militärische Befehlsgewalt zu. Allerdings kam es um die Verteidigung des Schutzgebietes bald zu Differenzen zwischen ihm und dem Kommandeur der 'Schutztruppe' General Paul von Lettow-Vorbeck, der sich letztlich mit seiner Taktik des Guerillakrieges durchsetzen konnte und mehr und mehr die Leitung der Operationen an sich zog. Mit seiner Taktik des "Buschkriegs" zog Lettow-Vorbeck den Krieg in der Kolonie bis zum 25.11.1918 hin und wurde dadurch ein gefeierter Nationalheld in Deutschland. Er führte 1919 das Freikorps, welches den Hamburger Spartakusaufstand niederschlug.Andere deutsche Kolonien kapitulierten bereits ab 1914
Die anderen deutschen Kolonien kapitulierten bereits lange vor dem Ende des Ersten Weltkriegs: Im afrikanischen Togo passierte dies bereits Ende August 1914 nach Kämpfen mit britischen und französischen Truppen. In Deutsch-Südwestafrika (Namibia) kämpft die deutsche Schutztruppe bis August 1915 gegen südafrikanische Unionssoldaten. In Kamerun kapitulieren die deutschen Truppen im Februar 1916, nachdem sie sich in das Landesinnere zurückgezogen hatten. In Asien wird Tsingtau von britischen und japanischen Truppen angegriffen, die Deutschen kapitulieren im November 1914, in Kiautschou geht den eingeschlossenen deutschen Verteidigern gegen die japanische Armee im November 1914 die Munition aus, woraufhin die Übergabe und die Besatzung erfolgt. Die deutschen Südsee-Kolonien ergeben sich 1914 australischen, neuseeländischen und französischen Truppen: Samoa Ende August 1914, Neuguinea Ende September 1914, Mikronesien im November 1914. Kaiser-Wilhelms-Land und Bismarck-Archipel kapitulieren im September 1914. Lediglich in der Provinz Morobe hält sich bis November 1918 eine kleine deutsche Einheit. Aufnahmedatum: 3.12.1921 (nachgesprochen)Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
