Benjamin Moldenhauer, promovierter Filmwissenschaftler zur "Ästhetik des Drastischen", erläutert historische und filmtheoretische Seiten des Horrors. Helge Branscheid, Visagist und Proband im Peak Fear Experiment, berichtet von extremen Angstreaktionen und Nachwirkungen. Gespräche über das Experiment, Jumpscares, Entwicklungsfunktionen von Horror und handverlesene Filmtipps.
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Fünf Wissenschaftliche Gründe Für Horrorgenuss
Forschungsergebnisse zeigen fünf Gründe für Horrorvergnügen: Angstkontrolle, Resilienztraining, Spiel für Erwachsene, Erlaubnis zu ängstigen und morbide Neugier.
Die Uni Pennsylvania und Uni Aarhus liefern die Einordnungen, z.B. dass Angst und Vergnügen parallel das Lustsystem aktivieren.
volunteer_activism ADVICE
Angstkonsum Selbstbestimmt Dosieren
Wenn euch Horror interessiert, nutzt die Kontrolle: Licht anmachen, weggucken oder Pause drücken, um Angst selbstbestimmt zu dosieren.
Diese kontrollierbare Distanz unterscheidet Filmgrusel von realen Gefahren und macht das Erlebnis für viele attraktiv.
question_answer ANECDOTE
Warum Helge Den Adrenalinkick Sucht
Helge nennt sich selbst einen Adrenalinsucher und vergleicht den Horror-Rausch mit Klippensprüngen und Surfen als Ersatz für Rauschmittel.
Er betont, dass er sonst keine Drogen oder Alkohol konsumiert und den Kick bewusst sucht.
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Man sollte meinen, die aktuelle Weltlage sei Horrortrip genug, warum sollten sich Leute einen gemütlichen Abend bei Stapelchips und Teufelsaustreibung machen, wenn parallel irgendwo eine Romcom mit Meg Ryan läuft?
Aber es gibt sie ja, diese Menschen, die eine Jungfrauenhäutung jeder anderen Freizeitgestaltung vorziehen, oder 6 Euro investieren, um sich auf der Cranger Kirmes von einem kopflosen angestaubten Piraten erschrecken zu lassen.
Was ist der Zauber dieses Grusels mit Ansage und kann man damit vielleicht noch mehr aus sich rausholen als Angstschweiß und Albträume?
Die Antwort ist: Ja!
Helge Branscheid ist einer von zwei Probanden, die beim „Peak Fear Experiment“ dabei sein durften. Er wurde unter 2000 Bewerber*innen ausgewählt, sich dem Abenteuer seines Lebens zu stellen. Wissenschaftler*innen der Uni Aarhus wollten herausbekommen, welche unterschiedlichen Angsttypen es gibt, und haben zu diesem Zweck den absoluten Horrortrip inszeniert. 90 Minuten maximaler Stress. Der tapfere Helge hat alles durchgestanden und ist mit einigen Erkenntnissen im Studio vorbeigekommen.
Benjamin Moldenhauers Doktorarbeit trägt den Titel: „Ästhetik des Drastischen. Der Horrorfilm als Erfahrungsaggregat“. Warum sind Vampirgeschichten, dunkle Keller und abgeschlagene Gliedmaßen vor allen Dingen im Teenager-Alter der Filmgenuss der Wahl? Und inwiefern kann so eine deftige Schlachtung im Jugendzimmer aufs reale Leben vorbereiten? Antworten und ein paar ausgesuchte Filmempfehlungen bekommt ihr in dieser Folge.
Die Links zur Sendung:
Peak Fear Experiment: https://www.youtube.com/watch?v=WHP7imAzkKU