
Ist ChatGPT die bessere Therapeutin? Mit Christiane Eichenberg
Kollegin KI
Geschichte: Von ELIZA bis zur modernen KI
Eichenberg skizziert historische Meilensteine und den Digitalisierungsschub durch Video‑Therapie.
In dieser Folge von "Kollegin KI" begrüßt Host Max Mundhenke Christiane Eichenberg, Leiterin des Instituts für Psychosomatik an der Sigmund Freud Uni Wien und Autorin des neuen Buchs „KI in der Psychotherapie“. Angesichts monatelanger Wartezeiten auf Therapieplätze diskutieren sie eine provokante These: Kann ChatGPT menschliche Therapeut*innen ersetzen? Eichenberg warnt vor der "Illusion des Verstandenwerdens". Während KI in der Früherkennung von Depressionen durch Stimmanalyse oder beim Matching von Therapieformen glänze, fehle der Maschine die existenzielle Tiefe einer echten menschlichen Beziehung. Ein spannendes Gespräch über die Transformation eines Berufsstandes, digitale Ethik und die Gefahren von Social Media für die psychische Gesundheit.
Über diese Themen spreche Max und seine Gästin in dieser „Kollegin KI“-Epsiode:
- Bindung ohne Bewusstsein: Warum KI-Bots Empathie zwar täuschend echt simulieren können, ihnen aber die Fähigkeit zu einer reziproken Beziehung fehlt, die für eine tiefgreifende psychische Stabilisierung essenziell ist.
- Präzision durch Daten: Wie der "Personalized Advantage Index" mithilfe von Algorithmen bereits vorab prognostiziert, welche Therapieform für welchen Patienten den größten Erfolg verspricht.
- Diagnose per Stimme: Woran Stimmanalyse-Tools erkennen, dass Patient*innen vor einer depressiven Episoden stehen, während der Mensch noch keine Symptome wahrnimmt.
- Training im Cyberspace: Warum angehende Therapeuten nutzen VR-Simulationen und KI-Patienten, um kritische Gesprächssituationen wie suizidale Krisen völlig risikofrei in einem geschützten Raum zu trainieren.
- Gefahr durch Algorithmen: Wie sich den Gefahren begegnen lässt, die durch unregulierter KI-Systeme entstehen, die suizidale Gedanken ungewollt befeuern oder Abhängigkeiten bei vulnerablen Gruppen erzeugen können.
- Digitale Rezepte helfen: Warum Patient*innen bei der Suche nach Hilfe auf zertifizierte "DiGA"-Listen setzen sollten, statt ihr Herz anonymen, potenziell dubiosen Apps in den Stores auszuschütten.
- Pflicht zur Medienanamnese: Weshalb moderne Therapeut*innen heute zwingend abfragen müssen, ob die Nutzung digitaler Dienste ihrer Klienten die Genesung fördert oder die Störung erst verursacht hat.
Mehr zu Prof. Christiane Eichenberg auf ihrer Website
Ihr neues Buch "Künstliche Intelligenz und Psychotherapie"
Die Studie "Fake Friend" zu ChatGPT als Ratgeber
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Produktion: Podstars by OMR


