Das Thema

Süddeutsche Zeitung
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Jun 7, 2023 • 34min

40 Jahre HIV: "Ich werde nicht wegen des Virus sterben, sondern damit"

Im Mai 1983 haben Forscher das "Humane Immundefizienz-Virus" entdeckt. Zuvor war wenig über HIV und Aids bekannt. Nur, dass die Krankheit die meisten Patienten innerhalb weniger Jahre tötet. Seit Beginn der Epidemie haben sich weltweit mehr als 84 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Mehr als 40 Millionen von ihnen sind an den Folgen von Aids gestorben. Wer sich damals infizierte, war nicht zu retten, weder vor Aids noch vor der Gesellschaft. Infizierte wurden zu Ausgestoßenen. Auch, weil Aids vor allem Minderheiten traf: homosexuelle Männer und Drogengebraucher. Vor allem CSU-Politiker nannten Infizierte damals als “Aussätzige” oder “Todesbomben” und wollten sie “in speziellen Heimen” konzentrieren. Ende 2021 wussten in Deutschland 82.100 Menschen von ihrer HIV-Infektion, mehr als 96 Prozent von ihnen befanden sich in Behandlung. Sie nehmen Medikamente, die ihre Viruslast unter der Nachweisgrenze halten. Das heißt, sie können HIV damit nicht mehr übertragen und ihre Lebenserwartung ist in der Regel so hoch, als wären sie nicht infiziert. Auch wenn es extreme Einzelfälle gibt: Heilbar ist Aids bis heute nicht. Auch 2021 sind weltweit noch 650.000 Menschen im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion gestorben. In Deutschland waren es im selben Jahr 218 Menschen. Heute hat eine Ansteckung mit HIV ihren Schrecken verloren, ihr Stigma jedoch nicht, sagt Josef Wirnshofer aus dem SZ-Reportageteam. Fedor Herbst hat sich vor 25 Jahren angesteckt - und er hatte Glück: Dank medizinischer Entwicklung hat er überlebt. Er sagt: “Ich werde nicht wegen Aids oder HIV sterben, sondern damit." Moderation, Redaktion: Laura Terberl Redaktion: Lars Langenau Produktion: Carolin Lenk, Julia Ongyerth "Das Thema" ist der Recherche-Podcast der Süddeutschen Zeitung. Der Podcast erscheint in der Regel alle zwei Wochen. Sie finden alle Folgen bei sz.de/dasthema. Eine Übersicht über alle unsere Podcasts finden Sie unter www.sz.de/podcast und hier erfahren Sie, wie Sie unsere Podcasts hören können. Wie Sie unseren Podcast abonnieren können, dazu finden Sie alle Informationen unter sz.de/podcast. Wenn Ihnen "Das Thema" gefällt, wenn Sie Anregungen, Ideen oder Kritik für uns haben, dann schreiben Sie uns: podcast@sz.de.
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May 24, 2023 • 36min

Nord-Stream-Anschlag: Spuren in die Ukraine

Jörg Schmitt, ein Investigativjournalist der Süddeutschen Zeitung, taucht tief in die Geschehnisse rund um die Nord-Stream-Pipelines ein. Er diskutiert die mysteriösen Umstände der Sabotage und die politische Brisanz des russischen Gases, das einst Europa versorgte. Schmitt beleuchtet potenzielle Verbindungen zur Ukraine sowie die Schwierigkeiten von Journalisten bei der Recherche. Die Ermittlungsergebnisse zeigen Spuren, die zu unbekannten Akteuren führen könnten, und werfen Fragen auf, die möglicherweise nie geklärt werden.
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May 10, 2023 • 35min

Coaching im Paradies: Robert Gladitz' gescheiterte Vision

Kristiana Ludwig, Mitglied des SZ-Investigativteams, diskutiert die gescheiterte Vision von Robert Gladitz und seinen "Thrive Villages". Sie beleuchtet, wie die anfängliche Hoffnung in Enttäuschung umschlug, da viele ehemalige Teilnehmer nur kurzfristige Aufenthalte in Hotelanlagen erlebten. Außerdem wird die Anziehungskraft spiritueller Gemeinschaften und deren Gefahren thematisiert. Ludwig erklärt, wie solche Coaching-Projekte oft in Grauzonen agieren und die Auswahl seriöser Coaches eine Herausforderung darstellt. Ihre Recherchen werfen ein kritisches Licht auf die Realität hinter den Traumvorstellungen.
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May 3, 2023 • 53min

Türkei-Wahl (II): Wie Erdoğan das Land gespalten hat

Christiane Schlötzer berichtet seit 2001 über die Türkei und ist Expertin für türkische Politik, während Raphael Geiger als SZ-Korrespondent in Istanbul die aktuelle politische Lage analysiert. Sie diskutieren die Gezi-Proteste als Widerstand gegen die Politik Erdoğans und die Folgen der Repression. Der überraschende Putschversuch 2016 wird beleuchtet, ebenso wie die bevorstehenden Wahlen, die Chancen der Opposition und die komplexe wirtschaftliche Situation im Land. Die Spaltung der Gesellschaft und die Frage, ob Erdoğan an der Macht bleiben kann, stehen im Mittelpunkt.
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Apr 26, 2023 • 47min

Türkei-Wahl (I): Erdoğans Weg an die Macht

Diese Folge ist der erste Teil einer Doppelfolge von "Das Thema". Hören Sie Teil 2 am 3. Mai 2023. Die Themen hier: Die Folgen des Erdbebens in der Türkei, Erdoğans Aufstieg zum Premier, seine Reformen und seine Enttäuschung über den gescheiterten EU-Beitritt. Recep Tayyip Erdoğan regiert die Türkei jetzt schon seit 20 Jahren. Er hat das Land stark umgebaut und geprägt, mit zunehmend autoritären Mitteln - vieles im System ist inzwischen auf seine Person ausgerichtet. Doch das könnte sich ändern. Am 14. Mai sind Parlaments- und Präsidentschaftswahlen und seit Erdoğan regiert, seit 2003, hatte die Opposition noch nie so gute Chancen, ihn aus dem Amt zu vertreiben. Damit könnte nicht nur innenpolitisch eine Ära enden, in der es weitreichende Verfassungsänderungen gab, Proteste, die niedergeschlagen wurden, und einen Putschversuch des Militärs gegen Erdoğan. Auch außenpolitisch könnte sich für die Türkei einiges verändern, weil Erdoğan es in den letzten Jahrzehnten wie kein anderer verstanden hat, die Türkei auf der Weltbühne zu positionieren. Doch wie konnte Erdoğan über all diese Jahre eigentlich zu dem werden, der er heute ist? Wieso wurde er von einem populären Hoffnungsträger zu einem immer autoritäreren Staatschef? Wie hat er dann auch die Bevölkerung in großen Teilen verloren? Und was würde passieren, wenn er die Wahl im Mai wirklich verliert? Darüber sprechen in dieser und der nächsten Folge von "Das Thema" Raphael Geiger, aktueller SZ-Korrespondent in Istanbul, und Christiane Schlötzer, die seit 2001 über viele Jahre für die SZ aus der Türkei berichtet hat. Redaktion: Ayça Balcı Produktion: Carlo Sarsky Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
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Apr 19, 2023 • 40min

"Nichts wie weg" - Folge 1 von "German Angst - Die neue Lust am Untergang"

Immer mehr Menschen in Deutschland bereiten sich auf mögliche Katastrophen vor, was sowohl legitime Sorgen als auch problematische Trends zur Folge hat. Die Diskussion geht von extremistischen Gruppierungen, die Ängste ausnutzen, bis hin zu sozialen Medien, die gefährliche Überzeugungen verbreiten. Es wird aufgezeigt, wie Krisenszenarien wie Stromausfälle rechte Ideologien stimulieren und zugleich die Gesellschaft in Angst versetzen. Gleichzeitig werden individuelle Überlebensstrategien und die Schattenseiten des Preppings beleuchtet.
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Apr 12, 2023 • 33min

Chirurgen für die Front: Wie die Bundeswehr ukrainische Ärzte ausbildet

Georg Mascolo, Journalist der Süddeutschen Zeitung, berichtet von der speziellen Ausbildung ukrainischer Chirurgen durch die Bundeswehr. Die Ärzte lernen, Verletzte unter extremem Druck schnell zu versorgen. Mascolo hebt die Herausforderungen hervor, mit denen sie konfrontiert sind, und zeigt die Bedeutung der medizinischen Unterstützung für die Moral der Soldaten auf. Zudem wird die Rolle der sanitätsdienstlichen Kooperation zwischen Deutschland und der Ukraine inmitten des Konflikts thematisiert.
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Mar 30, 2023 • 44min

Vulkan Files: Aus dem Inneren des russischen Cyberkriegs

Lea Weinmann und Natalie Sablowski, Mitglieder des SZ-Rechercheteams, diskutieren die Vulkan Files, die interna Dokumente einer russischen Cyberfirma offenbaren. Sie erzählen von der anonymen Quelle, die die Informationen zur Verfügung stellte, und beleuchten die geheimen Verbindungen der Firma NTC Vulkan zum russischen Geheimdienst. Die Rolle privater Firmen im Cyberkrieg und die Integration von Desinformation in militärische Strategien sind zentrale Themen. Zudem wird aufgezeigt, wie Automatisierte Propaganda Dissidenten überwacht und desinformation verbreitet.
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Mar 22, 2023 • 34min

Neckarwestheim: Wie der Atomausstieg einen Ort verändert

Max Ferstl, SZ-Redakteur, hat die Gemeinde Neckarwestheim besucht und analysiert, wie das Atomkraftwerk das Dorf geprägt hat. Die Bewohner stehen vor ungewissen finanziellen Zukunftsperspektiven, während sie den Atomausstieg verarbeiten. Michael Bauchmüller, Experte für Energie- und Umweltpolitik, spricht über die Herausforderungen der deutschen Energieversorgung und die Integration erneuerbarer Energien nach der Schließung der letzten Atomkraftwerke. Die Diskussion beleuchtet auch die langfristigen Fragen zur Atommülllagerung.
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Mar 8, 2023 • 27min

Die weltweiten Geschäfte der Holz-Mafia

Christoph Cadenbach, Journalist bei der Süddeutschen Zeitung, enthüllt die düsteren Hintergründe des illegalen Holzhandels in Rumänien. Er erklärt, wie Korruption und organisierte Kriminalität das System dieser Geschäfte antreiben. Cadenbach thematisiert die Rolle der Holzbarone und den schockierenden Kahlschlag in der Region Sujava. Zudem beleuchtet er die mangelhafte Transparenz bei Holz-Zertifizierungen, die sogar illegale Quellen als nachhaltig darstellen können. Die Folgen des übermäßigen Holzverbrauchs auf den Klimawandel und die Problematik der Holzverbrennung werden ebenfalls kritisch hinterfragt.

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