

WDR Zeitzeichen
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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.
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Oct 18, 2024 • 15min
Eine geheime Hochzeit verändert Spanien: Isabella und Ferdinand
Eine Prinzessin ohne Macht, aber mit viel Machtinstinkt. Ein verliebter Thronfolger im benachbarten Königreich: Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón feiern am 19.10.1469 eine folgenreiche Hochzeit...Was wie ein unbedeutendes Ereignis anmutet, ist ein historisch bedeutsamer Schritt in der Geschichte Spaniens: Die heimliche Hochzeit von Ferdinand von Aragón und Isabella von Kastilien im Jahr 1469 ist der Beginn einer entscheidenden politischen Allianz, die die Geschicke Spaniens nachhaltig beeinflusst.Im Schutz der Nacht schleicht sich der 17-jährige Ferdinand über die Grenze von Aragon nach Kastilien, um die ein Jahr ältere Isabella zu heiraten.Dabei geht es ihnen weniger um Romantik als um eine strategische Allianz: Die beiden jungen Monarchen vereinen in dieser Nacht nicht nur ihre Territorien, sondern legen auch den Grundstein für ein geeintes Spanien, das den Weg für die Reconquista und die spätere europäische Entdeckung Amerikas ebnet. Die Vereinigung führt zu einer Stärkung der monarchischen Macht - und zu bedeutenden politischen Veränderungen.Die "Katholischen Könige" regieren fortan mit Entschlossenheit und einem klaren Machtanspruch, der die Geschichte der Neuen Welt für immer verändert und ein ambivalentes Erbe hinterlässt. In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:Wie Ferdinand und Isabella die Rückeroberung der iberischen Halbinsel als ihre wichtigste Aufgabe betrachten und welche Bedeutung dies für ihre Herrschaft hat, wie die Vertreibung der Juden und Mauren einen dramatischen Verlust an kulturellem und wirtschaftlichem Wissen für Spanien zur Folge hat, wie die Heiratsallianz die Grundlage für die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus schafft und welche Folgen dies für die indigenen Völker hat.Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:Birgit Aschmann, Historikerin und Professorin für Europäische Geschichte des 19. Jahrhunderts an der Humboldt-Universität zu BerlinWeiterführende Links:WDR Zeitzeichen - Vertrag zwischen Kolumbus und der spanischen KroneWDR Zeitzeichen - Christoph Columbus landet in AmerikaPlanet Wissen - Kolonialismus – Europas KolonienWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Herwig KatzerRedaktion: David Rother

Oct 17, 2024 • 15min
Hennig Brand: Wenn der Stein der Weisen in der Hose brennt
Lässt sich etwa aus Pipi Gold machen? Der Alchemist Hennig Brand macht im Jahr 1669 buchstäblich erleuchtende Experimente und entdeckt dabei: das Element Phosphor.Im Jahr 1669 macht der deutsche Apotheker Hennig Brand eine bemerkenswerte Entdeckung, die die Wissenschaft revolutioniert: Phosphor.Eigentlich auf der Suche nach dem sagenumwobenen Stein der Weisen - einem Symbol für die Verwandlung unedler Metalle in Gold - experimentiert Brand mit einer wenig einladenden Quelle: menschlichem Urin. Durch eine aufwendige Destillationsmethode schafft er jedoch eine substanzielle, leuchtende Masse, die sich selbst entzünden kann und in der Geschichte der Chemie bis heute eine bedeutende Rolle spielt.Trotz seiner bemerkenswerten Entdeckung und der ersten Nutzung des Phosphors in der Herstellung von Streichhölzern gerät Brand schnell in Vergessenheit. Sein Name taucht erst viel später wieder auf, dank des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz, der sich auf die Suche nach dem wahren Entdecker macht.Die Geschichte Brands ist nicht nur die eines chemischen Fortschritts, sondern auch eine von Intrigen und Missverständnissen, die zeigen, wie eng Licht und Schatten in der Geschichte der Wissenschaft miteinander verbunden sind. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:Wie der Alchemist mit menschlichem Urin arbeitet, um Gold zu gewinnen, und dabei Phosphor entdeckt, welche spektakulären Lichtphänomene während Brands Experimenten auftreten, und wie sie seine Entdeckung des "kalten Feuers" beeinflussen, was Phosphor mit Düngemitteln zu tun hat, und welche aktuellen Gefahren von Phosphor-Resten an deutschen Stränden ausgehen.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Hermann Peters: Geschichte des Phosphors nach Leibniz und dessen Briefwechsel, Chemiker-Zeitung, Band 26, 1902, S. 1190–1198.Thomas Richter, Apotheker, Dr. der Germanistik und Medizin-GeschichteWeiterführende Links:Planet Wissen – StreichholzTerra X – Wunderwelt Chemie - Die Bausteine der Natur Terra X – Phosphor aus dem KloWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko RösselerRedaktion: Christoph Tiegel und Matti HesseTechnik: Sarah Fitzek

Oct 17, 2024 • 14min
Das geschmuggelte Herz: Todestag von Frédéric Chopin
Frédéric Chopin gilt als Sänger am Klavier - seine Musik vereint Traurigkeit und traumhafte Leichtigkeit. Nach seinem Tod am 17.10.1849 findet das Herz des Komponisten die letzte Ruhe in seiner Heimat Polen.Frédéric Chopin, 1810 im polnischen Żelazowa Wola geboren, gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik. Geprägt von Tänzen wie der Mazurka und der Polonaise sind seine Werke tief in der polnischen Volkskultur verwurzelt. Er schreibt weder Opern noch Sinfonien, doch prägt er die Musikgeschichte nachhaltig. Vor allem seine einzigartigen, feinsinnigen Klavierwerke, die von einer tiefen Emotionalität und einer unvergleichlichen Zartheit geprägt sind. Am besten zur Geltung kommen diese in der Intimität der Pariser Salons. Chopins musikalische Karriere beginnt früh: Bereits mit sieben Jahren komponiert er seine erste Polonaise. Nach seiner Ausbildung am Warschauer Konservatorium zieht er 1831 nach Paris, wo er den Rest seines Lebens verbringt. In der französischen Hauptstadt findet Chopin nicht nur seine künstlerische Heimat, sondern wird auch von prominenten Zeitgenossen wie Franz Liszt und Robert Schumann geschätzt. Obwohl Chopin nie nach Polen zurückkehrt, bleibt seine Musik zutiefst von seiner Herkunft geprägt. Seine Werke, darunter die berühmten Nocturnes, Préludes und Etüden, zeichnen sich durch eine intime und oft melancholische Stimmung aus, die seine Sehnsucht nach der Heimat widerspiegelt. Bis zuletzt gilt der Satz des polnischen Dichters Cyprian Kamil Norwid: "Dem Herzen nach ein Pole, dem Talent nach ein Weltbürger". Seine zerbrechliche Gesundheit setzt dem außergewöhnlichen Schaffen eines der größten Komponisten der Romantik viel zu früh ein Ende.In diesem Zeitzeichen erzählt Hildburg Heider:wieso Chopins Herz nach dessen Tod heimlich von Paris nach Warschau geschmuggelt wird, welche Rolle traditionelle polnische Tänze wie die Polonaise und Mazurka in Chopins Werken spielen, und wie sie seinem Schaffen den unverwechselbaren Charakter verliehen,wie Chopin sich von seinem geliebten Polen verabschiedet, bevor er in die Fremde geht, warum er dabei eine kleine Kiste mit polnischer Erde mitnimmt. Das sind unsere wichtigsten Quellen:Eva Gesine Baur: Chopin oder Die Sehnsucht, München 2009. Adam Zamoyski: Chopin: Der Poet am Piano, München 2010. Christoph Rueger: Frédéric Chopin: seine Musik – sein Leben, Berlin 2009. Und das sind unsere Interviewpartner:Alexander Krichel, Pianist Andrzej Sulek, Musikwissenschaftler Evgeni Kissin, Musiker Piotr Rutkowski, PriesterWeiterführende Links:Planet Wissen - Frédéric ChopinWDR Zeitzeichen - George SandWDR 3 Meisterstücke - Nachtgedanken eines Exilanten - die Nocturnes von ChopinWDR 3 Meisterstücke - Frédéric Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 in e-MollWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Hildburg HeiderRedaktion: Frank ZirpinsTechnik: Thomas Bleul

Oct 15, 2024 • 15min
Oscar Wilde: Genie mit größtem Witz und tiefster Tragik
Oscar Wilde, der scharfsinnige irische Schriftsteller und Dramatiker, ist bekannt für seine extravagante Lebensweise und blühende Fantasie. Norbert Lennertz, Professor für Anglistik, bringt profunde Einblicke in Wildes Werk und dessen gesellschaftliche Umstände. Sie diskutieren Wildes Aufstieg in der Londoner Gesellschaft und die dramatischen Folgen seiner Liebe zu Alfred Lord Douglas. Besonders spannend ist die Analyse seines einzigen Romans 'Das Bildnis des Dorian Gray', der sowohl Witz als auch tiefe Tragik verkörpert und das prüde viktorianische England schockierte.

Oct 14, 2024 • 14min
Die Erfindung des Countdowns am 15.10.1929
Daniel Mellem, Autor und Physiker, spricht über die faszinierende Erfindung des Countdowns, die 1929 im Film 'Frau im Mond' von Fritz Lang ihren Anfang nahm. Er erklärt, wie diese Technik Spannung erzeugt und zum dramatischen Höhepunkt von Raketenstarts beiträgt. Mellem beleuchtet die Entwicklung der Raketentechnik durch Visionäre wie Hermann Obert. Außerdem wird die Bedeutung des Countdowns in der Wissenschaft und in der Popkultur, von der Raumfahrt bis hin zu Science-Fiction-Filmen, thematisiert. Countdowns steuern unsere Emotionen und verstärken den Eindruck von Dringlichkeit.

Oct 13, 2024 • 15min
Der Kölner in Hollywood: Udo Kier wird 80
Udo Kier, ein bekannter deutscher Charakter- und Kultschauspieler, feiert seinen 80. Geburtstag und erzählt von seiner bewegenden Lebensgeschichte. Geboren in Köln während eines Bombenangriffs, überlebte er dank seiner tapferen Mutter. Er teilt Anekdoten über seine Anfänge in London und seinen Durchbruch mit ‚My Private Idaho‘. Kier reflektiert über seine ikonischen Rollen, seine Zusammenarbeit mit Größen wie Fassbinder und seine Liebe zur Drag-Kultur. Gleichzeitig zeigt er eine selbstironische Sicht auf das Leben und seine 80 Jahre voller Kunst und Wahnsinn.

Oct 12, 2024 • 15min
Seemann, Sklave, Schatzmeister im Orient: Hark Olufs Abenteuer
Die faszinierende Lebensgeschichte von Hark Olufs beginnt auf Amrum, wo er als Schiffsjunge aufbricht. Nach der Kapern seines Schiffs durch türkische Piraten wird er als Sklave verkauft und dient dem Bey von Konstantine. Hark lernt die Landessprachen und steigt zum Schatzmeister auf, reist durch Nordafrika und erlebt Gewalt. Nach Jahren der Dienerschaft kauft er sich schließlich frei und kehrt als reicher Mann nach Hamburg zurück. Seine spannende Heimkehr und die Bedeutung seines Lebens auf Amrum werden eindrucksvoll erzählt.

Oct 11, 2024 • 15min
Die Buchela: Bekannteste Wahrsagerin im Nachkriegsdeutschland
Es gab viele Politiker und Prominente, die angeblich bei ihr Rat suchten: Die Wahrsagerin Margaretha Goussanthier, bekannt als die Seherin von Bonn (geboren am 12.10.1899).Madame Buchela, mit bürgerlichem Namen Margaretha Goussanthier, beginnt ihre Karriere als Wahrsagerin in der frühen Bundesrepublik. Es ist eine Zeit, in der die Gesellschaft mit vielen Unsicherheiten befasst ist.Auch Politiker nehmen angeblich ihre Dienste in Anspruch. Beweise gibt es dafür allerdings nicht. Das findet alles sehr diskret statt.In den 1960er- und 1970er-Jahren ist die Buchela die berühmteste Wahrsagerin der Bundesrepublik. Margaretha Goussanthier lebt seit 1961 in Remagen am Rhein.Das kleine Häuschen vererben ihr zwei dankbare ältere Schwestern, die bei ihr Kundinnen gewesen sind. Sie, die Sintezza, die "Zigeunerin", wie sie sich selbst nennt, ist nun endgültig sesshaft geworden.Ihren Durchbruch als Seherin von Bonn hat die Buchela, als 1953 der zweite deutsche Bundestag gewählt wird. Umfragen sehen die SPD-Opposition deutlich vorn.Bundeskanzler Konrad Adenauer bangt um seine Wiederwahl. Doch die Buchela sagt einen Wahlsieg der regierenden CDU voraus - der dann auch tatsächlich eintritt.Buchela verdient gut mit ihrer Wahrsagerei, oder besser gesagt ihrer "psychologischen Lebensberatung". Sie stirbt am 8. November 1986 im Alter von 87 Jahren. Ihre Beerdigung in Remagen ist ein großes Ereignis. So viele Gäste hat man dort zu einer Beerdigung noch nie gesehen.In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:welche Rolle eine Buche bei der Namensgebung für Madame Buchela spielt,auf welch tragische Weise sie erste Erfahrungen mit der Hellsichtigkeit macht,wie der französisch klingende Name des Ehemanns Madame Buchela möglicherweise das Leben rettet,wie Madame Buchela in einer DDR-Dokumentation als "Bundeswahrsagerin" dargestellt wird,dass Vorhersagen sportlicher Ergebnisse nicht so ihr Metier sind,warum Madame Buchela die letzten Monate ihres Lebens unter Polizeischutz steht.Das sind unsere wichtigsten Interviewpartnerinnen:Monika Littau, Schriftstellerin und AutorinMarie-Therese Feist, Historikerin und Kuratorin einer Ausstellung zur Wahrsagerei in Europa und OstasienUnd das sind unsere wichtigsten Quellen: Madame Buchela: Ich aber sage euch. Das Vermächtnis einer großen Seherin. München 1983Monika Littau: Die sehende Sintiza: Buchela - Pythia von Bonn. Zell-Mosel 2020.Weiterführende Links:WDR-Dokumentation über die Buchela von Ulla Lachauer "Die Hellseherin vom Rhein"Germanisches Nationalmuseum Digital Story: Zeichen der ZeitHildegard Ginzler: Die Seherin Madame Buchela (1899-1986). Ein Leben zwischen Buche und Birke. Planet Wissen: Nordrhein-Westfalen - BonnPlanet Wissen: Persönlichkeiten Konrad AdenauerWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea KathRedaktion: Matti Hesse

Oct 10, 2024 • 14min
Der große Sturm 1634: Die Nordsee verschlingt die Insel Strand
Die verheerende Sturmflut von 1634 lässt die Insel Strand im Chaos versinken. Der Fluch des Herzogs trifft die Inselbewohner, während Legenden um das mystische Rungholt die Ereignisse umrahmen. Die Mechanik der Sturmfluten wird erklärt und Augenzeugenberichte schildern die Katastrophe eindringlich. Auch die Auswirkungen auf die Küstenlandschaft und die kulturelle Erinnerung an die Tragödie werden beleuchtet. Zudem wird auf zukünftige Risiken durch den Klimawandel und notwendige Anpassungsstrategien im Küstenschutz eingegangen.

Oct 9, 2024 • 16min
Wettlauf gegen die Zeit: Die Schwalbenrettung von 1974
Herbst 1974: Der plötzliche Wintereinbruch kommt für mehrere Millionen Schwalben unerwartet: Zu geschwächt für ihre Reise nach Süden schauen sie dem sicheren Tod entgegen.Es ist ungemütlich in Mitteleuropa im Herbst 1974: Ein von Meteorologen und Schwalben gleichermaßen unerwarteter, plötzlicher Einbruch des Winters. Normalerweise machen sich die Vögel zwischen Ende August und Anfang Oktober auf den Weg nach Süden. Zuvor fressen sie Fluginsekten und tanken so die nötige Energie für die lange Reise.Doch dieses Mal ist die Natur durcheinander. Landwirte melden bei Vogelschützern haufenweise Rauchschwalben und Mehlschwalben, die sich in den Ställen sammeln und nicht losfliegen. Die frühe Kälte hat die Insekten getötet - die Schwalben haben keine Chance, Energiepolster anzulegen. Die ersten Tiere sterben.Rolf Gogné aus Bruchköbel-Roßdorf bei Hanau gehört damals zu den ersten, die das Ausmaß der Schwalben-Katastrophe erkennen. Er trommelt alle Vogelschützer zusammen, die er kennt. Schließlich spricht sich die Schwalbenrettungsaktion deutschlandweit herum.Bald starten Flugzeuge von Frankfurt am Main, Echterdingen bei Stuttgart, aus dem Saarland, Baden-Württemberg und der Schweiz. Insgesamt werden wohl fast zwei Millionen Schwalben transportiert. Aber nicht alle Schwalben fliegen in den Süden, manche reisen - etwa von Freiburg aus - per Bahn über die Alpen.In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:warum es normalerweise schwierig ist, Mehlschwalben einzufangen,womit die Vogelschützer die abgemagerten Tiere für den Flug aufpäppeln,wie viele Maschinen allein von Frankfurt am Main nach Genua fliegen,wie die Schwalben von Italien aus mit eigener Kraft weiter nach Afrika ziehen,welche kritischen Reaktionen es 1974 auf die Rettungsaktion gibt.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Rolf J.A. Gogné (Vogelschützer und Mitinitiator der Schwalbenrettung 1974)Rolf J.A. Gogné: Ich flog mit den Schwalben. In: Wir und die Vögel, Heft 1/1975. S. 18Weiterführender Link:NABU: Als die Schwalben per Lufthansa reistenWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang MeyerRedaktion: Matti Hesse


