100 Songs - Geschichte wird gemacht

ORF
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Oct 8, 2025 • 20min

"Where Does My Heart Beat Now" - Celine Dion (Kanada, 1990)

Die englischsprachige Minderheit war über Jahrhunderte in der kanadischen Provinz Québec tonangegebend. Das änderte sich erst mit der sog. "Stillen Revolution", die in den 1960ern auch eine gesellschaftliche Öffnung brachte. Das Verhältnis von kandischem Staat und der Provinz Québec blieb aber zurüttet. Celine Dion, die berühmteste Musikerin der Provinz, wurde in diese Querelen hineingezogen, als sie etwa den accent über dem E aus ihrem Namen streichen ließ. Aus Céline wurde Celine. Oder etwa als die Sängerin, die vielen als unraffiniert galt, immer häufiger Songs auf Englisch einsang. Der Song "Where Does My Heart Beat Now" von 1990 bringt die Ambivalenz auf den Punkt - fünf Jahre bevor eine weitere Unabhängigkeitsabstimmung in Québec endgültig Klarheit bringen sollte.Diese Folge wurde in Ö1 am 9. 10. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:Playlist und Literaturliste zum Podcast
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Sep 29, 2025 • 19min

"Quimbara" - Celia Cruz (USA, 1974)

"Salsa existiert nicht", pflegte die Königin des Salsa selbst zu sagen. Sie würde nur kubaniche Musik spielen wie sie schon die kubanische Band Sonora Matancera gespielt hatte, also Guarachas, Boleros, und so weiter. Aber Celia Cruz wurde als Königin des Salsa bekannt. Und kubanische Musik wurde in New York transformiert. Dort lebten bereits hunderttausende Menschen aus Puerto Rico, denen ab 1959 - ausgelöst durch eine Linke Revolution - zehntausende Menschen aus Kuba folgten. Für sie war Salsa eine Verbindung zwischen der alten, vorindustriellen Heimat und der modernen, teils dystopischen Großstadt, wie auch ein Weg, um sich in ihrer karibischen Identität zu bestärken, für die sie in New York oft verspottet werden. Diese Folge wurde in Ö1 am 7. 10. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:Playlist und Literaturliste zum Podcast
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Sep 8, 2025 • 19min

"I Feel Love" - Donna Summer (Deutschland, 1977)

Im Sommer 1975, so war in einer berühmten New Yorker Disco-Kolumne zu lesen, habe man über kaum etwas so oft gesprochen wie über Donna Summers 17-minütiges "Love to Love You Baby" - ein Import aus dem fernen München. Die Stadt war im Zuge der Olympischen Spiele 1972 umfassend modernisiert worden. Donna Summer sang dort zunächst in Musicals, bevor sie im Studio des jungen Südtirolers Giovanni Giorgio Moroder aufnahm. Zwei Jahre später markierte "I Feel Love" (1977) einen Wendepunkt in der Geschichte der Popmusik: Der Song gilt als Geburtsstunde der elektronischen Tanzmusik. Summers sinnlicher Gesang traf auf ein Arrangement, das nahezu vollständig auf modularen Synthesizern basierte - eine radikale Abkehr vom üppigen, orchestralen Disco-Sound der Zeit. Diese Folge wurde in Ö1 am 8. 09. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:Playlist und Literaturliste zum Podcast
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Sep 8, 2025 • 20min

"Peremen! (Changes!)" - Kino (Sowjetunion, 1986)

"Peremen!" forderte Kino-Sänger Wiktor Zoi im Jahr 1986. In der Sowjetunion konnte das früher Gefängnis bedeuten. Doch Michail Gorbatschow hatte bei seinem Amtsantritt als Staatsoberhaupt der Sowjetunion Offenheit und Umbau (Glasnost und Perestroika) versprochen. Der Song "Peremen!" verband eingängige New-Wave-Gitarrenriffs mit minimalistischer Rhythmik. Der Refrain "Wir warten auf Veränderung!" wurde dabei zum kämpferischen Slogan einer jungen Generation. Der Song verbreitete sich über Mixtapes, wurde auf illegalen Konzerten gespielt und gelangte zuletzt auf die großen Bühnen der UdSSR - trotz der Skepsis der Behörden gegenüber der wachsenden westlich-geprägten Rockszene. Noch heute wird "Peremen!" bei Protesten in Russland oder Weißrussland gespielt.Diese Folge wurde in Ö1 am 9. 09. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:Playlist und Literaturliste zum Podcast
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Sep 8, 2025 • 20min

"Unfinished Sympathy" - Massive Attack (UK, 1991)

In den späten 1980ern mischten sich in der britischen Hafenstadt Bristol auf einzigartige Weise Reggae, Dub, Hip Hop mit Punk-Ethos, elektronischen Sounds, Samples und dem Handwerk einer erstklassigen Musikuniversität. Während der Rest des Landes auf eine Antwort auf amerikanischen Grunge wartete - der als Britpop bekannt werden sollte - entstand in der relativen Abgeschiedenheit von Bristol elektronische Musik, die für die Zeit nach dem Club gedacht war. 1991 - kurz nach Zusammenbruch des Ostblocks - formuliert der Song "Unfinished Sympathy" eine sehnsüchtige, opulente Offenheit - ohne klassischen Refrain, ohne klassische Bassfigur. Stattdessen schwillt ein Orchester an und ab, während eine soulige Frauenstimme von ihren Leiden erzählt. Diese Folge wurde in Ö1 am 10. 09. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:Playlist und Literaturliste zum Podcast
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Sep 8, 2025 • 20min

"Formation" - Beyoncé (USA, 2016)

"Formation" war der kämpferische Auftakt zu Beyoncés visuellem Album "Lemonade", das sich als komplexe Hommage an die Geschichte, Traumata, Spiritualität und Widerstandskraft schwarzer Amerikanerinnen und Amerikaner verstand. Das Video zu "Formation" wurde einen Tag vor dem 50. Super Bowl veröffentlicht.Diese Folge wurde in Ö1 am 11. 09. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:Playlist und Literaturliste zum Podcast
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Jun 2, 2025 • 20min

"Coimbra" - Amália Rodrigues (Portugal, 1952)

In Coimbra finden wir die zweitälteste Universität Europas, die von prächtigen Geschichten umgeben ist. Der Fado, verkörpert durch Amália Rodrigues, erzählt von mehr als nur Liebe – er reflektiert die Zumutungen des Lebens. Die besondere Fado-Tradition aus Coimbra setzt sich von der in Lissabon ab und wird von historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts geprägt. Amália wird zur kulturellen Botschafterin Portugals ernannt und bringt den Fado weltweit ins Gespräch, selbst in Zeiten von Zensur und politischer Unterdrückung.
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Jun 2, 2025 • 19min

"Sukiyaki" - Kyu Sakamoto (Japan, 1961)

Der Song 'Sukiyaki' ist der einzige japanische Hit, der in den USA Platz 1 erreichte. Er spiegelt die ambivalenten Gefühle eines Mannes wider, der trotz Traurigkeit weiterkämpft. Entstanden im Kontext der Anpo-Proteste, thematisiert der Text die politischen Unruhen der damaligen Zeit. Hunderttausende demonstrierten gegen die US-Militärpräsenz in Japan. Die Verbindung zwischen Musik und Protest wird beleuchtet, während der fröhlich klingende Song die Resilienz der Japaner nach dem Krieg verkörpert.
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Jun 2, 2025 • 20min

"Wonderwall" - Oasis (UK, 1995)

Die 90er Jahre brachten den Britpop hervor, ein kulturelles Phänomen, das den Wandel in Großbritannien begleitete. Oasis wird als die Band dieser Ära betrachtet, die mit ihrem Hit 'Wonderwall' eine Generation prägte. Die Rivalität zwischen Oasis und Blur wird beleuchtet, ebenso wie ihre Bedeutung für die Arbeiterklasse und nationale Identität. Zudem wird der Einfluss des Songs auf die Wahrnehmung von Frauen und die gesellschaftlichen Werte der Zeit reflektiert, was die Komplexität der Gallagher-Brüder anschaulich macht.
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Jun 2, 2025 • 20min

"Regenbogenfarben" - Kerstin Ott, Helene Fischer (Deutschland, 2018)

In dieser Folge geht es um die gesellschaftliche Akzeptanz von Gleichgeschlechtlichkeit in den letzten Jahren. Kerstin Ott erzählt von ihrem Lebensweg und dem Erfolg ihres Hits 'Regenbogenfarben', der zur Stimme der LGBTQ-Community wurde. Die tiefere Bedeutung von mentaler Gesundheit wird durch den Song 'Die Immerlacht' thematisiert. Zudem wird die Entwicklung der Rechte Homosexueller in Deutschland beleuchtet und der Einfluss von Schlager aufIdentität und kulturelle Normen diskutiert. Musik wird als Stimme der Toleranz betrachtet.

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