Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Jun 30, 2021 • 13min

Afghanistan: Die Bundeswehr zieht ab, die Furcht bleibt

Die Bundeswehr hat ihren Einsatz in Afghanistan beendet. Aber was wird aus den afghanischen Ortskräften, den Informanten und Übersetzern zum Beispiel? 20 Jahre lang waren deutsche Soldatinnen und Soldaten am Hindukusch stationiert. Nun sind die letzten von ihnen aus dem Lager in Masar-i-Scharif ausgeflogen worden. Aber was wird aus den afghanischen Ortskräften? Den Informanten und Übersetzern zum Beispiel, die der Bundeswehr jahrelang geholfen haben? Sie müssen jetzt um ihr Leben fürchten, sagt Außenpolitikredakteur Tobias Matern. Weitere Themen: Löw übernimmt Verantwortung, Corona-Neuinfektionen nehmen weltweit zu. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Lars Langenau Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über DFB.
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Jun 29, 2021 • 11min

Wie die Delta-Variante England und die EM trifft

Angesichts wieder rasant steigender Corona-Infektionszahlen im Vereinigten Königreich ist die Freude über ein spannendes Match zwischen England und Deutschland getrübt. Dabei verzeichnet Großbritannien mit einer Quote von fast 50 Prozent bei den Zweitimpfungen einen Spitzenwert. Für 99 Prozent aller Neuinfektionen ist dort die Delta-Variante verantwortlich. Die Spiele in London mit mehr als 40 000 Zuschauern gelten der britischen Regierung als Forschungsprojekt, sagt Michael Neudecker, SZ-Korrespondent für das Vereinigte Königreich und Irland. Doch trotz der hohen Neuinfektionen kommt es zu weniger schweren Verläufen. Allerdings sei durch die hohe Impfquote und die Rücknahme vieler Einschränkungen auch die Leichtsinnigkeit gestiegen. Treiber der Pandemie seien jetzt vor allem Jugendliche. Trotzdem werde die Regierung aber wohl an dem "Freedom Day" am 19. Juli festhalten, dem Tag, an dem fast alle Einschränkungen fallen sollen, meint Neudecker. Weitere Nachrichten: Weitere Lockerung von Corona-Regeln, Waffenstillstand in Äthiopien. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Guardian News und Sportschau.
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Jun 28, 2021 • 10min

Messerattacke in Würzburg: "Der Täter war stadtbekannt"

Freitag gegen 17 Uhr sticht ein Somalier in einem Kaufhaus mit einem langen Messer aus der Auslage auf die Verkäuferin und weitere Frauen ein. Er tötet dort drei Frauen und verletzt eine Elfjährige schwer. Dann greift er in der belebten Würzburger Innenstadt weitere, ihm offensichtlich völlig unbekannte Passanten an, verletzt sie zum Teil lebensgefährlich. Gestoppt wird er von mehreren Männern, die sich ihm mit Besen und Stühlen in den Weg stellen. Einer von ihnen ist selbst Asylbewerber. Dann streckt ein Polizist den Angreifer mit einem Schuss ins Bein nieder. Der Attentäter wird festgenommen. Der Täter ist 24 Jahre alt, kam 2015 aus Somalia, war nach der Ablehnung seines Asylantrags geduldet und lebte in einer Asylunterkunft vor Ort, sagt die SZ-Franken-Korrespondentin Clara Lipkowski. Er selbst habe islamistische Motive für seine Tat angegeben, doch womöglich ist er psychisch krank. So sei er erst kürzlich deshalb zwangsweise behandelt worden. Polizei und Dolmetscher würden derzeit aber noch sein Handy überprüft und angebliches Propagandamaterial sichten. Allerdings sei er oft auch barfuß durch die Stadt geirrt, sei stadtbekannt gewesen und durch sonderbares Verhalten aufgefallen. Die Stadt trauert, sagt Lipkowski. Aber besonders Oberbürgermeister Christian Schuchardt habe sehr besonnen reagiert, als er davor warnte, Geflüchtete nicht pauschal zu verurteilen und die schreckliche Tat eines Einzelnen nicht zu generalisieren. Weitere Nachrichten: Ausbreitung der Delta-Variante, Schwedens Regierungschef tritt zurück. Verabschiedungen aus Ihrer Heimat oder Wohnort bitte an podcast@sz.de Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb und Julia Stanton Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über dpa.
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Jun 25, 2021 • 13min

VdK-Präsidentin Bentele zur Pflege: "Jetzt muss gehandelt werden"

3,3 Millionen Pflegebedürftige werden in Deutschland zu Hause betreut. Der überwiegende Teil von Angehörigen, andere von Hunderttausenden Pflegekräften. Die stammen meist aus Osteuropa mit Verträgen oft von ausländischen Dienstleistern. Oft werden ihre Arbeitszeiten nicht eingehalten, viele sind ohne Urlaubsanspruch, geschweige denn haben sie eine Privatsphäre. Dabei sind sie systemrelevant in einem System, dass nicht nur die Gewerkschaft Verdi als rechtlich unhaltbar und als ausbeuterisch anprangert. Für diese häuslichen Pflegekräfte hat das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag ein Grundsatzurteil gefällt. Demnach haben sie einen Anspruch auf den vollen Mindestlohn, auch in Bereitschaftszeiten. "Die Pflege zu Hause ist mit dem Urteil noch einmal ein Stück schwieriger geworden", sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele im Gespräch mit der SZ. Es brauche dringend Standards auch für ausländische Pflegekräfte, die in Deutschland tätig seien. Es könne nicht angehen, dass manche Menschen dabei 24 Stunden und sieben Tage in der Woche arbeiten würden. In dem Zusammenhang übte sie scharfe Kritik an der Pflegereform von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Es warte auf die neue Bundesregierung deshalb eine riesige Aufgabe, die Interessen der Pflegebedürftigen und die der Pflegekräfte unter ein Dach zu bekommen. Auch wegen der explodierenden Kosten fordert Bentele für den größten deutschen Sozialverband eine "Pflege-Vollversicherung". Finanziert werden müsse die auch durch eine Zusammenlegung der privaten- und gesetzlichen Krankenkassen. Unterstützt werden könnte häusliche Pflege aber auch durch ambulante Pflegedienste und andere flexible Kurzzeitpflege. Weitere Nachrichten: Verletzte bei Anschlag auf deutsche Soldaten in Mali, EU-Gipfel kritisiert Ungarn. Post grundsätzlich und gern auch mit Verabschiedungen aus ihrer Heimat oder Wohnort bitte an podcast@sz.de Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über RTL/NTV und Tagesschau.
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Jun 24, 2021 • 13min

EU-Gipfel: Zurück zum Dialog mit Russland?

Am Donnerstag und Freitag treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Europäische Union. Auf der Agenda stehen einige Themen mit großem Konfliktpotenzial: Bei einem Abendessen soll es um das ungarische Anti-LGBTQ-Gesetz gehen. Auf dem Gipfel selbst um die Kooperation mit der Türkei und Russland. Und gerade beim letzten Punkt sorgt ein Vorschlag von Angela Merkel und Emmanuel Macron für Unruhe. Werden sich die Länder auf dem Gipfel also überhaupt auf etwas einigen können? Das erklärt in dieser Folge Matthias Kolb, SZ-Korrespondent in Brüssel. Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Antonia Franz Produktion: Benjamin Markthaler
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Jun 23, 2021 • 14min

Die Angst vor der Delta-Variante

Eigentlich steht Deutschland gerade im Kampf gegen das Coronavirus sehr gut da. Die Delta-Variante sorgt aber seit einigen Wochen für Verunsicherung und tritt im Wettrennen gegen unseren Impf-Fortschritt an. Zuerst hat sie sich in Indien verbreitet, später auch in Großbritannien. Dort liegt die Inzidenz aktuell wieder über 100 - und das obwohl viele Briten und Britinnen schon geimpft sind. Auch hier in Deutschland verbreitet sich die hochansteckende Delta-Variante immer weiter. Und als ob das nicht genug wäre, hat die Variante jetzt eine weitere Mutation entwickelt: Delta Plus. Indien stuft diese neu nachgewiesene Virusvariante als “besorgniserregend” ein. Christina Berndt aus der SZ-Wissensredaktion sagt im Podcast, dass wir bei Delta "stark aufpassen müssen", gerade weil man nach der ersten Impfung noch nicht "gut geschützt" sei. Trotzdem hätten wir hier in Deutschland den Vorteil, dass wir im Kampf gegen die Variante eine "bessere Ausgangslage" hätten als etwa Großbritannien: "Wir starten später mit Delta, wir starten auf einem niedrigeren Level, und wir sind vorgewarnt." Weitere Themen: EU will gegen Ungarn vorgehen, Zwischenfall vor der Krim. Redaktion, Moderation: Antonia Franz Redaktion: Magdalena Pulz Produktion: Justin Patchett
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Jun 22, 2021 • 14min

Zwischen Delta und Regenbogen: Uefa im Zwielicht

Die Uefa wird kritisiert: wegen voller Stadien, Zuschauern, die keine Maske tragen und ihrer Absage an eine in Regenbogenfarben leuchtende Arena. Während der Europameisterschaft wird nicht allein über Fußball gesprochen. Der Europäische Fußballverband Uefa steht seit Beginn des Turniers in der Schusslinie. Zum Beispiel, weil einige Spiele in London stattfinden, wo die Delta-Variante des Virus um sich greift. Jetzt hat der Verband verboten, dass das Münchner Stadion als Symbol für Solidarität mit Lesben und Schwulen beim Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchtet. Die Uefa macht gerade keine glückliche Figur, kommentiert Claudio Catuogno. Der SZ-Sport-Chef sagt, privat hätte er sich sehr über dieses Symbol gefreut. Der Uefa blieb aber kaum eine andere Wahl als ihr Veto. Weitere Themen: Wirecard-Untersuchungsausschuss legt Bericht vor, Verschwörungsmythen in Deutschland verbreitet. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über dpa und YouTube-Kanal des DFB.
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Jun 21, 2021 • 12min

Wechselunterricht bis Weihnachten?

Die Corona-Lage scheint im Griff zu sein. Dennoch spricht Jens Spahn von Wechselunterricht bis Winter in den Schulen. Wieso gerade jetzt? Gesundheitsminister Jens Spahn sagt, dass er im Herbst weiterhin mit Maskenpflicht und Wechselunterricht für Schülerinnen und Schüler rechne. Viele Eltern können aber schon jetzt nicht mehr. Dazu kommen Studien, die dem Distanzunterricht ein verheerendes Zeugnis ausstellen. Die SZ-Hauptstadtkorrespondentin Henrike Roßbach verzweifelt fast, wenn sie über die Schulpolitik der vergangenen Monate spricht. Noch immer sind nicht genügend Luftfilter da. In Wahrheit haben Schulen und Kinder nie höchste Priorität in der Krisenbewältigung gehabt, sagt sie. Weitere Themen: Union stellt Wahlprogramm vor, Raisi erteilt USA eine Absage. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Evangelische Akademie Tutzing.
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Jun 18, 2021 • 14min

Jetzt noch mehr öffnen? Ein Pro & Contra der SZ

Die Inzidenz sinkt, die Hälfte der Deutschen ist mindestens einmal geimpft, Gefahr lauert dennoch. Wie viel Freiheit ist nun drin? Die Hälfte der Deutschen hat jetzt mindestens eine Impfung erhalten, die Zahl der Neuinfektionen nimmt stetig ab, gleichzeitig aber lauert eine Gefahr: die Delta-Variante des Virus. Die hat schon in Großbritannien die Inzidenz wieder steigen lassen. Sind da weitere Öffnungen möglich? Zwei SZ-Redakteurinnen sind sich da uneins: Angelika Slavik aus dem Berliner Hauptstadtbüro meint ja, sonst würde die Akzeptanz für die Maßnahmen, vor allem bei den Jüngeren, abnehmen. Wissenschaftsredakteurin Christina Berndt ist da vorsichtiger. Sie befürchtet, dass jetzt viele Erfolge verspielt werden könnten. Weitere Themen: RKI nimmt Risikogebiete von der Liste, Audi verabschiedet sich vom Verbrenner. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Lars Langenau Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz.
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Jun 17, 2021 • 12min

Biden und Putin: Was das Treffen gebracht hat

Biden und Putin sprechen in Genf. Auch wenn nicht viel Substantielles herauskam, macht das Treffen Mut auf eine Normalisierung der Beziehungen. Was haben sich Joe Biden und Wladimir Putin in den vergangenen Wochen nicht alles an den Kopf geworfen: Biden bezeichnete Putin als "Killer". Putin wiederum sagte, Bidens Aussage sei Teil des in Hollywood üblichen "Machogehabes". Der russische Präsident sah die Beziehungen der beiden Länder an einem Tiefpunkt angekommen. Am Mittwoch treffen sich die beiden Staatschefs dann zum ersten Mal während der Amtszeit Joe Bidens. Und das in einer Villa in Genf, der selbsternannten "Stadt des Friedens". Viel Substanzielles kommt bei dem Treffen nicht heraus, aber sowohl Biden als auch Putin loben die konstruktiven Gespräche. Und auch SZ-Außenpolitikredakteur Paul-Anton Krüger findet, dass das Treffen ein Schritt Richtung einer Normalisierung der Beziehungen war. Weitere Themen: Spahn verteidigt Vorgehen bei Masken-Beschaffung, Bundesregierung gelassen in Bezug auf Delta-Variante. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über AP und Reuters.

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