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Süddeutsche Zeitung
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Sep 22, 2022 • 12min
Was die Übernahme von Uniper durch den Staat bedeutet
Es ist die größte Verstaatlichung in der Geschichte der Bundesrepublik: Der Bund übernimmt den Gaszulieferer Uniper. Das hat das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwochmorgen bestätigt. Das Unternehmen hatte bisher vor allem günstiges russisches Gas eingekauft und muss nach dem Lieferstopp nun von anderer Stelle teureres Gas beziehen. Darum macht es aktuell täglich mehrere Millionen Euro Verlust.
Uniper stellt 40 Prozent des Gases, das in Deutschland verbraucht wird. Deshalb hatte der Bund schon im Juli mit einem ersten Rettungspaket ausgeholfen. Jetzt übernimmt er für eine halbe Milliarde Euro die Anteile des finnischen Großaktionärs Fortum, der bisher Mehrheitsaktionär bei Uniper war. Außerdem zahlt er noch einmal acht Milliarden Euro, um das Eigenkapital des Unternehmens zu erhöhen.
Wirtschaftsminister Robert Habeck hat am Mittwoch auch bestätigt, dass die umstrittene Gasumlage weiterhin kommt. Die Ampel-Koalition hatte sie beschlossen, um Energieunternehmen wie Uniper in der Krise zu stützen. Aber darum gibt es jetzt, nach der Uniper-Übernahme, neuen Streit.
“Habeck argumentiert, dass die Gasverbraucher dann mit ihrem Geld einen Staatskonzern unterstützen und hat darum verfassungsrechtliche Bedenken”, sagt SZ-Energieexperte Michael Bauchmüller. Habeck wolle die Umlage vermutlich auch gerne “abschütteln”, so Bauchmüller weiter. Denn die höheren Gaspreise für die Verbraucher und Verbraucherinnen würden immer mit ihm in Verbindung gebracht. Finanzminister Lindner wolle aber unbedingt vermeiden, dass die Umlage gekippt wird. Denn die dann entstehende Lücke müsste mit Geld aus dem Staatshaushalt gestopft werden.
Weitere Nachrichten: EU plant weitere Saktionen gegen Russland, Donald Trump wegen Finanzbetrugs angeklagt
Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter
Redaktion:: Tami Holderried
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über dpa

Sep 21, 2022 • 14min
Mehr Soldaten, Scheinreferenden: Der Ukraine-Krieg tritt in eine neue, gefährliche Phase
Am Dienstag hat Moskau angekündigt, dass noch diese Woche in den russisch-besetzten Gebieten im Osten der Ukraine Referenden über den Anschluss an Russland abgehalten werden. Dann steht einer Annexion der ukrainischen Gebiete um Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja an die russische Föderation nichts mehr im Weg. Der Westen hat diese Scheinreferenden einhellig verurteilt. Am Mittwoch dann hat Russlands Präsident Wladimir Putin außerdem die sofortige Teilmobilmachung von 300 000 Reservisten angeordnet.
Moskau habe enorme Schwierigkeiten, die Verluste von Zehntausenden Soldaten auszugleichen, sagt Osteuropa-Korrespondent Florian Hassel am Telefon in Charkiw. Deshalb komme die russische Teilmobilisierung auch "unabhängig von den jüngsten ukrainischen Erfolgen". Da aber auch Zehntausende ukrainische Soldaten in den vergangenen sieben Monaten des Krieges gestorben oder verletzt worden seien, sei es gerade schwer einzuschätzen, ob es überhaupt in Kürze zu einer neuen ukrainischen Offensive kommen könne. Jedenfalls werde die Angliederung der besetzten ukrainischen Ostgebiete an die Russische Föderation die Situation nochmals eskalieren. Denn: "Jeder Angriff auf diese Gebiete könnte als Angriff auf Russland angesehen werden.” Und Putin könne im Zweifel Atomwaffen einsetzen.
Zur Rückeroberung dieser russisch-besetzten Gebiete seien dann neue westliche Waffen nötig, deren Reichweite aber auch theoretisch auf bisheriges russisches Territorium reichen würde. Würden diese Waffen andererseits nicht geliefert, könnte die russische Armee weiterhin "straflos", also ohne ernsthafte ukrainische Möglichkeiten zur Gegenwehr, ukrainisches Gebiet beschießen. Letztendlich würde US-Präsident Joe Biden über den weiteren Kriegsverlauf entscheiden, meint Hassel.
Weitere Nachrichten: Razzia gegen Oligarchen, Gasimporteur Uniper wird verstaatlicht.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderied
Produktion: Imanuel Pedersen
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Sep 20, 2022 • 13min
Jahrhundertflut in Pakistan: Viel zu wenig internationale Hilfe
Der Monsunregen in Pakistan war in diesem Jahr besonders stark: Im August ist dreimal mehr Regen gefallen als in den Jahren zuvor. Die Wassermassen haben die schlimmste Flutkatastrophe ausgelöst, die in dem südasiatischen Land jemals aufgezeichnet wurde. UN-Generalsekretär Antonio Guterres, der vergangene Woche in Pakistan war, hat diese Flut als “Klima-Massaker” bezeichnet – und damit den Zusammenhang der Katastrophe mit dem Klimawandel benannt.
Der finanzielle Schaden im Land wird aktuell auf 30 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut offiziellen Angaben sind 33 Millionen Menschen betroffen und über 1500 sind gestorben. Viele haben ihre Existenzgrundlage verloren. Weil auch sauberes Wasser knapp ist und sanitäre Anlagen fehlen, breiten sich nun zusätzlich Krankheiten aus, vor allem das Dengue-Fieber sowie Durchfall- und Hautkrankheiten.
“Die Lage ist weiterhin dramatisch”, sagt Isabel Bogorinsky, Leiterin der Welthungerhilfe in Islamabad. “Da, wo vorher Dörfer waren, sind jetzt keine mehr – da ist einfach nur Wasser.” Immerhin seien die meisten Gebiete inzwischen für Hilfslieferungen erreichbar. Die Menschen müssten jetzt mit dem Nötigsten versorgt werden: mit sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Zelten, Hygieneartikeln, Medizin und Futter für die Tiere.
Schon im August hatte die UN zu verstärkter internationaler Hilfe aufgerufen. Die läuft aber nur schleppend an. “Ich glaube, das hat vor allem damit zu tun, dass es weltweit so viele Katastrophen und Problemlagen gibt. Da hat Pakistan vielleicht nicht die größte Priorität”, so Bogorinsky.
Weitere Nachrichten: Separatistengebieten stimmen über Beitritt zu Russland ab, deutsche Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen EU-Recht
Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter
Redaktion:: Tami Holderried
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über Twitter / @antonioguterres

Sep 19, 2022 • 13min
Begräbnis der Queen: Warum nicht überall getrauert wird
An diesem Montag wird Queen Elizabeth II. beigesetzt. Eine riesige Trauerfeier in London, hohe Gäste aus aller Welt, hunderttausende Menschen. Dabei gibt es auch viel Kritik an der Queen – besonders aus den ehemaligen britischen Kolonien. Und in vielen Staaten des sogenannten Commonwealth werden Forderungen laut, die Monarchie abzuschaffen. Was passiert also nach dem Tod der Queen mit diesem Verbund?
SZ-Redakteur Arne Perras sagt: “Die Queen war eigentlich das wichtigste Element oder das wichtigste Band des Commonwealth.” Jetzt, wo Elizabeth II. gestorben sei, könne man damit rechnen, dass noch mehr Länder des Commonwealth die Monarchie abschaffen wollen. Charles könne den Staatenbund nur erhalten, so Perras, wenn er das Commonwealth neu erfinde – und neue Akzente wie zum Beispiel Klimaschutz setze.
Dabei haben viele Staaten sowieso schon lange ein ambivalentes Verhältnis zur Queen: Das liege an der kolonialen Geschichte und an der Rolle, die Großbritannien als Weltreich in vielen Gegenden gespielt hat. “Es gibt Menschen, die sagen: Ich kann nicht trauern um die Queen, weil ich ihre Person nicht trennen kann von dem Leid und dem Schmerz, den wir durch die koloniale Zeit erfahren haben”, so Perras.
Weitere Nachrichten: AKW im Süden der Ukraine offenbar angegriffen, Biden verspricht Unterstützung für Taiwan
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über BBC News

Sep 16, 2022 • 13min
Oktoberfest: Kollateralschäden des Bierkonsums
Es geht wieder los: Nach zwei Jahren Pandemie-Pause startet am Samstag in München das Oktoberfest. Und bei der Wiesn – wie man das größte Volksfest der Welt in Bayern nennt – geht es vor allem: ums Bier. Beim letzten Mal, 2019, wurden auf der Wiesn 7,3 Millionen Maß Bier getrunken.
Alkohol gilt hierzulande immer noch eher als Kulturgut denn als gefährliche Droge. Dabei gibt es laut jüngstem Drogenbericht der Bundesregierung in Deutschland rund 1,8 Millionen Alkoholabhängige. Etwa 74 000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Alkoholkonsums, auch, weil viele Verkehrsunfälle durch Trunkenheit am Steuer verursacht werden. Jeder und jede Deutsche trinkt durchschnittlich mehr als zehn Liter reinen Alkohol pro Jahr.
Während sich in diesem Jahr die meisten Wiesn-Besucher und -Besucherinnen vor allem Sorgen wegen Corona im Bierzelt machen, haben wir uns gefragt: Was bedeutet es eigentlich, wenn sich Tausende mit Ansage betrinken? Wie viel Alkohol ist in Ordnung – und ab wann wird es gefährlich?
Der Münchner Toxikologe und Arzt Florian Eyer von der TU München bestätigt, dass während der Wiesn in den Münchner Kliniken vermehrt Menschen mit akuten Alkoholvergiftungen eingeliefert werden. Einen einmaligen Rausch stecke der Körper zwar relativ gut weg. Gefährlich sei er aber trotzdem: "Die Koordination ist stark eingeschränkt, Sie können stürzen oder einen Unfall haben. Und Menschen, die durch Alkohol aggressiv werden, sind gefährdet, in Schlägereien zu geraten oder andere Straftaten zu begehen."
Generell werde die Gefahr von Alkohol unterschätzt, so Eyer, denn er sei "letztendlich ein Gift". "Der Alkoholkonsum trägt immens zur Krankheitslast und zu gesellschaftspolitischen Problemen bei. Wir haben viele Patienten, die Alkoholmissbrauch betreiben, und damit nicht nur ihren Körper schädigen, sondern auch ihr soziales Umfeld." Er selbst, sagt Eyer, trinke auf der Wiesn maximal zwei Maß – und empfiehlt, dazu immer ausreichend Wasser zu trinken.
Link zum Text über die Infektionsgefahr auf dem Oktoberfest finden Sie hier. Alles weitere zu Wiesn hier.
Weitere Nachrichten: Massengrab in der Ukraine entdeckt, Rosneft Deutschland unter Treuhandverwaltung.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Nadja Schlüter, Tami Holderried
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial aus Bierzelten

Sep 15, 2022 • 10min
Stadtwerke: Womit Strom- und Gaskunden rechnen müssen
Angesichts extrem gestiegener Energiepreise machen sich viele Menschen Sorgen, wie teuer Strom und Gas für sie wird. Und ob sie die Rechnungen der Stromversorger künftig noch bezahlen können. Denn für auch für sie hat sich der Einkauf stark verteuert. Große Gasimporteure wie Uniper oder die Leipziger VNG müssen bereits mit staatlichen Milliarden gestützt werden.
Kurzfristig seien noch keine hohen Rechnungen zu erwarten, sagt Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München. Aber wie auch Verbraucherschützer bereits warnten, müssten Privathaushalte in naher Zukunft "etwa mit einer Verdreifachung der Energiepreise rechnen". "Diese Prognose ist leider nach wie vor sehr plausibel", bekräftigt Bieberbach. Speziell in München gebe es einen Unterstützungsfonds in Höhe von derzeit 20 Millionen Euro für Haushalte, die "wirklich in wirtschaftlicher Not" seien. Ergänzend dazu gebe es "diverse Maßnahmen seitens des Bundes, die auch noch aufgestockt werden sollen".
"Die Leute machen sich Sorgen, ob noch Gas ist, ob noch Strom kommt. Aber sie sind nicht wütend. Sie verstehen gut, woher die hohen Preise kommen und möchten insbesondere wissen, wie sie vorsorgen können durch Anpassung der Abschläge, durch Energieeinsparung oder ähnliches, ergänzt Bieberbach. Auch er könne nicht ausschließen, dass "Stadtwerke in Deutschland insolvent gehen". Die Stadtwerke München aber seien "momentan noch finanziell stabil".
Weitere Nachrichten: Weitere Waffen für die Ukraine, Regierungswechsel in Schweden.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über DLF

Sep 14, 2022 • 12min
Bergkarabach: Krieg in Russlands Hinterhof
Seit Montag schießen Soldaten der Ex-Sowjetrepubliken und Nachbarländer Armenien und Aserbaidschan wieder aufeinander. Abermals geht es um Bergkarabach, eine Gebirgsregion im Südkaukasus. Nach dem Zerfall der UdSSR vor 30 Jahren war das Gebiet an das muslimische Aserbaidschan gefallen. In Bergkarabach aber wohnen überwiegend Armenier, deshalb erhebt das christlich geprägte Armenien ebenfalls Anspruch auf das Gebiet. Vor zwei Jahren gab es den letzten Krieg, jetzt melden beide Seiten abermals Dutzende tote Soldaten.
Der Krieg im Herbst 2020 habe das Problem nicht endgültig gelöst, sagt Istanbul-Korrespondent Tomas Avenarius. Aus Aserbaidschans Sicht sei nur ein Teil von Bergkarabach zurückerobert worden. An einer Ausweitung des Konflikts in einen Krieg können deshalb im Moment nur Baku und seine Garantiemacht Türkei haben. Russland, die Schutzmacht Eriwans, aber habe in der Ukraine so große Probleme, "dass es sich dem Kaukasus kaum widmen kann". Viele ehemaligen Sowjet-Republiken hätten sich immer weiter von Moskau entfernt, sagt Avenarius weiter. Ankara betrachte den Südkaukasus als sein Einflussgebiet, während Moskau den gesamten Kaukasus als russischen Hinterhof sehe. Aserbaidschan sei eine "Rohstoff-Großmacht" und im Gegensatz zu Armenien ein sehr wohlhabendes Land. "Aserbaidschan ist ein wichtiger Exporteur und ein wichtiges Pipeline-Land. Wichtig nicht nur für Russland, sondern auch für die Türkei."
Es sei "eine hochexplosive Region" mit brutalen Konflikten. Das würde sich auch weiter östlich in Zentralasien an den aktuellen Schusswechseln an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgisistan zeigen. Dort habe sich der "afghanische Bürgerkrieg" in Teilen auf Nachbarländer ausgedehnt. "Diese ganze Region ist komplett instabil, besonders seit sich der Westen zurückgezogen hat." Auch dort könne Moskau wegen des Ukraine-Kriegs "seinen Aufgaben als Stabilitätsfaktor nicht mehr nachkommen". Avenarius fügt hinzu: "Der abgegriffene Begriff vom Pulverfass, der passt leider."
Unseren älteren Podcast über den historischen Konflikt finden Sie hier.
Weitere Nachrichten: Von der Leyens will EU-Bürger mit Übergewinnen entlasten, Kabinett beschließt Bürgergeld.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Immanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über die EU-Kommission

Sep 13, 2022 • 12min
Neues Schuljahr: Wenige Lehrer, viele Probleme
Lehrerinnen und Lehrer in ganz Deutschland sind frustriert. Zu wenig Lehrkräfte, zu viel Arbeit und Verwaltungsaufgaben und keine Aussicht auf Besserung, auch nicht nach zwei Jahren Corona-Notbetrieb. In Bayern sind die Grund-, Mittel- und Förderschulen die, an denen besonders viele Lehrkräfte fehlen sollen. Das zumindest will der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband erhoben haben. Das Kulturministerium sagt, die Unterrichtsversorgung sei gesichert. Wer hat recht und wie könnte man das Problem lösen? Darüber spricht in dieser Folge Paul Munzinger, SZ-Bildungsexperte.
Weitere Nachrichten: Strompreisbremse für Unternehmen, Urteil Tankstellenmord
Unseren China-Podcast "The great Firewall" finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Jakob Arnu
_Zusätzliches Audiomaterial über _ BR, Bayerisches Kultusministerium

Sep 12, 2022 • 12min
Deutsche Kampfpanzer für die Ukraine?
Am Wochenende hat die russische Armee zumindest eine schwere taktische Niederlage in der Ukraine erleben müssen. Nach eigenen Angaben hat die ukrainische Armee seit Anfang September mehr als 3000 Quadratkilometer zurückerobert. Durch den Erfolg der ukrainischen Armee lebt die Debatte um die deutschen Waffenlieferungen wieder auf. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij fordert weiter eine stärkere Bewaffnung, dann "könnten wir auch die Befreiung schneller vorantreiben". Insgesamt aber wächst die Skepsis in der deutschen Bevölkerung.
Es geht dabei vor allem um die Lieferungen der Kampfpanzer Leopard 1 und 2 sowie um Marder-Schützenpanzer, sagt SZ-Sicherheitsexperte Paul-Anton Krüger aus dem Berliner Parlamentsbüro. Der russische Präsident Wladimir Putin habe dafür gesorgt, dass kaum noch Gas nach Deutschland kommt. Eine weitere große Befürchtung sei der möglicher Einsatz taktischer Nuklearwaffen. Er aber glaube, sagt Krüger, dieses immer wieder beschworene Risiko, sei "genau die Taktik, mit der Putin psychologisch" arbeite. "Der militärische Nutzen eines solchen Schlages wäre gering. Das wissen seine Leute auch und er würde natürlich Russland dauerhaft zu einer Paria machen." Er wisse dann nicht, wie Russland jemals "in irgendeiner Form in das internationale System zurückkehren könnte".
Weitere Nachrichten: Deutschland steht vor einer Rezession, geologische Gründe für Schweizer Atommüll-Endlager.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen, Nadja Schlüter
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters

Sep 9, 2022 • 13min
Die Queen ist tot, wie lange überlebt die Monarchie?
Seit Donnerstagabend läuft das Leben der Queen weltweit in den Medien rauf und runter. So lange wie niemand vor ihr hat sie ihrem Land gedient. Man sieht die Queen in jedem Alter, ihre Krönung, wie sie wichtige Menschen aus aller Welt trifft. Darunter natürlich auch die allein 15 britischen Premierminister, die sie erlebt hat, angefangen von Winston Churchill über Margaret Thatcher bis zu Liz Truss, die die Queen nur zwei Tage vor ihrem Tod noch ernannt hat. Die Queen mit ihren Kindern, Enkeln, Urenkeln. Auch mal beim Jagen und mit ihren Hunden – und vor allem natürlich beim Repräsentieren vor ihrem Volk.
70 Jahre hat die Queen ihre Nation zusammengehalten. Mal besser, mal schlechter. Was bedeutet der Wechsel auf dem Thron für das Vereinigte Königreich? Das erklärt in dieser Folge Stefan Kornelius, Leiter des SZ-Politikressorts.
Weitere Nachrichten: Staatshilfe für VNG, NDR-Frau Rossbach lässt Tätigkeit ruhen
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Nadja Schlüter
_Zusätzliches Audiomaterial über _ BBC


