Der Pudel und der Kern - Philosophie to go

Dr. Albert Kitzler und Jan Liepold
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Oct 17, 2023 • 34min

#70 Scheitern. Wie wir an Misserfolgen wachsen.

„Wer Großes versucht, ist bewundernswert, auch wenn er fällt.“ (Seneca) Viel zu oft hält die Angst vor dem Scheitern uns davon ab, lang gehegte Träume in die Realität umzusetzen: den Traummann ansprechen, die eigene Geschäftsidee verwirklichen, ein Buch schreiben – das wäre toll. Doch was passiert, wenn wir scheitern? Viele Menschen quält das Gefühl, nur für Erfolge geliebt und für ihre Niederlagen verurteilt zu werden. Wie können wir ein neues, positiveres Verhältnis zum Scheitern entwickeln und damit Frustrationstoleranz aufbauen? Schließlich gelingt es nicht jedem, sich nach einem epischen Fail wieder aufzuraffen. Häufig leidet das Selbstwertgefühl massiv an der gescheiterten Ehe oder zerplatzten Karriereträumen. Die Angst vor dem Versagen wird mit jeder empfundenen Niederlage noch größer. Aber sollten wir Misserfolge nicht vielmehr als eine Chance sehen, Neues zu entdecken, uns besser kennenzulernen und weiterzuentwickeln? Welche Empfehlungen geben antike Resilienz-Experten wie die Stoiker den Scheiternden? Diese Fragen sowie den Umgang mit eigenen Niederlagen diskutieren Albert und Jan im neuen Pudelkern-Pod und erklären, warum Stehauf-Frauen und -Männer meist nicht lange grübeln. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Aischylos, Seneca, Sokrates, Demokrit, Epiktet, Konfuzius, Viktor Frankl Weiterführende Links: Zeit Online-Artikel „Die Kunst des Scheiterns“. Deutschlandfunk Essay „Scheitern“ von Martin Winkelheide. Spektrum der Wissenschaft-Artikel „Richtig scheitern: Aufstehen, Krone richten, weitergehen“.
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Oct 10, 2023 • 1h 2min

#69 Achtsamkeit. Interview mit der Expertin für Gerontologie und Meditation Dr. Marie-Paule Theisen.

„Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen zu surfen.“ (Jon Kabat-Zinn) In dieser Interviewfolge von „Der Pudel und der Kern“ unterhalten sich Albert und Jan mit Dr. Marie-Paule Theisen über die grundlegende Haltung der Achtsamkeit. Die Luxemburgerin begann im Alter von 66 Jahren, während sie noch als Grundschullehrerin gearbeitet hat, ein Studium der Gerontologie, der Wissenschaft vom Prozess des Alterns. Nach dessen Abschluss promovierte sie als 75-jährige zum Thema „Achtsamkeit und Glück im Alter“. Heute, mit 81, ist sie als Dozentin an der Universität in Luxemburg tätig und hat gerade ihre zweite Promotion gestartet. Zudem gibt sie ihr Wissen zu der von Jon Kabat-Zinn entwickelten Meditationstechnik der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR) an Interessierte weiter. Marie-Paule beeindruckt in dem intensiven Gespräch mit ihrem Engagement für ihre Mitmenschen, mit ihrer Haltung des lebenslangen Lernens und ihrer Überzeugung, dass achtsames und bewusstes Leben von Augenblick zu Augenblick das Gefühl der Stressfreiheit und des Glücks nachhaltig steigert. Oder mit Buddhas Worten: „Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich-sein ist der Weg." Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Aristippos, Seneca, Sokrates, Buddha, Rumi, Viktor Frankl, Jon Kabat-Zinn Weiterführende Links: Spektrum der Wissenschaft-Artikel „Meditation und Gehirn: Chill mal mehr!“. Die Zeit-Artikel zu Studienergebnissen bzgl. der Wirksamkeit und der Grenzen von Achtsamkeit und Meditation. Promotion von Marie-Paule an der Universität von Luxemburg zum Thema „Achtsamkeit als Determinante von Glück im Alter“ TV-Portrait über Marie-Paule Theisen des Saarländischen Rundfunks (SR) ab Minute 5.49
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Oct 3, 2023 • 32min

#68 Glück. Was empfehlen die antiken Philosophen.

„Vor allem, mein Lucilius, empfehle ich Dir: lerne dich freuen.“ (Seneca) Glück und Unglück liegen in der eigenen Seele. Wie immer die äußeren Umstände sind, wir können das Beste daraus machen. Je mehr uns das gelingt, umso zufriedener sind wir mit unserem Leben. Häufig sind unsere Lebensfreude und unser Glücksempfinden getrübt von Sorgen, inneren Konflikten, Ängsten, Ratlosigkeit, Enttäuschungen, Sinnzweifeln und unerfüllten Sehnsüchten. Dabei sind die zeitlosen Erkenntnisse der praktischen Philosophie eine wertvolle Ressource, um solche Belastungen im Umgang mit sich selbst, mit anderen und der Welt abzubauen. Doch was ist Glück und was muss ich tun, wenn ich glücklich leben möchte? Wie kann ich angesichts der großen Probleme der Welt ein gelingendes Leben führen? Wie hängt die Suche nach Glück und Zufriedenheit mit den zentralen Themen der antiken Philosophie zusammen, und welche Empfehlungen oder gar Lösungen bieten uns vermeintlich glückliche Vordenker wie Seneca, Buddha oder Viktor Frankl? Diese Fragen besprechen Albert und Jan in der neuen Folge von „Der Pudel und der Kern“, natürlich ohne den Anspruch auf ein Patentrezept oder sicheres Glücksversprechen. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Aristoteles, Seneca, Sokrates, I Ging, Buddha, Viktor Frankl Weiterführende Links: Psychologie heute-Artikel „Was mich glücklich macht“. Zeit Magazin-Interview mit dem Historiker Frank Trentmann zum Einfluss von Konsum auf Glück. Vier philosophische Antworten des Philosophie Magazins auf die Frage „Wie wichtig ist Glück?“
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Sep 26, 2023 • 33min

#67 Alleinsein. Einsamkeit genießen, statt nur zu ertragen.

„Einsamkeit ist ein Ort der Reinigung.“ (Martin Buber) Aristoteles, Seneca und Hartmut Rosa sind sich einig, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, das von Gemeinschaft, Miteinander und Resonanz lebt. Trotzdem – auch hier sind sich antike Philosophen und zeitgenössische Psychologen einig – brauchen wir Phasen der Ruhe und des Rückzugs, um wieder in unsere Mitte zu finden. Schließlich ist auch das Alleinsein eine existenzielle Grundbedingung des Lebens. Und eine elementare Freiheitserfahrung, die man sich auch und gerade in einer Beziehung hin und wieder gönnen sollte. In der richtigen Dosis genossen, kann Alleinsein sogar ein wichtiger Teil der Selbstfürsorge sein. Gleichzeitig macht das Für-sich-sein vielen Angst und hat häufig den Beigeschmack von Einsamkeit, Langeweile und Isolation. Ist das ein Zeichen für mangelnde Selbstgenügsamkeit? Wie finde ich den richtigen Rhythmus zwischen der intensiven Verbindung mit anderen Menschen und dem gezielten Rückzug als Triebfeder für Kreativität, Reflexion und Veränderung? Müssen wir dafür den Umgang mit uns selbst wieder neu lernen? Wie finden wir das richtige Maß für Zurückgezogenheit? Um diese Fragen geht es in dem philosophischen Gespräch zwischen Albert und Jan in der neuen Folge von „Der Pudel und der Kern“. Eine Quintessenz ihrer Diskussion: Zu der Erkenntnis, wer wir sind und wie wir sein wollen, kommen wir am besten allein. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Aristoteles, Seneca, Bhagavad Gita, Martin Buber, Hartmut Rosa Weiterführende Links: Psychologie heute-Artikel „Alleinsein kann wunderbar sein“ zu den psychologischen Effekten des Alleinseins. „Alleinsein als Chance“: Artikel Spektrum der Wissenschaft von Raphael Rauh zu den positiven Effekten des Für-sich-seins. Zeit-Autorengespräch mit Daniel Schreiber zu seinem Buch „Allein“.
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Sep 19, 2023 • 29min

#66 Geduld. Gelassen abwarten und Tee trinken.

„Ungeduld und Stolz gehören zu den Haupthindernissen auf dem Pfad.“ (Dalai Lama) Warten stresst uns. Zumal in Zeiten medialer und digitaler Beschleunigung. Wir erwarten unverzügliche Antworten auf E-Mails und darin geäußerte Fragen. Je mehr uns eine Entscheidung betrifft, desto eher wollen wir wissen, woran wir sind. Dabei liegt in der Geduld eine enorme Kraft. Schließlich begünstigen kreativen Pausen gute Lösungen. Dagegen verschlechtert sich das Ergebnis fast immer, wenn wir unter Zeitdruck und Stress denken oder entscheiden müssen. Warum sind Postfilialen der ideale Ort, um unsere Fähigkeit zur Geduld und Akzeptanz gezielt zu trainieren? Wie schaffen wir es, langsamer zu gehen, wenn wir es eilig haben? Wodurch können wir der Ungeduldsfalle entkommen und durch Ruhe und Gelassenheit klügere Entscheidungen treffen? Wie können wir erkennen, ob wir besser abwarten sollten oder ob der perfekte Moment zum Handeln gekommen ist? Über diese Fragen philosophieren Albert und Jan im aktuellen Pudelkern-Pod und erklären, warum die antiken Philosophen die Geduld für eine der wichtigsten Tugenden auf dem Weg zum gelingenden Leben hielten. Oder wie Konfuzius sagt: „Wer in kleinen Dingen nicht geduldig ist, bringt die großen Vorhaben damit zum Scheitern.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Buch Kohelet, Aristoteles, I Ging, Konfuzius, Thích Nhất Hạnh Weiterführende Links: Spektrum der Wissenschaft-Kolumne des Journalisten Heiko Ernst mit möglichen Übungen zum Erlernen von Geduld und Gelassenheit. Getabstract-Artikel zum Buch „Die Entdeckung der Geduld – Ausdauer schlägt Talent“ des Ökonomen Matthias Sutter. Buch des Soziologen Hartmut Rosa zur rasanten Beschleunigung unseres sozialen Lebens und möglicher Reaktionen darauf. Youtube-Video zum Song „Turn, turn, turn“ von Judy Collins und Pete Seeger, dessen Text den alttestamentlichen Bibeltext aus dem Buch Kohelet (Kapitel 3, Verse 1–8) adaptiert, den Albert im Podcast zitiert.
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Sep 12, 2023 • 33min

#65 Verzeihen. Milde und Größe zeigen statt Rache nehmen.

Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.“ (Mahatma Gandhi) Wie können wir angemessen reagieren auf die großen und kleinen Fehler unseres Umfelds, wie umgehen mit seelischen Verletzungen und Belastungen? Philosoph:innen und Psycholog:innen sind sich weitgehend einig, dass das Verzeihen der beste Weg ist, auch tiefgreifende Konflikte zu befrieden und daraus resultierende seelische Wunden zu heilen. Es gibt aber auch so schwerwiegende Verfehlungen, dass die Betroffene nicht bereit sind oder Jahre brauchen, um diese zu vergeben. Wie kann gutes Verzeihen gelingen? Wann bin ich milde und charakterstark, wann einfach nur zu gutmütig oder naiv, wenn ich alles durchgehen lasse? Muss der vermeintliche Delinquent so etwas wie Reue zeigen oder gilt verzeihen nur, wenn es bedingungslos ist? Wann ist es wichtig, auch mir selbst zu verzeihen? Diese zentralen Fragen diskutieren Albert und Jan im aktuellen Pudelkern-Pod und besprechen, welche Sichtweise die antiken Philosophen auf diese grundlegenden menschlichen Fragen hatten. Seneca hat eine klare Haltung dazu: „Wir sind der ganzen Welt Verzeihung schuldig, besonders aber uns selbst gegenüber.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Pittakos, Seneca, Konfuzius, Goethe Weiterführende Links: Deutschlandfunk-Artikel zur Kunst und Grenzen des Verzeihens „Wenn die Zeit nicht alle Wunden heilt“ Zeitartikel zum Buch der niederländisch-jüdischen Intellektuellen Etty Hillesum mit wichtigen Gedanken zum Thema „Verzeihen“, die sie während der deutschen Besetzung der Niederlande in ihrem Tagebuch und in Briefen dokumentierte. Emotion-Artikel zum positiven Einfluss des Verzeihens auf unsere Gesundheit „Verzeihen lernen. Wer vergeben kann, lebt besser.“
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Sep 5, 2023 • 1h 3min

#64 Selbstzweifel. Interview mit der Psychotherapeutin und Bestsellerautorin Dr. Bärbel Wardetzki.

„Derjenige allein ist arm, der an sich selbst nicht glaubt.“ (Marc Aurel) Selbstzweifel kennt jeder. Sie schleichen sich in unser Leben, attackieren unser Selbstwertgefühl und schwächen unser Selbstvertrauen. „Kann ich das, darf ich das, bin ich gut genug und das schaff ich doch eh nicht“. Mit solchen verunsichernden Gedanken kommentiert uns eine innere Stimme permanent und blockiert als eingebauter Bedenkenträger wichtige Entwicklungen. Andererseits können Selbstzweifel uns als Radarsystem dafür sensibilisieren, was in unserem Leben nicht mehr stimmt. Aber wie können wir die guten von den schlechten Selbstzweifeln unterscheiden? Gibt es einen Unterscheid zwischen weiblichen und männlichen Selbstzweifeln? Und wie kommen wir zu einem gelassenen Umgang mit ihnen und können Souveränität zurückgewinnen? Diese zentralen Fragen diskutieren Albert und Jan im aktuellen Pudelkern-Pod mit der erfahrenen Psychotherapeutin und Bestsellerautorin Dr. Bärbel Wardetzki. Sie erklärt in dem Interview, wie es gelingen kann, Sicherheit in sich selbst zu finden, sich auf sich selbst zu verlassen und sich als die Person zu schätzen, die man ist. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Epiktet, Seneca, Marc Aurel, Laotse, Konfuzius Weiterführende Links: Spektrum der Wissenschaft-Artikel über tiefe Zweifel und die Genese von Selbstvertrauen: „Die Kunst, sich selbst zu vertrauen“ Buch von Dr. Bärbel Wardetzki über Selbstzweifel „Souverän & selbstbewusst. Der gelassene Umgang mit Selbstzweifeln“ Onlinekurs mit Dr. Bärbel Wardetzki zum Thema weiblicher Narzissmus „Zwischen Selbstzweifel und Grandiosität“ Essay von Svenja Hofert über Insecure Overachiever „Die Psychologie unsicherer Leistungsmenschen und ihre innere Befreiung“
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Aug 29, 2023 • 32min

#63 Schicksal. Annehmen wie es kommt.

„Der Weise vermag Unglück in Glück zu verwandeln." (Konfuzius) Der Umgang mit dem Schicksal ist eine zentrale Aufgabe unseres menschlichen Daseins. Schicksalhaft ist alles, was mehr oder weniger über uns hereinbricht, und was wir entweder überhaupt nicht oder nur zum Teil beeinflussen können. Wer sich philosophisch auf Schicksalsschläge vorbereitet, kann heftige emotionale Erschütterungen vermeiden oder gelassener mit ihnen umgehen und sie in angemessener Zeit verarbeiten. Die Stoiker nannten dieses Ideal die Unerschütterlichkeit des Weisen. Wir nutzen dafür heute den Modebegriff der Resilienz und meinen die Fähigkeit, nach emotionalen Erschütterungen schnell wieder in eine ausgeglichene Seelenverfassung zu kommen. Doch wie können wir den gelasseneren Umgang mit Krisen, Niederlagen oder Krankheiten erlernen? Wie werden wir zum Gestalter des eigenen Geschicks und welche Rolle spielt dieser unerschütterliche Umgang mit der Welt für ein gelingendes Leben? Diese Fragen besprechen Albert und Jan im neuen Pudelkern-Pod. Eine zentrale Quintessenz des Gesprächs: Eines der wirksamsten Mittel gegen Unglück von außen ist die Unterscheidung von inneren und äußeren Werten, die Abwertung äußerer Güter und die Konzentration der Gedanken auf das, was ganz in unserer Hand liegt. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Heraklit, Anaxagoras, Aischylos, Seneca, Demokrit, Bion von Borysthenes, Konfuzius, Viktor Frankl Weiterführende Links: Psychologie heute-Interview mit dem Resilienzforscher Raffael Kalisch Spektrum der Wissenschaft-Kolumne des Philosophen Matthias Warkus „Ist die Zukunft vorherbestimmt?“ Seneca „Glück und Schicksal. Philosophische Betrachtungen“, Reclam
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Aug 22, 2023 • 28min

#62 Vorbilder. Nachmachen erlaubt.

„Setze dir ein Muster und Vorbild, und lebe nach ihm, sowohl wenn du allein bist als wenn du unter die Leute kommst.“ (Epiktet) Michelle Obama, Özlem Türeci oder Hannah Arendt. Es ist bedeutsam für ein gelingendes Leben, darauf zu achten, wen wir uns zum Vorbild nehmen und mit wem wir verkehren. So sollten wir uns Vorbilder, Lehrer und Freunde suchen, zu denen wir aufschauen können. Sei es in Bezug auf die ganze Persönlichkeit oder auf bestimmte Charaktereigenschaften. Denn Vorbilder können wichtige Hilfestellung auf dem Weg der Persönlichkeitsentwicklung leisten. Im aktuellen Pudelkern-Pod diskutieren Albert und Jan u.a., ob diese Leitbildfunktion nur von lebenden Personen oder auch durch bereits verstorbene Vordenker ausgefüllt werden kann. Außerdem geht es um die Fragen, wie und wo wir geeignete Vorbilder finden, an denen wir uns orientieren können, um unsere Persönlichkeitsentwicklung positiv zu beeinflussen. Wie werden wir als Mutter oder Vater, Mentorin oder Freund der Verantwortung als Rollenmodell gerecht? Und wie können wir trotz aller Bewunderung eine kritische Distanz zu unseren Vordenkerinnen und Vorbildern halten und dafür sorgen, dass die Nachahmung niemals das kritische Selbstdenken verdrängt. Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Konfuzius, Aristoteles, Seneca, Epikur, Thích Nhất Hạnh, Dalai Lama Weiterführende Links: Hohe Luft Interview mit der Medizinerin und Trauma-Therapeutin Dr. med. Amelie Sanktjohanser „Über Traumata und starke Vorbilder“ Forschung & Lehre-Artikel zu weiblichen Vorbildern „Man kann nicht sein, was man nicht sehen kann.“ Gerhard Ernst (Hg.) „Philosophie als Lebenskunst. Antike Vorbilder, moderne Perspektiven.“, Suhrkamp
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Aug 15, 2023 • 24min

#61 Demokrit. Gut leben mit dem lächelnden Philosophen.

„Ein Leben ohne Feste ist wie ein langer Weg ohne Gasthäuser." (Demokrit) Demokrit gilt als Prototyp der Verbindung von Ernsthaftigkeit und Wahrheitssuche auf der einen sowie Humor und Seelenheiterkeit auf der anderen Seite. Der Vorsokratiker zählt zu den großen Philosophen des Altertums, war Universalgelehrter und seine ethischen Fragmente sind bis heute äußert wertvoll für die praktische Philosophie und deren Ziel des gelingenden Lebens. Obwohl er als Vordenker unter anderem Epikur maßgeblich beeinflusst hat, ist er heute eher ein philosophischer Geheimtipp. Demokrit erkannte früh die Bedeutung des Reisens für die charakterliche wie intellektuelle Bildung und unternahm daher mit seinem väterlichen Erbe zahlreiche Studienreisen nach Ägypten und Babylonien. Die Frage nach dem Urgrund des Seins beantwortete er wie sein Lehrer Leukipp mit der Atomtheorie, die von der Existenz unendlich vieler, unteilbarer, kleinster Teilchen ausgeht, die sie als Atome bezeichneten. Albert und Jan besprechen im neuen Pudelkern-Pod die wichtigsten Erkenntnisse des „lächelnden Philosophen“. Denn Demokrit propagierte in den erhaltenen Fragmenten seines literarischen Werks, dass der Mensch eine heitere Gelassenheit anstreben solle, die er als „fröhliche Wohlgemutheit“ bezeichnete. Um diese zu erreichen, sollen wir uns am Ideal von Maß und Mitte orientieren und uns nicht von Äußerlichkeiten zum Maßlosen verführen lassen. „Das Glück“, so war er überzeugt, „wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, sondern ist in der Seele zu Hause.“ Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge: Leukipp, Demokrit, Platon, Epikur, Sokrates, Viktor Frankl Weiterführende Links: Demokrit-Portrait aus Metzlers Philosophielexikon (Spektrum der Wissenschaft) Deutschlandfunk Kultur Buchrezension zu Manfred Geiers Buch zur Geschichte des philosophischen Humors „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ Get abstract Zusammenfassung von Wilhelm Capelle (Hg.) „Die Vorsokratiker“ mit vielen Bezügen zu Demokrit

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