SWR2 Zeitgenossen

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Feb 7, 2026 • 56min

Hans Block und Moritz Riesewieck: „KI schafft eine Mega-Dystopie der Überwachung“

Hans Block, Dokumentarfilmer und Autor, forscht zu Datenspuren und Überwachungsrisiken. Moritz Riesewieck, Dokumentarfilmer und Autor, untersucht digitale Identität und KI‑Avatare. Sie diskutieren Rekonstruktion von Leben aus Suchdaten. Sie sprechen über digitale Doppelgänger, Predictive Analytics, Avatare als trügerisches Nachleben und die Risiken totaler Überwachung.
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Jan 24, 2026 • 45min

Michel Friedman: „Opportunismus und Schweigen ist ein stiller Tod“

„Der Hass ist hungrig. Und der Hass ist niemals satt“, sagte der Publizist und Anwalt Michel Friedman in seiner Rede vor der CDU-Zentrale Berlin, als die Künstlergruppe „Zentrum für Politische Schönheit“ dort ein Denk- und Mahnmal für den ermordeten Walter Lübcke aufstellte: gegen Kollaboration mit der extremen Rechten. Nachdem die Union im Bundestag 2025 gemeinsam mit der AfD gestimmt hatte, trat Friedman aus der CDU aus. Er setzt sich für ein AfD-Verbot ein. Geboren wurde er in Paris. Seine Eltern hatten die Shoah dank Oskar Schindler überlebt. Eine Sendung zum Holocaust-Gedenktag 2026.
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Jan 17, 2026 • 42min

Thomas Macho: „KI wird die meisten unserer Probleme nicht lösen“

Thomas Macho, Philosoph und Kulturwissenschaftler, beleuchtet faszinierende Aspekte zur Rolle von KI in Bezug auf Tod und digitale Unsterblichkeit. Er argumentiert, dass KI alte Totenpraktiken neu interpretiert und dabei einen metaphysischen Horror erzeugt. Macho widerspricht der Vorstellung einer digitalen Seele und hebt hervor, dass wahres Denken untrennbar mit dem Körper verbunden ist. Zudem diskutiert er die Auswirkungen digitaler Identitäten auf das Selbstbild und warnt vor der Flucht in die Illusion der digitalen Ewigkeit.
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Jan 12, 2026 • 50min

Emre Akal: „Ich glaube, dass wir der KI zu viel anvertrauen“

„Es sagt es liebt uns“. So hat Emre Akal, Hausautor am Nationaltheater Mannheim, sein neues Stück genannt – über einen Haushaltsroboter mit weiblichem Aussehen. Jung, schön, fürsorglich, pflegeleicht. Und immer zur Stelle, wenn der ältere Herr es will. So wünscht er sich seine Heim-KI – als vollautomatisches Tradwife. Aber damit begnügt KI sich nicht. Es wird erst renitent, dann zerstörerisch. „Ich glaube, dass die Verselbständigung von KI schon am Rollen ist“, meint der Dramatiker und Regisseur Emre Akal. „Unsere digitale Migration ist bereits sehr weit fortgeschritten“.
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Jan 3, 2026 • 43min

Ilja Mirsky: „Man kann mit KI neue künstlerische Möglichkeiten eröffnen“

ANA ist der erste KI-basierte Theater-Automat, man kann mit ihm Dramen schreiben. Aber anders als mit ChatGPT. Die Theater-KI führt keine Befehle aus. Mit ANA kann man Geschichten nur gemeinsam entwickeln. Zuerst liefert der Mensch drei Themen, daraus generiert ANA die Basis der Story – dann ist wieder der Mensch dran, dann wieder die Maschine. Echte Ko-Autorschaft. Weil ANA Gefühle erkennt, bestimmen auch Emotionen den Gang der Handlung. Ilja Mirsky, Dozent an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg und Digital-Dramaturg am Residenztheater München, hat die Theater-KI entwickelt.
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Jan 1, 2026 • 44min

Barbara Bleisch: „Gedanklich die Seite wechseln bringt uns voran“

„Meine Leidenschaft gilt den Abgründen, die sich auftun, wenn wir radikal hinterfragen“. Schreibt die Philosophin, Journalistin und Buch-Autorin Barbara Bleisch auf ihrer Website. „Und sie gilt dem Ungewohnten, das sich einstellt, wenn wir gedanklich die Seite wechseln“. Das praktiziert sie im Alltag, als Moderatorin der SRF-Fernseh-Sendung „Sternstunde Philosophie“ und in vielen Essays und Büchern. Zum Beispiel, wenn sie mit Kolleg*innen „besser um die Zukunft streitet“, über Eltern-Kind-Beziehungen oder über die „Mitte des Lebens“ nachdenkt und eine „Philosophie der besten Jahre“ vorstellt.
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Dec 27, 2025 • 43min

Melika Rezapour: „Ich will als Schauspielerin und Frau gesehen werden, ohne Adjektiv“

„The One Way Ticket" heißt der bisher erfolgreichste Kurzfilm von Melika Rezapour, Regisseurin, Schauspielerin und Drehbuchautorin. Der Titel ist auch autobiografisch zu verstehen: Geboren in Teheran, hat Melika Rezapour dort Bauingenieurin gelernt, ist vor der Diktatur der Mullahs nach Deutschland geflohen, hat als Kassiererin und Putzkraft gearbeitet, in Berlin Schauspiel und Regie studiert, erste Filme gedreht und „Koochilika“ gegründet: eine Initiative, die Studierende und Auszubildende auf ihrem Weg nach Deutschland begleitet – Menschen, die auch ein „One Way Ticket“ gelöst haben.
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Dec 25, 2025 • 44min

Janosch Schobin: „Einsamkeit ist ein lösbares Problem“

Warum leiden immer mehr Menschen unter Einsamkeit? Für sein Buch „Zeiten der Einsamkeit“ hat der Soziologe Janosch Schober Gespräche mit mehr als siebzig Personen geführt, die aus unterschiedlichen Gründen gefangen waren in diesem schmerzlichen Gefühl: „für viele ein tiefes Labyrinth“. Fast alle fanden eine Strategie, sich davon zu befreien. Auch über seine eigene Einsamkeit als Wissenschaftler und Professor der Universität Göttingen, der viel Zeit allein vor dem Bildschirm verbringt, berichtet Janosch Schobin, Jahrgang 1981: „Es wäre absurd, die eigene Einsamkeit zu verschweigen“.
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Dec 20, 2025 • 44min

Daniela Strigl: „Der Trotz hat seine Funktion nicht verloren“

Ist Trotz grundsätzlich verkehrt, weil infantil? Oder vor allem ärgerlich, weil jemand gegen bessere Einsicht stur an etwas festhält? Oder manchmal schlicht notwendig als Bedingung für politischen und anderen Widerstand? Und wenn die Bewegung „Querdenker“ Trotz als etwas Positives für sich beansprucht, was dann? Daniela Strigl, eine der einflussreichsten Literaturkritikerinnen, Mitglied der Jury der „SWR Bestenliste“, macht in ihrem neuen Essay klar, dass ohne Auseinandersetzung mit dieser zwiespältigen Eigenschaft heute fast nichts geht. Erschienen ist das Buch in der Reihe „Unruhe bewahren“.
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Dec 13, 2025 • 51min

Julia Voss: „Die Frage, was natürlich ist, wurde zur Waffe“

Wer definiert, was als Natur gilt? Biologen, Theologen, Ideologen? Wer legt fest, was Natürlichkeit ist? Pädagogen, Psychologen, Demagogen? Woher kommt die typisch deutsche Natur-Romantik, jene Verklärung und Vereinnahmung der Natur? Und wie wurde gerade der Naturbegriff immer wieder politisch instrumentalisiert – bis hin zu den Rassegesetzen des NS-Staats? Das Deutsche Historische Museum beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausstellung mit 800 Jahren „Natur und deutsche Geschichte: Glaube, Biologie, Macht“. Julia Voss, lange als Kunstkritikerin der FAZ tätig, hat die Schau kuratiert.

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