Was liest du gerade?

DIE ZEIT
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Mar 21, 2026 • 1h 4min

Wenn Taylor Swift Habermas liest

Analyse von Taylor Swifts Songtexten als literarisches Phänomen und die Frage, wie konkrete Details Identifikation stiften. Debatte über Peter Sloterdijks Sicht auf moderne Machtstrategien und seine Vergleiche mit historischen Figuren. Untersuchung der Allgegenwart von Scores und Punktesystemen in Alltag und Politik. Persönliche Erinnerungen und Lieblingsthesen zu Jürgen Habermas nach seinem Tod.
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Mar 14, 2026 • 57min

Im Osten viel Neues

Die Schriftstellerin Judith Hermann begibt sich auf die Spurensuche nach ihrem Großvater, der schon lange vor ihrer Geburt gestorben ist. Sie fährt nach Radom in Polen, wo ihr Großvater als SS-Mann im Zweiten Weltkrieg stationiert war. Trotz ihrer Recherchen in örtlichen Archiven und Museen findet sie nicht heraus, auf welche Weise ihr Großvater an den deutschen Verbrechen gegen die Juden von Radom beteiligt war. Der Großvater bleibt eine wirkmächtige Leerstelle in ihrer Familiengeschichte. Statt Antworten zu finden, stellt Judith Hermann viele Fragen. Warum wurde in ihrer Familie so viel geschrien und geschwiegen? Warum fehlen die Worte, um sich der Vergangenheit zu nähern? Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester versucht die Autorin, Licht in ein über Generationen reichendes Familien-Trauma zu bringen. Wir fragen im Podcast: Ist das zu wenig? Weicht sie dem Thema der deutschen Schuld damit aus? Der Autor Lukas Rietzschel ist schon seit einigen Jahren ein gefeierter Chronist der ostdeutschen Provinz. In seinem neuen Roman Sanditz folgt er den Mitgliedern der Familie Wenzel durch fünf Jahrzehnte in kurzen erzählerischen Szenen, angefangen bei Großmutter Erika, die friedlich auf der Gartenbank vor ihrem Haus stirbt bis zu ihrem Enkel Tom, der in ukrainischen Schützengräben gegen die Russen kämpft. Dazwischen liegen die großen historischen Ereignisse, der Widerstand der DDR-Kirchen gegen das System, die Wende, der Kampf um die Hinterlassenschaft der Stasi, der Einfall der Westdeutschen in die ostdeutsche Kleinstadt und der Lockdown. Wir diskutieren darüber: Gelingt es dem Autor, ostdeutsche Geschichte in den kurzen Familienepisoden überzeugend zu erzählen? Unser Klassiker ist in dieser Podcast-Folge ein neu aufgetauchtes Notizheft des 1995 verstorbenen Dramatikers Heiner Müller aus dem Januar 1945. Der damals 15-Jährige notiert darin in erstaunlicher Frühreife seine Überflieger-Gedanken über die Aufgabe europäischer Dichter und Denker. Unser Zitat des Monats stammt aus dem autobiografischen Buch Einsamsein des Journalisten Daniel Haas. Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de. Literaturangaben: Judith Hermann. Ich möchte zurückgehen in der Zeit. S. Fischer Verlag. 160 Seiten. 23,- Euro. Lukas Rietzschel. Sanditz. dtv Verlag. 480 Seiten. 26,- Euro Heiner Müller. Zeitschrift Sinn und Form (1/2026) Daniel Haas. Einsamsein. Eine Befreiungsgeschichte. Goldmann Verlag, 221 S., 22,- Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 
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Feb 21, 2026 • 59min

Gisèle Pelicot will nicht nur Opfer sein

In 22 Sprachen erscheinen jetzt die Memoiren von Gisèle Pelicot, in langen Interviews ist die 73-jährige Französin überall präsent. In der neuen Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" sprechen Maja Beckers und Alexander Cammann über ihr Buch "Eine Hymne an das Leben" und das Schicksal dieser Frau. Seit dem Prozess in Avignon im Jahr 2024, in dem ihr Ex-Mann und fast 50 weitere Täter wegen Vergewaltigung verurteilt wurden, ist sie weltbekannt. Wie geht sie selbst mit ihrer Geschichte um? Und was ist ihre eigene Botschaft für die geschockte Welt? Alle reden über die neue, gefährliche Macht der Ultrareichen, nicht nur in Trumps Amerika. Der junge französische Star-Ökonom Gabriel Zucman hat in seinem Essay "Reichensteuer. Aber richtig!" eine Idee, wie man riesige Vermögen belasten sollte, damit die Kluft zwischen Arm und Reich in den westlichen Gesellschaften nicht noch stärker zur Bedrohung für die Demokratie wird. Kann sie funktionieren? Das Zitat des Monats liefert diesmal die Philosophin Miriam Metze mit ihrem Buch "Unerwidert lieben". Erstaunlich, wie viele Denker sich seit der Antike über diese traurigen Gefühle Gedanken gemacht haben – und wie wenig Sachbücher es über unglückliche Liebe gibt. In der Klassikerrubrik stellen wir Reportagen und Erzählungen des Schriftstellers Jack London vor, die jetzt in dem Band "Das Erdbeben von San Francisco" präsentiert werden: Er war 1906 als Augenzeuge dabei, als dieses Ereignis San Francisco komplett zerstörte – eine mythische Katastrophe des modernen Amerika, bis heute ein Menetekel für das moderne Kalifornien. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.   Literaturangaben: Miriam Metze: "Unerwidert lieben". Eine philosophische Tröstung. Mairisch, 256 Seiten, 24 Euro Gabriel Zucman: "Reichensteuer. Aber richtig!". Aus dem Französischen von Ulrike Bischoff. Suhrkamp, 63 Seiten, 12 Euro Gisèle Pelicot: "Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite wechseln". Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky. Piper, 256 Seiten, 25 Euro Jack London: "Das Erdbeben von San Francisco. Geschichten aus der Bay Area". Übersetzt von Alexander Kluy. Limbus, 96 Seiten, 15 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 
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Feb 7, 2026 • 51min

Raus aus dem Dorf, rein in die Stadt

Die Regisseurin und Schriftstellerin Lola Randl hatte vor einigen Jahren Berlin den Rücken gekehrt und ist in die brandenburgische Provinz gezogen. Im uckermärkischen Gerswalde bewirtschaftete die Künstlerin mit ihrer Familie einen Garten und schuf einen bekannten Treffpunkt für Wochenendausflügler. Gerswalde wurde zum Ort für Berliner Hipster und Glückssucher aller Art, die in einem von Japanerinnen betriebenen Restaurant zusammenfanden. In ihrem neuen Buch "Der lebende Beweis" erzählt Lola Randl literarisch vom Scheitern dieses Lebensprojekts, vom distanzierten Verhältnis zu den Einheimischen und brüchigen Beziehungen – und von einem Aufbruch ins Ungewisse.Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Michael Wildenhain hingegen hat einen opulenten Großstadtroman vorgelegt und entführt uns in das düstere West-Berlin Ende der Sechzigerjahre. Erzählt wird in "Das Ende vom Lied" aus der Perspektive eines Jugendlichen. Der Vater war mit nur einem Bein aus dem Krieg zurückgekehrt, die Mutter war aus dem Osten geflüchtet. Und der Junge? Der wächst jetzt inmitten von Ruinen, Straßengangs und dreckigen Kneipen auf. Wäre da nicht die Liebe … Und wären da nicht so viele politische Ideale in der Luft, die leider schnell ins Militante abdriften.In unserem Klassiker sprechen wir über das Werk von Annemarie Schwarzenbach. Die Freundin von Erika und Klaus Mann war eine hinreißende Reisereporterin und hat in den Dreißigerjahren den Nahen Osten bereist.Unser Zitat des Monats kommt aus dem neuen Roman "Mein gelber Pullover" von Ursula März.Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.Literaturangaben:Lola Randl: "Der lebende Beweis". Roman. Matthes & Seitz Verlag, Berlin 2026, 188 Seiten, 22 EURMichael Wildenhain: "Das Ende vom Lied". Roman. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2026, 416 Seiten, 26 EURAnnemarie Schwarzenbach: "Orientreisen. Reportagen aus der Fremde". Ebersbach & Simon Verlag, 2017, 141 Seiten, 18 EURUrsula März: "Mein gelber Pullover". Roman. Piper Verlag, 2026, 176 Seiten, 22 EUR [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 
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Jan 24, 2026 • 1h 6min

Weniger Regeln, mehr Action

Diskussion über das Schwindendsein persönlicher Handlungsräume und wie das Selbstbestimmung einschränkt. Recherche zu einer Familiengeschichte im Nationalsozialismus und wie Alltagsnormalität die Gewalt verdeckt. Analyse kultischer Sprachmuster in Fitness- und Marketingwelten. Wiederbelebte Klassikerwarnung vor Kulturpessimismus und seinen politischen Folgen.
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Jan 17, 2026 • 44min

Vom Morden und vom Lieben

In der neuesten Diskussion wird der britische Booker Prize-Gewinner David Szalay und sein fesselnder Roman über István beleuchtet. Themen wie soziale Mobilität und Männlichkeit werden hinterfragt, während die Frage nach moralischen Entscheidungen und Mord im Raum steht. Bodo Kirchhoffs Liebesroman führt uns auf eine dramatische Reise nach Indien, wo sich Eheleiden zuspitzen. Außerdem wird Herman Melvilles "Bartleby der Schreiber" als Symbol der modernen Existenzreflexion und Entfremdung thematisiert.
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Dec 27, 2025 • 49min

So war das Sachbuchjahr 2025

Maja Beckers und Alexander Cammann blicken auf die bedeutendsten Sachbücher des Jahres 2025. Sie diskutieren das faszinierende Thema der Sichtbarkeit von Frauen und die damit verbundenen Herausforderungen aus Eva Thönes Werk. Das investigative Buch über die Fehler der deutschen Russlandpolitik von Gloger und Mascolo liefert einen schonungslosen Blick auf politische Entscheidungen. Außerdem beleuchten sie den Trend zu Gesprächsbüchern, wie das von Ricarda Lang und Steffen Mau, und erinnern an Roger Willemsen, dessen Lese-Ratschläge inspirieren.
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Dec 13, 2025 • 40min

Das Unheimliche wird alltäglich

In der neuen Folge unseres Literaturpodcasts „Was liest du gerade?“ stellen Iris Radisch und Adam Soboczynski  eine moderne Naturheilige vor, die in Marion Poschmanns Verslegende „Die Winterschwimmerin“ den ganzen Winter über in Seen und Flüssen badet und überhaupt eine beeindruckende Großstadtnixe ist. Außerdem wollen wir wissen, was die Geschichten in Samantha Schweblins Erzählungsband „Das gute Übel“ so magisch und intensiv macht. Sind es die unheimlichen Tiere und die überraschenden Todesfälle? Oder liegt es an der genial verrutschten Perspektive, aus der die in Berlin lebende argentinische Autorin von den verrücktesten Ereignissen erzählt?In jeder Folge wird auch ein Klassiker der Weltliteratur vorgestellt: Heute ist es der aktuell neu entdeckte Exilroman „Abschied von gestern“ von Lily Körber, der sehr authentisch von der Aufbruchsstimmung und der Mentalität der europäischen Emigranten in New York während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Unser Zitat des Monats kommt aus dem Roman der Pariser Journalistin Adèle Van Reeth „Das gewöhnliche Leben“, der eine echte Entdeckung ist. Außerdem: Geschenktipps zu Weihnachten. Marion Poschmann: Die Winterschwimmerin. Suhrkamp VerlagSamantha Schweblin: Das gute Übel, Suhrkamp VerlagLily Körber: Abschied von Gestern; aus dem Englischen von Beate Swoboda, Verlag das kulturelle GedächtnisAdèle Van Reeth: Das gewöhnliche Leben, aus dem Französischen von Joachim Unseld, Frankfurter VerlagsanstaltDas Team von "Was liest Du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 
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Nov 29, 2025 • 49min

Vier Sachbücher zum Verschenken

Der Advent ist da, Weihnachten steht bald wieder vor der Tür und damit wie jedes Jahr die große Frage: Was soll man bloß schenken? Bücher sind schon mal eine großartige Wahl und wer Last-Minute-Fehlkäufe vermeiden will, für den haben Maja Beckers und Alexander Cammann in der neuen Sachbuch-Folge von "Was liest Du gerade?" vier Tipps für ganz unterschiedliche Lesetypen parat.Rauschen in der Nacht. "Die Wildgans – eine Geschichte des 20. Jahrhunderts". Rowohlt Berlin, 272 Seiten, 26 EuroStefan Weidner: "Yoga oder Die sanfte Eroberung des Westens durch den Osten". Hanser, 46 Seiten, 30 EuroKonstantin Richter: "300 Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG". Suhrkamp, 543 Seiten, 30 EuroSarah Iles Johnston: "Von Göttern und Menschen. Die griechischen Mythen neu erzählt." C. H. Beck, 558 Seiten, 36 EuroDas Team von "Was liest Du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 
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Nov 15, 2025 • 40min

Lost in Venedig

In dieser packenden Diskussion werden zwei bemerkenswerte Romane beleuchtet. Katerina Poladjans "Goldstrand" erzählt von einem familiären Trauma, das durch das Verschwinden einer Frau 1922 ausgelöst wird. Zudem gibt es Einblicke in John Banvilles "Schatten der Gondeln", wo eine unglückliche Ehe in Venedig und mysteriöse Wendungen den Leser fesseln. Der Klassiker der Folge ist Virginia Woolfs "Die Fahrt zum Leuchtturm", der mit seinem einzigartigen Erzählstil begeistert. Ein absolutes Must-Listen für Literaturfreunde!

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