Handelsblatt Crime - spannende Streitfälle der deutschen Wirtschaft

Ina Karabasz, Solveig Gode, Sönke Iwersen
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Dec 8, 2022 • 1h 2min

Wirecard: Der Jahrhundert-Prozess hat begonnen

Handelsblatt Crime vom 08.12.2022 Zweieinhalb Jahre saß Markus Braun in Untersuchungshaft, nun kommt der ehemalige Wirecard-Chef auf die Anklagebank. Unsere Experten stellen die wichtigsten Fragen vor. Es wird ein Prozess wie kein anderer in Deutschland. Der Gerichtssaal liegt fünf Meter unter der Erde, misst 270 Quadratmeter und hat 17 Millionen Euro gekostet. Hier, in dem Hochsicherheitsgerichtssaal auf dem Gefängnisgelände der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim, soll die Frage nach der Schuld für den Zusammenbruch von Wirecard geklärt werden, dem noch 2018 wertvollsten Finanzkonzern Deutschlands. Das Handelsblatt hat seit dem Kollaps zahllose Artikel veröffentlicht. Unsere Reporter spürten verborgene Luxusimmobilien von Markus Braun auf, dem vermeintlich so einfach lebenden Vorstandschef von Wirecard. Sie enthüllten die Details hinter einem 300 Millionen Deal in Indien – bei dem ein Mann die Fäden zog, den es gar nicht gab. Sie zeichneten das Leben von Oliver Bellenhaus auf, dem Chef der Fälscherwerkstatt von Wirecard in Dubai. Er hat heute den Status des Kronzeugen. Nun richten sich alle Augen auf Markus Födisch, den Vorsitzenden der vierten Strafkammer des Landgerichts München. Er soll entscheiden, wer Recht hat in dem Streit um die Verantwortung für Deutschlands größten Wirtschaftsskandal. Die Staatsanwaltschaft München, die Markus Braun als Kopf einer kriminellen Bande bezeichnet und bis zum 15 Jahre Haft fordern könnte. Oder dessen Staranwälte, die Braun als Opfer darstellen und die Staatsanwaltschaft als faul und inkompetent. In diesem Podcast stellen wir die sechs Fragen vor, die über die Zukunft von Braun entscheiden. Sein Verhältnis zum Chef der Fälscherwerkstatt, seine hemdsärmlige Kreditvergabe vorbei am Aufsichtsrat und Brauns Rolle bei der Täuschung von Softbank. Der japanische Investor steckte kurz vor dem Kollaps noch 900 Millionen Euro in das Skandalunternehmen. Direkt aus dem Gerichtssaal berichtet unser Münchener Korrespondent Christian Schnell, aus New York zugeschaltet ist Wirecard-Buchautor Felix Holtermann. Die Akte Wirecard - Hier finden Sie alle Hintergründe zum Skandal Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus Handelsblatt Crime erscheint alle 14 Tage neu und ist überall dort zu hören, wo es Podcasts gibt.
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Dec 4, 2022 • 55min

Umstrittene Immobiliendeals, dubiose Berater und fragwürdige Bilanzen: Wie die Adler Group aus der Krise will (Teil 2)

Handelsblatt Crime vom 04.12.2022 Als Stefan Kirsten, der Verwaltungsratsvorsitzende der Immobiliengruppe Adler-Gruppe, vor wenigen Tagen seinen Rettungsplan für das Unternehmen vorstellte, wurde klar, wie eng es in den vergangenen Wochen für Adler war: Er habe ein Insolvenzszenario analysieren lassen, sagte Kirsten. Der Konzern sei in den „perfekten Sturm“ geraten. Doch eine Gruppe wichtiger Gläubiger sei bereit, länger auf ihr Geld zu warten und Adler rund eine Milliarde Euro zusätzlich zu leihen. Die Restrukturierung sei ein „Befreiungsschlag“ und günstiger als ein Insolvenzszenario. Die Adler Group war ein wichtiger Player am deutschen Immobilienmarkt, als sie vor einem Jahr nach Vorwürfen des britischen Shortsellers Fraser Perring in eine Krise geriet. Perring warf Adler in einem Dossier Betrug, Täuschung und finanzielle Falschdarstellung vor. Der Konzern bestreitet die Vorwürfe, aber sie lassen ihn nicht mehr los. Eine Sonderuntersuchung der Wirtschaftsprüfer von KMPG führte nicht zur vollständigen Entlastung. Kurz darauf weigerte sich KPMG das Testat zum Jahresabschluss 2021 auszustellen und legte schließlich sogar das Prüfungsmandat komplett nieder, auch weil sich die Prüfer offenbar von Adler ausgebremst sahen. Der Konzern habe Hunderttausende E-Mails und Dokumente nicht zur Verfügung gestellt, monierten die Prüfer. Seitdem sucht Adler einen Nachfolger. Weitere Nackenschläge für Kirsten, der als Hoffnungsträger im Februar seinen Job angetreten hatte, ließen nicht lange auf sich warten. Erst musste Adler einen Milliardenverlust für 2021 ausweisen, dann stellte die Finanzaufsicht Bafin zwei Fehler in der Bilanz für das Jahr 2019 fest. Adler soll demnach fast vier Milliarden Euro zu viel bilanziert haben. Der Konzern hat angekündigt, sich gegen die Bescheide juristisch zur Wehr zu setzen. Daneben ermitteln allerdings auch die Staatsanwaltschaften in Frankfurt und Berlin. Unsere Investigativreporter recherchieren seit mehr als einem Jahr zu dem Drama hinter den Kulissen von Adler. Bei Handelsblatt Crime sprechen wir heute darüber, wie das Unternehmen in eine so schwere Lage geraten konnte und wie nun die Chancen stehen, dass der angekündigte „Befreiungsschlag“ dem Konzern gelingt. Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus
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Nov 20, 2022 • 47min

Umstrittene Immobiliendeals, dubiose Berater und fragwürdige Bilanzen: Wie die Adler Group in die Krise geriet (Teil 1)

Handelsblatt Crime vom 20.11.2022 Im Podcast Handelsblatt Crime sprechen unsere Investigativ-Reporter über den angeschlagenen Immobilienkonzern und seine verzweifelte Suche nach einem Wirtschaftsprüfer. Die traditionsreiche Adler Group war einst ein wichtiger Player am deutschen Immobilienmarkt, heute droht ihre Aktie zum Pennystock zu verfallen. Auslöser für die Krise war ein Dossier des britischen Shortsellers Fraser Perring, der schon vor Wirecard gewarnt hatte. Er warf Adler in einem Dossier Betrug, Täuschung und finanzielle Falschdarstellung vor, was Adler bestreitet. Seitdem lassen die Vorwürfe den Konzern nicht mehr los. Unsere Investigativ-Reporter recherchieren seit mehr als einem Jahr zu Adler. Zwei Männer spielen in ihren Artikeln eine besonders wichtige Rolle. Der eine ist der österreichische Unternehmer Cevdet Caner, der bei Adler nie ein offizielles Amt innehatte, aber als eine Art Schatten-CEO die Fäden gezogen haben soll. Caner streitet das ab. Der andere ist Verwaltungsratschef Stefan Kirsten, der als Hoffnungsträger kam und Adler nun wieder auf Kurs bringen soll. Kirsten hat es nicht leicht. Auf dem Konzern lasten enorme finanzielle Problem. Adler hat Ärger mit der Finanzaufsicht Bafin, die Staatsanwaltschaften Frankfurt und Berlin ermitteln im Umfeld der Gruppe. Und seit die Wirtschaftsprüfer von KPMG ihr Mandat bei Adler niedergelegt haben, sucht der Konzern verzweifelt nach Ersatz. Findet Adler niemanden, der KPMGs Rolle übernimmt, ohne droht ein ungeprüfter Abschluss für das Jahr 2022. Das wäre ein Novum für ein deutsches Unternehmen dieser Größenordnung. Bei Handelsblatt Crime sprechen wir heute darüber, wie es so weit kommen konnte und was in den kommenden Wochen im Fall Adler zu erwarten ist. Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus
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Nov 6, 2022 • 1h 23min

Prominente und die Steuerfahndung

Handelsblatt Crime vom 06.11.2022 Starkoch Alfons Schuhbeck muss wahrscheinlich ins Gefängnis. Der Küchenchef schleuste jahrelang Millionen am Fiskus vorbei. Was treibt Prominente zur Steuerhinterziehung? War sie früher in Deutschland ein Kavaliersdelikt, so scheint Steuerhinterziehung heute oft ein Reichensport. Boris Becker, Uli Hoeneß, Klaus Zumwinkel – sie alle mussten schon vor Gericht erscheinen, weil die Promis nicht zahlen wollte, was jeder zahlen muss: Steuern. Manchmal sind es im Vergleich zu ihren enormen Einkommen geringe Beträge, für die die Aushängeschilder der Republik ihren Ruf riskieren – und sogar ihre Freiheit. Zuletzt traf es Alfons Schuhbeck. Er bekochte den FC Bayern München, die Beatles, Bundeskanzlerin Angela Merkel und sogar Queen Elizabeth II. Schuhbeck war Koch, Unternehmer und TV-Star. Niemand war berühmter in seiner Branche - jetzt ist Schuhbeck auch berüchtigt. Das Landgericht München hat ihn gerade wegen Steuerhinterziehung von 2,3 Millionen Euro zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Schuhbeck hat Revision eingelegt. Schuhbeck ist nicht allein. Tennismillionär Boris Becker verbarg sein Geld vor dem Fiskus, Fußballhalbgott Uli Hoeneß zahlte seine Abgaben nicht, der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel musste 2008 in öffentlicher Schande erleben, wie Steuerfahnder seine Villa durchsuchten. Sein Ruf war dahin – für den Preis von einer Million Euro. Bei Handelsblatt Crime sprechen wir heute über die bekanntesten Steuersünder Deutschlands. Warum Prominente wie Schuhbeck und Zumwinkel den Fiskus prellten, wie dies herauskam - und welche Konsequenzen das hatte. Ein kleiner Spoiler: Mitunter fielen die Strafen für die Vergehen seltsam milde aus. Auch die Gründe hierfür sind ein Thema für unsere Investigativreporter. Mehr zum Thema: Gericht verurteilt Starkoch Alfons Schuhbeck Starkoch legt Geständnis ab Alfons Schuhbeck meldet Insolvenz an Der tiefe Fall des Uli Hoeneß Wie es für Topmanager nach der Haft weitergeht Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus
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Oct 23, 2022 • 1h 8min

Der Bruch mit dem Cum-Ex Meister (Teil 3)

Handelsblatt Crime vom 23.10.2022 Mehr als 1000 Stunden sagte Steueranwalt Benjamin Frey* zum Cum-Ex-Skandal aus. Viele Themen drehten sich um Hanno Berger. Der war einmal sein Mentor. Gemeinsam verdienten sie Millionen, getrennt stehen sie nun vor Gericht. Benjamin Frey würdigte Hanno Berger keines Blickes, als er Anfang September im Landgericht Bonn in den Zeugenstand trat. Berger starrte ihn unentwegt an. Als Frey zu sprechen begann, schüttelte Berger ständig seinen Kopf. Manchmal redete auf seiner Anklagebank auch dazwischen. Die Beziehung von Berger und Frey ist das größte Drama in der deutschen Anwaltsszene. Jahrelang galten beide als genial. Ihre Fertigkeiten, mit komplizierten Geschäften in die deutsche Steuerkasse zu greifen, machte sie bei Kunden schwer beliebt. Dann kam die Steuerfahndung. Berger flüchtete und verschwor sich einem Kampf gegen Staatsanwaltschaft und Gericht. Frey wurde Kronzeuge. Im Podcast Handelsblatt Crime schildern unsere Investigativ-Redakteure die Details eines Desasters. Frey stand unter der Dusche, als das erste Mal die Polizei klingelte. Bergers Enkelsohn wäre unter dem Druck der Ermittlungen gegen seinen Großvater fast zerbrochen. Handelsblatt Crime zeigt die Folgen des größten Steuerbetrugs in der deutschen Geschichte. Zerstörte Karrieren, gestorbene Träume. Gleichzeitig berichten unsere Reporter von Kunden, die mit den Geschäften von Berger und Frey absurd hohe Renditen verdienten und anschließend nichts gewusst haben wollen von deren Herkunft. Und von manchen Anwaltskollegen, die einfach den Arbeitgeber wechselten und heute so tun, als sei nichts gewesen. *Name geändert Kronzeuge vor Gericht den Tränen nahe: Brisantes Wiedersehen mit Hanno Berger Razzia bei KPMG Staatsanwaltschaft Köln holt Cum-Ex-Millionen von Pleitebank Lehman zurück Olaf Scholz und seine Gedächtnislücken im Cum-Ex-Untersuchungsausschuss Raubritter mit beschränkter Haftung Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus
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Oct 9, 2022 • 58min

Das Cum-Ex Dream Team (Teil 2)

Handelsblatt Crime vom 09.10.2022 Benjamin Frey* hat seine Karriere als Anwalt auf Gedeih und Verderb an Hanno Berger und seine Cum-Ex-Geschäfte gebunden. Nun steht er vor den Trümmern ihrer Partnerschaft. Hanno Berger war sein Mentor, sein Übervater. Benjamin Frey hatte in den vergangenen 20 Jahren viele Namen für den Mann, der heute der schweren Steuerhinterziehung beschuldigt ist. Frey traf ihn vor mehr als 20 Jahren in einer Großkanzlei. Er erarbeitete sich erst den Respekt von Berger, dann eine Partnerschaft. Beide wurden schwer reich. Im Podcast Handelsblatt Crime schildern unsere Investigativ-Redakteure die Höhen und Tiefen dieser beiden Männer. Berger überredete den 20 Jahre jüngeren Kollegen, gemeinsam in eine US-Kanzlei zu wechseln. Kurze Zeit später war auch Frey Millionär. Und das war erst der Anfang. Berger und Frey wurden Spezialisten für Cum-Ex – Geschäfte auf Kosten der Steuerzahler. In dieser Folge präsentiert Handelsblatt Crime die aberwitzigen Stationen einer Partnerschaft, die vor Gericht endete. Wütende Anwälte, die ihre Kollegen erpressen. Treffen in Zürich, bei denen Briefumschläge mit 250.000 Schweizer Franken in bar die Hände wechseln. Unternehmer, die ihren Anwälten mit einer Rocker-Gang drohen. *Name von der Red. geändert Mehr zum Thema: Richter zu Hanno Berger: „Dann zahlen Sie den Kram zurück!“ „Wir fühlten uns wie die Größten“ – Kronzeuge im Cum-Ex-Prozess rechnet ab Professoren, Gutachten und der Steuerskandal Aufsichtsratschef von HSBC Deutschland unter Verdacht auf Steuerhinterziehung Verrat im Weinkeller – Warum der Ex-Jurist einer Schweizer Privatbank angeklagt ist Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus
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Sep 21, 2022 • 46min

Gericht lässt Wirecard-Klage zu

Handelsblatt Crime vom 21.09.2022 Der ehemalige Wirecard-Chef Markus Braun sitzt seit mehr als zwei Jahren in Untersuchungshaft. Nun soll er seinen Richter treffen. Ein Mammut-Prozess steht bevor. Das Landgericht München I hat die Anklage im Fall Wirecard zugelassen. Damit wird der Weg frei für einen der spektakulärsten Wirtschaftsstrafprozesse in der Geschichte der Bundesrepublik. Unsere Redakteure haben die 474 Seiten lange Anklageschrift bereits gelesen und berichten im Podcast Handelsblatt Crime über die Aussichten für den ehemaligen Konzernchef Markus Braun und die anderen beiden Angeklagten. Rosig sind sie nicht. Die Vorwürfe gegen Braun & Co. lauten auf Bilanzfälschung, Marktmanipulation, besonders schwere Untreue und bandenmäßigen Betrug. Die Staatsanwaltschaft hat auch Hinweise auf Geldwäsche gefunden. Wirecard, lange Jahre Deutschlands Vorzeigekonzern auf dem Finanzsektor, liegt in Trümmern. Gläubiger blieben auf unbezahlten Rechnungen in Höhe von zwölf Milliarden Euro sitzen. Aktionäre verloren fast 24 Milliarden Euro. Mehr als zwei Jahre nach dem Untergang soll nun die Schuldfrage geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft hörte 450 Zeugen, wühlte sich durch Terrabyte von Unterlagen. Beides – der Aufstieg und der Niedergang kennt nur eine Größe: XXL. Mehr zum Thema: „Es war ein supergeiles Leben“ – Das ist der Kronzeuge im Wirecard-Skandal Wie Asien-Vorstand Jan Marsalek 315 Millionen Euro verschwinden ließ Das Handelsblatt veröffentlicht den Geheimbericht zur Arbeit der EY-Wirtschaftsprüfer „Ich weise dich direkt an“ – Wie Markus Braun 100 Millionen Euro nach Singapur schicken ließ „Es ist ein Wahnsinn…“: Die letzten 48 Stunden von Wirecard Die zwei Gesichter des Markus Braun Jan Marsalek und der Coup des Jahrhunderts Wirecard-Absturz: Die geheimen Chatprotokolle des Jan Marsalek In der aktuellen Folge von Handelsblatt Crime berichten unser Investigativ-Chef Sönke Iwersen und Investigativ-Redakteur Volker Votsmeier über die Untiefen des Wirecard-Skandals. Sie zitieren aus einer Mitternachts-Mail von Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann an Markus Braun, zeigen bisher unbekannte Chat-Protokolle zwischen dem Wirecard-Chef und der Leiterin der Rechtsabteilung und erklären, warum Brauns Anwälte die Anklage für einen Skandal halten. Handelsblatt Crime erscheint alle 14 Tage neu und ist überall dort zu hören, wo es Podcasts gibt. Mehr: Die preisgekrönte Podcast-Serie zu Wirecard finden Sie hier: LINK Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus
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Sep 13, 2022 • 40min

Cum-Ex: Show-Down vor Gericht

Handelsblatt Crime vom 13.09.2022 Hanno Berger und Benjamin Frey verdienten mit Cum-Ex-Geschäften Millionen. Dann kam die Steuerfahndung. Berger flüchtete, Frey packte aus. Heute sehen sie sich wieder. Die Aussagen von Benjamin Frey füllen in den Aktenordnern der Staatsanwaltschaft Köln mehrere hundert Seiten. Stundenlang, tagelang sagte der Wirtschaftsanwalt aus. Er bestätigte alles, was sein langjähriger Partner Hanno Berger abstritt. Die kriminelle Natur ihrer Cum-Ex-Geschäfte. All die Maßnahmen, die ihre Kanzlei zur Vertuschung der Gewinne unternahm. Frey nannte Daten, Beträge, Kunden. Hanno Berger flüchtete, als die Beamten 2012 die Kanzlei durchsuchte, die er gemeinsam mit Frey betrieb. Der Frankfurter Steueranwalt setzte sich ab in die Schweiz, von dort aus beschimpfte er die deutschen Ermittler mal als Idioten, mal als Sozialisten. Von Frey wollte er, dass er Berger im Kampf gegen den „Schweinestaat“ half. Frey überlegte lange, dann entschied er sich anders. Heute treffen erstmals seit Jahren aufeinander. Berger sitzt auf der Anklagebank, Frey im Zeugenstand. Berger tobte, als sein ehemaliger Partner mit den Behörden kooperierte. Er nannte Frey einen Lügner, kündigte Klagen an. Frey, der Berger einmal als seinen „Übervater“ bezeichnete, nannte Berger skrupellos und gierig. Diese Folge von Handelsblatt Crime kommt direkt aus dem Gerichtssaal. Der Show-Down zwischen Berger und Frey ist der vorläufige Höhepunkt der Cum-Ex Affäre. Ein Skandal, der den Steuerzahler Milliarden kostete. „Wir fühlten uns wie die Größten“ – Kronzeuge im Cum-Ex-Prozess rechnet ab Hanno Berger vor Gericht: „Es ist vielleicht eine kleine Bombe, die ich gleich platzen lasse“ Steueranwalt Hanno Berger in der Schweiz festgenommen Die Deutsche Börse und das Geschäft, das es nicht geben durfte Cum-Ex-Chefermittlerin Anne Brorhilker wird befördert Historische Anklage in Dänemark: Banker soll wegen Milliarden-Steuerbetrugs vor Gericht Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus
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Sep 11, 2022 • 52min

Der Cum-Ex-Meister und sein Ziehsohn

Handelsblatt Crime vom 11.09.2022 Hanno Berger sitzt auf der Anklagebank im Landgericht Bonn. Nun tritt ein Mann in den Zeugenstand, der Berger einmal seinen Mentor nannte. Heute sind sie Feinde. Es wird ein Show-Down. Hanno Berger und Benjamin Frey waren einmal enge Partner. Heute nennt Berger seinen einstigen Ziehsohn einen Verräter. Frey spricht von Berger als Kopf einer Bande, die sich an der Gemeinschaft bereicherte. Wenn die beiden im Landgericht Bonn zum ersten Mal seit Jahren aufeinandertreffen, brennt die Luft. Im Podcast Handelsblatt Crime zeichnet das Investigativ-Team den Weg dieser beiden außergewöhnlichen Anwälte nach. Hanno Berger, als Pfarrerssohn geboren, ging 1981 in die Finanzverwaltung in Hessen und wurde innerhalb erstaunlich kurzer Zeit oberster Bankenprüfer in Deutschlands Finanzmetropole. Dann wechselte er die Seiten, beriet große Konzerne und Superreiche dabei, Steuern zu sparen. Bald war das nicht mehr genug. Berger wurde Meister einer Methode, sich mehr Steuern erstatten zu lassen, als man gezahlt hatte. Er wurde Mister Cum Ex. Benjamin Frey war einmal sein Schüler. Aufgewachsen in der friesischen Provinz in einem Arbeiterhaushalt, überraschte Frey seine Familie mit einem exzellenten Jura-Studium und landete nach seiner Dissertation 2001 ausgerechnet in der amerikanischen Großkanzlei, in der Berger inzwischen die Steuerabteilung leitete. Frey tat alles, um aufzufallen. Berger nahm ihn unter seine Fittiche. Die beiden wurden unzertrennlich. Sie wechselten zu einer anderen Kanzlei, 2010 gründeten sie ihre eigene. Gemeinsam verdienten sie Millionen mit Cum-Ex-Geschäften. Steuergeschäfte auf Kosten der Allgemeinheit machten sie schwer reich. Dann zerbrach erst ihr Erfolg, dann ihre Partnerschaft. Heute sind sie bittere Feinde. „Ich hatte halt viel zu tun“: Angeklagter Hanno Berger legt Geständnis ab „Wir fühlten uns wie die Größten“ – Kronzeuge im Cum-Ex-Prozess rechnet ab Warburg-Eigner Olearius scheitert mit Beschwerde gegen Anklage Landesbanken versinken in Cum-Ex-Affäre Ermittlungen gegen langjährige HSBC-Deutschlandchefin Gräfin von Schmettow Das exklusive Abo-Angebot für Sie als Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Crime: www.handelsblatt.com/mehrjournalismus
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Aug 28, 2022 • 50min

Tat ohne Täter – wie sich Politik und Justiz im Cum-Ex-Skandal blamieren

Handelsblatt Crime vom 28.08.2022 Ausgerechnet Landesbanken mischten bei Geschäften auf Kosten der Steuerzahler kräftig mit. Die Strafverfolgungsbehörden müssten ermitteln. Aber sie zögern. Bis zu 18 Milliarden Euro soll die Rettung der West LB nach der Finanzkrise gekostet haben – so schätzte es 2018 der damalige NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans. Der SPD-Politiker saß auch im Aufsichtsrat der West LB. Dass die Bank nach den Milliardenhilfen aus dem Steuertopf den Steuerzahler mit Cum-Ex-Geschäften schädigte, merkte Walter-Borjans nicht. Immer wieder sagte er auf Nachfragen, es habe solche Geschäfte bei der Landesbank nicht gegeben. Das habe ihm der Vorstand so gesagt. Es war falsch. Mehr als 600 Millionen Euro hat die Portigon, die Nachfolgegesellschaft der West LB, inzwischen an Rückstellungen gebildet. Sie sind für Kosten bestimmt, die aus der Aufarbeitung von milliardenschwerem Cum-Ex-Handel der ehemaligen Landesbank erwachsen. Walter-Borjans steht da wie ein begossener Pudel. Die Zeche zahlt am Ende wieder der Steuerzahler – auch die Portigon befindet sich im Staatsbesitz. In anderen Bundesländern sieht es nicht besser aus. Und fiel schon den Aufsichtsräten in den Landesbanken nicht auf, dass krumme Geschäfte liefen, so störten und stören sich auch die Ermittlungsbehörden nicht daran. In Frankfurt dauerte es drei Jahre, bis die Staatsanwaltschaft nach Bekanntwerden von Cum-Ex-Geschäften bei der Helaba eine Durchsuchung unternahm. Landesbanken versinken in Cum-Ex-Affäre KOMMENTAR: Tschentscher sollte gehen Nach Geständnis: Der Angeklagte Hanno Berger windet sich Raubritter mit beschränkter Haftung Maschmeyer & Cum Ex: Der ahnungslose Milliardär Exklusives Angebot für Handelsblatt-Crime-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mit etwas Glück können Sie zudem einen Kindle eReader gewinnen. Mehr Informationen unter: www.handelsblatt.com/sommer-special

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