Ö1 Radiokolleg

ORF Ö1
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Mar 11, 2026 • 22min

Benehmt euch! (3)

Kleiner Versuch über den SIttenverfall: Rüpeln, Pöbeln, Granteln.Seit Corona ist es besonders evident geworden: Gute Sitten sind old school, Höflichkeit war gestern. Wenn man an das Geschrei und Vogelzeigen im Straßenverkehr denkt, vor allem im beliebten Match Auto- gegen Radfahrer, wenn man sich die Verwahrlosung der Austauschformen in den Kommentaren von social media an neuralgischen weltgeschichtlichen Punkten wie dem Gaza-Krieg vor Augen führt, dann besteht wenig Hoffnung für ein gedeihliches zukünftiges Zusammenleben verfeindeter gesellschaftlicher Subgruppierungen. Die Beleidigung hat längst das faktenbasierte Argument ersetzt. Gestaltung: Thomas Miessang, Christoph Winder. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 11.03.2026.
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Mar 11, 2026 • 22min

Benehmt euch! (4)

Was tun gegen den Sittenverfall?Es wäre naiv, zu glauben, dass bessere Umgangsformen zwangsläufig eine bessere Politik zur Folge hätten - das gibt die derzeitige Weltlage einfach nicht her. Aber eine Verbesserung des Diskurses durch Einhaltung bewährter Konventionen würde zumindest wieder einen Hauch von Rationalität in ein zunehmend erratischeres Weltgeschehen bringen und damit den Aspekt der deliberativen Demokratie, wie sie Jürgen Habermas beschrieben hat, stärken: dass nämlich durch Beratschlagung gemeinsame, möglichst konsensuale Entscheidungen getroffen werden.Gestaltung: Thomas Miessgang, Christoph Winder. Redaktion: Ulrike Schmitzer
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Mar 9, 2026 • 13min

Frauen mit Courage: Anna Peczenik (1)

1.400 Österreicherinnen und Österreicher kämpften im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) gegen den Faschismus. Auch 34 Frauen hatten sich den Internationalen Brigaden im Kampf gegen Franco angeschlossen. Anni Peczenik ließ 1937 ihre damals dreijährige Tochter Hanja bei ihrer Großmutter zurück, um sich den Interbrigadisten im Kampf für die Spanische Republik anzuschließen. General Franco hatte 1936 geputscht und einen dreijährigen Bürgerkrieg ausgelöst, der 1939 mit einer Diktatur endete. Irene Filip vom Spanienarchiv am Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes erforscht seit Jahren die Lebenswege der kämpferischen Frauen. Einige von ihnen wurden nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Konzentrationslagern interniert, so auch Anna Peczenik, die Mutter von Hanja Levitan. Peczenik wurde 1944 im Konzentrationslager Buchenwald ermordet.Gestaltung und Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 2. 03. 2026.
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Mar 9, 2026 • 13min

Frauen mit Courage: Marie Langer (2)

Die Spanienkämpferinnen.Die Anästhesistin und spätere bekannte Psychoanalytikerin Marie Langer assistierte ihrem späteren Ehemann, dem Chirurgen Max Langer, bei Operationen gleich hinter der Front. "Damit relativiert sich auch die Aussage so mancher Spanienkämpfer, dass Frauen nicht in die kämpfenden Einheiten der Internationalen Brigaden integriert gewesen seien, sondern nur im Sanitätsdienst oder in anderen "zivilen" Bereichen gewirkt hätten", schreibt Irene Filip vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW). Marie Langer war eine von vier Ärztinnen aus Österreich im Kampf für die Spanische Republik. Insgesamt konnten 25 Österreicherinnen im Sanitätsdienst der Internationalen Brigaden dokumentiert werden.Gestaltung und Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 3. 03. 2026.
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Mar 9, 2026 • 13min

Frauen mit Courage: Goldy Parin-Matthèy (3)

Die Spanienkämpferinnen:Die in Graz geborene Liselotte ("Goldy") Matthèy - Guenet baute in Albacete das Spitallabor auf. "Mitte 1937 war es ganz klar, dass in Spanien die Entscheidung fallen würde, und die, die gegen den Faschismus waren, mussten dorthin. Ich war zwar nie in einer Partei, aber ich bin mit der kommunistischen Jugend nach Spanien gefahren", sagte die spätere Mitbegründerin der Ethnopsychoanalyse in einem Interview. Gerade ist das Buch "Goldy Parin-Matthéy: Spanienkämpferin, Anarchistin, Psychoanalytikerin" über ihr Leben und Werk im Mandelbaum Verlag erschienen. "Das war eine wichtige Erfahrung, die man nur damals machen konnte - alle zusammen in internationaler Solidarität. Die ganze Zeit in Spanien war bestimmt durch dieses gute Gefühl, konform mit seinen Idealen zu sein, auf der richtigen Seite zu stehen und etwas dafür zu tun."Gestaltung und Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 4.03. 2026.
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Mar 9, 2026 • 13min

Frauen mit Courage: Ilsa Barea-Kulcsar (4)

Die Spanienkämpferinnen.Nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs kommt die 34-jährige Wienerin Ilsa Barea-Kulcsar im November 1936 nach Madrid, wo sie in der Zensurstelle für die Auslandspresse arbeitet. In ihrem Roman "Telefónica" beschreibt sie ihre Motivation: "Es schien mir, daß ich in den Bürgerkrieg nicht nur deshalb zu gehen hatte, weil dort der große Kampf zwischen Faschismus und Demokratie - Demokratie, die den Ansatz zu einer sozialistischen Zukunft enthielt - ausgetragen wurde, sondern auch, weil ich dank meiner Erfahrung in internationaler Publizistik und nach dem republikanischen Sieg vielleicht auch in die Arbeiterbildung etwas Positives zu geben hatte."Gestaltung und Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 5. 03. 2026.
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Mar 4, 2026 • 22min

Können Männer Feminismus? (1)

Anlässlich des Internationalen Frauentages 2026 legt Mari Lang in dieser Serie den Fokus auf die Männerperspektive. Die Journalistin, die in ihrem Podcast "Frauenfragen" mehr als 50 Gespräche mit bekannten österreichischen Männern geführt hat, geht u.a. der Frage nach, ob Männer Feministen sein können, ob sie das überhaupt sollten und was es braucht, um ernsthaft einer zu sein.Gestaltung: Mari Lang. Redaktion: Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 2.03. 2026.
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Mar 4, 2026 • 22min

Können Männer Feminismus? (2)

Kann Mann's richtig machen?Wie können und sollen sich Männer bestmöglich im feministischen Diskurs einbringen? Oder ist Feminismus vielleicht gar nicht Männersache?Gestaltung: Mari Lang. Redaktion: Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 3.03. 2026.
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Mar 4, 2026 • 22min

Können Männer Feminismus? (3)

Zwischen "Me too" und "Not all men".Alle zehn Minuten wird, nach Schätzungen der Vereinten Nationen, weltweit eine Frau getötet. In den vergangenen Jahren zählte Österreich zu den Ländern mit den höchsten Femizidraten in der EU. Dass Mädchen und Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden, ist jedoch nur der drastischste Ausdruck eines Geflechts aus Sexismus und struktureller Ungleichheit, der tief in unserer patriarchalen Gesellschaft verankert ist. Die #MeToo-Bewegung hat diese Strukturen 2017 global sichtbar gemacht. Doch wo beginnt Gewalt gegen Frauen eigentlich, und was haben verinnerlichte Männlichkeitsnormen damit zu tun? Wie können Männer Teil der Lösung sein? Denn fest steht: Die Formel "not all men" bleibt eine unzureichende Antwort auf die Realität von Gewalt gegen Frauen.Gestaltung: Mari Lang. Redaktion: Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 4.03. 2025.
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Mar 4, 2026 • 22min

Können Männer Feminismus? (4)

Neue Männerbilder.Wie kann eine Beziehung auf Augenhöhe und eine gleichberechtigte Partnerschaft gelingen? Was kann und muss man(n) dazu beitragen? "Wir brauchen neue, positive Narrative", sagt die Männer- und Geschlechterforscherin Elli Scambor. Mari Lang hat sich auf die Suche nach Beispielen für neue positive Männerbilder gemacht.Gestaltung: Mari Lang. Redaktion: Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 5.03. 2026.

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