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detektor.fm – Das Podcast-Radio
Dieser Podcast ist für alle vielseitig interessierten Hörer. Denn hier sammeln wir alle Inhalte von detektor.fm in einem Ordner. Nie wieder etwas von uns verpassen.
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Sep 13, 2025 • 4min
Was läuft heute? | Das Gift der Seele
Gerechtfertigte Skepsis oder Paranoia?
Laura hat eine erfolgreiche Karriere, eine glückliche Ehe und ist Mutter eines erwachsenen Sohnes. Ihr Leben scheint perfekt — bis Daniel seine neue Freundin Cherry mit nach Hause bringt. Schon beim ersten Treffen ist Laura misstrauisch und glaubt, dass Cherry etwas verbirgt. Während sich die Beziehung zwischen Daniel und Cherry vertieft, wird Laura immer besorgter. Die Situation eskaliert weiter, beide Frauen reißen einander in eine Abwärtsspirale der Manipulation.
Ein Duell der Perspektiven
In diesem Psychothriller wechseln sich die Perspektiven von Laura und Cherry ab, wodurch die Zuschauerinnen und Zuschauer ständig zwischen Vertrauen und Misstrauen hin- und hergerissen werden. Robin Wright und Olivia Cooke liefern sich ein packendes Duell der Gefühle und Manipulation. Die Serie ist eine Adaption des Romans „The Girlfriend“ von Michelle Frances und wurde von Naomi Sheldon und Gabbie Asher entwickelt. Neben Wright und Cooke gehören Laurie Davidson, Waleed Zuaiter, Tanya Moodie, Shalom Brune-Franklin und Anna Chancellor zum Cast. Gedreht wurde unter anderem in London und Spanien.
Die Psychothriller-Serie „Das Gift der Seele“ könnt ihr euch jetzt auf Amazon Prime Video angucken.
Was läuft heute?
Wir bringen Licht in den Streaming-Dschungel. In „Was läuft heute?“ klicken wir uns durch Mediatheken und Streaminganbieter — damit ihr es nicht tun müsst. Unsere Empfehlungen findet ihr täglich überall dort, wo es Podcasts gibt.

Sep 12, 2025 • 45min
Antritt | Tandem: Wie aerodynamisch ist der Mensch, Jens Klötzer?
Im „Antritt“ geht’s in dieser Ausgabe mit Jens Klötzer um die Aerodynamik des Menschen auf dem Fahrrad.
Lufti: Aerodynamik am Fahrrad
In „Lufti — Ein Luftstrom streicht ums Fahrrad“ gehen wir 2025 der Aerodynamik am Fahrrad auf den Grund und besprechen, welche Rolle sie beim Fahrradfahren spielt. Dabei geht es uns nicht nur um aktuelle (Renn-)Sporttechnik, sondern ums Grundsätzliche. Was passiert, wenn wir uns mit einem Fahrrad durch die Umgebungsluft bewegen? Welche Rolle spielen Gegen- und Rückenwind, warum werden wir schneller, wenn wir uns ducken, und wie funktioniert eigentlich ein Windkanal? Nachdem wir grundsätzlich über Aerodynamik gesprochen haben und uns mit der Funktionsweise eines Windkanals beschäftigt haben, geht es in dieser Folge um den Menschen auf dem Rad.
Wie aerodynamisch ist der Mensch?
Der Mensch sorgt sowohl für den Antrieb eines Fahrrades als auch für seinen größten Fahrwiderstand: Ab einer bestimmten Geschwindigkeit beeinflusst der Luftwiderstand maßgeblich, wie schnell wir fahren und als Menschen auf dem Rad sind wir wiederum für einen Großteil dieses Luftwiderstands verantwortlich. Wie können wir also durch Sitzposition und Körperhaltung, durch Kleidung und Verkleidung möglichst strömungsgünstig Fahrradfahren und welchen Einfluss hat das Fahren im Peloton und im Windschatten? Über diese und weitere Fragen geht’s in dieser Folge mit Jens Klötzer vom Tour-Magazin.
Antritt bei Steady und Apple Rückenwind geben
In unserer eigenen „Antritt“-Community bei Steady könnt ihr die Folge immer schon früher hören. Schaut doch mal bei Steady vorbei, wenn ihr uns unterstützen wollt. Schon 2,50 Euro pro Monat geben uns ordentlich Rückenwind! Übrigens: Auch bei Apple Podcasts Abonnements könnt ihr unseren Fahrradpodcast regelmäßig unterstützen und Episoden früher hören.

Sep 12, 2025 • 27min
brand eins-Podcast | Wohlstand für alle?
Wohlstand für alle
Linke sollten mehr und anders über Wirtschaft reden: Davon sind Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt überzeugt und gründen 2019 den Podcast „Wohlstand für alle“, der unter anderem auch als Videopodcast bei Youtube zu finden ist. Ihre Kritik: Auch jene Teile der Linken, die die Fokussierung auf Identitätspolitik und damit die Vernachlässigung ökonomischer Perspektiven kritisieren, beschäftigen sich eigentlich zu wenig mit Wirtschaft und ihren theoretischen Grundlagen. Nymoen und Schmitt wollen das ändern.
Auf Youtube haben sie inzwischen deutlich über 50.000 Abonnentinnen und Abonennten, durch Werbeeinnahmen und Zahlungen auf Steady verdienen sie mit ihrem Kanal Geld und treffen einen Nerv: Die Aussage im Titel ihres Kanals, die gleichzeitig konservatives und linkes Zitat ist, ist längst nicht erreicht. Aktuell ist das zum Beispiel auf dem Wohnungsmarkt besonders deutlich zu spüren, gerade auch für junge Menschen und den großen Teil der Bevölkerung, die über kein großes Vermögen verfügen. Denn die Vermögensverteilung in Deutschland ist seit langem sehr ungleich. Das hat Folgen im Leben vieler Menschen.
Ole Nymoen über Wirtschaft
In „Wohlstand für alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt nicht ausschließlich über Wirtschaft im engeren Sinn. Sie besprechen auch Literatur oder widmen sich in der „Speakeasy Bar“ den Fragen ihrer Hörerinnen und Hörer.
Mindestens einmal pro Woche gibt es eine neue Folge ihres Podcasts, die Themen dafür ergeben sich aus der politischen Lage: Wenn ein konservativer Kanzler Merz die Schuldenbremse umgeht oder der rechte amerikanische Präsident Trump die Unabhängigkeit der US-Zentralbank angreift, dann erklären Nymoen und Schmitt nicht nur die Grundlagen dieser Instrumente und Institutionen, sondern diskutieren auch darüber, dass Konservative und Rechte teilweise linke Forderungen umsetzen, allerdings mit anderer Motivation.
Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert spricht Ole Nymoen über „Wohlstand für alle“, die Notwendigkeit linker Perspektiven auf Wirtschaft und seine Kritik an der Wohlstandsverteilung und den zugrundeliegenden Mechanismen.

Sep 12, 2025 • 27min
Spektrum der Wissenschaft – Der Podcast | Dunning-Kruger-Effekt: Wie wir uns selbst überschätzen
Der Dunning-Kruger-Effekt zählt zu den bekanntesten Phänomenen der Psychologie. Er besagt, vereinfacht gesagt, dass viele Menschen dazu neigen, sich selbst zu überschätzen — und zwar besonders dann, wenn sie selbst eher wenig wissen oder können.
Diese Entdeckung geht auf eine Studie der beiden Sozialpsychologen David Dunning und Justin Kruger aus dem Jahr 1999 zurück. Sie beobachteten, dass Menschen mit geringen Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich ihre Kompetenz häufig stark überschätzen. Gleichzeitig neigten kompetente Menschen dazu, ihre Leistung eher zu unterschätzen. Der Dunning-Kruger-Effekt gehört damit zu den kognitiven Verzerrungen, also systematischen Denkfehlern, die unser Selbstbild und unsere Wahrnehmung beeinflussen.
Die Forscher erklärten ihre Ergebnisse damit, dass den weniger Kompetenten das Metawissen fehlt — also die Fähigkeit, die eigene Leistung objektiv zu beurteilen. Wer nicht weiß, wie komplex ein Gebiet wirklich ist, merkt nicht, wie viel er selbst nicht versteht.
Der Effekt zeigt sich in vielen Lebensbereichen. Im Alltag wird er etwa in Diskussionen über Politik, Medizin oder Technik deutlich, auch beim Autofahren neigen viele dazu, ihre Fähigkeiten zu überschätzen.
Dunning-Kruger-Effekt in der Kritik
Allerdings gibt es auch Kritik am Dunning-Kruger-Effekt. Manche Forschende argumentieren, dass er teilweise durch statistische Probleme erklärt werden kann. Zudem ist umstritten, wie universell und robust der Effekt wirklich ist. Einige weisen auch darauf hin, dass Überschätzung nicht zwangsläufig mit Inkompetenz zusammenhängt. Vielmehr könnten auch Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstvertrauen oder kulturelle Einflüsse eine Rolle spielen.
Trotz dieser Einwände bleibt der Dunning-Kruger-Effekt ein anschauliches Modell dafür, wie Selbstwahrnehmung und tatsächliche Kompetenz auseinanderfallen können. Er sensibilisiert dafür, vorsichtig mit eigenen Einschätzungen umzugehen und zeigt, wie wichtig es ist, Fachwissen, Feedback und Demut in Lernprozesse einzubeziehen.
Christiane Gelitz ist Diplompsychologin und Redakteurin bei Spektrum der Wissenschaft. Sie beschreibt im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer, was es mit dem berühmten Dunning-Kruger-Effekt auf sich hat und wie die heutige Forschung auf das Phänomen blickt.

Sep 12, 2025 • 4min
Was läuft heute? | Oktoberfest 1905
Oktoberfest 1905
Die Serie „Oktoberfest 1905“ ist die Fortsetzung der Serie „Oktoberfest 1900“. In beiden Serien geht es um den Großbrauer und Gastronom Curt Prank, der auf dem Oktoberfest eine Bierburg für 6000 Gäste bauen will. Bei der Umsetzung seines Plans macht er sich viele Feinde. Unter anderem will die Familie Hoflinger seinen Plan aufhalten. Denn ihnen gehört die Münchner Traditionsbrauerei Deibel Bräu und sie fürchten, dass Prank ihnen das Geschäft zerstören wird.
Die beiden Bierbrauerfamilien werden zu Konkurrenten, aber dann verliebt sich Clara, die Tochter von Curt, in Roman, den Sohn der Hoflingers.
Die Geschichte vom Oktoberfest
„Oktoberfest 1900“ basiert lose auf wahren Begebenheiten. Curt Prank hat es zwar nicht als historische Figur gegeben, aber er wurde vom Gastwirt Georg Lang inspiriert. Georg Lang kam, genau wie Curt Prank in der Serie, auch aus Nürnberg und hat die erste große Festhalle auf dem Münchner Oktoberfest bauen lassen.
„Oktoberfest 1905“ hat aber fast gar nichts mehr mit der Realität zu tun. Schon allein deswegen, weil Georg Lang im Jahr 1905 gestorben ist. Curt Prank lebt in der Serie aber weiter und hat es mittlerweile geschafft, seine gigantische Bierburg auf dem Oktoberfest zu bauen. Außerdem hat er eine Fusion mit Deibel Bräu abgeschlossen.
Zwischen Roman und Curt gibt es aber immer noch einen Konkurrenzkampf. Und das obwohl Roman mittlerweile der Schwiegersohn von Curt ist. Ihr könnt euch „Oktoberfest 1905“ jetzt in der ARD-Mediathek ansehen.
Was läuft heute?
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Sep 11, 2025 • 21min
Forschungsquartett | Queerer Aktivismus in Polen: „Bewegende Begegnungen“
Das Forschungsquartett — dieses Mal in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)
Queeres Leben hinter dem Eisernen Vorhang
In Zeiten des Rechtsrucks zeigt sich deutlich, wie zerbrechlich gesellschaftliche Errungenschaften sind, etwa wenn es um den Umgang mit Minderheiten geht. Das erleben zum Beispiel queere Menschen derzeit in vielen westlichen Ländern: Sie werden von Rechtspopulistinnen und Rechtsextremisten ins Visier genommen, weil queeres Leben angeblich eine Gefahr für die Mehrheitsgesellschaft darstelle. Dabei sind es die queeren Menschen, die zunehmend gefährdet sind. Wie schon in der Vergangenheit müssen queere Menschen wieder stärker um Akzeptanz und Wahrnehmung kämpfen.
Dieser Kampf hat eine lange Geschichte — nicht nur in westlichen Ländern, sondern auch in den Staaten des ehemaligen Ostblocks. In der Sowjetunion blieben Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit unsichtbar, sie hatten keine Möglichkeit, gemeinsam politische Forderungen zu stellen. Und trotzdem hat es natürlich auch hinter dem eisernen Vorhang queeres Leben gegeben. „Ich bin auf unglaublich viel Material in Archiven gestoßen: Viele Zeitschriften und Korrespondenzen, die teilweise schon in den 80er-Jahren entstanden sind“, so Geschlechterforscherin Magda Wlostowska.
Aktivistische Pionierarbeit
Einen Ausschnitt aus der Geschichte des queeren Aktivismus in Osteuropa beleuchtet Geschlechterforscherin Dr. Magda Wlostowska vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in ihrer Dissertationsschrift: In „Bewegende Begegnungen“ arbeitet sie heraus, wie Schwule und Lesben im kommunistischen Polen der 80er-Jahre erste Bande zueinander knüpften. Unterstützt wurden sie dabei von westlichen Netzwerken wie der Homosexuellen Initiative in Wien (HOSI). Die HOSI half dabei, Newsletter für queere Polinnen und Polen zu erstellen und diese im Land zu verteilen — ganz ohne die Hilfe offizieller Zeitungen und Publikationen.
Im „Forschungsquartett“ stellt Dr. Madga Wlostowska ihre Doktorarbeit vor und erzählt, wie es trotz Kaltem Krieg und Abschottung gelang, transnationale Netzwerke zwischen Ost und West aufzubauen. Im Gespräch mit detektor.fm-Redakteur Johannes Schmidt gibt sie zudem Einblicke in Briefe, die vor allem schwule Männer einander damals schrieben, und erklärt, welche Bedeutung diese berührenden Dokumente für die heutige queere Szene in Polen haben.

Sep 11, 2025 • 4min
Was läuft heute? | Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht
Das moderne Dating
Viele von uns haben einige Dates gebraucht, bevor sie die richtige Person gefunden haben. Einige strugglen immer noch. Genau wie Amanda in „Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht“. Sie ist 31 Jahre alt und ihr Datingleben läuft nicht besonders gut. Nach mehreren unglücklichen Trennungen hat sie keine Lust mehr und will endlich etwas ändern. Sie stürzt sich in ein neues Dating-Abenteuer und probiert alles mögliche aus: Dating-Apps, Zufallsbekanntschaften und Blind-Dates. Doch auch das scheint sie nicht weiterzubringen.
Loslassen und glücklich sein
Irgendwann denkt Amanda darüber nach, ob sie nicht vielleicht fürs Singledasein bestimmt ist. Auch ihre Freundin gibt ihr einen Rat: alleine klarkommen und erst mal ohne Mann glücklich sein. Amanda nimmt sich das zu Herzen und fängt langsam an, loszulassen. Sie verbringt mehr Zeit mit sich selbst und ihren Freundinnen, schlendert ohne Druck durch den Alltag, datet aber trotzdem weiter — und irgendwie scheint es dann vielleicht doch zu funken … Wie Amandas Dating-Geschichte ausgeht, das erfahrt ihr ab heute auf Netflix in der Serie „Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht.”
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Sep 10, 2025 • 5min
Was läuft heute? | Love is Blind: France
Das Konzept von „Love is Blind“ ist einfach: Die Kandidatinnen und Kandidaten lernen sich in Kabinen, sogenannten „Pods“ kennen, in denen sie nur durch eine Wand miteinander sprechen können. Ziel ist es, sich zu verlieben und sich im besten Fall zu 100 Prozent sicher zu sein — denn nur wer sich in den Pods verlobt, darf einander sehen.
Frankreich und die Liebe
Frankreich ist bekannt für seinen Hang zur Romantik. Nicht ohne Grund ist vor allem Paris ein beliebter Schauplatz für viele romantische Filme und Serien wie „Die fabelhafte Welt der Amelie“, „Emily in Paris“ und „Aristocats“. Ob die 15 Kandidatinnen und Kandidaten das Klischee der hoffnungslosen Romantik bedienen, wird sich zeigen. Wir können uns aber bestimmt wieder auf ordentlich Drama freuen, denn nach der Verlobung folgen gemeinsame Reisen, das Zusammenleben im Alltag und auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Experiment lernen sich untereinander kennen. Dann stellt sich sicher auch wieder die Frage: Spielt Optik nicht vielleicht doch eine Rolle? Wie das Ganze ausgeht entscheidet sich final am Altar. Wer wird „Ja!“ sagen und wer wird gnadenlos sitzengelassen? Das erfahrt ihr ab heute in „Love is Blind: France“, wie immer auf Netflix.
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Sep 9, 2025 • 37min
Geschichten aus der Mathematik | Mura Yakerson und der Gefängnis-Traum
Ein Kratzer mit Folgen
Es gibt viele verschiedene Gründe, warum sich junge Mathematikerinnen und Mathematiker für ein bestimmtes Promotionsprogramm entscheiden. Bei Mura Yakerson fängt alles mit einem Kratzer an. Am 7. Juli 2014 ist sie mit dem Auto in St. Petersburg unterwegs, will eine Freundin vom Bahnhof abholen. Beim Ausparken schrammt sie ein Auto. Mura wundert sich nicht, dass die Überwachungskameras alles genau aufzeichnen. Schließlich hat sie, wie sie selbst sagt, nicht mitten in Moskau einen Oppositionsführer erschossen, sondern eben nur ein Auto geschrammt. Es ist ein Kratzer mit Folgen. Vor Gericht wird Mura Yakerson vor die Wahl gestellt: Ein halbes Jahre den Führerschein abgeben — oder drei Tage ins Gefängnis? Sie entscheidet sich für das Gefängnis. „Wortwörtlich eine Sekunde nach der Verhandlung wird ihr klar: Das war ein großer Fehler“, so Mathematiker Demian Nahuel Goos.
Mura stellt sich drei ruhige und entspannte Tage vor, wird aber schnell von der Realität des Justizvollzugs eingeholt. Am Anfang darf sie weder essen noch trinken, darf ihre Zelle nicht verlassen, hat kaum Kontakt zu anderen Menschen. Was sie hat, ist ein Talisman. Ein Paper über motivische Homotopietheorie von Marc Levine, Mathematik-Professor an der Universität Duisburg-Essen.
Träume von der Mathematik
Mura kennt das Paper schon und im Gefängnis hat sie gar nicht die Muße, es noch einmal zu lesen. Aber es ist da. Und Mura beginnt zu träumen: Was, wenn ich nach Essen gehe? Wenn ich dort meinen Doktor mache? Und zwar über motivische Homotopietheorie bei Marc Levine? Es ist der Traum von der Mathematik, der Mura Yakerson durch die drei Tage im Gefängnis trägt. „In der motivischen Homotopietheorie geht es eigentlich darum, einmal die gesamte Mathematik aufzuräumen“, erklärt Manon Bischoff, Mathe-Redakteurin bei Spektrum der Wissenschaft.
In dieser Folge von „Geschichten aus der Mathematik“ geht es um die Kraft der Phantasie, um den Weg ins K-Theory-Wonderland und die Frage, wie man mit motivischer Homotopietheorie Donuts angeln kann. Über all das spricht detektor.fm-Moderatorin Karolin Breitschädel mit Manon Bischoff, Mathe-Redakteurin bei Spektrum der Wissenschaft, und Mathematiker Demian Nahuel Goos.
„Geschichten aus der Mathematik“ ist ein detektor.fm-Podcast in Kooperation mit Spektrum der Wissenschaft. Die Idee für diesen Podcast hat Demian Nahuel Goos am MIP.labor entwickelt, der Ideenwerkstatt für Wissenschaftsjournalismus zu Mathematik, Informatik und Physik an der Freien Universität Berlin, ermöglicht durch die Klaus Tschira Stiftung.

Sep 9, 2025 • 21min
Kunst und Leben – Der Monopol Podcast | Berlin Art Week 2025 – Auf in den Kunstherbst!
Die Berlin Art Week ist für außergewöhnliche Kunstorte bekannt: zum Beispiel das „Cank“, ein Kunstort in einem ehemaligen Einkaufszentrum in Neukölln. Zur Berlin Art Week zeigt die LAS Art Foundation dort „Dead God Flow“ von Christelle Oyiri und die Reihe „Foundations“ vom Kollektiv CEL. Es geht darum, Schwarze Kunst, Musik und kreativen Aktivismus anders als bisher sichtbar zu machen und alternative Ökosysteme für künstlerisches Schaffen zu entwerfen.
Elke Buhr freut sich außerdem auf die Malerei von Issy Wood. Die britische Künstlerin ist bekannt für ihre figurative Malweise, die sich zwischen Realismus und Surrealismus bewegt. Im Schinkel-Pavillon zeigt sie mit „Magic Bullet“ ihre erste große Einzelausstellung in Deutschland.
Sebastian Frenzel hat sich vor der Art Week mit dem kosovarischen Künstler Petrit Halilaj getroffen. In seinem Werk setzt er sich mit seiner Herkunft, seiner Kindheit, seiner Familie und dem Bürgerkrieg im Kosovo auseinander. Der Hamburger Bahnhof zeigt mit „An Opera Out of Time“ seine erste Oper. Ausgangspunkt dieses Werkes ist der Heimatort von Halilajs Mutter, Syriagana. Hier sollen der Legende nach Adam und Eva nach ihrer Vertreibung aus dem Paradies von den Bewohnerinnen und Bewohnern getraut worden sein.
Kunst ohne festen Ort
In der Sektion „Featured“ zeigt die Berlin Art Week mehr als 25 Projekte, die abseits des institutionellen Kunstbetriebes agieren. So haben zum Beispiel Sophia Süßmilch und Cathrin Hoffmann die Ausstellung „Maximal“ in der „Remise“ in Kreuzberg kuratiert. Hier zeigen sie fast vierzig Berliner und internationale Künstlerinnen und Künstler. Die „Remise“ ist ein Ort, der verschwinden wird, denn das Atelier soll abgerissen werden. Kunst wird in diesem Jahr auch in Kirchen gezeigt, in Industriehallen oder auch im öffentlichen Raum, etwa am U-Bahnhof Hermannplatz oder am Zoologischen Garten.
Die Berlin Art Week steht vor der Tür. In dieser Folge von „Kunst und Leben“, dem Podcast in Kooperation mit dem Monopol-Magazin, erzählen Elke Buhr und Sebastian Frenzel detektor.fm-Moderatorin Sara-Maria Plekat von ihren diesjährigen Highlights. Mona Stehle, Leiterin der Berlin Art Week, spricht über ausgefallene Kunstorte und besondere Sammlungen. Vom 10. bis 14. September zeigen mehr als 100 Museen, Sammlungen, Galerien und Projekträume ihre Kunst.


