Archivradio – Geschichte im Original

SWR
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Jul 4, 2022 • 14min

Fidel Castro besucht DDR und "schenkt" Honecker eine Insel | 19.6.1972

Im Juni 1972 besucht der kubanische Staatschef Fidel Castro mehrere sozialistische "Bruderstaaten" in Europa, darunter die DDR. Bei seinem Treffen mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker überreicht er als Geschenk eine Insel – genauer: Eine Landkarte Kubas mit einer Insel, die Castro nach dem deutschen Kommunistenführer Ernst Thälmann benennen ließ. Thälmann war Vorsitzender der KP in der Weimarer Republik und Anhänger Stalins. Er wurde von den Nazis im KZ Buchenwald ermordet. Die Ernst-Thälmann-Insel existiert bis heute. Am 19. Juni 1972 überträgt der Rundfunk der DDR das Treffen zwischen Castro und Honecker und deren Verlautbarungen.
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Jul 2, 2022 • 3min

Aufruf zur Einigkeit des deutschen Volkes | August 1916 / 2. Juli 1918

Der Sozialreformer Lujo Brentano pocht auf die 1916 noch junge deutsche Einheit, die auch nach dem Krieg zentrales Interesse der Politik bleiben soll. Die Rede stammt vom August 1916, wurde aber zwei Jahre später im Juli 1918 von ihm nachgesprochen und aufgezeichnet. "Unser wertvollstes Kriegsziel ist die innere Einigung des deutschen Volks" "Die größte Sicherheit für die Zukunft des Deutschen Reiches liegt allerdings nicht in der Durchsetzung dieser oder jener Friedens[...]. Sie ist allein dann gegeben, wenn die innere Einigkeit, die durch die von außen uns drohende Gefahr hergestellt worden ist, auch nach deren Beseitigung fortdauert. Am 1. August sind es zwei Jahre gewesen, dass der Kaiser das Wort gesprochen hat: "In dem bevorstehenden Kampfe kenne ich in meinem Volk keine Parteien mehr gibt, es gibt unter uns nur noch Deutsche." Die Aufgabe, die gestellt war, war zu groß, als dass sie mit den Klassen, die bisher maßgebend gewesen waren, gelöst werden konnte. Die staatlichen Klassen zu schwach waren, die Zucht ist der Kaiser mit der Nation [?]. Mit dieser Zuversicht, dass die Nation die Aufgabe lösen werde, sind wir ins Feld gezogen. "Das ganze deutsche Volk" ist unser Schlachtruf gewesen. Er hat uns stark gemacht und mit ihm haben wir bisher gesiegt und nur mit ihm werden wir weiter siegen. Der Reichskanzler aber, der uns das Versprechen gegeben hat, dass auch nach Wiederkehr des Friedens jene Ungleichheit in der Behandlung der Parteien, die unser inneres politisches Leben schon lange vergiftet hat, aufhören soll, hat uns damit ein Kriegsziel gesteckt, das alle übrigen Kriegsziele weit überstrahlt. Er hat uns die Aussicht eröffnet auf einen besseren und edleren Tag, der unserem Volk in Zukunft aufgehen soll. Auf eine Zukunft, in der auch die breite Masse des Volks Anteil haben soll an den Früchten des Siegs, der ja recht eigentlich ein Sieg des Volkes sein wird. Gelingt es, dieses Ziel zu erreichen, so wird es aller Opfer wert sein, die das deutsche Volk in diesem Kriege gebracht hat und bringt. [...] dem deutschen Volke dieser Siegespreis, so wird es keinen Feind mehr geben, der ihm widersteht. Unser wertvollstes Kriegsziel ist die innere Einigung des deutschen Volks und die damit gegebene Behauptung unseres Vaterlands gegenüber jedweder Übermacht.“ Lujo Brentano Lujo Brentano (1844 - 1931) war Nationalökonom und Sozialreformer. Er gehörte zu den Unterzeichnern des "Manifests der 93" ("Aufruf an die Kulturwelt"). Darin werden die Vorwürfe der Kriegsgegner Deutschlands bestritten. Brentano distanzierte sich allerdings später wieder davon, wie andere Unterzeichner auch hätte er den Text bei Zusage der Zustimmung nicht gekannt. Brentanos Einfluss reicht bis in die Gründungsphase der Bundesrepublik Deutschland und der Sozialen Marktwirtschaft, Theodor Heuss war u.a. einer seiner Studenten. Aufnahmedatum: 2.7.1918 (nachgesprochen)Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
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Jun 29, 2022 • 3min

Verkaufstart für das iPhone | 29.6.2007

Ein halbes Jahr nachdem Apple-Chef Steve Jobs das iPhone der Öffentlichkeit vorgestellt hat, kommt es in den USA auf den Markt. Es kostet 600 Dollar – das schreckt aber viele nicht ab, sich schon Tage vorher vor den Apple-Stores anzustellen, um das neue Gerät zu kaufen. Aus New York berichtete damals Martina Buttler.
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Jun 23, 2022 • 6min

"Inventing Anna": Hochstaplerin Anna "Delvey" Sorokin wird verurteilt | 26.4. bis 9.5.2019

Anna Sorokin gibt sich in New York als Millionenerbin Anna Delvey aus Das ist die wahre Geschichte, die der Netflix-Serie "Inventing Anna" zugrunde liegt: Anna Sorokin, eine junge Frau, in Russland geboren und im deutschen Eschweiler aufgewachsen, kommt nach New York, spielt dort die Millionenerbin und ambitionierte Geschäftsfrau "Anna Delvey", erschleicht sich auf diese Weise Zugang in die High Society, und das über Jahre – bis die Geschichte auffliegt, weil immer mehr Menschen das viele Geld, das sie ihr anvertrauen, auch mal wieder sehen wollen und die Luxushotels, in denen sie genächtigt hat, die Geduld verlieren und sie anzeigen. Anna Sorokin kommt vor Gericht, die Geschworenen halten sie am 26. April 2019 für schuldig. Am 9. Mai 2019 schließlich fällt das Urteil. Vorher verteidigt ihr Anwalt sie noch einmal: Mit ihrer wahren Biografie habe Anna Sorokin in der Gesellschaft vor verschlossenen Türen gestanden, deshalb habe sie sie auf ihre Weise eingetreten. Nach 20 Monaten wegen guter Führung entlassen – und erneut verhaftet 2021, nach 20 Monaten Haft wird Anna Sorokin wegen guter Führung entlassen. Prompt checkt sie wieder in einem Luxushotel ein. Sie wird erneut festgenommen, die US-Einwanderungsbehörde entscheidet, sie nach Deutschland abzuschieben. Netflix bringt die Geschichte als Miniserie heraus Noch während sie in Abschiebehaft sitzt, bringt Netflix ihre Geschichte – stark fiktionalisiert – als Miniserie heraus.
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Jun 15, 2022 • 7min

Heinz Brandt ist befreit und berichtet von seiner Verschleppung | 3.6.1964 | Entführt nach Ostberlin (13)

Heinz Brandt ist befreit und berichtet von seiner Verschleppung Drei Jahre nach seiner Entführung wird Heinz Brandt freigelassen. In einer Pressekonferenz schildert er seine Entführung und Gefangennahme.
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Jun 15, 2022 • 5min

Heinz Brandts Frau über die Verschleppung ihres Mannes | 16.6.1961 | Entführt nach Ostberlin (12)

Drei Wochen nach der Entführung von Heinz Brandt am 16. Juni 1961 äußert sich seine Frau, Anneliese Brandt, und spekuliert über die Gründe der Stasi.
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Jun 15, 2022 • 4min

DGB und IG Metall fordern Heinz Brandts Freilassung | 27.6.1961 | Entführt nach Ostberlin (11)

Auf dem Gewerkschaftstag der ÖTV am 27. Juni 1961 informiert der DGB-Vorsitzende Willi Richter über den Stand der Dinge im Entführungsfall Heinz Brandt und verurteilt das Vorgehen der DDR-Regierung. Im Bild: Berlin, 27. Oktober 1961, Kongress des DGB in der Kongresshalle: G. Maparas, James B. Carey, Willi Richter, der Regierende Bürgermeister Willy Brandt, Arne Geijer, Omer Becu, Schevenels, S.I.Ese, A.Jauregiu. (v.l.n.r.)
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Jun 15, 2022 • 5min

Gewerkschafter Heinz Brandt wird verschleppt | 23.6.1961 | Entführt nach Ostberlin (10)

Am 16. Juni 1961, knapp zwei Monate vor dem Bau der Mauer, wird der Gewerkschafter Heinz Brandt verschleppt. Brandt war 1958 aus der DDR geflohen und Redakteur bei der IG Metall in Frankfurt. Während einer Reise nach Ostberlin wird er betäubt und entführt, was die Öffentlichkeit aber erst viel später erfuhr. Wir werden die Einzelheiten noch von ihm selbst hören. Am 23. Juni 1961 informierte ein Mitarbeiter des Berliner Innensenats die Presse über erste Ermittlungsergebnisse.
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Jun 15, 2022 • 1h 9min

Menschenraub-Prozess gegen die Entführer von Walter Linse | 4.6.1954 | Entführt nach Ostberlin (9)

Im Juni 1954 steht Kurt Knobloch vor Gericht, einer der Entführer des Rechtsanwalts. Vor der Zweiten Großen Strafkammer in Moabit schildert er seine Version, wie die Entführung vonstatten ging. Vernommen wird außerdem der Zeuge Horst Brüggemann. Quelle: Deutschlandradio DZ080074
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Jun 15, 2022 • 5min

Polizei fasst die Entführer von Walter Linse | 13.11.1952 | Entführt nach Ostberlin (8)

Der Berliner Polizeipräsident Johannes Stumm verkündet, dass die Entführer von Walter Linse gefasst seien. Er nennt die Namen mitsamt der Adresse. Völlig unklar ist zu diesem Zeitpunkt das Schicksal Walter Linses. Erst Jahre später erfährt die Öffentlichkeit: Er wurde nach der Entführung nach Moskau gebracht, dort zum Tode verurteilt und im Dezember 1953 erschossen. Quelle: Deutschlandradio DZ105285

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