

Carls Café
Michael Carl
Carls Café ist ein Podcast über Zukunft und die Menschen, die sie gestalten. Nicht als Vision, sondern als Entscheidung.
Zukunftsforscher Michael Carl spricht mit Menschen, die Verantwortung übernehmen – in Unternehmen, Organisationen und Gesellschaft. Menschen, die handeln, auch wenn es Gegenwind gibt. Die nicht alles wissen, aber trotzdem losgehen.
Die Gespräche sind ehrlich, persönlich und ungeschönt. Es geht um Haltung statt Buzzwords. Um Entscheidungen statt Konzepte. Um die Frage, was Zukunft im Alltag wirklich kostet – und was sie möglich macht.
Carls Café ist kein Zukunftstalk. Es ist ein Ort für Zukunft als Praxis.
Mehr über Michael Carl und Carls Zukunft:
https://carls-zukunft.de
Zukunftsforscher Michael Carl spricht mit Menschen, die Verantwortung übernehmen – in Unternehmen, Organisationen und Gesellschaft. Menschen, die handeln, auch wenn es Gegenwind gibt. Die nicht alles wissen, aber trotzdem losgehen.
Die Gespräche sind ehrlich, persönlich und ungeschönt. Es geht um Haltung statt Buzzwords. Um Entscheidungen statt Konzepte. Um die Frage, was Zukunft im Alltag wirklich kostet – und was sie möglich macht.
Carls Café ist kein Zukunftstalk. Es ist ein Ort für Zukunft als Praxis.
Mehr über Michael Carl und Carls Zukunft:
https://carls-zukunft.de
Episodes
Mentioned books

Jun 23, 2022 • 37min
#108 Alexander Grevel – Der Aufstand der Letzten Generation
Diese Woche in der Zukunft: Der Aufstand der Letzten Generation läuft. Er heizt die Debatte um Klimaschutz auf; das ist auch genau die Absicht. Ist das angemessen? Zielführend? Oder doch nur störend? Sprechen wir mit einem der ersten, die mit Sekundenkleber auf Asphalt für ihre Zukunft streiten.Diese Folge beginnt mit einem Tweet von @AlexanderGrevel: „Liebe Menschen, vor ein paar Monaten (Februar 2022) habe ich meine Doktorarbeit an der Uni Freiburg erfolgreich abgeschlossen. Nun fängt ein neuer Lebensabschnitt an: ab dem 18. Juni werde ich mit @AufstandLastGen in #Beriln in den friedlichen zivilen Widerstand gehen, weil ich überzeugt bin, dass wir aufgrund des knappen Zeitfenster die Möglichkeiten für Klimastreiks und Petitionen ausgeschöpft haben…“ Dr. Alexander Grevel hat Chemie studiert, in Biologie promoviert und hat seine akademische Laufbahn abgebrochen, um als Aktivist für schnelle und drastische Maßnahmen zum Klimaschutz zu kämpfen. Er ist seit einigen Monaten aktiv bei der Gruppe Aufstand der letzten Generation, die gerade eine weitere Aktionswelle gestartet haben. Alexander geht mit ungefähr 200 Menschen in Berlin auf die Straße, um zu stören – und mit dieser Störung auf die Forderungen der „Letzten Generation“ hinzuweisen. Der Schlüssel ist der Sekundenkleber, mit dem sich die Aktivisten auf Straßen kleben und damit den Verkehr dort lahmlegen, wo es besonders weh tut. Die Störung ist Programm. Warum die Drastik? Radikal wäre es, nichts zu tun, so Alexander. Das Zeitfenster, in dem wir noch nennenswertes unternehmen können, ist nicht mehr lange offen. Danach, so Alexander, wird unsere Welt von Hunger, Wasserknappheit, Flucht und Kriegen bestimmt sein. Im Moment steuern wir geradewegs darauf zu. Ist diese Aktionsform gerechtfertigt? Was bringt Menschen dazu diese Aktionsform zu wählen? Sie werden angebrüllt, geschlagen, von der Fahrbahn gezerrt. Alexander sagt: Die Störung ist absolut notwendig. Und die Letzte Generation hat Zulauf: Im vergangenen halben Jahr hat die Gruppe sich von 25 auf 200 Menschen vergrößert und mit jeder Störung werden es mehr. Die Menschen werden aufmerksam und sprechen darüber, gerade weil sie in ihrem Alltag blockiert werden.Aber ist das was die Gruppe tut radikal? Oder ist es radikal nichts zu tun? Der Generalsekretär der vereinten Nationen, António Guterres sagt, die wahren Radikalen sind die Regierungen, die einfach so weiter machen, wie sie das seit Jahrzehnten machen. Parallel bereitet Alexander die Gründung einer neuen linken Partei vor. Das ehrgeizige Ziel: Der Einzug in den Bundestag bei der kommenden Bundestagswahl. Was ist Eure Meinung zum Protest der Letzten Generation? Schreibt es uns auf LinkedIn, YouTube oder Twitter!Zu Gast in dieser Woche: Dr. Alexander Grevel, Vorstandsmitglied Klimaliste Deutschland, seit einigen Monaten aktiv bei der Gruppe „Aufstand der letzten Generation“

Jun 16, 2022 • 33min
#107 Katharina Reuter – Nachhaltigkeit radikaler denken
Diese Woche in der Zukunft:Was wissen wir alle noch nicht über Nachhaltigkeit? Katharina Reuter sagt: Wir sind uns immer noch nicht der Dramatik unserer Situation bewusst. Dass Nachhaltigkeit ein Thema ist, haben inzwischen viele verstanden. Unternehmer:innen ohnehin, aber auch Verbände. Aber mit welcher Drastik wir an die Kerngeschäfte unserer Unternehmen, an die Regularien unserer Gesellschaft und unser Konsumverhalten ranmüssen, ist doch noch nicht überall präsent. Hinter der Fassade begegnet Katharina immer noch und immer wieder die Annahme, im Kern könne doch noch eine Weile alles im Wesentlichen so bleiben wie es ist und immer schon war. Überraschung: Kann es nicht. Katharina sagt: Das dürfen wir schon aus purem Selbstschutz nicht tun. Wie können wir jetzt also ein Gespür für diese Dringlichkeit herstellen? Ganz offensichtlich eine der Kernfragen. Ein Tankrabatt hilft jedenfalls nicht …. Spannend ist auf jeden Fall unsere Sprache. Warum nennen wir das eine Banane und das andere Biobanane – anstatt von Banane und Pestizidbanane zu sprechen? Unser Bild von Normalität steht in Frage. Das neue Normal braucht auch neue Begriffe. Was wäre denn ein attraktiver Begriff, den wir statt „Ressourceneffizienz“ verwenden könnten? Wer einen Vorschlag hat, immer her damit. Schauen wir in die Zukunft: Wenn wir es in zehn Jahren geschafft haben werden, uns schnell genug in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern – wo stehen wir dann? Katharina sagt: Hoffentlich haben wir dann endlich unsere Prioritäten sortiert, haben in unseren Strategien und Zielsystemen verankert, dass Nachhaltigkeit gleichberechtigt neben unternehmerischem Erfolg steht. Ökologie, Soziales und der Profit eines Unternehmens können nicht mehr über oder untereinander vorkommen. Katharina betont: Wir haben nicht mehr die Wahl, einfach so weiterzumachen wie bisher, also sollten wir alle radikaler denken und nicht darauf warten, dass es jemand vor uns tut. Eine offene Frage: Warum lassen wir uns immer noch Diskussionen von gestern aufnötigen? Ein Erklärungsansatz: Während die weit überwiegende Mehrheit von Unternehmen längst verstanden hat, dass die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit zwar radikal, aber der Weg zum Erfolg ist, hängen die klassischen Verbände vielfach hinterher und warten noch auf den letzten, der noch in seiner alten Welt hängt. Vielleicht brauchen wir neue Verbände?Zu Gast in dieser Woche: Katharina Reuter, CEO des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft (BNW)

Jun 9, 2022 • 36min
#106 Eric Eller - Vertrauen auf Herz und Nieren geprüft
Vertrauen ist die zuversichtliche Entscheidung für Verletzlichkeit. So sagt es Eric Eller, Psychologe und Autor des Buches "Vertrauensarchitektur". In dem Band gibt er einen guten und umfassenden Überblick zur Forschung: Was ist Vertrauen im Unternehmenskontext? Warum vertrauen wir? Wie kommen wir auf die Idee, uns auf ein Gegenüber einzulassen, von dem wir Entscheidendes nicht wissen - und dennoch glauben, dass die gemeinsame Beziehung tragen wird? Eric hat sich mit Thema zu einem Verfechter des Vertrauens entwickelt. Er fragt: Bis hinunter zur einzelnen Telko - was tun wir, um Vertrauen zu fördern?Die wichtigste Botschaft: Vertrauen ist fundamental. Parallel dazu die gute Nachricht: Wir können etwas tun, um Vertrauen zu fördern. Allerdings ist das keine Frage der Anstrengung, sondern viel eher eine der Rahmenbedingungen. Der Kontext zählt. Wie ist meine Arbeitsumgebung, wie der Umgang mit mir als Kunde? Laden Sie mich ein, Vertrauen zu testen? Als Framework schlägt Eric den Dreischritt Wollen - Können - Einschätzen vor. Ich gebe Vertrauen als Ergebnis einer freien Entscheidung. Ich werde das nur tun, wenn ich die Möglichkeit habe, Vertrauen zu schenken. Und das setzt wiederum voraus, dass ich die Lage beurteilen und einschätzen kann. Dann finde ich den Einstieg in positive Feedbackschleifen und das Vertrauensniveau kann wachsen. Ein ganz praktisches Problem: Im Kontext Nachhaltigkeit fehlen häufig die Verstärkungseffekte dieses dritten Schritts. Es ist eben nicht sinnlich erfahrbar, ob der Paketdienstleister meiner Wahl seine CO2-Emissionen tatsächlich kompensiert oder nicht. Das lässt sich kaum ausgleichen; die eigene nachvollziehbare Erfahrung führt zu ganz anderen Zuwächsen des Vertrauens als abstraktes Wissen über Zertifikate und Reports. Was ist die Alternative zu Vertrauen? Verweigerung oder Kontrolle. Beides keine attraktiven Modelle, weder im eigenen Unternehmen noch zum Beispiel in der Kundenbeziehung. Zu Gast: Dr. Eric Eller, Psychologe und Autor des Buches "VertrauensArchitektur: Wie Vertrauen entsteht und wie Unternehmen die richtigen Kund:innenerlebnisse dafür schaffen"

Jun 2, 2022 • 38min
#105 Florian Kunze – Irrtümer über Digitalisierung, Demografie & Diversity
Diese Woche in der Zukunft: Diese Folge räumt mit einer Reihe von grundlegenden Irrtümern zur Zukunft der Arbeit auf. Florian Kunze leitet das „Future of Work Lab“ an der Uni Konstanz und forscht über die großen Drei Ds: Digitalisierung, Demografie und Diversity. Drei Themen, bei denen wir immer wieder Annahmen begegnen, die sich bei genauerer, sprich: wissenschaftlicher Betrachtung, als Irrtum herausstellen. Digitalisierung, logisch, brennt aktuell. Wer hier gestalten will, muss schnell handeln. Florian hat in seinem Lab die Veränderungen im Zuge der Corona-Krise untersucht. Sein klares Ergebnis: Der Wandel bleibt. Wir werden keine flächendeckende Rückkehr zu alten Arbeitswelten sehen, schon gar nicht mit Zwang. Wer seine Mitarbeiter:innen zur Rückkehr ins Büro zwingt, muss mit einem Rückgang von Motivation und Produktivität von 12% rechnen. Übersetzt: Jeder achte Mitarbeiter wird zwar noch bezahlt, leistet aber nichts mehr. Noch ist es einfach, ins Gestalten zu kommen. Lediglich 20% der Unternehmen gehen das Thema mobiles und hybrides Arbeiten derzeit aktiv und konstruktiv an. Florians Empfehlung: Wenn schon nicht bei den ersten 20%, sei wenigstens bei den ersten 21% dabei. Einfacher wird es nicht, sich einen enormen Vorsprung bei der Gewinnung von Fach- und Führungskräften zu verschaffen. Ein Irrtum zur Demografie: Ältere Generationen kommen mit der digitalen Arbeitswelt nicht zurecht. Eine verbreitete Annahme, die keiner Untersuchung standhält. Der Irrtum zur Diversität: Diverse Teams seien erfolgreicher. Das mag noch so oft in Sonntagsreden behauptet werden, allein: Belegen lässt es sich nicht. Es mag gute normative Gründe geben, mehr Diversität in Unternehmen zu holen. Gerechtigkeit, Fairness, Teilhabe, etc. Florian geht sogar so weit: Schaffen wir einen Alibi-Posten für eine Führungskraft, der dann aber wiederum niemand Gehör schenkt, schaffen wir die Vielfalt also nur zum Schein, richten wir in den Unternehmen sogar mehr Schaden an, als wenn wir ausschließlich homogene Teams beschäftigen würden. Ergänzung, Diskussion, Widerspruch gerne bei Twitter, LinkedIn, YouTube!Zu Gast in dieser Woche: Florian Kunze, Professor für Organisational Studies am Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft der Universität Konstanz. Er leitet das Konstanz Future of Work Lab.@Profkunze

May 26, 2022 • 34min
#104 Oliver Voigt & Sven Damm - Es gibt keinen Fachkräftemangel
Diese Woche in der Zukunft: Eine Folge direkt von unserem diesjährigen Future Camp „Zukunft der Arbeit“ in den portugiesischen Bergen. Ein hier intensiv diskutiertes Thema: Der Fachkräftemangel. Genauer: Warum wir glauben, dass wir einen haben, und was tatsächlich dahintersteckt. Natürlich: Etliche Unternehmen suchen neue Mitarbeiter:innen und finden sie nicht. Was bis vor kurzem noch ein Phänomen bestimmter Branchen und einzelner Regionen war, greift um sich. Überall Fachkräftemangel. Michael Carl im Gespräch mit den People & Culture-Spezialisten Oliver Voigt und Sven Damm. Das Angenehme im Unangenehmen: Wenn der Fachkräftemangel schuld ist, dass mein Unternehmen keine Mitarbeiter:innen findet, haben wir einen externen Faktor. Um den sich dann auch jemand Externes kümmern sollte, die Politik zum Beispiel. Oder die IHK. Und alle demografischen Indikatoren weisen ja auch darauf hin, dass die Annahme eines solchen Mangels plausibel ist. Gegenrede: Es sind vor allem die Grenzen unseres eigenen Denkens, die unseren Talentpool beschränken. Vergrößern wir den Pool, in dem wir suchen, können wir auch wieder aus dem Volleren schöpfen. Anstatt schnell einen externen Mangel verantwortlich zu machen, so der Appell des Zukunftscamps, könnten wir uns auch den unangenehmen Fragen stellen: Warum soll denn ein neuer Mitarbeiter bei uns arbeiten wollen? Was können wir der einen Kandidatin bieten, dass sie sich für uns entscheidet? Geld natürlich, aber noch wichtiger bei Themen der Kultur, der Entwicklung, der Zusammenarbeit, etc. Oder wir schauen gleich auf die vorhandenen Mitarbeiter:innen. Eine kurze Abwägung der Zahlen: Bis jemand Neues wirklich produktiv ist, vergeht alles in allem fast ein Jahr. In der Zeit können wir fast jede:n interne:n Mitarbeiter:in auch zu neuen Aufgaben hin entwickeln. Wenn wir denn wollen.Um Missverständnisse zu vermeiden: Der „War for Talents“ ist ganz real. Das kriegerische Sprachbild ist zwar wohl etwas martialisch, aber der Wettstreit um die besten und geeignetsten Mitarbeiter ist ganz handfest – und muss höchste Priorität genießen. Nur eines ist wichtiger für den Erfolg eines Unternehmens, als die richtigen Talente zu gewinnen: Talente halten.Die Phase, in der Unternehmen gelernt haben, sich auf ihre Kunden einzurichten, geht ihrem Ende zu. Das können wir, dafür haben wir die Tools, die Methoden und die Daten. Jetzt geht es darum, diese Kenntnisse auf Mitarbeiter:innen anzuwenden. Wer heute noch glaubt, ein einzelnes jährliches Mitarbeitergespräch würde ausreichen, um die einzelnen im Team wirklich zu kennen, darf sich an den Gedanken gewöhnen: Das reicht nicht. Zu Gast in dieser Woche:Sven Damm, Gründer und CEO von BrainsworkOliver Voigt, VP HR Data, Analytics & Workforce Management, Nets Group

May 19, 2022 • 47min
#103 Axel Kaiser – Aus der Traum von Zahnpasta
Diese Woche in der Zukunft:Im normalen Leben betreibt er mit seinem Bruder ein Dentallabor und macht Kronen und Brücken. Gelernt hat er Automechaniker. Seine Leidenschaft gilt dem Fragen stellen. So kam Axel Kaiser dazu, Tabletten für die Zahnpflege herzustellen, Denttabs. Axel sagt: In zehn Jahren wird es keine Zahnpasta mehr geben. Und wer jetzt Angst vor Karies und Faktur bekommt, der sei beruhigt. Axel sagt: Das ist gut so, denn nahezu alles, was wir über das Zähneputzen zu wissen glauben, ist schlicht falsch. Die Frage, mit der die Reise zu den Denttabs begann, war: Warum ist eigentlich Wasser in der Zahnpasta? Zumal wir wegen des Wassers in der Paste eine ganze Reihe anderer Stoffe brauchen, von denen wir nicht wollen, dass sie sich über die Jahre im Körper ansammeln. Das führte zu den ersten Denttabs. Die Tablette war also zuerst da. Aus den Erfahrungen der Nutzer hat Axel dann gelernt, dass wir mit dem meisten, was wir über Zahnpflege wissen, falsch liegen. Anders gesagt: Was das eigentliche Potenzial der Tabletten ist. Bei DM wurden sie gelistet, weil die Verpackung kompostierbar ist. Egal, Hauptsache, es geht voran. Das Richtige tun. Um diesen Begriff kreist das Gespräch zwischen Michael und Axel. Ob das Projekt mit den Denttabs sich durchsetzt, ist noch offen. Ob es richtig ist, daran hat Axel keinen Zweifel. Er sagt: Jede:r von uns es in der Hand, selbst loszugehen und Fragen zu stellen. Dinge genau verstehen zu wollen. Und dann seine Schlüsse draus zu ziehen. Warum aber tun wir das oft nicht? Warum kommt niemand anderes in der Zahn-Branche auf die Idee, das WIssen über Zähneputzen zu hinterfragen und neue Lösungen zu entwickeln? Es ist doch nicht so, als wären alle in der Branche inkompetent. Im Gegenteil. Das ist der unternehmerische Erfolg: Nach vielen Jahren hört dir einer zu. Wenn ich ein gutes Produkt habe und ich das Leuten erklären kann, dann wird sich auch der wirtschaftliche Erfolg einstellen. Nicht immer. Aber so herum muss es sein. Auch wenn es fast 20 Jahre dauert, bis dieser Erfolg sich einstellt, wie bei Axel. Woher nimmt er seine Ausdauer? Aus seiner Arbeit. Axel betont: Wenn das, was ich an Arbeit mache, nicht Teil meines Lebens ist und ich keine tiefe innere Beziehung dazu habe, dann mache ich das nicht. Deshalb brauche ich auch keine Work-Life-Balance. Zu Gast in dieser Woche: Axel Kaiser, Gründer von Denttabs, mit Leidenschaft im Vorstand von BNW - Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft

May 12, 2022 • 40min
#102 Ralf Lanwehr – Warum alle deine Ratgeber zu Führung Altpapier sind
Diese Woche in der Zukunft: Sprechen wir über Führung. Irgendwer muss doch schließlich dafür sorgen, dass Unternehmen, Organisationen, Teams sich entwickeln – kurzum: Ein Stück Zukunft schaffen. Schauen wir also auf die Führungskraft. Was braucht sie, um gestalten zu können? Was, um Transformation auszulösen? Ralf Lanwehr ist Wirtschaftspsychologe (und vieles andere mehr). Er forscht zu Führung, um mehr zu haben als nur ein Bauchgefühl aus dem Bahnhofsbuchhandel. Im Podcast erzählt Ralf, was wir zu Führung wissen können, wie wir Unfug von Evidenz unterscheiden und ob wir Charisma lernen können. Ralf sagt: Unterschiedliche Führungsstile sind nicht an sich besser oder schlechter. Es kommt auf den Kontext an. In einer akuten Krise kann ein autoritärer Führungsstil sehr wirkungsvoll sein, den dann auf Dauer niemand ertragen wollen würde. Ralf arbeitet viel mit Fußballvereinen; man schaue sich nur einmal an, welche Trainer kurzfristig vor dem Abstieg retten und welche nachhaltigen Erfolg aufbauen können. Was zum Beispiel wenig über den Erfolg von Führungskräften sagt: Selbstsicherheit. Ralf coacht sehr erfolgreiche Führungskräfte, deren emotionale Instabilität eine Quelle sehr sensibler Wahrnehmung ist. Ralf hat in Studien empirisch zeigen können, wie sich Charisma-Training positiv auswirken kann. Eine gute Nachricht: Wenn wir schon Aussehen und Stimme nur wenig beeinflussen können, die sich aber enorm auf die Charismatik auswirken, so können wir charismatisches Verhalten doch lernen. Es gibt Hoffnung. Regelrecht ärgerlich wird Ralf, wenn es an schlechte Informationen und lausige Bücher geht. Viel von dem, was in Bestsellerlisten steht, hat vielleicht für den einzelnen Autor funktioniert. Aber gilt das auch für andere? Hier sind seine drei wichtigsten Empfehlungen für substanzielle Literatur über Führung. Wer also im Sommer noch nichts weiter vorhat: 1. Amy C. Edmondson – Die angstfreie Organisation: Wie Sie psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz für mehr Entwicklung, Lernen und Innovation schaffen 2. Asam Grant – Think Again: The Power of Knowing What You Don't Know 3. Chip Heath, Dan Heath – Switch: How to change things when change is hardWir leben mittlerweile in einer Welt, in der die Menschen alles hinterfragen und das ist auch gut so. Aber verändern sich eigentlich die Mechaniken von Führung oder bleiben sie gleich und wir müssen sie lediglich neu justieren? Ralf beantwortet diese Frage aus dem Bauch heraus: Compliance und zumindest eine gewisse Produktivität werden ja nicht unwichtig. Gleichzeitig wird aber die Flexibilität immer wichtiger, um die steigende Zahl von Konflikten aufnehmen zu können. Wir brauchen mehr Kreativitätsrollen in unserer heutigen Führung und mehr Mut zur Umsetzung.Die Welt ist eine andere, in der keiner mehr den Checker – kann alles und alle andern können nichts – und seinem Kollegen Teflon Billy, an dem jede Kritik abperlt, braucht. In dieser Welt will keiner mehr arbeiten, weil sie mit Sicherheit nicht innovativ ist. Wir brauchen Führung, die offen zu ihren Fehlern steht und Verletzlichkeit zeigt. Mehr Menschlichkeit ist auch in der Führung und der Transformation gefragt. Zu Gast in dieser Woche: Ralf Lanwehr, Psychologe, Data Scientist, Professor für Management an der FH Südwestfalen und seit über 20 Jahren als Berater tätig.

May 5, 2022 • 39min
#101 Anna Yona – Nachhaltigkeit ist nicht genug
Diese Woche in der Zukunft: In dieser Folge könnten wir wunderbar über Schuhe reden, immerhin hat Anna Yona gemeinsam mit ihrem Mann „Wildling Shoes“ gegründet und sehr schnell sehr erfolgreich gemacht. Machen wir aber nicht. Wir sprechen über Größeres. Anna nennt es „Re:generation“ und sagt: Nachhaltigkeit ist nicht mehr genug, die Zeit des Bewahrens ist vorbei. Jetzt geht es darum, einen positiven Beitrag zu leisten, gerade als Unternehmen.Wer nur den Schaden minimieren will, den die eigene Produktion, die Logistik, die Energieversorgung anrichten, wird am Ende genau das: Schaden anrichten. Vielleicht weniger, aber Schaden eben doch. Darum kann es auch nicht ausreichen, mit noch so hübschen Zertifikaten zu belegen, welchen Emissionsstandards irgendein Zulieferer am anderen Ende der Welt folgt. Das ist gut, aber eben nicht so gut, wie es sein könnte. Anna will tiefer bohren: Wie können wir mit unserem Unternehmen einen echten Beitrag dazu leisten, die Welt ein Stück besser zu machen, ökonomisch, ökologisch und sozial?Diese Frage haben alle Teams bei Wildling auf der Agenda: Können wir diese Farbe positiv beziehen – oder bieten wir sie gar nicht erst an? Bei HR liegen die Themen nahe, aber was heißt Impact für die Buchhaltung? Es gibt keine Grenze der Verantwortung, es gibt keine offenen Fragen über Partner, es gibt nur ein transparentes Glashaus in dem alle, jede noch so kleine Rolle im Prozess, gemeinsam sitzen.Insgesamt sieht Anna sich mit ihrer Suche nach dem positiven Beitrag als Teil einer globalen Bewegung. Das Ziel, so stellt sie lapidar fest, kann gar nicht radikal sein: Eine menschenfreundliche Welt. Der Weg dahin könnte wahrscheinlich gar nicht radikaler sein. Aber was wäre die Alternative?Andererseits: Wer einfach nur Schuhe kaufen will, bekommt sie auch. Zu Gast in dieser Woche:Anna Yona, Gründerin und CEO von wildling shoes

Apr 28, 2022 • 41min
#100 Thomas Klindt - Ist das Recht als internationale Ordnung abgeräumt?
Diese Woche in der Zukunft: Spoiler: Keine Party zur 100sten Folge. Uns ist nicht nach butschi-butschi-alles-rosa-Talk mit einem noch so originellen KI-Blockchain-Quanten-Enthusiasten. Der russische Krieg in der Ukraine sitzt in Gestalt einer Flüchtlingsfamilie auf dem Sofa. Und zugleich hat die russische Aggression eine ganze Reihe vermeintlich sicherer Grundlagen unserer gedanklichen Weltordnung abgeräumt, beginnend mit der Kraft des Völkerrechts und der Geltung längst geschlossener Verträge. Zur Jubiläumsfolge ein Gespräch mit einem der Lieblingsgäste aus den ersten hundert Folgen: Thomas Klindt, Jurist und Rechtsanwalt. Michael und Tom diskutieren, ob das Völkerrecht nur ein Recht für sonnige Tage ist. Haben wir uns einlullen lassen von der Vorstellung, einen stabilen Rahmen etabliert zu haben, obwohl die russische Regierung schon lange und sehr sichtbar krass dagegen verstößt? Georgien, Tschetschenien, die Krim waren alle schon da. Was aber sollen wir denn sonst tun, wenn nicht Verträge unterschreiben? Eine nochmalige reine vertragliche Zusicherung wird die Ukraine nicht brauchen. Alles nötige war in der NATO-Russland-Akte von 1997 schon festgehalten. Wir haben es allerdings mit einem Gegenüber zu tun, der uns wie Feinde behandelt. Eine weitere Gewissheit entpuppt sich als Frage. Gilt das Völkerrecht als Grundlage friedlicher Zusammenarbeit global? Oder haben wir es vielmehr mit partikularen Interessen zu tun? Haben wir uns überhoben mit dem Anspruch darauf, dass diese Art zu Leben und zu Regieren die Allseligmachende ist? Auch wenn wir das für uns glauben, bleibt es doch unsere Perspektive. Sind die Menschenrechte, so unverhandelbar sie für uns sind, möglicherweise gar nicht weltweit in die kulturelle Genetik der Völker eingegangen. Auch wenn wir die Menschenrechte nur universell denken können, müssen wir hinnehmen, dass das Konzept der Menschenrechte nicht so universell anerkannt ist. Andere wollen anderes - hart, aber hinzunehmen. Eine Folge der großen Fragen. Gemeinsames Nachdenken von Tom Klindt und Michael Carl. Zu Gast in dieser Woche: Dr. Thomas Klindt, Jurist und Rechtsanwalt, Partner bei Noerr, Professor an der Universität Bayreuth

Apr 23, 2022 • 33min
Akademie Nachhaltigkeit: #8 Urban Planning mit Florian Michaelis
Die carls zukunft Akademie Nachhaltigkeit. Dein Crashkurs zum Thema in acht Folgen Podcast. Rund um Nachhaltigkeit und die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit der Schlüssel zu erfolgreichem unternehmerischem Handeln in der Zukunft ist. Glückwunsch, wenn Du bis hierher schon die ersten sieben Folgen gehört hast. Heute runden wir die Akademie einer Folge rund um die Stadt der Zukunft ab. Wie können wir sie nachhaltig planen, errichten und wieder abbauen? Wie wir in Zukunft unseren eigenen Wohn- und Lebensraum einfach von einer Stadt in die andere mitnehmen werden, das habe ich mit Florian Michaelis besprochen. Folge acht der Akademie Nachhaltigkeit.Zu Gast in dieser Woche:Florian Michaelis, Gründer und CEO von Urban Beta


