

Meilensteine - Alben, die Geschichte machten
SWR1 Rheinland-Pfalz
Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor.
Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge.
Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten.
Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.
Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge.
Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten.
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Sep 9, 2024 • 1h 2min
Talking Heads – "Stop Making Sense"
Da wir bei "Stop Making Sense" von einem Konzertfilm der Talking Heads reden, der 1983 in Hollywood, Los Angeles aufgezeichnet wurde, reden wir natürlich auch gleichzeitig von einem Livealbum.
Punk, Artrock, Funk – Talking Heads sind "alles"
Die Musik von den Talking Heads ist dabei auch so besonders und einzigartig, dass alleine die Einsortierung in eines der vielen Musikgenres unmöglich erscheint. Über die Jahre wurden die Talking Heads in viele verschiedene Schubladen gesteckt: New Wave, Artrock oder auch Funk. Nach einem gemeinsamen Konzert mit den Punklegenden "The Ramones" wurden auch sie selbst schon als Punkband betitelt.
Mit "Stop Making Sense" veröffentlichte die Band 1984 übrigens schon ihr zweites Livealbum, nach dem 1982er-Album "The Name Of This Band Is Talking Heads". Auch das kam schon gut an, aber es war noch sprichwörtlich "Luft nach oben", wie es so schön heißt. "Stop Making Sense" war dann aber auch bis heute das letzte Livealbum der Band. Studioalben gab es nach 1984 noch drei weitere.
Ich war einfach total begeistert von diesem Album! Ich hab' das schwindelig gehört! [...] Ich höre beim Schlusston jedes Songs schon den Anfangston des nächsten. Mich irritiert es, wenn danach was anderes kommt.
Quelle: Bernd Rosinus, SWR1 Musikchef über "Stop Making Sense"
"Stop Making Sense" von den Talking Heads erklärt Popmusik
Das Tolle an dem Album "Stop Making Sense" ist, dass man darauf so gut hören kann, "wie Popmusik ineinander greift und wie Popmusik funktioniert", erklärt SWR1 Musikchef Bernd Rosinus in dieser Meilensteine Folge. "Die Songs sind oft so aufgebaut, dass die Musiker nacheinander einsteigen [...] und man hört sehr, sehr gut, wie dieses Werk, was nachher so komplex klingt aufeinandergeschichtet ist", sagt Bernd Rosinus weiter.
Der Sound ist so klar und eindeutig verständlich!
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über die Songs von den Talking Heads
Einer der größten Hits der Platte ist der Song "Psycho Killer", der schon lange vor dem Album und dem Konzertfilm geschrieben wurde, nämlich bereits 1975. Sänger David Byrne schlüpft im Song eben in die Rolle eines "Psychopathen" und das Besondere an David Byrne ist, dass er eben nicht nur Musiker ist, sondern einfach Künstler. Also hat David Byrne den Song nicht einfach nur gesungen, sondern die ganze Rolle geschauspielert. Auch das macht den Song so besonders.
Beim Kultsong "Burning Down The House" gab es viel Inspiration von der Band Parliament Funkadelic und deren unglaublichem Groove. Textlich beziehungsweise inhaltlich ist der Song wunderbar sinnlos. "Burning Down The House" lässt sich frei mit "Reiß die Hütte ab" übersetzen. Der Track ist ein klassischer Partysong. Da darf der Text schon mal vernachlässigt werden.
Späterer Oscarpreisträger als Regisseur bei "Stop Making Sense"
Als Regisseur für den Konzertfilm wurde übrigens Jonathan Demme engagiert, der später noch die Kultfilme "Philadelphia" mit Oscarpreisträger Tom Hanks und auch "Das Schweigen der Lämmer" mit Anthony Hopkins und Jodie Foster gemacht hat. Letzterer hat ihm dann selber noch einen Oscar eingebracht für die "Beste Regie".
Shownotes
ARD-Podcast-Tipp: "Too Many Tabs"Trailer zur Neuveröffentlichung des Konzertfilms "Stop Making Sense"Der singende Fisch mit "Take Me To The River"David Byrnes Tanzproben für "Stop Making Sense""Give Up The Funk (Tear The Roof Off The Sucker)"Website zum Film "Alles ist Eins. Außer der 0."SWR1-Meilensteine-Folgen
Über diese Songs von "Stop Making Sense" wird im Podcast gesprochen
(13:10) – "Psycho Killer"(31:27) – "Burning Down The House"(35:45) – "Girlfriend Is Better"(41:44) – "Life During Wartime"(52:22) – "Take Me To The River"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(08:00) – "Genius Of Love" von Tom Tom Club(08:22) – "It's Nasty" von Grandmaster Flash & The Furious Five(20:55) – "Fa-Fa-Fa-Fa (Sad Song)" von Otis Redding(33:27) – "We Want The Funk" von Parliament Funkadelic(52:01) – "Take Me To The River" von Al Green

Sep 2, 2024 • 60min
Lenny Kravitz – "Let Love Rule"
Lenny Kravitz – Megastar seit mehr als drei Jahrzehnten
Seit über drei Jahrzehnten steht Lenny Kravitz auf den großen Bühnen dieser Welt. In seiner Heimat Amerika gelang ihm der erste große Erfolg schon mit seinem Debütalbum „Let Love Rule“ im Jahr 1989. In diesem September feiert die Platte also 35. Geburtstag und ist damit genau so alt wie seine älteste Tochter Zoë Kravitz.
Für mich ist Lenny Kravitz immer Butter für die Ohren!
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über die Musik von Lenny Kravitz
Kravitz‘ Durchbruch in Deutschland
Bei uns in Deutschland war der erste größere Erfolg seine Ballade „It Ain’t Over Till It’s Over“ von seinem zweiten Album „Mama Said“ aus dem Jahr 1991. Seitdem ist der Rocksänger, Gitarrist und Produzent auch bei uns mit jedem seiner Alben in den Charts gelandet.
Neben Lenny Kravitz war musikalisch einiges los 1989. Madonna war schon als Künstlerin etabliert und brachte ihr Album "Like A Prayer" raus und auch The Cure feierten Erfolge mit ihrem Album "Disintegration".
Lenny Kravitz stand 1989 noch am Anfang seiner Karriere und wurde von einigen Menschen erstmal nur belächelnd zur Kenntnis genommen. Die Kritiker wussten nicht wirklich etwas mit ihm und seinem Mix aus Prince, Otis Redding, Stevie Wonder, Jimi Hendrix und vielen anderen Künstlern anzufangen.
Lenny Kravitz ist eine Art (musikalischer) Schmelztigel!
Quelle: Katharina Heinius über die unterschiedlichen Einflüsse in der Musik von Lenny Kravitz
Beliebt bei anderen Musikern
Weil Lenny Kravitz nicht nur Gitarre spielt, sondern gleich mehrere Instrumente beherrscht, war er bei vielen anderen Musikern in seiner Jugendzeit sehr beliebt und wurde auch immer wieder zu Jamsessions eingeladen. Da kam Lenny dann auch auf die Idee sein eigenes Album aufzunehmen. Zusammen mit Henry Hirsch, den er Mitte der 80er kennenlernte.
Henry Hirsch ist Tontechniker, Keyboarder und Bassist. Die beiden haben sich wunderbar ergänzt und konnten super zusammenarbeiten. Auch, weil Henry Hirsch damals schon sein eigenes Tonstudio hatte, ein Vorteil, der nicht von der Hand zu weisen ist. Gemeinsam teilten Henry Hirsch und Lenny Kravitz die Leidenschaft für "echte" Instrumente und auch für analoge Aufnahmetechniken.
Schon als Kind Kontakt mit den Jackson Five und den Stones persönlich
Als erfolgreicher TV-Produzent hatte Lennys Vater viele Kontakte auch in die Musikszene und so ist der kleine Lenny schon im Kindesalter in Kontakt gekommen mit ganz großen Stars wie den Jackson Five oder auch Duke Ellington. Mit der British Invasion kam Lenny Kravitz dann auch in Kontakt mit den Stones, den Beatles oder auch den Kinks. Die total unterschiedlichen Musikstile saugt Lenny Kravitz aber gleichermaßen auf und wird von ihnen beeinflusst. Später kommen dann auch noch härtere Rockeinflüsse dazu wie Led Zeppelin und Co.
Lenny verzichtet darauf seine Vorbilder zu zitieren. [...] Du kannst nirgendwo sagen "Ach, das hat er sich da oder da ausgeliehen". Und darum ist das ein absoluter Meilenstein für mich.
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über das Album "Let Love Rule"
Shownotes
Das Musikvideo zum Titelsong „Let Love Rule”Die "Florida Boy" Werbung mit Lenny KravitzWebsite von Producer und Keyboarder Henry HirschLisa Bonet, die Ex-Frau von Lenny Kravitz als Denise in der "Cosby Show"Persönliches Interview mit Lenny Kravitz"I Build This Garden For Us" im Melody MakerInterview mit Lenny KravitzARD-Podcast-Tipp: "Reisegruppe Gamescom"
Über diese Songs vom Album "Let Love Rule" wird im Podcast gesprochen
(20:37) – "Let Love Rule"(33:33) – "Precious Love"(42:01) – "I Build This Garden For Us"(48:21) – "Mr. Cab Driver"(53:34) – "Rosemary"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(25:25) – "White Room" von Cream(26:07) – "Hey Joe" von Jimi Hendrix(44:06) – "Strawberry Fields Forever" von den Beatles

Aug 26, 2024 • 1h 17min
Oasis – "Definitely Maybe"
Fünf Jungs aus Manchesters Arbeiterklasse nehmen sich vor Rockstars zu werden. Der Opener ihres ersten Albums "Definitely Maybe" trägt passend dazu den Titel "Rock ’n’ Roll Star" – der Gegenentwurf von dem Leben, in dem sie sich tatsächlich befunden haben. Doch die selbsterfüllende Prophezeiung funktioniert, "Definitely Maybe" ist weltweit über acht Millionen Mal über die Ladentheke gegangen, es hagelte Gold und Platin.
Sie haben das richtige Album zur richtigen Zeit im Zeitgeist gehabt! Gesellschaftlich ist dieses Album enorm wichtig.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig über "Definitely Maybe"
Im August feiert "Definitely Maybe" von Oasis 30-jähriges Jubiläum. Ihre Singles "Supersonic", "Live Forever" und "Cigarettes And Alcohol" klingen heute noch so frisch und aktuell wie im Jahr 1994. Zur Feier des Jubiläums erscheint am 30. August 2024 eine limitierte Deluxe 4LP- und 2CD-Edition mit Bonusmaterial.
Noel und Liam Gallaghers Background
Noel und Liam sind klassische Arbeiterkinder, aufgewachsen in der Arbeiterschicht von Manchester, in Burnage, einem klassischen Arbeiterviertel am Stadtrand. Ihr Vater war Alkoholiker und hat die Kinder auch immer wieder verprügelt. Das Leben ist relativ perspektivlos in diesem Teil der Stadt. Auf der einen Seite stand das gute Bürgertum, auf der anderen eine sehr klar definierte Arbeiterklasse. Als in den Siebzigern unter Margaret Thatcher Fabriken schließen und die Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellt, wird der Gang zum Arbeitsamt auch zu Liams und Noels Lebensrealität. Die Arbeitslosigkeit bleibt bis Anfang der 90er hoch und auch die Zukunftsperspektiven sind immer noch schlecht.
Von The Rain zu Oasis
Liam war bekennender Hip-Hop Fan und tritt der Band The Rain bei. Auf seinen Wunsch hin kommt auch Noel in die Band. Dieser verändert die ganze Art, wie diese Band agiert, führt harte Probepläne ein. Zuvor hatte Noel bei den Inspiral Carpets als Rowdy gearbeitet.
Im Mai 1993 wurden sie bei einem legendären Konzert in Glasgow von Musikmanager Alan McGee entdeckt. Er ist Miteigentümer von Creation Records. Doch anstatt ein Album aufzunehmen und rauszubringen geht es für Oasis erst einmal auf UK-Tour, dann werden drei Singles rausgebracht.
Produktion von "Definitely Maybe"
Bei der ersten Session zu "Definitely Maybe" hatten Oasis mit David Batchelor einen Produzent an ihrer Seite, der sehr klar produziert hat. Er hat die die Musiker in Einzelkabinen aufgenommen, um die Sounds zu trennen. Doch das war nicht der Sound, den die Band wollte. Noel hatte eine klare Vorstellung von dem Album, er wollte, "dass das Ding klingt wie ein abhebender Düsenjet".
Daher haben sie das Album tatsächlich ein zweites Mal aufgenommen, mit Produzent Mark Coyle. Er war mit ihnen bereits als Live-Tontechniker unterwegs und verstand, wie die Band klingen wollte.
Oasis – die Meister der Soundcocktails
Oasis sind die Meister der Soundcocktails und verstehen sich musikalisch an allem zu bedienen, um etwas Neues zu schaffen. Noel lässt sich gerne von Songs inspireren, die er kennt und spielt sie nach. Dabei gibt es zwei verschiedene Methoden, wie Elemente oder Segmente eines bereits existierenden Musikstücks in einem neuen Song verwendet werden können: Das im Hip-Hop altbekannte Stilmittel Sampling und die Interpolation. Mehr Hintergrundinformationen zur Thematik und warum Oasis 400.000 Dollar an Coca Cola zahlen mussten, erfahren Sie im SWR1 Meilensteine-Podcast.
Oasis – "Live Forever"
"Live Forever" ist die dritte Single-Auskopplung von "Definitely Maybe" und die erfolgreichste des Albums. Die Single erreichte Platz 10 in den britischen Charts und ist nicht nur kommerziell einer der erfolgreichsten Songs der Band, sondern gilt auch als einer ihrer bekanntesten und ist ein Fan-Favorit – "Live Forever" hat sich als eine art Hymne der Band etabliert. Es ist ein lebensbejahender, positiver Song, der das (ewige) Leben feiert mit einem monumentalen Gitarrensolo am Ende.
"Definitely Maybe"– Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Warum SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig das Oasis-Konzert verlassen hat und das Album "Definitely Maybe" dennoch großartig findet, warum die Orientierung an bestehenden musikalischen Stilen für dieses Album absolut prägend ist und noch vieles mehr, erfahren Sie im Meilensteine Podcast zu "Definitely Maybe" von Oasis.
Ich habe heute ein Stückchen mehr verstanden, warum ich dieses Album so liebe, weil eben alle mit dabei sind. Die Beatles, die Stones, t. Rex, Status Quo. Man spürt dieses britische Lebensgefühl. (...) Ein tolles erstes Album für eine Band, die wirklich eine Britpop-Ära geprägt hat.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
Shownotes
SWR1 Meilensteine Folge zu "Parklife" von BlurSWR1 Meilensteine Folge zu "Urban Hymns" von The Verve10 Oasis songs that "Rip Off" other songsNoel Gallagher singt Burt BacharchMehr Infos zur aktuellen Tour von Liam GallagherArtikel der Guardian zur CovergestaltungWebsite von Cover-Art Director Brian CannonDeutscher Trailer zur Oasis-Doku "Supersonic"ARD-Podcast-Tipp: "Fuck you very, very much! Die größten Beefs im Musikbiz"
Über diese Songs vom Album "Definitely Maybe" wird im Podcast gesprochen
(15:15) – "Rock ’n’ Roll Star"(25:24) – "Cigarettes & Alcohol"(31:15) – "Shakermaker"(38:33) – "Live Forever"(1:00:00)– "Supersonic"(1:10:33)– "Slide Away"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(31:58) – "I'd Like To Teach The World To Sing" von den The New Seekers

Jul 22, 2024 • 1h 3min
AC/DC – "Highway To Hell"
Mit "Highway To Hell", dem sechsten Album von AC/DC ist der Band endlich der große Wurf gelungen. Für den hat die fünfköpfige australische Band hart arbeiten müssen. Um sich einen Namen zu erspielen hat die Band alleine in den Jahren 1977 und 1978 über 300 Konzerte gespielt. Das war auch absolut notwendig, denn mit dem ungewohnten harten Rock konnte die Band von den Radiostationen nichts erwarten. Dort haben AC/DC einfach nicht stattgefunden.
AC/DC – Das Familienunternehmen Young
Mit dem sechsten Album sollte sich dann für AC/DC endgültig alles ändern, aber zu einem Preis, den die Band nicht gerne bezahlt hat. Denn die Plattenfirma von AC/DC strebte nach Veränderung, damit es endlich klappt mit dem Erfolg. Die Lösung: Personelle Veränderung. Nicht innerhalb der direkten Band, aber an den Reglern davor. Für Malcolm und Angus Young ein Schlag ins Gesicht, denn da saß ihr Bruder George Young.
Studiogenie Robert "Mutt" Lange
Die Plattenfirma setzte der Band Eddie Kramer vor, der schon mit Jimi Hendrix, Led Zeppelin, den Rolling Stones und anderen großen Künstlern gearbeitet hat vor. Mit dem kam die Band aber gar nicht weiter und tauschte ihn fast schon heimlich gegen ihren Wunschproduzenten Robert "Mutt" Lange aus. Der war zu dem Zeitpunkt noch kein ganz großer Name in der Musikbranche, aber er konnte gut mit der Band zusammenarbeiten, weil er, wie die Band es im Interview formuliert hat "nichts von ihnen verlangte, was er nicht selbst konnte".
Eine der wichtigsten Dinge, die Mutt Lange für die AC/DC getan hat: Er hat den Sound der Band aufgeräumt und reduziert. Vorher waren AC/DC sehr roh und wild. Mutt Lange hat die unnötigen Teile entfernt und so quasi den Schmutz abgeklopft und den Diamanten dahinter zum Strahlen gebracht.
Es ist ein dermaßen reduziertes Album [...] einfach schnörkelloser Hardrock! Das ist die Messlatte! Das ist Hardrock! Das ist kein Heavy Metal, das ist kein Bluesrock, das ist Hardrock! Und das haben AC/DC da im Endeffekt definiert.
Quelle: Benjamin Brendebach, über den aufgeräumten Sound von "Highway To Hell"
Darüber hinaus hat Mutt Lange vor allem Sänger Bon Scott geholfen beim Singen richtig zu atmen und noch mehr aus seiner Stimme rauszuholen. So konnte Sänger Bon Scott auch in den hohen Tonlagen mit einer kräftigen Bruststimme singen, was damals ein wichtiger Bestandteil für den Sound von AC/DC war.
Für mich ist Bon Scott die Definition eines Hardrock-Sängers!
Quelle: Benjamin Brendebach, über die Qualität von Bon Scott
Der Schlüssel: Der Sound von AC/DC
Ganz besonders prägnant ist bei AC/DC der direkte, der unmittelbare Sound. Keine großen Schnörkel, Effekte oder Dinge, die den Sound stören könnten, alles ist sehr aufgeräumt und hat seinen festen Platz. Das Herzstück des AC/DC Sounds, das sind die schnörkellosen Drums von Phil Rudd, der vor allem songdienlich spielt. Die Drums marschieren durch die Songs, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen.
Denn das Herzstück von AC/DC sind, wenig überraschend, die Gitarren. Das geht schon beim Equipment der beiden Gitarristen Angus und Malcolm Young los. Leadgitarrist Angus Young spielt fast ausschließlich eine Gibson SG-Gitarre. Kaum eine Gitarre ist so eng mit einem einzigen Gitarristen verknüpft wie dieses Modell. Vom Sound her ist die Gitarre sehr direkt, bissig und mittenlastig. Das bedeutet, die Gitarrensoli und -riffs von Angus dringen durch und stehen immer im Vordergrund. So wie Angus auch selbst auf der Bühne.
Die Gitarre von Malcolm Young gibt den Songs die satte Basis. Mit der massiven, großen und schweren Gretsch-Gitarre, die er gespielt hat, hat er das wuchtige Fundament der Songs gegeben. Sein Sound "schiebt" oder "drückt", wie man auch sagt. Dazu passt auch, dass einer seiner häufig gespielten Gitarrenverstärker schon im Modellnamen "Super Bass" stehen hat.
"Highway To Hell" war für AC/DC nicht nur das Album, dass der Band den großen Durchbruch beschert hat, sondern auch mit das prägendste Album der Band. Diese zehn Songs haben der Band den Weg geebnet und die Richtung vorgegeben, die sie zu einer der größten Rockbands aller Zeiten machen sollte.
Bei diesem Album passt für mich alles zusammen! Attitüde, Sound, Songs!
Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach über das Album "Highway To Hell"
Shownotes
SWR1 Meilensteine Folge zu "The Wall" von Pink FloydSWR1 Meilensteine Folge zu "Breakfast in America" von SupertrampSWR1 Meilensteine Folge zu "Irish Tour '74" von Rory GallagherDer AC/DC-Radiomoment: "Spell AC/DC"ARD-Podcast-Tipp: "Row Zero"AC/DC-Doku "Highway To Hell" Das Equipment von AC/DC-Gitarrist Angus Young
Über diese Songs vom Album "Highway To Hell" wird im Podcast gesprochen
(12:31) – "Highway To Hell"(30:24) – "Night Prowler"(40:16) – "Girls Got Rhythm"(47:25) – "Touch Too Much"(56:37) – "If You Want Blood (You Got It)"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(37:59) – "Midnight Rambler" von den Rolling Stones

Jul 15, 2024 • 47min
Sade – "Diamond Life"
Die Band um Frontsängerin Sade Adu war eine wahre Bereicherung für die Musiklandschaft der 80er-Jahre, die vor allem durch Synthie-Pop und Hair-Metal geprägt waren. Mit ihrem Mix aus Latin, Jazz, sinnlichem Soul und R'n'B haben Sade ein neues Genre etabliert und damit einen echten Nerv getroffen. Neben über 10 Millionen verkauften Platten, erreichte "Diamond Life" vierfach Platin in den USA und wurde in verschiedenen Ländern mit mehreren Gold- und Platin-Auszeichnungen geehrt.
Große Pop-Konkurrenz im Jahr 1984
SWR Redakteurin Jessica Pfeiffer bezeichnete 1984 als das "Jahr der Popmusik". Die Musikwelt hatte einiges zu bieten: von Hits wie "Last Christmas" von Wham!, "Relax" von Frankie Goes To Hollywood bis hin zu "Forever Young" von Alphaville. Außerdem war auch Kultsängerin Cyndi Lauper mit ihrem Hit "Girls Just Want To Have Fun" in den Charts, genau wie "Thriller" von Michael Jackson. Auch einige legendäre Alben sind im Jahr 1984 erschienen, darunter "Purple Rain" von Prince, "Born In The USA" von Bruce Springsteen, "Like A Virgin" von Madonna und natürlich "1984" von Van Halen.
Der Karriereplan von Sade Adu
Helen Folasade Adu alias Sade Adu wurde 1959 geboren, wuchs in Nigeria und England auf und studierte zunächst Modedesign an der Saint Martin's School of Art in London, bevor sie ihre musikalische Laufbahn begann. In dieser Zeit knüpfte sie Kontakte zu großen Persönlichkeiten in den Bereichen Mode, Kunst und Musik, darunter Jean Paul Gaultier, Spandau Ballet und auch Musikmanager Lee Barrett. Dieser managte damals eine angesagte Funk-Latin-Band namens Pride. Als er eine neue Backgroundsängerin für die Band suchte, lud er Sade zu einer Audition ein, die sich bislang selbst nicht als Sängerin identifiziert hatte. Ein voller Erfolg!
Sades Stimme klingt einerseits cool und lässig und andererseits warm und sexy gleichzeitig. Verzaubernd im besten Sinne.
Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König
Bandgeschichte
Gemeinsam mit Pride-Saxophonist Stuart Matthewman begann so auch ihr Interesse für Songwriting zu wachsen. Die beiden schrieben erste Songs miteinander und traten versuchsweise als Vorband von Pride auf – und wurden sogar erfolgreicher als die Hauptband! Das Publikum liebte Sades samtig-weiche Stimme. Das Duo trennte sich von Pride und nahm einige der Bandmitglieder gleich mit. Die neue Band Sade (ausgesprochen "Scha-deeeh") wurde gegründet: mit Sängerin Sade Adu als Frontfrau, Stuart Matthewman am Saxophon, Paul Denman am Bass und Paul Cooke an den Drums. Später kam dann auch noch Andrew Hale am Keyboard dazu.
Produktion von "Diamond Life" – als Kontrapunkt zum Synthiepop der 80er
Die 80er waren geprägt von synthetischen Klängen, vor allem im Mainstream-Pop gab es viele Künstler, die mit Synthies und auch künstlichem Schlagzeug Musik gemacht haben, wie zum Beispiel auch die Band ABC auf ihrem Album "Lexicon Of Love". Doch Sade und Produzent Robin Miller verstanden sich auf analoger Musik, die sich nur an wenigen Stellen elektronischer Hilfe bedient. Sie nahmen gemeinsam die ersten beiden Singles von "Diamond Life" auf – "Smooth Operator" und "Your Love Is King".
Während Miller und Sade von ihrer Arbeit absolut überzeugt waren, wurden sie von allen Plattenlabels als zu langsam, zu jazzig und zu wenig zeitgemäß abgelehnt. Es folgte ein Meisterstück des Guerilla-Marketings: Sades damaliger Freund hatte gute Kontakte zu dem bekannten Journalisten Nick Logan, der gerade das hippe Musik- und Lifestyle-Magazin "The Face" gegründet hatte und zustimmte, Sade auf das Cover der Zeitschrift zu nehmen.
Die Band organisierte im Eiltempo ein Konzert im angesagten Londoner Heavens Club und lud das Who's Who der Journalistenszene ein, um darüber zu berichten. Der Plan ging auf: Mehr als 1.000 Leute kamen nicht mehr in den völlig ausverkauften Club und mussten draußen bleiben. Alle wollten diese angesagte neue Band namens Sade sehen. Auch bei den Angeboten der Plattenfirmen hatte die Band plötzlich freie Wahl und entschied sich schließlich für das Label, das ihnen die größte künstlerische Freiheit versprach. Innerhalb von sechs Wochen entstand mit Produzent Robin Miller ihr Studioalbum "Diamond Life" und gleich im Opener des Albums macht Sade klar: Hier ist (fast) alles echt.
"Diamond Life" von Sade – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Für welche Weltstars Sade heute noch als großes Vorbild gilt, was ihre Musik auszeichnet und an welchen Stellen sich Produzent Robin Miller doch elektronische Hilfe dazu geholt hat, das und mehr hören Sie im aktuellen SWR1 Meilensteine Podcast zu "Diamond Life".
Shownotes
Die Meilensteine Folge zu "Purple Rain" von PrinceDie Meilensteine Folge zu "Born in the U.S.A." von Bruce SpringsteenDie Meilensteine Folge zu "1984" von Van HalenDie Ursprungsversion von "Smooth Operator" von Pride, hieß im Original: "Diamond Life"Album Review zu "Diamond Life" auf Laut.deARD-Podcast-Tipp: zu "Rest in Exzess – Das kurze Leben von Techno-Legende Mark Spoon"
Über diese Songs vom Album "Diamond Life" wird im Podcast gesprochen
(10:09) – "Smooth Operator"(22:59) – "Your Love Is King"(28:26) – "Hang On To Your Love"(33:24) – "When Am I Going To Make A Living"(40:14) – "Cherry Pie"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(11:43) – "The Look of Love" von ABC(12:06) – "The Look of Love" von Dusty Springfield(15:48) – "Diamond Life" von Pride(20:06) – "Hallo, Ich bin Herrmann" von Rodgau Monotones(29:57) – "Never Too Much" von Luther Vandross(30:26) – "Sweet Love" von Anita Baker (31:32) – "Billie Jean" von Michael Jackson(41:18) – "Theme from Shaft" von Isaac Hayes(41:57) – "Papa Was A Rolling Stone" von The Temptations

Jul 8, 2024 • 1h 10min
The Beatles – "A Hard Day's Night"
Am 9. Juli 1964 veröffentlichten die Beatles ihr drittes Album "A Hard Day's Night" – eine Platte, die nicht nur in Großbritannien, sondern auch international die Charts eroberte. Nur wenige Tage zuvor erschien der dazugehörige Film mit dem Titel "Yeah, Yeah, Yeah". Film und Album eröffneten neue Marketingstrategien im Showbiz, die Boyband ist geboren. Zum ersten Mal kommen alle Kompositionen vom Songschreiber-Duo John Lennon und Paul McCartney. "A Hard Day's Night" führte mit Songs wie "Can't Buy Me Love" und "Things We Said Today" die Charts an und beschritt gleichzeitig neue Wege in der damaligen Aufnahmetechnik.
Anfänge der Beatles
Ihre Karriere begann in den frühen 1960er Jahren als die Beatles tagtäglich auf der Reeperbahn gespielt haben, um Publikum in die Clubs zu treiben. Sie nahmen ihre erste Single auf mit dem Titel "My Bonnie", die zwar nicht wirklich erfolgreich, aber der Startschuss für ihren ersten Plattenvertrag war. Brian Epstein aus Liverpool formte aus den vier hochtalentierten Jungs eine Legende: Die Fab Four.
Im Oktober 1962 erschien ihre erste Single "Love Me Do" und kletterte auf Platz 2 in UK und auf Platz 1 in den USA. Im Januar 1963 erschien direkt die zweite Single "Please Please Me", die ebenso unter den Top 3 landete. Es folgte die erste UK-Tour, dann das erste Album "Please Please Me", was sie in 12 Stunden aufgenommen haben. Ab diesem Zeitpunkt nahm die Beatlemania ihren Lauf.
Wahnsinn, was die innerhalb von so einer kurzen Zeit alles gemacht haben. Das schaffen viele andere Bands in der ganzen Karriere nicht.
Quelle: Musiker, Musikwissenschaftler und Musikjournalist Thomas Bugert über die Anfänge der Beatles
Das Songwirter-Duo John Lennon und Paul McCartney
John Lennon und Paul McCartney haben sich an den großen Songwriter-Persönlichkeiten, wie beispielsweise Carole King und Gerry Goffin, die für andere geschrieben haben, orientiert. John Lennon hat sich jedoch in dieser Zeit immer noch als Kopf der Band gesehen und die Funktion des Bandleaders eingenommen. Er war derjenige, der die Band The Quarrymen gegründet hat, zu der Paul McCartney dazugestoßen ist, später folgten George Harrison und Ringo Starr. Daher war John vom Bandgefüge her derjenige, der die Rolle des Bandleaders für sich beansprucht hat. Das spiegelt sich auch auf diesem Album wider, John Lennon hat vier Songs alleine geschrieben, während McCartney nur einen einzigen Song alleine geschrieben hat.
"A Hard Day's Night"
Der Titel zum Song und Album "A Hard Day's Night" stammt von Ringo Starr. Der Legende zufolge waren die Beatles den ganzen Tag unterwegs und Ringo merkte erschöpft an, dass es ein harter Tag "A Hard Day" war, bis er merkte, dass es eigentlich schon Nacht war, weshalb er das "Night" noch angehängt hat. Das Album wurde in den Abbey Road Studios (damaligen EMI Studios) im Londoner Stadtteil Westminster aufgenommen.
"A Hard Day's Night" war die Initialzündung für die Folk-Rock-Ära der 60er. Ein Instrument steht dafür wie kein zweites: Die 12-saitige E-Gitarre "Rickenbacker 360/12", die von George Harrison gespielt wurde. Sie inspirierte viele Musiker, unter anderem die Byrds, die den Sound übernahmen.
Der ikonische Eröffnungsakkord des Titelsongs "A Hard Day's Night" fasziniert Musikliebhaber bis heute. Hier hat George Harrison mit der halbakustische E-Gitarre Rickenbacker 360/12 neue Soundmaßstäbe gesetzt.
Für mich ganz persönlich ist "A Hard Day's Night" ein Meilenstein, weil auf diesem Album die pure Beatles-Magie rüberkommt. Es ist frisch, es steckt voller Zeitgeist und es ist noch nicht so verkopft wie die späteren.
Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius
"Can't Buy Me Love"
"Can't Buy Me Love" ist die erste Single-Auskopplung von "A Hard Day's Night" und die erfolgreichste: Nummer 1 in vielen Ländern und in den USA gab es gleich mehrere Rekorde: 5 Wochen an der Spitze der Billboard Hot 100, von Platz 27 direkt auf 1. Der Song wurde ursprünglich in Frankreich aufgenommen und später in der fertigen Version in den Abbey Road Studios. "Can't Buy Me Love" ist ein Klassiker, den Paul McCartney auch heute noch in seinen Live-Shows spielt.
Mockumentary "A Hard Day's Night" alternativ "Yeah! Yeah! Yeah!"
Der Film zum Album ist eine fiktive Dokumentation über einen Tag im Leben der Beatles, schnell, lustig, voller Musik und großartigem Wortwitz. Die Beatlemania ist auf ihrem Höhepunkt und die Fab Four sind ständig auf der Flucht, vor den Fans, vor den Journalisten oder sogar der Polizei. Das ist auch, was Drehbuchautor Alun Owen auf Tour mit den Beatles wahrgenommen hat, sie kommen nie richtig an oder zur Ruhe.
Die Rollen der Beatles waren dabei ganz klar verteilt, es war praktisch für jeden Zuschauer etwas dabei: Der schlaue, sarkastische, auch kulturbeflissene John, der stille George, der witzige und humorvolle Ringo und der niedliche Paul und diese Rollen haben sich über Jahrzehnte weitergetragen — nicht zum Vorteil ihrer echten Persönlichkeit. Ein ganz klassisches Marketinginstrument um eine Boyband oder Girlband, was wir noch heute oft in der Popmusik sehen.
"A Hard Day's Night" von The Beatles – Ein Meilenstein der Musikgeschichte
Mehr über die Geschichte hinter dem Titel von Film, Album und Song, was es mit der Genialität des berühmten Anfangsakkords von "A Hard Day's Night" auf sich hat und was die unvergleichliche "Beatles-Magie" ausmacht und noch vieles mehr, erfahren Sie im Meilensteine Podcast zu "A Hard Day's Night" von The Beatles.
Shownotes
ARD-Podcast-Tipp: "Knallhart Entspannt" mit der deutschen Stimme von Bruce WillisSWR1 Meilensteine Folge zu "Sgt. Pepper"SWR1 Meilensteine Folge zu "Revolver"SWR1 Meilensteine Folge zu "Abbey Road"Die ultimative Beatles-Fanseite im NetzBuchtipp: The Beatles – Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten von Ernst HofackerBuchtipp: Paul McCartney – LyricsBuchtipp: Recording The Beatles: The Studio Equipment and Techniques Used... von Kevin Ryan und Brian Kehew
Über diese Songs vom Album "A Hard Day's Night" wird im Podcast gesprochen
(17:38) – "Can’t Buy Me Love"(20:38) – "A Hard Day’s Night"(51:07) – "And I Love Her"(57:37) – "Can’t Buy Me Love"(1:01:08) – "Any Time At All"(1:04:30) – "Things We Said Today"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(17:17) – "Komm gib mir deine Hand" von The Beatles(24:39) – "I Call Your Name" von The Beatles(34:12) – "Mr. Tambourine Man" von The Byrds(40:50) – "A Hard Day’s Night" von Goldie Hawn(1:00:28) – "Can’t Buy Me Love" von Ella Fitzgerald

Jul 1, 2024 • 1h 10min
Rory Gallagher – "Irish Tour '74"
Alben mit irischem Bezug hatten wir in den letzten Monaten ein paar bei uns in den SWR1 Meilensteinen. Letztens erst Thin Lizzy und "Black Rose: A Rock Legend". Und heute packen wir Rory Gallagher und seine "Irish Tour ‘74" mal mit dazu in unseren SWR1 Meilensteine Plattenschrank.
Eric Clapton, Brian May, Deep Purple – alle schätzten Rory Gallagher
Und auch wenn Rory Gallagher nicht unbedingt im kollektiven Gedächtnis verankert ist, schmälert das sein Können nicht im Geringsten. Viele große Stars aus der Musikszene kannten ihn, haben ihn verehrt und wollten sogar zusammen mit ihm Musik machen.
Brian May von Queen hat gesagt, dass sein Sound von Rory Gallagher inspiriert ist, Eric Clapton hat Gallagher dafür gedankt, wieder zum Blues zurückgefunden zu haben und nicht ganz unbedeutende Bands wie Deep Purple, Cream oder die Rolling Stones hätten ihn wohl gerne als Gitarristen gehabt. Und "Irish Tour '74" zeigt auch warum all diese großen Namen Rory Gallagher so geschätzt haben. Darum ist es für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig auch ein Meilenstein.
Dieses Album zeigt einen Gitarristen, der roh, direkt und ohne viel Schnick-Schnack seine innersten Gefühle – wie es sich für Bluesmusiker gehört – über seine sechs Saiten der Gitarre direkt in den Verstärker, über die Lautsprecher direkt auf die Bühne bringt und damit dem Publikum [...] offenbart.
Quelle: Stephan Fahrig über "Irish Tour '74"
Rory Gallagher war ein "Live-Mann"
Aber Rory Gallagher wollte lieber immer sein eigenes Ding machen. Und auf große Studioarbeit hatte Gallagher ohnehin nie wirklich Lust. Seine unglaubliche Energie hat sich vor allem auf der Bühne entfaltet. Auch deshalb sprechen wir mit "Irish Tour '74" heute über ein Live- und nicht über ein Studioalbum. Und dabei sprechen wir auch über die extravaganten Spielweisen von Rory Gallagher, besonders spannend für alle Gitarristen unter den Meilensteine-Fans.
Was da passiert, auch an Austausch zwischen Publikum und Rory, du siehst es auch, die Leute, wie sie ihm auf der Bühne zuschreien, das ist unwahrscheinlich, was da für eine Energie ist.
Quelle: Stephan Fahrig über "Irish Tour '74"
Rory Gallagher und seine Fender Stratocaster
Neben seinem unfassbar guten Gitarrenspiel ist Rory Gallagher auch sehr bekannt für eine bestimmte Gitarrenart: eine Fender Stratocaster. Einer der bekanntesten Vertreter der Stratocaster-Spieler ist, der eben schon erwähnte, Eric Clapton. Aber auch die Gitarre von Rory Gallagher ist bis heute ein fast schon kultisch verehrtes Instrument der Rockgeschichte.
Als fünfzehnjähriger hat sich Rory Gallagher die Gitarre damals gekauft und sich dafür selbst sehr hoch verschuldet, heißt es. Über die Jahre hat sie dann (vor allem optisch) sehr gelitten. Angeblich, weil Rory Gallagher einen extrem sauren Schweiß gehabt haben soll, der den Lack verätzt hat. Das sind Stories, aus denen Rock-Mythen sind.
Shownotes
ARD-Podcast-Tipp: "Alles Geschichte – History von radioWissen"SWR1 Meilensteine Folge zu "Californication"SWR1 Meilensteine Folge zu "Black Rose: A Rock Legend"Rorys Homepage mit Infos zu "Irish Tour ‘74", seinen Instrumenten und seinem EquipmentYoutube-Kanal von Rory Gallagher mit Aufnahmen aus dem "Irish Tour"-FilmPortrait über Rory Gallagher in der ARD-MediathekAuftritt Rockpalast von Rory Gallagher in der Sendung "Rockpalast"Interview mit Rory GallagherInterview Donal Gallagher zu 40 Jahre Rockpalast
Über diese Songs vom Album "Irish Tour '74" wird im Podcast gesprochen
(16:45) – "Cradle Rock"(42:44) – "Tattoo'd Lady"(47:06) – "As The Crow Flies"(57:47) – "Million Miles Away"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(06:01) – "Sunday Bloody Sunday" von U2(52:54) – "As The Crow Flies" von Tony Joe White

Jun 24, 2024 • 52min
Bad Company – "Bad Company"
Die Bezeichnung "Supergroup" wird traditionell dann verwendet, wenn sich Mitglieder oder ehemalige Mitglieder, die schon in großen Bands gespielt haben zusammentun und eine neue Band gründen. Bei Bad Company waren das Sänger, Pianist und Gitarrist Paul Rodgers und Drummer Simon Kirke von der Band "Free", Gitarrist Mick Ralphs von "Mott the Hoople" und Bassist Boz Burrell, der zwischendurch mal Grek Lake bei "King Crimson" abgelöst hatte.
Und was die Herren dann zu bieten hatten, war zeittypischer Rock der Mittsiebziger mit großer Strahlkraft für die Weiterentwicklung des Rock. Schnörkellos könnte man auch sagen. Der größte Hit vom Album war "Can’t Get Enough".
Deep Purple, King Crimson und Co. – Die Entstehungsgeschichte der Supergroup Bad Company
Bei sogenannten Supergroups ist die Entstehungsgeschichte meistens auch ganz spannend, denn wer bereits in einer erfolgreichen Band spielt, der verlässt die oft nur aus guten Gründen um nochmal komplett von vorne anzufangen. Bei Paul Rodgers und Simon Kirke von "Free" hatte sich die Band so zerstritten, dass gefühlt keine Rettung mehr möglich war.
Paul Rodgers und Simon Kirke gingen also gemeinsam auf die Suche nach neuen Mitmusikern. Mick Ralphs gefiel die musikalische Ausrichtung in die seine Band "Mott the Hoople" marschierte nicht so gut, da ging es zu sehr in die Richtung Glamrock. Und Bassist Boz Burrell von "King Crimson", der war sowieso sehr umtriebig. Vor der Zeit bei "King Crimson" war er schon mit seiner eigenen Band unterwegs gewesen, in der zum Beispiel Ritchie Blackmore, Ian Paice und Jon Lord spielten, die späteren Deep Purple.
All diese Bandmitglieder kannten sich aus dem britischen Musikbusiness und so war es nicht besonders schwierig, sich zusammenzufinden. Dass die Bandmitglieder aus dem gleichen Dunstkreis kamen, wie man so schön sagt, hatte auch noch weitere Vorteile für die Band.
"Weniger ist Mehr" – der Slogan gilt auch für Bad Company
Bad Company sind schnell auf dem gleichen Label gelandet wie ihre Freunde von Led Zeppelin und konnten auch in deren Tonstudio Headley Grange ihr Debütalbum aufnehmen. Für SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig ist Bad Company eines seiner liebsten Rockalben, wie er im SWR1 Meilensteine Podcast erzählt:
Weil die Stücke [...] in einmaliger und genialer Art zeigen, wie viel mehr, weniger sein kann. [...] Die Arrangements auf diesem Album sind auf das Notwendigste reduziert und es ist auch diese einmalig, einfache und dann auch [...] raue Art an Rock heranzugehen, die ich so besonders finde an diesem Album.
Quelle: Stephan Fahrig, SWR1 Musikredakteur über das Besondere am Album "Bad Company"
Wenn die Instrumente grundsätzlich auf das Nötigste reduziert sind, dann bekommen die einzelnen Instrumente auch immer wieder die Möglichkeiten sich auszubreiten und zu glänzen. Das gilt natürlich auch für die sensationelle Rockstimme von Sänger Paul Rodgers. Der Grundsatz von Bad Company war: Zu viel Kleinteiliges lässt eine Platte auch klein wirken.
Bad Company definieren mit diesem Album für mich den Ausdruck "Classic Rock"! Und wenn im Lexikon irgendwo "Classic Rock" steht, sollte direkt darunter der Name "Bad Company" stehen.
Quelle: Stephan Fahrig über Bad Company und den Begriff "Classic Rock"
The Doors, Deep Purple, Queen – Sänger Paul Rodgers war heiß begehrt
Besonders beliebt und heiß umworben war Sänger Paul Rodgers. Nach seiner Zeit bei der Band Free, mit der er schon sehr erfolgreich gewesen war, hatten auch schon andere Bands an seine Tür geklopft und wollten mit dem Sänger zusammenarbeiten. Deep Purple zum Beispiel, oder auch The Doors, die nach dem Verlust von Jim Morrison auf der Suche nach einem neuen Frontmann waren. Zu der Zeit sagte Paul Rodgers aber "Nein" zu sämtlichen großen Namen und "Ja" zu seinem eigenen neuen Projekt Bad Company. Aber Paul Rodgers war nicht nur in jungen Jahren sehr geschätzt und begehrt bei anderen Musikgrößen. Von 2004 bis 2009 war Paul Rodgers der Sänger von keiner geringeren Band als Queen.
Shownotes
SWR1 Meilensteine zum Album "Led Zeppelin IV"SWR1 Meilensteine zum Album "Californication""Bad Company" Doku auf YoutubeAlbum Story zu "Bad CompanyWie Bad Company den Blick auf "Supergroups" verändert hatBad Company und Ronnie Lanes Mobile StudioWebsite von Bad CompanyARD-Podcast-Tipp: "Musik ist eine Waffe – Die Geschichte von Ton, Steine, Scherben"
Über diese Songs vom Album "Bad Company" wird im Podcast gesprochen
(16:28) – "Can't Get Enough"(23:49) – "Ready for Love"(30:44) – "Don't Let Me Down"(34:29) – "Bad Company"(45:37) – "Seagull"

Jun 17, 2024 • 1h 5min
Ed Sheeran – "X"
Ed Sheeran ist aus der aktuellen Popmusikwelt gar nicht mehr wegzudenken. Egal was er anfasst, es funktioniert bei ihm anscheinend alles. Schon sein zweites Album "X" hat ihn zum absoluten Megastar gemacht. Alleine in Deutschland war das Album 199 Wochen, also knapp vier Jahre in den Albumcharts vertreten. In seiner Heimat Großbritannien hielt es sich sogar noch viel länger: 439 Wochen, also achteinhalb Jahre.
Der größte Hit des Albums war der Song "Thinking Out Loud". Eine Ballade, die, so ehrlich müssen wir sein, schon irgendwie ziemlich kitschig klingt. Aber 3,7 Milliarden Menschen auf Youtube hat der Song und auch das Video offenbar gefallen, denn so oft wurde das Video bisher (Stand: 7. Juni 2024) angeschaut.
Und nicht der Kitsch, sondern die Romantik ist auch für SWR1 Musikredakteurin Nina Waßmundt der Grund, warum sie das Album ganz persönlich so liebt.
'X' ist für mich vor allem ein Meilenstein, weil es für mich der romantische Soundtrack meiner Generation sozusagen ist, den Ed Sheeran damit geschaffen hat!
Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über ihre persönliche Beziehung zu "X"
Das Album "X" kam 2014 auch zu einem sehr passenden Zeitpunkt heraus. Zu der Zeit gab es vor allem sehr viel elektronische Hochglanz-Popmusik wie zum Beispiel von DJ Robin Schulz, Clean Bandit oder auch Katy Perry, die es in den Jahrescharts weit nach oben geschafft haben. Da hat Ed Sheeran mit seinen sehr akustisch- und organisch-klingenden Songs eine gewisse Vielfalt und auch einen Kontrapunkt in die Musikszene gebracht.
Ich finde, er kriegt das, wie wenige, perfekt hin, auf der einen Seite dieses Gefühlvolle zu haben und auf der anderen Seite aber auch mit dem Rap und so was Cooles zu haben.
Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über den musikalischen Mix von Ed Sheeran
Das Ed-Sheeran-Erfolgsrezept
Mit seiner speziellen Art zu singen hat er es geschafft, ein eigenes romantisches Ed-Sheeran-Genre zu erschaffen, erklärt Nina Waßmundt weiter. Dabei verbindet Ed Sheeran in seiner größtenteils sehr akustischen Popmusik Genres, die so bisher selten auf diese Art abgebildet worden sind, wie zum Beispiel auch Dance oder Hip-Hop. Dabei hilft ihm vor allem auch der Einsatz der für ihn typischen Loop-Station.
Ein Teil des Erfolgs von Ed Sheeran macht, neben seiner Musik, auch seine charmante und bodenständige Art aus. Sheeran liebt es – das sehen wir in vielen älteren Videos auf Youtube – die Menschen zu animieren, mitzumachen. Damit hat er vor allem zu seiner Zeit als Straßenmusiker die Menschen zu sich gezogen. Und genau diese Videos und die Art, wie er Geschichten in seinen Musikvideos erzählt, machen ihn so charmant und nahbar.
Er wirkt ja auch wie der "Nice-Guy" von nebenan. Das ist auch etwas, das sich über Social Media wahnsinnig gut transportiert.
Quelle: Nina Waßmundt, SWR1 Musikredakteurin über Social Media und Ed Sheeran
Auf Social Media setzt sich der Brite immer wieder gekonnt in Szene durch viele Aktionen, bei denen er Menschen überrascht und ihnen unvergessbare Momente beschert. Zum Beispiel, wenn er auf einer Hochzeit auftaucht und für das Brautpaar seinen Hit "Thinking Out Loud" singt, wenn er eine Schulband besucht und mit ihnen zusammen spielt, ohne dass die Kinder es wissen. Oder, wenn er nach seinem Konzert auch noch spontan beim Frankfurter Oktoberfest auftritt und das Festzelt zum Beben bringt. Im Gegensatz zu anderen Stars passiert das bei Ed Sheeran aber meistens ohne irgendwelchen Glitzer oder viel Glamour.
Ein "Poster Boy" ist er deshalb trotzdem nicht. Für ihn soll die Musik im Vordergrund stehen und nicht unbedingt er selbst. Dazu passt auch, dass seine Plattencover anders, als bei anderen großen Stars nicht unbedingt sein Gesicht oder ihn zeigen, sondern einfach eindeutige Farben und eine einfache Symbolik.
Bei seinen ersten fünf Alben (die Mathematics-Reihe) waren das neben dem Album "X" die mathematischen Symbole "+", "÷", "-" und "=". Auch aus Marketing-Gesichtspunkten war das mit Sicherheit schlau, da so immer sofort klar war: Das ist ein Ed Sheeran Album.
Ed Sheeran hat die Zügel selbst in der Hand
Ed Sheeran selbst ist nicht nur ein charmanter Performer, der bei Liveshows sein Publikum "fest im Griff hat", wie man sprichwörtlich sagt, er ist auch ein exzellenter Songwriter. Seine Songs kommen fast ausschließlich von ihm, aber nicht immer ganz alleine.
Oft holt sich der Popstar Co-Autoren zu seinen Songs dazu, wie zum Beispiel Pharell Williams. Der ist bei seinem Song "Sing" mit dabei gewesen. Wie hat Sheeran Pharrell Williams dazu bekommen, mit ihm zusammenzuarbeiten, ist die große Frage? Als die beiden Künstler 2013 gemeinsam bei der Grammy-Verleihung waren, hat Ed Sheeran einfach seinen Charme spielen lassen, weiß SWR1 Redakteurin Jessica Pfeiffer.
Ed Sheeran saß ein paar Reihen hinter ihm (Pharrell Williams) und hat gedacht: "Na ja gut, wenn ich ihn jetzt nicht anspreche, werde ich es niemals machen." Und dann hat er es auch getan. Ein paar Tage später waren sie dann zusammen im Studio.
Quelle: Jessica Pfeiffer, SWR1 Redakteurin über die Zusammenarbeit von Pharell Williams und Ed Sheeran
Wie es sich anhört, wenn die SWR1 Meilensteine Redaktion mit einer Loop-Station experimentiert, mehr Infos zu den Hintergründen von "X" und Ed Sheeran und auch, was dieses Album für die weitere Karriere von Ed Sheeran bedeutet hat, hört ihr in dieser Folge der SWR1 Meilensteine.
Shownotes
Youtube-Kanal von Ed SheeranEd Sheeran "Runaway" live at Roundhouse London 2014Luca Sestak live beim Lahnsteiner Bluesfestival (2016) mit "Runaway"Ed Sheerans eigener Looper"Thinking Out Loud" Behind The ScenesEd Sheeran Interview zum Album "Multiply"Ed Sheeran und Eminem performen gemeinsam in Detroit"Bloodstream" Musikvideo (mit Schauspieler Ray Liotta)SWR1 Meilenstein zum Album "+" von Ed SheeranPodcast-Tipp: Die Taylor Swift Story
Über diese Songs vom Album "X" wird im Podcast gesprochen
(12:04) – "Sing"(17:34) – "Don't"(34:25) – "Thinking Out Loud"(49:10) – "Runaway"(55:26) – "Photograph"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(04:44) – "Auf Uns" von Andreas Bourani(05:10) – "Happy" von Pharrell Williams(15:24) – "Cry Me A River" von Justin Timberlake

Jun 10, 2024 • 1h 2min
Santana – "Supernatural"
Die Zahlen sprechen für sich! Mit acht gewonnenen Grammy-Auszeichnungen im Jahr 2000 und mehr als 30 Millionen verkauften Einheiten hat Gitarrenlegende Carlos Santana mit seinem Album "Supernatural" offenbar einen Nerv getroffen. Er und seine Band haben dafür die eigene Musik aus den 60ern und 70ern quasi ins neue Jahrtausend gehoben. Geholfen haben dabei vor allem auch ganz viele Gastmusiker.
Kaum jemand hatte das zuvor für möglich gehalten, was für Santana selbst schon klar war, mit Hilfe vieler Musikerinnen und Musiker verschiedener Generationen und Genres neue Magie entstehen zu lassen.
Quelle: Frank König, SWR1 Meilensteine Moderator über die Idee zum Album "Supernatural"
Carlos Santana verbindet seine "alte" Musik mit neuen Künstlern
Mit "Blues-Rapper" Everlast bedient Santana auf dem Album auf der einen Seite die etwas düstereren Klänge, beim Song "Maria Maria", dem größten Hit der Platte, hat Carlos Santana noch die Rapgruppe The Product G&B (bestehend aus Mitgliedern der "Fugees") dazugeholt und so im November 1999 auch einen richtigen Mainstream Radiohit gelandet. Der Song war so gut und erfolgreich, dass sich 2018 DJ Khaled und Rihanna die Musik nochmal geschnappt haben und sogar noch einen neuen Song daraus gemacht haben: "Wild Thoughts".
Und auch diese Version ging durch die Decke und hat inzwischen mehr als eine Milliarde Aufrufe auf dem offiziellen Youtube-Kanal von DJ Khaled – und damit mehr als doppelt so viele, wie das Original von Santana selbst.
"Supernatural" ist das Comeback für Santana
Das Santana etwas an ihrer Musik ändern mussten war offensichtlich. Zumindest, wenn sie kommerziell erfolgreich sein wollten, denn der große Erfolg, den die Band in den 70er-Jahren zweifelsohne hatte, war spätestens seit dem Album "Shangó" aus dem Jahr 1982 vorbei. Das war die letzte Platte, die zumindest in den USA noch mit Gold ausgezeichnet wurde.
Danach war die Band global zwar nicht in der Versenkung verschwunden, aber weder in den USA, Großbritannien oder Deutschland hatte es die Gruppe um Gitarrenlegende Carlos Santana in die Top Ten geschafft – mit keinem der folgenden vier Alben. Erst "Supernatural" brachte die Wende und katapultierte die Band wieder (wortwörtlich) an die Spitze der Albumcharts. Es gab mehrfache Platinauszeichungen in den USA, Großbritannien, Österreich, der Schweiz und auch bei uns in Deutschland. Fast zwei Jahre konnte sich das Album bei uns in den Charts halten.
Es ist sehr abwechslungsreich, wir haben ganz, ganz viele unterschiedliche Klangfarben mit dabei [...] Santana hat es geschafft auf diesem Album irgendwie die Musiklandschaft zu der Zeit abzubilden. Das macht das Album wirklich zu etwas Besonderem.
Quelle: Katharina Heinius, SWR1 Musikredakteurin über die Qualität von "Supernatural"
Der Ursprung von "Supernatural" – ein Traum von Carlos Santana
In der Musik von Carlos Santana und seiner Band geht es viel um Gefühl und Spiritualität, das zeigt auch sich auch am Plattencover von "Supernatural". Da fällt es nicht schwer zu glauben, dass die Idee zu diesem Mehrgenerationen-Album eine Idee ist, die er aus einem Traum hat, wie SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast erzählt.
Das war noch drei Jahre, bevor das Album dann endlich erscheinen sollte. Die große Problematik von Santana zu der Zeit: Die Gruppe hatte nicht einmal einen Plattenvertrag. Viele Labels hielten Bandleader Carlos Santana zu dem Zeitpunkt einfach schon für zu alt, wie Benjamin Brendebach erklärt.
Schlussendlich taten sich Santana dann wieder mit dem Mann zusammen, der sie schon in den 60er-Jahren unter Vertrag genommen hatte: Mit Arista-Records-Gründer Clive Davis. Der kannte sich zum einen mit Comebacks aus und hat zum anderen vor allem auch viele junge Künstler und Künstlerinnen aufgebaut und groß gemacht, wie zum Beispiel Whitney Houston, Bruce Springsteen, Pink Floyd, Alicia Keys und viele mehr.
Der epische Gitarrensound von Carlos Santana
Das Besondere an dem Gitarrenspiel von Carlos Santana ist, dass er mit seinen Melodien immer etwas aussagen möchte und das mit ganz viel Gefühl verpackt.
Das Wichtigste am Gitarrensound von Carlos Santana ist jedoch seit 1981 die Gitarre selbst, erklärt SWR1 Musikredakteur und Gitarrist Benjamin Brendebach. Santana spielt immer eine Gitarre der Marke "Paul Reed Smith". Die ist sowas wie eine Kombination aus der legendären "Les Paul", die unter anderem Slash von Guns'n'Roses spielt und einer "Stratocaster", die wir auch von Gitarrenlegenden wie Eric Clapton kennen.
Darüber hinaus machen natürlich auch der Gitarrenverstärker und die Effektgeräte, wie die Verzerrung einen Teil seines Sounds aus, über den wir noch tiefgreifender im Podcast sprechen.
Shownotes
Rolling Stone-Artikel aus dem Jahr 2000: The Epic Life Of Carlos Santana"Supernatural"-Review bei AllmusicSantana: "Corazón" (Live aus Mexiko)Youtube-Kanal von Carlos SantanaSWR1 Meilensteine-Folge zu "The Miseducation of Lauryn Hill"ARD-Podcast-Tipp: "Geisterjäger"
Über diese Songs wird vom Album "Supernatural" wird im Podcast gesprochen
(10:16) – "Love Of My Life"(24:19) – "The Calling" (26:35) – "Put Your Lights On"(35:30) – "Smooth"(41:19) – "Do You Like The Way"(43:47) – "Maria Maria"
Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen
(17:27) – "Gravedigger" von Dave Matthews(29:48) – "What It's Like" von Everlast(40:47) – "To Zion" von Lauryn Hill(49:08) – "Wu‐Tang Clan Ain’t Nuthing ta F’ Wit" von Wu-Tang Clan(50:03) – "God Made Me Funky" von The Headhunters(50:32) – "Dirty Dancin'" von Product G&B(54:11) – "Macarena" von Los Del Rio(54:22) – "La Bamba" von Los Lobos(54:31) – "Livin' La Vida Loca" von Ricky Martin


