Meilensteine - Alben, die Geschichte machten

SWR1 Rheinland-Pfalz
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Aug 21, 2023 • 45min

Spliff – "85555"

Was steckt hinter dem Zahlencode "85555", dem Albumtitel von Spliff? Das haben sich 1982 vermutlich viele Fans der Band gefragt. Die Antwort ist ziemlich einfach: Es war die Bestellnummer des Albums. Auf "85555" hatten Spliff mit harten Gitarren, Drums, einem Slap-Bass und Synthesizern einen sehr kantigen Sound. Und trotz des Songs "Computer sind doof", hat Keyboarder Reinhard Heil sich für das Album mit sogenannten Fairlight Computern beschäftigt und sich auch an der Band Kraftwerk orientiert. Der besondere Sound von Spliff Spliff haben für das Album "85555" sehr viel mit technischen Elementen rumprobiert und auch sehr viel unterschiedliche Technik genutzt. Dabei stand das Equipment aber nie im Vordergrund, sondern wurde von der Band immer gekonnt kaschiert. "Wir haben ganz schön mit der Technik rumgekämpft", erklärt Herwig Mitteregger von Spliff. "Aber man hört das eben nicht, dass wir soviel Technik verwendet haben, das ist der Clou der Geschichte", sagt Mitteregger weiter. Wir machen komplizierte Musik, die sich einfach anhört. Quelle: Herwig Mitteregger, Sänger und Schlagzeuger von Spliff Der Erfolg von "85555" gibt Spliff recht Im Februar 1982 wurde "85555" veröffentlicht, erreichte umgehend die Spitzenposition der Albumcharts und konnte sich insgesamt über ein Jahr lang in den deutschen Album Charts halten. Damit war es nicht nur das kommerziell erfolgreichste Album, sondern enthielt mit "Carbonara" auch noch den erfolgreichsten und bekanntesten Song, den die Band unter dem Namen je veröffentlicht hat.
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Aug 14, 2023 • 1h 2min

Cyndi Lauper – "She's So Unusual"

In den 80er-Jahren ist unglaublich tolle Popmusik entstanden und ganz viele Künstler, die inzwischen Weltstars sind oder waren, haben da ihre ersten musikalischen Gehversuche gemacht oder haben den Sprung vom Popsternchen zum Popstar geschafft. Madonna brachte zum Beispiel ein Jahr vor Cyndi Lauper ihr Debütalbum raus und schockierte und begeisterte damit viele. Cyndi Lauper schockierte mit ihrem Debüt ebenfalls, war aber doch ganz anders als Madonna. So bunt schrill, ungewöhnlich wie sie war, wurde sie vom Online-Musikmagazin laut.de sogar als Anti-Madonna beschrieben. Cyndi Laupers Weg zum Ruhm Der Weg zum Popstar verlief für Cyndi Lauper alles andere als einfach. Mit 17 verlässt die gebürtige New Yorkerin wegen schwieriger Familienverhältnis ihr Elternhaus, holt ihren Highschool-Abschluss nach, schnappt sich ihren Hund Sparkle und zieht nach Vermont. Dort arbeitet sie als Haushälterin, Tierpflegerin und Kellnerin. Ein Leben kann sich Cyndi Lauper dort nicht wirklich aufbauen, deshalb kehrt sie Ende der 70er-Jahre wieder zurück nach New York und fängt an zu Singen. Auch hier gelingt ihr nicht direkt der große Durchbruch, sondern sie startet erst in Coverbands, bis sie die Rockabilly Band "Blue Angel" gründet und mit ihr den ersten Plattenvertrag bekommt. Die Plattenfirma ist weniger von der Band als mehr von der schrillen und besonderen Stimme von Cyndi Lauper begeistert. Ein bunter Mix aus Coverversionen und eigenen Songs Nichts, was Cyndi Lauper so tut, ist in irgendeiner Form gewöhnlich. Warum also sollte es die Songzusammenstellung auf ihrem Debütalbum sein? Zehn Songs sind insgesamt auf dem Album, fünf davon sind Coverversionen. Das ist ungewöhnlich, aber für Cyndi Lauper genau die richtige Entscheidung gewesen, denn so konnte die junge Sängerin direkt zeigen, dass sie jedem Song ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken kann. Das ist das Besondere. Sie schafft es in dreieinhalb Minuten, diese Songs zu ihren zu machen. Du verbindest diese Songs eigentlich nur noch mit ihr und nicht mehr mit den Originalen, auch wenn du die Originale gut findest. Quelle: Stephan Fahrig, SWR1-Musikredakteur über die Coversongs von Cyndi Lauper Cyndi Lauper und The Hooters Für ihr Debütalbum hat Cyndi Lauper auch ganz eng mit der Rockband The Hooters zusammengearbeitet. Cyndi wollte einen Mix aus richtigen Instrumenten und auch den elektronischen Synthie-Sound, der in den Clubs gerade angesagt war. Monatelang sind die Hooters für das Album zwischen Philadelphia und New York gependelt. Als die Band eigentlich schon nicht mehr konnte und die geplante Studiozeit fast zuende war, sollte aber noch ein letzter Song entstehen. In wenigen Minuten geschrieben wurde der dann zu einem der größten Hits von Cyndi Lauper: "Time After Time" Auch am Song "Girls Just Want to Have Fun" haben die Hooters zusammen mit Cyndi Lauper gearbeitet. Geschrieben wurde er zwar nicht von den Hooters, aber das Arrangement kommt von Robert Hyman und der Band. Ursprünglich wollte Cyndi Lauper den Song auch gar nicht singen, erzählt Hyman im Interview. Aber der Produzent konnte Cyndi überreden, als er ihr klar machte: Wenn du als Frau den Song singst, dann kannst du ihn zu einer echten Hymne werden lassen. Es hat viele verschiedene Versionen und Arrangements gebraucht, bis auch Cyndi Lauper zufrieden war. Aber was zählt, ist ja schließlich das Endresultat, erklärt Hyman. Cyndi Lauper ist eine "Straight Ally" der LGBTQ-Community Mit ihrer unangepassten, schrillen Art wurde Cyndi Lauper auch schnell zu einer Ikone der LGBTQ-Community. Sie ist zwar selbst heterosexuell, aber dadurch, dass sie damals schon ihr "Anderssein" zelebriert hat und es Anfang der 80er-Jahre kaum offen schwule, lesbische oder andere nicht hetereonormative Popstars gab, wurde sie zu einer "Straight Ally", also einer heterosexuellen Verbündeten, wie SWR1-Musikredakteur Dave Jörg im Podcast erklärt. Shownotes Buchempfehlung „She Bop“ von Lucie O’BrienMusikvideo zu "Time After Time"Entstehung von "Time After Time" mit Rob Hyman von den HootersCyndi Lauper – eine "Gay Ikone"Cyndi Lauper über queere Kultur, die sie beeinflusst hat (Englisch)Deutsche Albumbesprechung von "She’s So Unusual"
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Aug 7, 2023 • 1h 22min

Lynyrd Skynyrd – "Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd"

Zu den bekanntesten Titeln des Albums gehören bis heute: "Gimme Three Steps", "Simple Man", "Tuesday's Gone" und "Free Bird", von denen der letzte die Band zu nationalem Ruhm führte. Ein Song, der es beinahe auch auf die Platte geschafft hätte: "Sweet Home Alabama" — er wurde ihr größter Hit, erschien jedoch erst auf dem zweiten Album. Im Lexikon neben Südstaaten-Rock steht Lynyrd Skynyrd (…), weil sie einfach der Prototyp dieses Sounds sind. Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig "Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd" wurde am 18. Dezember 1974 mit Gold und am 21. Juli 1987 mit Doppelplatin von der RIAA ausgezeichnet. 1975 erreichte es Platz 27 der US Billboard 200. Der Rolling Stone hat es zuletzt auf Platz 318 der 500 besten Alben aller Zeiten gewählt. Von "One Percent" zu "Lynyrd Skynyrd" Lynyrd Skynyrd sind bei der Veröffentlichung von "Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd" im verflixten siebten Jahr — oder wie es später im Song "Workin' for MCA" ausgedrückt wird — "Seven years of hard luck comin' down on me." Bis dahin nannten sie sich "One Percent", also ein Prozent, worüber sich einige Leute lustig machten. Auf der Suche nach einem neuen Bandnamen stießen sie auf "Lynyrd Skynyrd". Inspiriert durch einen Song von Allan Sherman "Hello Muddah, Hello Fadduh", in dem ein gewisser "Leonard Skinner" auftaucht — wird dessen Name ein Running Gag innerhalb der Band, der schließlich in etwas veränderter Form zu ihrem Bandnamen wird. Und weil den keiner so richtig aussprechen konnte, erklärt ihn der Albumtitel "Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd" in Lautschrift. Schicksalhafte Plattencover Nicht nur in der Musik hört man den Bezug zu den Südstaaten, auch das Plattencover nimmt uns mit Richtung Heimat von Lynyrd Skynyrd, nach Georgia in ein kleines Städtchen mit knapp 5000 Einwohnern. Sie stehen zu siebt vor einem kleinen Supermarkt — aus heutiger Sicht wahnsinnig tragisch, da mittlerweile keiner der Jungs auf dem Cover mehr lebt. Die schicksalhafte Symbolik nimmt ihren Lauf mit dem Folgealbum "Street Survivors", welches unmittelbar vor dem Flugzeugabsturz erschien und die Band ursprünglich in Flammen zeigt. If I Leave Here Tomorrow — Der Flugzeugabsturz Der Song "Free Bird" bekommt in der Geschichte der Band eine tragische Bedeutung: es war immer der letzte Song ihrer Konzerte, so auch an dem Abend, bevor sie den tragischen Flugzeugunfall hatten und abgestürzt sind. If I leave here tomorrow, would you still remember me? Quelle: Die letzte singende Zeile von Sänger Ronnie Van Zant aus dem Song "Free Bird" Die Band gibt es heute noch, obwohl kein einziges Original-Mitglied mehr dabei ist. Das letzte Gründungsmitglied der Band, Gary Rossington, ist am 5. März 2023 im Alter von 71 Jahren gestorben. Sie leben im Endeffekt auch von und mit diesem Album. Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach Mehr über das Vermächtnis der Band, ihre Entstehungsgeschichte und was es mit den ominösen, schicksalhaften Symbolen wirklich auf sich hat, hören Sie in diesem Podcast. Shownotes Pronounced 'Lĕh-'nérd 'Skin-'nérd bei AllmusicLynyrd Skynyrd YouTube Kanal
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Jul 31, 2023 • 1h 1min

Stevie Wonder – "Innervisions"

Wonder war bis dahin vor allem bekannt für romantische Balladen, entwickelte sich aber nun zu einem reiferen, bewussten und anerkannten Künstler. Ein Meilenstein der Musikgeschichte, von dem man sagt, dass es großen Einfluss ausgeübt hat auf die Entwicklung des Soul und der Black Music, voller politischer und auch sehr sensibler spiritueller Strahlkraft. Das künstlerische Schaffen des "Wunderkindes" Stevie Wonder, mit bürgerlichem Namen Stevland Hardaway Judkins Morris, ist zum Zeitpunkt des Erscheinens von "Innervisions" wahnsinnig jung — Anfang 20 — und er hat bis zu diesem Album schon 15 Studio-Alben rausgebracht – das ist kaum zu glauben! Sein erstes Album bringt er schon mit zwölf Jahren heraus. Er wird als Wunderkind bezeichnet, "Little Stevie Wonder" genannt. Mit 18 Jahren hatte er bereits die erste Best-of-Platte. Damals ist er bei "Motown" unter Vertrag, unter dem Sublabel "Tamla", was ihm ungewöhnlich viele künstlerische Freiheiten einräumte — ganz im Gegensatz zu anderen Künstlern. Daher war es ihm möglich alle Instrumente auf "Innervisions" selbst einzuspielen. Man hört ihm das ganze Herzblut an, dass er jedes Instrument einzeln einspielt. Die Arbeit, die dahinter gesteckt hat, die wir uns überhaupt nicht vorstellen können. (…) Es macht einfach Spaß zuzuhören. Quelle: SWR1 Musikredakteur Adrian Beric Er war mit seinen 23 Jahren bereits ein weltweiter Superstar, hatte Erfolg mit seinen Alben und gewann vielmals den Grammy für das Album des Jahres. Er wurde immer erwachsener, seine Themen wurden politischer. Wonder sprudelte nur so vor Kreativität, als er in den New Yorker Record Plant Studios an seinem 16. Studioalbum "Innervisions" arbeitete. Wie kann ein Mensch, der nie gesehen hat, in seinen "Innervisions" doch so grandiose oder so gute Bilder sehen? Quelle: SWR1 Musikredakteur Bernd Rosinus TONTO — The Original New Timbral Orchestra TONTO ist 1973 der erste und schon rein von den Ausmaßen her der größte Synthesizer der Welt. Er wurde von Malcolm Cecil und Bob Margouleff 1968 in New York gebaut. Es ist das wohl innovativste Instrument auf "Innervisions". Wonder benutzt diesen TONTO oft, aber dezent auf mehreren Alben. Vor allem für die Eröffnung einer seiner berühmtesten Songs des Albums "Talking Book" "Superstition" ist er bekannt. Die beiden sind unter anderem auch als Produzenten an dem Album beteiligt, sie unterstützen ihn mit dem TONTO. Es gibt Archivaufnahmen, auf denen die beiden hinter Stevie Wonder sitzen und aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Es ist die Art und Weise wie er ihr Gerät bedient — und das auch noch blind — beeindruckend. Einige Jahre später haben sie nach einem Streit die gemeinsame Arbeit beendet. Wir waren wie Meteoriten, die sich einmal getroffen haben, dann groß gestrahlt haben und dann wieder auseinander mussten. Quelle: Malcolm Cecil über die Zusammenarbeit mit Stevie Wonder "Higher Ground" Wie Stevie Wonder selbst angibt, hat er den Song "Higher Ground" innerhalb eines einzigen Tages komplett komponiert, getextet und produziert. Drei Tage nach der Veröffentlichung von "Innervisions", am 6. August 1973, erleidet Stevie Wonder einen schweren Autounfall. Während er tagelang im Koma lag soll ihm der Legende nach sein damaliger Roadmanager "Higher Ground" ins Ohr gesungen haben… Was das für Stevie Wonders zukünftiges Leben bedeutete? Darüber sprechen wir unter anderem im Podcast. Shownotes Youtube-Kanal von Stevie WonderMalcolm Cecil über die Entwicklung von dem Synthesizer TONTODer TONTO Synthesizer hinter "Supersition"Stevie Wonder bei FacebookLady Gaga mit ihrem Stevie Wonder Tribute beim Grammy 2015Stevie Wonder live zu Gast im Musikladen 1974"Innervisions" bei AllmusicSWR1 Meilensteine-Folge zu "What's Going On"
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Jul 24, 2023 • 1h 10min

The Rolling Stones – "Aftermath"

Mick Jagger höchstpersönlich hat "Aftermath" in einem Rolling Stone-Interview von 1995 in den Meilenstein-Rang erhoben: "Für mich ist Aftermath ein Meilenstein, der endlich den Spuk beendete, der darin bestand, dass wir diese sehr schönen und zweifellos interessanten, aber eben doch Coverversionen von alten RnB Songs machen mussten — denen wir, um ehrlich zu sein — nicht wirklich gerecht wurden." Entstehungsgeschichte von "Aftermath" The Rolling Stones waren 1965 schon sehr populär mit internationalen Hits wie "The Last Time" oder "Satisfaction", als sie von dem amerikanischen Geschäftsmann Allen Klein entdeckt wurden, der sie dann in den USA vertreten hat. Während ihrer vierten Tour durch Nordamerika 1965 haben Mick Jagger und Keith Richards den Großteil der Songs für das Album zusammen geschrieben. Die Handschrift der beiden ist unverkennbar. Musikalisch ist "Aftermath" eine bunte Wundertüte, was vor allem an Brian Jones liegt, der mit seinem Faible für exotische Instrumente und seiner Experimentierfreudigkeit neue Frische in den Sound der Stones gebracht hat. Jones war von Anfang an derjenige, der die Stones gegründet hat, er hat ihnen den Namen gegeben und im Grunde auch die Musiker zusammengebracht, aber war nie ein Songwriter, was ihn zeitlebens geärgert hat. Dies führte auch während der Aufnahmen zu Spannungen innerhalb der Band. Aufgenommen wurde die Platte in kürzester Zeit in Los Angeles in den RCA Studios in Hollywood, direkt nach dem Tourende im Dezember und dann noch einmal im März 1966 — innerhalb von 7 Tagen. Es wurde viel improvisiert, Ton-Ingenieur Dave Hassinger hat den Stones innerhalb der Sessions freie Hand gelassen. Von "Could You Walk On The Water" zu "Aftermath" Ursprünglich war die Musik als Soundtrack für den Film "Back, Behind and In Front" von Nicholas Ray gedacht, aber Mick Jagger kam mit dem Regisseur nicht klar, sodass dieser Plan verworfen wurde. Außerdem gab es eine Kontroverse über den Titel des Albums, Manager Andrew Oldham schlug vor die Platte "Could You Walk On The Water" zu nennen, was von der amerikanischen Plattenfirma für die Christen in den USA als blasphemisch empfunden wurde. So kam es zu dem Titel "Aftermath", also "Nachwirkungen". Es gibt zwei unterschiedliche Versionen des Albums, eine UK- und eine US-Version und beide haben unterschiedliche Opener: im Vereinigten Königreich und bei uns in Deutschland war das "Mother's Little Helper" und in den Vereinigten Staaten war es "Paint It Black". Europa hat sich musikalisch sehr an England orientiert, daher gab es auch in Deutschland die britische Fassung. "Mother's Little Helper" "Mother's Little Helper" eröffnet die britische Version der Platte. Der Song handelt davon, dass sich Hausfrauen in den 60ern mit Valium und anderen Mitteln betäuben, um ihren Alltag zu überstehen. Damit sprachen die Stones ein gesellschaftskritisches Thema der westlichen Gesellschaft an und stellten es provokant dar. "Paint It Black" — über die seelische Düsternis "Paint It Black" eröffnet die amerikanische Version des Albums. Der Song handelt von jemanden, der aus Trauer um einen verlorenen Menschen in Depressionen verfällt. Jagger beschreibt diese seelische Düsternis, es gibt kein Licht in diesem Song. Das hat es in dieser Form zuvor noch nicht gegeben und hatte dann sehr großen Einfluss, auch auf die Geschichte der Rockmusik. "Paint It Black" zeigt im Endeffekt das, was die Stones machen, vor allem, was sie damals auch ausgemacht hat.  Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach Es ist bis heute einer der am häufigsten gecoverten Songs von den Stones, unter anderem von U2 1992. Auch in Filmen wurde "Paint It Black" oft verwendet, wie beispielsweise in "Die Mumie" 2017 oder auch im Thriller "Im Auftrag des Teufels" 1997 sowie in diversen Videospielen.   Der Song ist ein Kulturerbe! Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König "Paint It Black" ist für mich als sehr viel spätere Generation definitiv auch eine Art Zeit-Dokument aus den 60er Jahren.  Quelle: SWR1 Musikredakteurin Nina Waßmundt Das Vermächtnis von "Aftermath" Über das Vermächtnis von "Aftermath", die Verbindung zwischen den Rolling Stones und den Beatles, die gegensätzlicher als das künstlich aufgebaute Image nicht sein konnte, Frauenfeindlichkeit im Rockbusiness im Hinblick auf die Geschehnisse im Sommer 2023 und noch viel mehr, wird im Podcast anlässlich des 80. Geburtstags von Mick Jagger gesprochen. Musiktipp Buchtipp Links zum Podcast Aftermath bei UDiscover MusicAftermath bei ClashmusicMick Jagger Interview im Rolling Stone1965 Die Rolling Stones landen in Berlin1965 Die zerstörte Berliner Waldbühne nach dem Rolling Stones KonzertDoku auf ARTE: The Rolling Stones – Crossfire Hurricane
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Jul 17, 2023 • 39min

Tina Turner – "Private Dancer"

Als "Private Dancer" von Tina Turner im Mai 1984 herauskam war eigentlich klar: das wird ein echtes Comeback. Zwei Singles "Let's Stay Together" und "What's Love Got to Do with It" waren bereits vorher erschienen und erfolgreich. Doch dass es das erstaunlichste und nachhaltigste Comeback der Musikgeschichte werden würde, konnte damals niemand ahnen. Comeback der Queen of Rock Die erste Single "Let's Stay Together" wurde schon 1983 veröffentlicht, also lange vor dem Album selbst. Dabei handelte es sich um eine Cover-Version von Al Queen. Es wurde Turners erster Chart-Erfolg nach der Trennung von ihrem damaligen gewalttätigen Ehemann Ike Turner. Damals gab es zwischen den beiden diverse Rechtsstreitigkeiten, auch um den Namen "Tina Turner", denn Ike hatte sich die Rechte an diesem eintragen lassen. Sie selbst hieß gebürtig Anna Mae Bullock. Letztlich gewann sie den Streit jedoch. Nach der Trennung von Ike, haben ihr die britische Musikszene und große britische Musiker den Rücken gestärkt, indem sie ihre kleinen Club-Konzerte besuchten. Unter den Musikern fanden sich beispielsweise David Bowie oder auch Mick Jagger. Durch diesen Rückhalt kam ihre Karriere wieder ins Rollen und sie traf auf ihren neuen Manager Roger Davis, mit dem die Nummer "Let's Stay Together" enstand. Tina Turner ist für mich eine der größten, wenn nicht die größte Frau im Showbiz.  Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König One Take Wonder In ihrer Autobiografie "Tina Turner, My Love Story" hat sie geschrieben: "Wenn ich ein Lied das erste Mal höre, singe ich so lange mit, bis ich den Dreh raus habe. So hatte ich es schon als Kind mit den Titeln aus dem Radio gemacht. Sobald ich einen Song verinnerlicht habe, fühlt er sich an, als würde er mir gehören und ich bin bereit für eine Aufzeichnung. Ich gehe ins Studio, stelle mich ans Mikrofon und erledige die Sache. Ich will den Song komplett einsingen, von vorne bis hinten, weil ich eine Geschichte erzähle. Und die hat einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss." Sie hat "Let's Play Together" tatsächlich in einem Take eingesungen und aufgenommen und wurde dann auch im Studio das “One Take Wonder” genannt", so Heinius. Dazu gehört eine Menge Disziplin und harte Arbeit.  Sie hat die Eigenschaft, dass sie sich tatsächlich Songs zueigen machen kann.  Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius Tina Turner hat sich zwar darauf spezialisiert Songs von anderen zu ihren zu machen — einen einzigen Song hat sie jedoch selbst geschrieben, der auch ein ganz großer wurde: "Nutbush City Limits". Sex ohne Liebe — "What's Love Got to Do with It" "What's Love Got to Do with It" kam kurz vor dem Album "Private Dancer" als Single heraus, wurde gleich Tina Turners erste Solo-Nummer und gilt als einer der besten Songs aller Zeiten. "What's Love Got to Do with It" wurde mehrfach mit einem Grammy ausgezeichnet und auch das Video hat den MTV Video-Award gewonnen, obwohl Tina Turner den Song anfangs gar nicht singen wollte.   Da musste vor allem ihr Manager Davies große Überzeugungsarbeit leisten. Doch er blieb hartnäckig und schickte sie zum Proben zu den Autoren des Songs. Dort gefiel er ihr schon besser und sie ließ sich schließlich auf die Aufnahme ein. Interessanterweise steht genau dieser Song heute wie kein anderer für sie, weshalb er auch der Titel ihres Biopics, der Verfilmung ihres Lebens, wurde.   Turner trifft ihre große Liebe   Ende der 80er in Köln am Flughafen trifft sie den deutschen Musik-Manager Erwin Bach das allererste Mal. Er ist zu dem Zeitpunkt bei ihrer europäischen Plattenfirma angestellt und holt sie ab, um sie ins Hotel zu bringen — der Beginn einer großen Liebe. Tina Turner und die Dire Straits Ursprünglich war die Nummer "Private Dancer" für das "Love Over Gold"-Album von den Dire Straits geplant. Während der Demo-Aufnahme für den Song merkte Mark Knopfler, dass es nicht zu ihnen passt und gab ihn an Turner weiter. Ein kleiner Teil von "Private Dancer" hat es dennoch auf das Dire Straits-Album geschafft... Welcher das ist, erfahren sie im Podcast. Im Song "Private Dancer" geht Tina Turner ganz tief in die Emotionen rein. In ihrer Autobiografie hat sie dazu geschrieben: "Während des Einsingens habe ich daran gedacht, wieso ich eigentlich immer nachgegeben hat? Wieso ich geschwiegen hatte, um einen Streit zu vermeiden. Wie ich blieb, obwohl ich mich danach sehnte zu gehen? All das ging mir beim Singen durch den Kopf. Es ging mir bei dem Song um die Trauer, die uns begleitet, wenn wir etwas tun müssen, was wir nicht wollen und das jeden Tag. Es ging mir um Gefühle, die ganz tief gehen". Und diese tiefen wunderbaren Emotionen hat sie uns für immer hinterlassen... Abschied von einer Ikone Anmerkung der Redaktion: Am 24. Mai 2023 ist Tina Turner gestorben. Das hat uns und viele Menschen weltweit zutiefst bewegt. Mit der Wiederholung dieses Meilensteine-Klassikers möchten wir ihr Leben und Werk erneut würdigen. Neben Tina Turner ist auch Jeff Beck, der sein Gitarren-Spiel beigesteuert hat, zu hören. Auch er ist nicht mehr unter uns. Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung dieses Podcasts im Juli 2020 waren beide noch am Leben. Links zum Podcast Review im Rolling StoneReview bei AllmusicTina Turner YouTube ChannelArte Doku anlässlich des Todes von Tina TurnerTina Turner Live in Rio 1988Tina Turner – Rockqueen. Mutter. Kämpferin.Terra X Doku
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Jul 10, 2023 • 28min

Rio Reiser – "Rio I."

15 Jahre Bandgeschichte hatten Rio Reiser und seine Kollegen bei der Band "Ton Steine Scherben hinter sich, ehe sich die Band 1985 auflöste. Frontmann Rio Reiser machte ab da als Solokünstler weiter und veröffentlichte im November 1986 sein Debütalbum: "Rio I". Wie auch bei der Band "Ton Steine Scherben" standen bei Rio Reiser auch Solo die Texte im Vordergrund. Wenn man die Texte hört, dann läuft ein Film vor einem ab! Quelle: Christian Pfarr, ehemaliger SWR1-Musikredakteur über die Stärke von Rio Reiser Die Stärken von Rio Reiser: Seine Texte und seine Authentizität Die Texte von Rio Reiser berühren – auf die eine oder andere Weise. Mal sind sie lustig wie bei einem seiner größten Hits "König von Deutschland" und mal zutiefst emotional wie bei seinem Klassiker "Junimond". Damit seine Songs die Menschen abholen, dazu musste Rio Reiser kein – technisch gesehen – großartiger Sänger sein. Es waren die Botschaften und die Art, wie er sie übermittelt hat – auf seine ganz besondere und authentische Art. "Rio Reiser war für mich tatsächlich der beste Sänger, den ich jemals erleben durfte", hat Claudia Roth im SWR1 Interview gesagt. Die Politikerin war eine Zeit lang Managerin seiner Band "Ton Steine Scherben" gewesen und hat sogar mit der Band zusammen gelebt. "Rios Kraft war die unglaubliche Präsenz, die unglaubliche Authentizität!" Quelle: Claudia Roth, im SWR1 Interview über Rio Reiser Die Fans von "Ton Steine Scherben" waren kritisch Dass Rio Reiser nach der Trennung von seiner Band "Ton Steine Scherben" alleine weiter Musik machte, nahmen viele ehemalige Fans dem Künstler übel. Das liegt vermutlich auch daran, dass "Ton Steine Scherben" von einigen als die erste Punkband Deutschlands bezeichnet wurde und viele links-politische Ideale verfolgt hat und Rio Reiser als Solokünstler mit seinem Album "Rio I." plötzlich eine saubere High-End-Produktion vorgelegt hat, die auch noch sehr erfolgreich war. Der Mensch Rio Reiser Er hat immer was anderes gemacht als das, was er sollte, so soll die Mutter von Rio Reiser ihren Sohn beschrieben haben. Dabei war Rio nicht von der laut rebellierenden Art. Auch wenn man sich Interviews von ihm anschaut: Rio war eher der ruhige, in sich gekehrte Mensch und immer wieder auch mal im Streit mit sich selbst, wie er im Rahmen einer SWR Dokumentation über sich selbst gesagt hat. Auch auf der Bühne war Rio Reiser kein klassischer Frontmann, der von einem Bühnenende zum anderen gehastet ist, sondern er war auch bei Konzerten eher ruhig, aber hatte trotzdem eine enorme Präsenz, die die Fans begeistert hat. Shownotes Ein zeitgenössischer Spiegel Artikel zu RioDas Rio Reiser ArchivRio Reiser bei YoutubeRio Reiser bei SWR Kultur
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Jul 3, 2023 • 1h 11min

Björk – "Debut"

Warum dieses Album ein Meilenstein der Musikgeschichte ist und unbedingt auch in unserem Podcast besprochen werden muss, erklärt Moderator Frank König kurz und knapp in einem Satz: Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Neuerfindung des Pop! Quelle: Frank König, im SWR1 Meilensteine Podcast zu "Debut" von Björk Was Björk auf ihrem Album macht ist alles außer klassischem Mainstream Pop der 90er Jahre. Auf dem ersten Soloalbum der isländischen Sängerin vermischen sich ganz viele unterschiedliche Stile miteinander. Darunter auch House, Elektro, Folk, Jazz, Pop, Trip-Hop – ein eigenwilliger Mix in Kombination mit der sehr besonderen Stimme von Sängerin Björk. Björks musikalische Mischung: Einmal alles Bitte! Eine verquere Mischung, die aber schnell viele Fans gefunden hat. Fast fünf Millionen mal verkaufte sich das Debütalbum von Björk und verhalf der Sängerin damit direkt zum internationalen Durchbruch. Sie ist mein musikalischer Meilen-Edelstein! Quelle: Sascha Simnovec, Gast im SWR1 Meilensteine Podcast über Sängerin Björk Björk: Ihr musikalischer Weg Geboren ist Björk in der isländischen Hauptstadt Reykjavik als Tochter einer Wahrsagerin und Aktivistin. In jungen Jahren zieht die Mutter mit Björk in eine Kommune, wo Björk mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, einem Gitarristen, lebt. Björk bekommt also schon früh sehr engen Bezug zur Musik und lernt mit sechs Jahren auch selber Klavier und Flöte. Und weil bei einer Aufführung in der Musikschule eine Coverversion des Tina Charles Klassikers "I Love to Love" mitgeschnitten wird, die irgendwie an einen Radio-DJ gelangt, hat Björk schon mit 11 Jahren einen kleinen Radiohit in Island. Björk probierte schon früh auch andere, extremere Musikrichtungen aus und gründete mit 14 Jahren die Punkband Spit and Snot. Diese Experimentierfreude hat sie beibehalten, was allem Anschein nach auch dafür gesorgt hat, dass Björk sich für die Songs auf ihrem ersten Solodebüt 1993, dann bei so vielen unterschiedlichen Genres bedient hat. Björks Heimat Island beeinflusst sie extrem! Nach der Geburt ihres Sohnes veränderte Björk ihre musikalische Ausrichtung und gründete die Band The Sugarcubes, eine Alternative Rockband, die auch internationale Beachtung fand und in der Björk dann auch ihren besonderen Gesangsstil entwickelt hat und ihr musikalisches Auftreten, dass sie beim Beginn ihrer Solokarriere noch mehr ausleben kann. Wie genau Björk zu ihrem einzigartigen Gesangsstil gekommen ist und wie Geysire, Vulkane und die Natur ihrer Heimat Island ihren Gesang beeinflusst haben, was Björk mit der Remix-Kultur zu tun, wie U2s Album "Achtung Baby" in diesen Kosmos passt und über viele andere Themen sprechen wir im Podcast zu Björks Solo-Debüt "Debut". Shownotes Offizieller Youtube-Kanal von BjörkArtikel zum 30. Geburtstag von "Debut"Artikel zu Björks Debüt "Debut"Meilensteine Folge zu "Achtung Baby" von U2Meilensteine Folge zu "Ray of Light" von MadonnaMeilensteine Folge zu "Mensch-Maschine" von Kraftwerk
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Jun 26, 2023 • 49min

The Beatles – "Abbey Road"

Schlechte Stimmung bei den Beatles Während der Aufnahmen zu "Abbey Road" war die Stimmung in der Band nicht wirklich gut. Die "Get Back"- Sessions, die vor den Aufnahmen zu "Abbey Road" stattfanden und die später als das letzte Beatles Album "Let It Be" veröffentlicht werden sollten, waren sehr stressig und die bandeigene Firma Apple, die ein Jahr vorher gegründet wurde, wuchs den Musikern so langsam über den Kopf. Kurz gesagt: Die Stimmung innerhalb der Band war sehr angespannt. Trotzdem schafften John, Paul, George und Ringo es noch ein letztes Mal gemeinsam ins Studio zu gehen und Höchstleistungen abzurufen. Fleetwood Mac, The Who und Co. – die Beatles verneigen sich Auf ihrem Album "Abbey Road" verneigen sich die Beatles vor vielen verschiedenen Künstlern ihrer Zeit und lassen sich auch gerne von anderen Songs inspirieren. Zum Beispiel vom Singer-Songwriter James Taylor, Fleetwood Mac oder auch The Who. Unser ehemaliger Kollege Werner Köhler hat über "Abbey Road" gesagt, dass das Besondere an dieser Platte für ihn ist, dass er, wenn er die Platte hört, auch heute noch immer noch Neues an der Platte entdeckt, so viele tolle Details hat dieses Album zu bieten. 50 Jahre "Abbey Road" – die Jubiläumsversion Mehr Details des Albums hört man vor allem seit 2019. Zum 50-jährigen Jubiläum von "Abbey Road" hat der Sohn des damaligen Produzenten George Martin, Giles Martin das Album nochmal komplett neu abgemischt, also ist mit modernen Möglichkeiten nochmal an jede einzelne Spur gegangen. Das Ergebnis: Die Beatles bleiben die Beatles, an der Musik wurde schließlich nichts geändert, aber jedes einzelne Instrument auf dem Album ist jetzt deutlicher und klarer zu hören, die Finessen des Albums kommen also besser durch und insgesamt wirkt das Album durch den neuen Mix deutlich aufgeräumter. Und auch wenn nicht alle Beatles-Fans es gerne gesehen haben, dass das Material der Band neu bearbeitet wird, Paul McCartney und Ringo Starr haben die Neubearbeitung gerne genehmigt. Ein möglicher Grund für die neue Abmischung kann übrigens auch die Veränderung unserer Hörgewohnheiten sein, erklärt SWR1-Musikredakteurin Katharina Heinius. Viele Menschen hören inzwischen Musik über ihr Smartphone, oder über so kleine Bluetooth-Lautsprecher. Man sitzt nicht mehr nur zu Hause vor der heimischen Stereoanlage und dem Plattenspieler und legt die Platte auf […], sondern man ist unterwegs. Quelle: Katharina Heinius im SWR1 Meilensteine Podcast zu "Abbey Road" Moderne Musikproduktionen sind viel klarer und präsenter als früher, erklärt Katharina Heinius. Und solche Produktionen sind wichtig, damit Musik auch auf den kleineren Lautsprechern wirken kann. Auch darum hat Giles Martin das "Abbey Road" Album vermutlich neu gemixt, um einer neuen Generation von Beatles-Fans, die unterwegs ist, die Möglichkeit zu geben, das Album auch in einem modernen Lebensstil genießen zu können. Das ist die hohe Kunst von Giles Martin. Quelle: Katharina Heinius im SWR1 Meilensteine Podcast zu "Abbey Road" „Abbey Road“ ist der Schlusspunkt für die Beatles 13 Studioalben haben die Beatles zwischen 1963 und 1970 insgesamt aufgenommen und auch wenn sie "Let It Be" als letztes Album veröffentlicht haben, zum letzten Mal gemeinsam im Studio war die Band bei den Aufnahmen zum "Abbey Road" Album. Als letzter gemeinsamer Studiotag der Beatles gilt der 20. August 1969. An dem Tag beendeten sie die Aufnahmen zum Album mit dem Song "I Want You (She’s so Heavy)". Das Plattencover zu "Abbey Road" war eine Notlösung Das legendäre Plattencover des "Abbey Road" Albums ist übrigens aus einer Notlage heraus entstanden. Eigentlich sollte das Album auch nicht Abbey Road heißen, sondern "Everest", nach dem höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest. Dementsprechend sollte das Plattencover auch die vier Musiker auf dem Mount Everest zeigen, der Plan der Beatles auf den Mount Everest zu fliegen hat allerdings nicht geklappt. Warum es nicht geklappt hat und wieso dann aus dem Mount Everest die Abbey Road geworden ist und über ganz viel mehr sprechen wir im Podcast. Shownotes Webcam in der “Abbey Road” in LondonBesichtigungsmöglichkeiten der “Abbey Road Studios” im AugustInfos zur neu gemischten Jubiläumsausgabe von 2019Ein Onlineartikel zum Album und dem PlattencoverReview zu “Abbey Road” bei Allmusic
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Jun 16, 2023 • 1h 2min

Beyoncé – "Dangerously in Love"

Passend zum deutschen Hitzerekord im Sommer 2003 brachte Beyoncé im Juni desselben Jahres ihr erstes Solo-Album "Dangerously in Love" heraus. Das Album dreht sich um das zeitlose Thema "Liebe" und Beyoncé schlägt damit eine neue Richtung der weiblichen Sexualität ein. Beyoncés Emanzipation Beyoncé war seit 1990 zusammen mit Michelle Williams und Kelly Rowland Leadsängerin der Girlgroup Destiny's Child. Nach dem dritten Album "Survivor" wollte die Band eine Pause einlegen. Um nicht in Vergessenheit zu geraten, hatte das Management eine tolle Idee: Alle drei Mitglieder sollten jetzt Solo-Alben herausbringen. Die Idee fand Beyoncé gar nicht so schlecht. So konnte sie endlich ihre eigenen Ideen einbringen, selbstgeschriebene Songs veröffentlichen und sich beim Abmischen und Mastern einbringen. Ihr Ziel: Sie wollte als Künstlerin wachsen. Weil sie alleine auch nicht unter Zeitdruck stand, konnte sie die Platte ganz entspannt zusammen mit diversen Künstlern und Produzenten entwickeln. Es entstand ein wahrhaftiges Meilenstein-Album mit unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen. "Dangerously in Love" vereint R&B, Hip-Hop, Soul, Reaggea und afrikanische sowie indische Einflüsse miteinander. Wie "Crazy in Love" (beinahe nicht) entstanden ist Im berühmten Intro-Lied "Crazy in Love" singen Beyoncé und ihr Ehemann Jay-Z davon, wie verrückt sie die Liebe macht. Dabei waren sie zu dem Zeitpunkt noch kein Paar. Klar, dass das Lied und das dazugehörige Musikvideo die Gerüchteküche um die Beziehung der beiden ganz schön angeheizt hat. "Crazy in Love" ist bekannt für die funkigen Bläser-Riff ganz zu Beginn. Genau die sind aber der Grund, warum das Lied um ein Haar gar nicht erschienen wäre. Produzent Rich Harrisson hat den Beat und die Instrumentierung von einer 70er-Jahre Soulband genommen. Beim ersten Treffen kam Harrison viel zu spät und auch noch verkatert im Studio an. Als er Beyoncé seine Idee präsentierte, war sie nicht begeistert. Sie fand die Bläser-Fanfaren zu altmodisch. Also hat "Queen B" Rich Harrisson beauftragt, ihr in zwei Stunden einen guten Songtext zu schreiben, während sie erstmal ausgegangen ist. Trotz Kater konnte Harrisson den Song fertig schreiben und Beyoncé hat anschließend die Bridge ergänzt. Zur Abrundung kam sehr spät nachts noch Jay-Z dazu und hat schnell den Rap-Part eingefügt. Gut, dass es so kam, denn heute darf "Crazy in Love" bei keiner guten Party fehlen. Auch in 400 Jahren werden die Leute dazu noch feiern. Quelle: Nina Waßmundt aus der SWR1 Musikredaktion Beyoncé vermittelt eine neue weibliche Sexualität Im Song "Baby Boy" lenkt Beyoncé die weibliche Sexualität in eine neue Richtung. Sie singt von Lust und zwar so, wie man es sonst eher von Männern kennt. Die Frau wird im Song vom Objekt zum Subjekt und dominiert den Mann. Den Standpunkt vertieft sie im Laufe ihrer Karriere immer mehr. Sie macht einen Perspektivwechsel auf, der jungen Frauen zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen soll. Ihre Botschaft: Sie sollen sich selbst ernst nehmen und ihre Bedürfnisse und Wünsche über alles andere stellen. Damit ist sie nicht nur zur musikalischen Ikone, sondern auch zu einem Vorbild für viele junge Frauen geworden. Sie ist eine Künstlerin, die auf ganzer Linie überzeugen kann. Nicht nur musikalisch, sondern auch als Vorbild. Quelle: Jessica Pfeiffer aus dem SWR1 Studio Koblenz Shownotes Buchtipp zur Folge: Beyoncé - Crazy in Love: Die exklusive BiografieYouTube Kanal von Beyoncé Dangerously In Love bei Allmusic

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