Meilensteine - Alben, die Geschichte machten

SWR1 Rheinland-Pfalz
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Jan 22, 2024 • 1h 1min

Sister Sledge – "We Are Family"

"Sister Sledge", das waren 1979 die vier Schwestern Kim, Debbie, Joni und Kathy von der amerikanischen Ostküste, genauer gesagt aus Philadelphia. Bevor sie zusammen mit Nile Rodgers und Bernard Edwards arbeiteten, hatten die vier Schwestern schon Singles und auch zwei Alben veröffentlicht – alles mit mäßigem Erfolg. Um den vier Schwestern unter die Arme zu greifen, hatte das Label in die Wege geleitet, dass sich die Band mit zwei jungen aber sehr talentierten Songwritern und Produzenten vom gemeinsamen Label zusammensetzt: Nile Rodgers und Bernard Edwards. Premiere für Nile Rodgers und Bernard Edwards von "Chic" Bevor Nile Rodgers und Bernard Edwards mit Sister Sledge zusammengearbeitet haben, hatten der legendäre Gitarrist und Bassist nur Musik für sich selbst geschrieben und produziert. Als Teil der Band "Chic" hatten die zwei vorher mit ihrem großen Hit "Le Freak" einen Megaerfolg gefeiert. Die Plattenfirma hatte die zwei infolge ihres riesigen Erfolgs darum gebeten, auch für andere Künstler des Labels Atlantic Records zu schreiben. In einem Interview hat Nile Rodgers verraten, dass ihnen Künstler wie die Rolling Stones oder auch Aretha Franklin angeboten worden sind. Da die beiden aber noch nie für jemand anderen geschrieben hatten, wollten sie erstmal "klein anfangen" und entschieden sich für die damals noch unbekannten "Sister Sledge". Für Nile Rodgers und Bernard Edwards hatte das nebenher noch den Vorteil, dass sie selbst auch ein bisschen was von dem Rampenlicht abgekommen haben, was vermutlich anders gewesen wäre, hätten sie als erstes ein Album für Aretha Franklin oder die Rolling Stones produziert. "We Are Family" der größte Hit für Sister Sledge Einige der Songs haben Rodgers und Edwards sogar geschrieben, bevor sie die Band überhaupt jemals getroffen hatten, alleine durch die Informationen, die sie von der Plattenfirma bekommen haben. Darunter zum Beispiel auch den größten Hit der Band "We Are Family". Der Türöffner für Nile Rodgers Vor allem für Nile Rodgers stellte sich die Zusammenarbeit mit Sister Sledge als Glücksfall heraus. Mit "We Are Family" hatte er einen Welthit geschaffen, den heute noch Millionen Menschen kennen. Für ihn wird dieses Album mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein echter Türöffner gewesen sein. Nach "We Are Family" folgten viele weitere erfolgreiche Kooperationen auch mit vielen großen Künstlern wie Diana Ross, David Bowie, Madonna, Duran Duran oder auch Daft Punk. Sein Weggefährte und guter Freund Bernard Edwards, mit dem er gerne und häufig zusammengearbeitet hat, verstarb 1996 nach einem gemeinsamen Auftritt mit Nile Rodgers in Tokio an einer Lungenentzündung. Shownotes Allmusic Review zum Album "We Are Family"Muppet Show Version von "He's The Greatest Dancer"Podcasttipp: "50 Jahre Hip Hop" in der ARD-AudiothekSWR1 Meilensteine Folge zu "Let's Dance" von David BowieSWR1 Meilensteine Folge zu "Random Access Memories" von Daft PunkSWR1 Meilensteine Folge zu "Diana" von Diana Ross Über diese Songs vom Album "We Are Family" wird im Podcast gesprochen (11:09) – "He’s The Greatest Dancer"(28:40) – "Lost in Music"(34:39) – "Thinking of You"(41:51) – "We Are Family"(55:36) – "Easier To Love" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (01:42) – "Le Freak" von Chic(20:08) – "Ich steh’ ja so auf Disco" von Udo Lindenberg(25:11) – "Gettin’ Jiggy Wit It" von Will Smith(26:03) – "Rappers Delight" von Sugarhill Gang (26:24) – "Good Times" von Chic(26:51) – "He’s The Greatest Dancer" von Danii Minogue(52:07) – "Do What You Wanna Do" von T-Connection
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Jan 15, 2024 • 1h 3min

Joni Mitchell – "Court and Spark"

Joni Mitchell ist Sängerin, Songwriterin und Malerin. Kurz gesagt: Joni Mitchell ist eine Vollblut-Künstlerin und damit ein unglaublich kreativer Geist. Das merken wir auch an "Court and Spark" – dem erfolgreichsten Album, das sie bis heute veröffentlicht hat. Auf "Court and Spark" hören wir die Malerei Auch, wenn Joni Mitchell ein absolutes Ausnahmetalent ist, eine Sache hat sie zumindest 1974 bei der Arbeit an ihrem Album noch nicht beherrscht: Noten lesen und schreiben. Aber als Künstlerin hat sie einen Weg gefunden ihrer Band auch so mitzuteilen, was sie von ihnen erwartet. Sie hat die Musik geschrieben in dem sie sie ihrer Band anhand von Farben erklärt und sie ihnen vor dem geistigen Auge aufgemalt hat, erklärt SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius im SWR1 Meilensteine Podcast zum Album "Court and Spark": Sie beginnt zu malen (im Studio) und zwar so, dass sie das Arrangement als [...] weiße Leinwand versteht. Sie versucht, wie beim Malen auch, mit Farben Stimmungen aufzugreifen, nur nicht mit Farben, sondern mit Tönen. Ihre Farben sind die Töne. Quelle: Katharina Heinius über die Studioarbeit von Joni Mitchell Joni Mitchell kennt keine Probleme, nur Herausforderungen Noten lesen und schreiben zu können, das hätte Joni Mitchell mit Sicherheit auch lernen können, wenn sie es denn gewollt hätte. Eine andere Herausforderung, für die sie auch eine kreative Lösung gefunden hat, bezieht sich auf etwas Körperliches. Als Folge einer Kinderlähmung konnte Joni Mitchell mit ihrer linken Hand einige Akkorde auf der Gitarre nicht so greifen, wie es die meisten Gitarristen lernen. Dazu fehlt ihr schlichtweg die Kraft in der linken Hand. Aber auch dafür hat die Künstlerin einen Weg gefunden. Sie greift die Akkorde einfach so, wie es für sie machbar ist und hat dadurch indirekt auch ihren ganz eigenen Sound entwickelt. Die perfekte Beobachterin Auf "Court and Spark" zeigt uns Joni Mitchell was für eine großartige Beobachterin sie ist und was für ein tolles Auge sie für Szenen, Momente und Details im alltäglichen Leben besitzt. Durch diese messerscharfen Beobachtungen treffen ihre Texte, die wie kleine Kurzgeschichten sind, mitten ins emotionale Epizentrum. Transportiert werden diese Texte auf "Court and Spark" von tollen Arrangements und einer Band, die verstanden hat, welche Bilder, Stimmungen und Emotionen Joni Mitchell versucht in den Songs zu übermitteln. Shownotes Die sensationell gute Website von Joni Mitchell (eigentlich braucht man nicht mehr)"Joni Mitchell – Ein Portrait" BuchtippSerientipp: "Vinyl""Court and Spark" Review bei Allmusic.comBiographie von Joni Mitchell bei laut.de Über diese Songs vom Album "Court and Spark" wird im Podcast gesprochen (17:29) – "Court and Spark"(26:44) – "Help Me"(40:32) – "Free Man in Paris"(48:02) – "Car On a Hill"(55:30) – "Raised On Robbery" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (11:49) – "Woodstock" von Tom Scott(38:50) – "The Ballad of Dorothy Parker" von Prince(52:18) – "Aja" von Steely Dan
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Jan 8, 2024 • 35min

Simon & Garfunkel – "Bridge Over Troubled Water"

Das Besondere an "Bridge Over Troubled Water" ist für unseren Musikredakteur und Meilensteine Moderator Frank König eindeutig der Sound. Die Platte ist vom Songwriting her perfekter Pop – vom Sound her aber gar nicht. Da klingt sie eher "seltsam" für ihn. Heute würde man sagen: Das klingt aber eigenartig. Für mich klingt das magisch! [...] Es ist musikalisch perfekt, aber soundtechnisch irgendwie anders. Quelle: Frank König im Meilensteine-Podcast über "Bridge Over Troubled Water" "Bridge Over Troubled Water" ist das Herzstück des Albums Sechs Grammys gab es insgesamt für das Album, für den Titelsong "Bridge Over Troubled Water" alleine waren es schon vier. Ein Meisterwerk der Popgeschichte, den auch heute noch die meisten Musikfans mitsingen können. Geschrieben hat den Song Paul Simon und gesungen hat ihn Art Garfunkel – so war die Arbeitsaufteilung meistens bei dem legendären Popduo. Entstanden sein soll der Song übrigens auf fast schon magische Art und Weise. Paul Simon soll in einem Interview erzählt haben, dass der Song sich auch gar nicht anfühlt, als hätte er ihn selbst geschrieben. Er soll vor einem leeren Blatt Papier gesessen haben und seine Hand hat sozusagen selbstständig das Papier mit Worten gefüllt und am Ende stand dann eben dieser Song auf dem Papier. Für Paul Simon kam der Song irgendwo aus seinem unbewussten Inneren. Die Botschaft von "Bridge Over Troubled Water" Auch für die Coverversion von Aretha Franklin gab es 1972 einen Grammy. In ihrer Version kommt bei dem Song echtes Gospel-Feeling auf. Das liegt unter anderem auch an der sehr christlichen Botschaft, die im Song mitschwingt. Es geht um Zusammenhalt und Unterstützung in schweren Zeiten. Ich bin für dich da, wenn die Zeit hart ist und Freunde schwer zu finden sind, werde ich für dich da sein, wie eine Brücke über unruhige Gewässer. Quelle: "Bridge Over Troubled Water" frei ins Deutsche übersetzt. Eine Botschaft, die natürlich auch ohne christlichen Glauben und religiösen Kontext verstanden werden darf. "El Condor Pasa", "The Boxer" und mehr – das letzte Album für das legendäre Duo Simon & Garfunkel Auch wenn Paul Simon und Art Garfunkel Millionen Menschen mit ihrer Musik begeistert und berührt haben, nach "Bridge Over Troubled Water", sind die beiden Künstler getrennte Wege gegangen und nur vereinzelt nochmal zusammengekommen, wie zum Beispiel für ihr legendäres "Concert In Central Park". Die Experimentierfreude von Paul Simon und seine Faszination für die Weltmusik die hat sich auf diesem Album schon zu erkennen gegeben. Das hören wir an vielen Stellen auf dem Album. Zum Beispiel auch bei Songs wie "The Boxer", "El Condor Pasa" und natürlich auch beim Titelsong des Albums "Bridge Over Troubled Water". Shownotes Review zu "Bridge Over Troubled Water" bei PitchforkArtikel über die Geschichte des Songs "Bridge Over Troubled Water" im IndependentArtikel bei BBC OneReview zu "Bridge Over Troubled Water" bei laut.deMeilensteine Folge zu "The Concert in Central Park""Blow Up" auf Arte zum 80. Geburtstag von Paul SimonYoutubel-Kanal von Simon and Garfunkel Über diese Songs vom Album "Bridge Over Troubled Water" wird im Podcast gesprochen (06:36) – "Keep The Customer Satisfied"  (08:36) – "Bridge Over Troubled Water"(15:29) – "Cecilia(19:21) – "El Condor Pasa"(23:24) – "Bye Bye Love"(28:23) – "The Boxer" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (09:56) – "Bridge Over Troubled Water" von Aretha Franklin(23:24) – "Bye Bye Love" von den Everly Brothers
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Jan 1, 2024 • 35min

Das Meisterstück von Depeche Mode – "Violator"

Die bekanntesten Hits auf dem Album sind "Personal Jesus" und "Enjoy the Silence". Dass "Violator" ein Meilenstein der Musikgeschichte geworden ist, liegt auch daran, dass es viel mehr ist als "nur" Synthie-Pop. Es ist eine geniale Fusion von elektronischer Musik und akustischen Instrumenten mit Gospel, Blues und Rock-Elementen. Mystisch, düster und melodiös und nach Meinung vieler Fans und Kritiker das Beste, was Depeche Mode geschaffen haben. Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König Das Massenphänomen Depeche Mode Anfang der 90er Jahre waren Depeche Mode bereits eine große Nummer. Das Vorgängeralbum "Music For The Masses", also Musik für die Massen, war im Prinzip eine Art Vorbote für das, was dann Wirklichkeit wurde. Depeche Mode wurden zum Massenphänomen, insbesondere durch ihre Tour in den USA. Auf ihrem legendären Abschlusskonzert der "Music For The Masses"-Tour am 18. Juni 1988 im Rose Bowl-Stadion im kalifornischen Pasadena spielten sie vor über 60.000 Zuschauern. Dort sind ein Tourfilm sowie das berühmte Live-Album "101" entstanden. Your Personal Jesus "Personal Jesus" ist inspiriert von Priscilla Presleys Buch "Elvis und ich", in dem sie über ihren Ex-Mann Elvis schreibt und sagt, dass er in ihrem Leben ihr persönlicher Jesus gewesen sei. Der Mensch, um den sich alles gedreht hat. Man spürt und hört in dem Song auch den Einfluss einer Musikrichtung, die auf den ersten Blick erstmal weit weg von Depeche Mode zu sein scheint: den Delta Blues aus Mississippi, der sehr stark durch die schwarze Musik geprägt ist. Ich glaube, dass das Ding so 'n großer Hit geworden ist, weil es eben nicht nur die Synthie-Pop-Hörer bewegt hat, sondern auch andere Leute, die mit Depeche Mode bisher nichts anfangen konnten. Quelle: SWR1 Musikredakteur Dave Jörg Ihr damaliger Produzent Flood hat Depeche Mode eine Art Freifahrtschein gegeben, sich von musikalischen Grenzen zu befreien und ihr eigenes Ding zu machen. Elektronische Musik und Gitarren oder Bluesmusik standen sich damals gar unvereinbar gegenüber, bis Depeche Mode diese sehr erfolgreiche Fusion geschaffen haben – damals ein absolutes Phänomen. Im Vereinigten Königreich hat man zu dieser Zeit eine interessante Werbekampagne zum Song gefahren: In verschiedenen lokalen Zeitschriften gab es Anzeigen, auf denen stand "Your Personal Jesus", darunter eine Telefonnummer. Unter dieser konnte man den Song in der Leitung hören. Einzigartiger Sound von Depeche Mode Dieser spezielle Sound von Depeche Mode ist in die Popkultur eingegangen. Dabei sind vor allem zwei Personen maßgeblich beteiligt, zum einen der Songschreiber Martin Gore von Depeche Mode und auf der technischen Seite deren damaliger Produzent Flood. Flood produzierte unter anderem Bands wie die Nine Inch Nails, Nick Cave, Erasure oder The Innocents. Ein Mensch, der gar keine Grenzen kennt. Quelle: SWR1 Musikredakteur Frank König über den Produzenten Flood Flood stellt Depeche Mode all sein Wissen und technisches Können zur Verfügung. Am Mischpult findet sich der Toningenieur François Kevorkian, der auch mit Kraftwerk das Album "Electric Café" in den Achtzigern aufgenommen hat. Unfassbare Leute, die im Hintergrund von "Violator" mitgearbeitet haben gepaart mit sensationellen Songs machen die Magie dieses Albums aus. Enjoy the Silence "Enjoy the Silence" ist die zweite Single-Auskopplung aus dem Album "Violator" und bis heute der größte Erfolg von Depeche Mode. Songwriter Martin Gore schrieb das Stück ursprünglich als Ballade. Carla Bruni hat den Klassiker 2017 neu interpretiert und verleiht dem Song durch ihre warme Stimme besonderen Charme und macht ein klares Statement: Die Welt braucht mehr Ruhe, Stille ist heilsam. Dieser Erfolg von "Enjoy the Silence" löste einen unglaublichen Hype um Depeche Mode aus, sodass von den Journalisten damals immer wieder der Vergleich mit den Beatles gezogen wurde. Kritik zum Album Die Kritiker haben das Album zur damaligen Zeit durchaus eher durchwachsen bewertet. Es gab diejenigen, die es in den höchsten Tönen gelobt haben und es gab diejenigen, die das Ganze nicht verstanden haben. Quelle: Larissa Pitzen, Hospitantin in der SWR1 Musikredaktion und Sängerin von The Voice Of Germany 2019 Wie immer ist es eine Frage der Perspektive. Die Musikjournalisten zu der Zeit waren sehr stark im klassischen Rock'n'Roll bei den Beatles und den Stones verwurzelt, sodass sie diese elektronische Musik nicht so ernst genommen haben. Es gibt meines Erachtens nach keinen, der elektronische Musik heute macht, der nicht in irgendeiner Form direkt oder indirekt von Depeche Mode und diesem Album "Violator" beeinflusst ist. Quelle: SWR1 Musikredakteur Dave Jörg Halo – Die Geschichte hinter Depeche Modes Albumklassiker "Violator" Violator blieb insgesamt 48 Wochen in den deutschen Albumcharts vertreten. Wie dieses bahnbrechende Album zustande kam, dokumentieren die beiden Super-Fans Kevin May und David McElroy ganz genau indem sie dazu mit einer Vielzahl von Mitstreitern sprachen. "Violator" – Ein Meilenstein der Musikgeschichte Wieso der Song "Enjoy The Silence" dafür verantwortlich ist, dass es in Amerika fast Straßenschlachten gegeben hat, welche Parallelen das Video zum Song mit dem kleinen Prinzen des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry aufzeigt und die Hintergründe zur Entwicklung des einzigartigen Sounds von Depeche Mode – darüber und mehr, wird in dieser Episode gesprochen. Shownotes Der Chefredakteur des Onlinemusikmagazins "Nothing But Hope And Passion" hat zum 25-jährigen Jubiläum von "Violator" einen "Liebesbrief" geschriebenReview bei allmusic.comBericht aus TTT über Depeche Mode in der ARD MediathekOffizieller YouTube-Kanal von Depeche Mode Über diese Songs vom Album "Violator" wird im Podcast gesprochen (03:08) – "World in My Eyes"(07:35) – "Personal Jesus"(17:10) – "Halo"(21:47) – "Enjoy the Silence"(27:24) – "Policy Of Truth"(32:18) – "Clean" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (01:10) – "The Wall" von Roger Waters(01:37) – "Verdammt, ich lieb' Dich" von Matthias Reim(01:48) – "Nothing Compares 2 U" von Sinéad O'Connor(05:14) – "Sky and Sand" von Paul Kalkbrenner(12:01) – "Personal Jesus" von Johnny Cash(16:34) – "Personal Jesus" von Marilyn Manson(33:01) – "One of These Days" von Pink Floyd(34:08) – "Autobahn" von Kraftwerk
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Dec 11, 2023 • 1h 4min

50 Jahre Udo Lindenberg – "Alles klar auf der Andrea Doria"

Für Udo Lindenberg selbst war es damals unvorstellbar, dass er mit diesem Album den Grundstein für seine Karriere legen würde. Ich habe früher gedacht, ey, was ist denn wenn du 'ne Band aufmachst – Party-Time hoch die Tassen – geil! So ein One-Hit-Wonder und dann ist es normalerweise wieder vorbei. Quelle: Udo Lindenberg über den Start seiner Karriere mit dem Panikorchester Doch vorbei war es für Udo und sein Panikorchester auf keinen Fall, auch wenn die Platte nach einem untergegangenen Schiff, der Andrea Doria, benannt ist. Ganz im Gegenteil: Udo wird mit dem Album berühmt. Es hat sich über hunderttausend Mal verkauft und ist sein Durchbruch. "Alles klar auf der Andrea Doria" – der Durchbruch auf Deutsch "Alles klar auf der Andrea Doria" ist bereits Udo Lindenbergs drittes Album. Auf dem ersten hat er noch englisch gesungen, und war noch deutlich jazziger, und seit dem zweiten Album "Daumen im Wind" singt er auf Deutsch. Mit seinem dritten Album "Alles klar auf der Andrea Doria" findet er seinen Stil mit seiner Band "irgendwo zwischen Jazz, Rock 'n' Roll und Seemannslied", so SWR1 Musikredakteurin Sondermann. Es ist textlich etwas, was vorher in Deutschland niemand so gemacht hat. Dass jemand wirklich auf Deutsch gesungen hat, damit erfolgreich war und keinen Schlager gemacht hat, sondern jugendliche Popkultur, das hat einfach Udo in die Welt gebracht. Quelle: SWR1 Musikredakteurin Clara Sondermann Lindenberg erfindet und etabliert eine komplett eigene Sprache. Die Art und Weise wie er singt ist neu: "Udos Texte gelten ja auch als Schnodderlyrik". Und so hören und fühlen sich die Texte auch an – "eben schnodderisch oder frei Schnauze", so SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius. Udo Lindenbergs Werdegang Es ist 1968, Udo ist gerade mal 23 Jahre alt und macht Hamburg zu seiner Wahlheimat. Er tritt als Schlagzeuger bei den City Preachers ein, lernt Sängerin Inga Rumpf und den Pianisten Jean-Jacques Kravetz kennen und zieht in die legendäre Villa Kunterbunt. Im Haus im Rondeel 29 trifft sich die Hamburger Szene. Dort wohnen unter anderem Westernhagen, Otto, der Pianist Gottfried Böttger und er in einer WG, es ist eine Art kreatives Center. Später zieht es Udo auf Steffi Stephans Wunsch hin mit seinen zukünftigen Bandkollegen des Panikorchesters nach Münster, in die "Panik-WG", wo sie proben und sich für "Alles klar auf der Andrea Doria" zusammenfinden. Ein Album, das vollgepackt ist mit Geschichten, die von Sehnsüchten und Schicksalsschlägen, von schaurig schönen Szenarien mit dem gewissen Fünkchen Hoffnung erzählen. Der Panikpräsident In seiner Autobiographie "Panikpräsident" bricht Udo Lindenberg sein Schweigen. Warum das Album "Alles klar auf der Andrea Doria" sein Panik-Flaggschiff geworden ist, wie die Andrea Doria ihren Panikanker in der Udo Lindenberg Biografie ausgeworfen hat, das erzählt Udo in seiner Autobiografie. Ich spielte damals tatsächlich eine Rolle. Ich bewegte mich nach einstudierter Choreografie in einem dunklen Seemannsmantel mit goldenen Streifen zwecks Image-Aufbau. Solange zwischen Anspruch und Realität noch eine schmale Meerenge lag, waren meine unsicheren Schritte ein torkliger Balanceakt. Quelle: Udo Lindenberg, "Panikpräsident – Die Autobiographie" Ein Komet, der zweimal einschlägt Der Song "Komet" von Udo Lindenberg und dem erfolgreichen Rapper Apache 207 sollte zum größten Hit und damit auch ein Comeback in LIndenbergs Leben werden, nachdem er einige Schicksalsschläge verkraften musste und seine Karriere ins Wanken geraten ist. Doch nicht nur das: auch das Video zu "Komet" ist das bislang erfolgreichste Musikvideo 2023 auf Youtube in Deutschland mit weit über 60 Millionen Aufrufen. "Alles klar auf der Andrea Doria" – Ein Meilenstein der Musikgeschichte Ein Album, das vollgepackt ist mit Geschichten, die von Sehnsüchten und Schicksalsschlägen, von schaurig schönen Szenarien mit dem gewissen Fünkchen Hoffnung erzählen. Über Lindenbergs Weg von der englischen Sprache zur deutschen Sprache in der Rockmusik, woher der Name "Panikorchester" stammt und warum Udo dann plötzlich nicht mehr Udo heißen sollte, sondern Jeremias – darüber und mehr, wird in dieser Epidsode gesprochen. Shownotes Offizieller YouTube-Kanal von Udo LindenbergUdo Lindenberg Hesse-Lesebuch "Der Poet und der Paniker" Udo Lindenberg Biopic "Lindenberg! Mach dein Ding!" Über diese Songs vom Album "Alles klar auf der Andrea Doria" wird im Podcast gesprochen (12:48) – "Alles klar auf der Andrea Doria"(25:28) – "Die größte Liebe"(28:26) – "Wir wollen doch einfach nur zusammen sein"(37:21) – "Er wollte nach London"(43:28) – "Jeremias"(49:39) – "Cello" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (10:25) – Tatort-Titelmusik (Klaus Doldinger) von Udo Lindenberg (19:47) – "Blau blüht der Enzian" von Heino(20:55) – "Rauch-Haus-Song" von Ton Steine Scherben(39:36) – "Ich träume oft davon, ein Segelboot zu klau'n" von Udo Lindenberg(56:38) – "Komet" von Udo Lindenberg und Apache 207(59:34) – "Cello"-Interpretation von Wolfgang Niedecken und BAP Unser Podcast-Tipp der Woche: Interpretationssache – Der Musikpodcast
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Dec 4, 2023 • 59min

Paul McCartney & Wings – "Band on the Run"

Paul McCartney hat die Band Paul McCartney & Wings im Jahr 1971 zusammen mit seiner Frau Linda McCartney gegründet — ein Jahr nach der Trennung der Beatles. Linda hat die Beatles zuvor schon als Fotografin begleitet und teilweise auch Vocals bei verschiedenen Alben hinzugesteuert. John Lennon hat einige Jahre zuvor bereits mit seiner Frau Yoko Ono die Plastic Ono Band gegründet. "Band on the Run" kann für Paul McCartney als eine Art Befreiungsschlag von seiner musikalischen Vergangenheit gesehen werden, den Beatles. Paul McCartney zeigt auf diesem Album, dass er es noch draufhat, losgelöst von seinem kongenialen Partner John Lennon als Songwriter, als Bassist und als Sänger zu arbeiten. Er schreibt Songs, die Bestand haben und qualitativ an seine alten Zeiten herankommen. Mit "Band on the Run" steigt Paul McCartney wieder wie Phönix aus der Asche. Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig Turbulente Produktionsbedingungen "Band on the Run" wurde in Afrika, in Nigeria, genau genommen in Lagos produziert. Für Paul McCartney klang das nach Sonne, nach Entspannung, als könnte man hier ganz entspannt in wunderschöner afrikanischer Umgebung ein tolles Album aufnehmen. McCartney hatte die Koffer bereits gepackt, Demos und Songideen im Gepäck. Gitarrist Henry McCullough und Schlagzeuger Denny Seiwell sollen schon länger nach einem Grund für den Ausstieg gesucht haben. McCartney hat sie ihrer Meinung nach zu schlecht bezahlt und sie konnten sich künstlerisch nicht in dem Maße einbringen, wie sie das gerne wollten. Bis zum Tag des Abfluges am 9. August 1973 hatten beide gekündigt. Denny Laine war als einziger von den ursprünglichen Wings neben Paul und Linda McCartney mit nach Lagos geflogen. Was für ein Glück — er war nämlich ein Multiinstrumentalist und konnte somit McCartney kräftig unterstützen. Trotzdem konnte sich Laine nicht in dem Maß einbringen, wie er es gerne getan hätte. Ich betrachte "Band on the Run" definitiv als ein Album von Paul und Linda McCartney — wir sind keine Gruppe mehr. Quelle: Bandmitglied und Multiinstrumentalist Denny Laine über Paul McCartney and Wings Dennoch — die drei waren produktiv und haben sich durchaus auch von Afrika musikalisch inspirieren lassen, zumindest rhythmisch. Ursprünglich wollte McCartney das Album sogar mit afrikanischen Musikern aufnehmen, hat sich dann aber dagegen entschieden, weil er viel Gegenwind bekommen hat. Zurück zum Tag der Ankunft in Lagos. Paul McCartney & Wings werden auf offener Straße überfallen. Alle Tapes und Ideen, die Paul bisher in irgendeiner Form für "Band on the Run" gesammelt hatte, waren also weg. Sie standen mit leeren Händen da und mussten alles aus ihrem Gedächtnis rekonstruieren. Auch eine gewisse Angst nach dem Überfall begleitete die McCartneys, die sie versucht haben mit Gras zu bekämpfen. Paul McCartney erlitt — vermutlich infolge übermäßigem Konsums — eine Panikattacke und musste ins dortige Krankenhaus. Zu den Aufnahmen war er zurück und hat gemeinsam mit Linda im Studio gearbeitet. Seine Frau war eigentlich Fotografin und hat während der Albumaufnahmen intensiv gelernt, Instrumente zu spielen, vor allem Klavier. "Band on the Run" ist dabei auch so 'ne One-Man-Show. Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig Unter diesen katastrophalen Produktionsbedingungen, an denen andere Musiker und Musikerinnen womöglich verzweifelt wären, erschafft McCartney in diesem Kosmos ein großartiges Album und er schafft es, wieder geliebt zu werden, so SWR Musikredakteur Stephan Fahrig. Durchbruch von "Band on the Run" Es war nicht leicht für Paul McCartney nach der Trennung der Beatles. Nicht nur John Lennon sondern auch George Harrison sollten ihm musikalisch ernsthafte Konkurrenz machen. Seine beiden ersten Soloalben verkaufen sich zwar gut und sind erfolgreich, doch die Kritiker lassen ihn durchfallen und das soll noch schlimmer werden bei Paul McCartney & Wings. Trotzdem gab es 1973 eine große Auftragskomposition für James Bond 007 — der Durchbruch für Paul McCartney & Wings. "Band on the Run" ist der Welthit für Paul McCartney & Wings. Die Band auf der Flucht — textlich wie musikalisch teilt sich dieser Song auf in drei Teile. Ein dramaturgies, durchkomponiertes Meisterwerk. Diese Aufteilung und Strukturierung erinnerten stark an die Beatles-Ära, in der Paul diese Technik bereits perfektioniert hat. Der Song "Band on the Run" klingt wie ein kleines Theaterstück mit Programmmusik. Quelle: SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius Musikalischer Scheidungskrieg zwischen McCartney und Lennon Im Jahr 1967 haben sich Linda Eastman und Paul McCartney das erste Mal getroffen, haben sich ineinander verliebt und dann 1969 geheiratet. Noch in einer Zeit, in der Paul McCartney aktives Mitglied der Beatles war. Sie hat alle Hochs und Tiefs der Band an der Seite ihres Mannes erlebt, und da gab es einige, gerade in den Endjahren der Beatles. Nach der offiziellen Trennung im April 1970 haben Paul McCartney und John Lennon einen Art offenen musikalischen Scheidungskrieg über Songs geführt. Den Anfang macht Paul McCartney 1971, er singt in "Too Many People" darüber, dass Lennon seine Glückssträhne zerbrechen hat lassen. Dieser antwortet darauf in seinem Album "Imagine" 1971 mit dem Song "How Do You Sleep?" mit den Worten "Das einzige, was du je geschafft hast, war "Yesterday". Wie kannst du schlafen?". McCartney antwortet seinerseits in "Band on the Run" mit dem Song "Let Me Roll It". Ein Song, wie John ihn selbst schreiben könnte, so Fahrig. "Let Me Roll It" ist ursprünglich eine Textzeile aus einem George Harrison-Song "I'd Have You Anytime" aus dem Album "All Things Must Pass" von 1970. Das ist 'ne richtige Persiflage auf John Lennon Songs. Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig über "Let Me Roll It" McCartney und Lennon haben sich bald getroffen und sich einigen können. John Lennon bezeichnete seinerseits das Album "Band on the Run" sogar als fantastisches Werk. Paul McCartney – Lyrics Im November 2021 erschienenen Buch von Paul McCartney "Lyrics" betrachtet er sein Leben und Werk intensiv im Prisma von 154 eigenen Songs. "Band on the Run" – Ein Meilenstein der Musikgeschichte Die Gruppe, die Band, die Bande auf der Flucht. Was genau hinter dem Albumtitel steckt, wieso die Band tatsächlich irgendwie auf der Flucht war und wie es Picasso auf dieses Album geschafft hat, warum Lagos vermeintlich kein guter Ort war, um eine Platte aufzunehmen und viel mehr, wird in dieser Episode besprochen. Shownotes Paul Mc Cartney & Wings Rockshow Live Rolling Stone: Paul McCartney & Wings veröffentlichen "Band on the Run"Musik-Sammler Release: "Band on the Run"YouTube Paul McCartney "Band on the Run" John Lennon singt das Album "Band on the Run"Paul McCartney & Wings "Band on the Run" BBC-Doku Über diese Songs vom Album "Band on the Run" wird im Podcast gesprochen (15:50) – "Bluebird"(25:24) – "Jet"(29:49) – "Band on the Run"(48:33) – "Let Me Roll It"(52:27) – "Picasso’s Last Words (Drink to Me)" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (47:31) – "Too Many People" von Paul McCartney und Lina McCartney(49:14) – "I'd Have You Anytime" von George Harrison
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Nov 27, 2023 • 31min

Eric Clapton – "Unplugged"

Ursprünglich wollte Clapton "Unplugged" lediglich in einer limitierten Version herausbringen, da er selbst nicht von dessen Erfolg überzeugt war. Doch er sollte sich irren, es wurde zum erfolgreichsten Livealbum aller Zeiten. Die tragische Geschichte um den Tod seines Sohnes, die die Veröffentlichung überschattet, macht Clapton selbst auch ein Stück weit für den Erfolg von "Unplugged" verantwortlich. Seine Offenheit hat die Menschen sehr bewegt. Ich finde, das ist das Große, was dieses Album auszeichnet, dass die Emotionen immer mitschwingen. Quelle: SWR1 Musikredakteurin Deborah Shamuhn Entstehung von "Unplugged" "Unplugged" von Eric Clapton ist eines der ersten Unplugged-Alben, die produziert wurden und bis heute das erfolgreichste. Es wurde in einem kleinen intimen Konzert-Rahmen in Bray nahe Windsor aufgenommen und unter Reprise- und Duck Records veröffentlicht. "Unplugged" besteht zum Teil aus Eigenkompositionen von Clapton, aber auch aus einem Teil alten Blues. Die deutschen Konzertveranstalter Horst Lippmann und Fritz Rau brachten mit dem "American Blues Festival" in den 50er und 60er Jahren amerikanischen Blues nach England. Im Publikum waren von den Stones über Led Zeppelin bis hin zu Eric Clapton viele Gitarristen, die in den 60ern groß geworden sind und sich an diesem alten Blues orientiert haben. Clapton ist ein Gitarrist, der kein Brimborium, keine Effekte braucht, er ist nämlich ein fantastischer Musiker. Und das kommt bei diesem Unplugged-Album wirklich gut raus. Es ist Clapton pur. Quelle: SWR1 Musikredakteur Werner Köhler "Tears in Heaven" In dem Titel "Tears in Heaven" verarbeitet Clapton den Tod seines Sohnes Connor. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme ist die tragische Geschichte um dessen Tod gerade mal ein dreiviertel Jahr her. Connor ist im Alter von 4 Jahren während des Versteckspielens aus einem offenen Fenster eines Hochhauses in New York gestürzt und dabei ums Leben gekommen. Eric Clapton war zu dem Zeitpunkt selbst auch vor Ort und hat die Tragödie hautnah miterlebt. Um den Tod seines Sohnes zu verarbeiten und sich selbst zu trösten schreibt Clapton "Tears in Heaven", mit Hilfe seines Co-Autoren Will Jennings, der als einer der bedeutendsten Songschreiber der Szene gilt. Er fragt sich, ob man sich eines Tages in einem anderen Leben wiedertreffen wird. Während Clapton den Song auf der Bühne – vermutlich aus Selbstschutz – manchmal in etwas "kühlerer" Manier spielt, gelingt es ihm auf "Unplugged" all seine Gefühle zuzulassen. Ich finde es unglaublich, dass er diesen Song überhaupt singen kann bei dem Konzert. Es gibt nichts Schlimmeres für Eltern, als der Tod ihres Kindes. Quelle: SWR1 Musikredakteur Werner Köhler Eric Clapton – "Mein Leben" In seiner Autobiografie berschreibt Clapton sehr eindringlich, was damals in ihm vorging und wie er allmählich wieder ins Leben zurückfand und über die Musik seine Trauer bewältigen konnte. Ich möchte meinen ganzen Schmerz in meiner Musik ausdrücken, ich will ihn nicht unterdrücken, sondern anderen davon erzählen, die ebenfalls Schmerz erleiden, damit sie wissen, dass sie nicht alleine sind. Quelle: Eric Clapton in seiner Autobiographie "Mein Leben" Clapton legt Zeugnis ab von seinem bewegten Leben, lässt teilhaben an den großen Erfolgen und den zahlreichen Tragödien seines Lebens. Ein Meilenstein der Musikgeschichte Über Eric Claptons Leben, seine überschattete Kindheit, den Tod seines Sohnes, sein musikalisches Talent und von welchen hochkarätigen Musikern und Musikerinnen Clapton im Rahmen seines Unplugged-Konzertes begleitet wurde, darüber wird in diesem Podcast gesprochen. Shownotes YouTube-Channel von Eric Clapton Über diese Songs vom Album "Unplugged" wird im Podcast gesprochen (04:14) – "Nobody Knows You When You’re Down and Out"(09:55) – "Tears in Heaven"(15:49) – "Rollin’ and Tumblin’"(21:48) – "Layla"(27:55) – "San Francisco Bay Blues" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (01:40) – "Rhythm Is a Dancer" von Snap!(01:52) – "November Rain" von Guns n’ Roses(13:10) – "While My Guitar Gently Weeps" von The Beatles(20:51) – "My Father’s Eyes" von Eric Clapton
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Nov 20, 2023 • 50min

The Kinks – "The Kinks Are the Village Green Preservation Society"

Bekannt wurden sie durch Single-Hits wie "You Really Got Me" oder "Sunny Afternoon". Auf ihrem Album "The Kinks Are the Village Green Preservation Society" sind zwar keine großen Hits, dafür umso mehr spannende Kompositionen. Die Kinks gehen deutlich weg von ihrem Image als Single-Hit-Komponisten hin zu dramaturgisch denkenden Songstrukturen. Im Erscheinungsjahr selbst war das Album ein echter Flop – mittlerweile ist es das meistverkaufte Kinks-Album überhaupt. Bandleader Ray Davies hat das in seinem britischen Humor schön auf den Punkt gebracht: "The Kinks Are the Village Green Preservation Society" is the most successful flop of all time. Quelle: Ray Davies über den Erfolg des Albums "The Kinks Are the Village Green Preservation Society" Zeitreise zurück in die wilden 60er Uns erwartet eine kleine Zeitreise zurück in die wilden Sixties. Für die Welt war 1968 ein Jahr des Umbruchs und des Aufbruchs durch die Revolution. Der 68er Soundtrack kommt beispielsweise von Jimi Hendrix "Electric Ladyland", dem weißen Album der Beatles, "Beggars Banquet" von den Rolling Stones oder "In-A-Gadda-Da-Vida" von Iron Butterfly. Bei den Kinks geht es – ganz anders als zu der Zeit üblich – um das einfache Leben auf dem Land im Norden von London und die britische Kultur. Es geht zurück aufs Dorf in "The Kinks Are the Village Green Preservation Society". Die Kinks selbst nehmen dabei die Rolle des Vereins zur Erhaltung des Dorfplatzes ein. Von dem Album selbst gibt es mehrere Ausgaben, wir beziehen uns auf die britische Variante mit 15 Songtiteln. Ursprünglich gab es noch weitere Songs für das Album, da es zunächst als Doppelalbum geplant war. Einige davon finden sich auf dem 1973 erschienenen Folgealbum "The Great Lost Kinks". Auftrittsverbot in den USA Die Kinks haben versucht, in den USA Fuß zu fassen, bis sie ein offizielles Auftrittsverbot von der Musikergewerkschaft in den USA erhielten. Es soll Schlägereien auf der Bühne gegeben haben und sie sollen sich insgesamt danebenbenommen haben. Die Kinks waren jung und wild. Durch das erlangte Konzertverbot von 1965 bis 1969 entging ihnen die Chance, die Bands wie beispielsweise The Who bekommen haben, auf Woodstock 69 zu spielen und somit auch ein großes Karriere-Sprungbrett. Durch dieses "Verbannen" wurden sie ein Stück weit vom amerikanischen Musikmarkt abgeschnitten. Produktion von "The Kinks Are the Village Green Preservation Society" Ray Davies fing infolgedessen an, sich auf England konzentrieren und Songs mit Blick auf die englische Kultur und Gesellschaft zu schreiben. In dieser Zeit entstand auch der Song "Village Green", der später auf dem Album einen Platz findet. 1967/68 beginnen dann die Aufnahmen zum Album selbst, immer mal wieder unterbrochen durch kleine Tourneen innerhalb Europas. Letztlich haben sie zwei Jahre gebraucht, um das Album aufzunehmen. "The Kinks Are the Village Green Preservation Society" ist ein Konzeptalbum und dieses Konzept stammt von Ray Davies. Es geht um das Leben auf dem Land, es geht um Heimat und um Freundschaft. Das Album zeigt einfach sehr gut, was für ein hervorragender Songschreiber Ray Davies ist. Diese Texte, die sind britisch, die sind witzig, die sind bissig, das ist einfach ziemlich gut. Quelle: SWR1 Musikredakteur Benjamin Brendebach Ein Meilenstein der Musikgeschichte In diesem Meilenstein wird darüber gesprochen, was es mit Walter auf sich hat, dem Schulfreund von Ray Davies, wie verrückt Annabella wirklich ist und wie wichtig so eine Dorfgemeinschaft sein kann. Außerdem geht es darum, warum das Album 1968 ein totaler Flop war und wie es im Rahmen von Popmusik und Bands wie Blair und Oasis ein echtes Revival erleben durfte, mehr noch – wie es jetzt über 50 Jahre nach Erscheinen des Albums zum meistverkauften Kinks-Album überhaupt geworden ist. Shownotes Doku zu The Kinks – "The Kinks Are the Village Green Preservation Society"Auftrittsverbot in den USAYouTube-Channel von The Kinks Über diese Songs vom Album "The Kinks Are the Village Green Preservation Society" wird im Podcast gesprochen (03:52) – "Animal Farm"(04:29) – "Sitting by the Riverside"(20:30) – "Village Green"(26:40) – "The Village Green Preservation Society"(30:27) – "Monica"(34:21) – "Wicked Annabella"(37:34) – "Walter"(42:43) – "Picture Book" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (01:32) – "You Really Got Me" von The Kinks(01:39) – "Sunny Afternoon" von The Kinks(18:50) – "Penny Lane" von The Beatles(45:23) – "Warning" von Green Day(45:55) – "Don't Look Back in Anger" von Oasis
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Nov 13, 2023 • 31min

Diana Ross – "Diana"

Nile Rodgers und Bernard Edwards kennt man übrigens auch als die Gründer der Disco-Band "Chic". Der Einfluss der Band ist auch auf "Diana" nicht zu überhören. Diana Ross' Karriere stand Kopf Angefangen hat damals alles mit einem Gespräch zwischen Diana Ross und Nile Rodgers. Diana wollte mal was Neues ausprobieren und brauchte einen frischen Sound. Und das hat funktioniert. SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig meint, er habe sie im ersten Moment gar nicht wiedererkannt. Man merkte allein schon beim Betrachten des Albumcovers schnell, das ist nicht mehr die Diva mit den langen Haaren, die in den 1960ern bei der Girl-Band "The Supremes" gesungen hat. Ist das Diana Ross? Das Album war einfach eine ganz neue Scheibe. Quelle: SWR1 Musikredakteur Stephan Fahrig Rodgers und Diana dachten sich dann: Die Geschichte darüber, wie Diana Ross ihre Karriere auf den Kopf stellen will eignet sich doch schon super für einen Song! Und so entstand ihr Hit "Upside Down". Leider stand auch bei der Produktion das ein oder andere Mal alles Kopf. Zum Beispiel war Diana unzufrieden mit dem fertigen Mix der Platte. Sie hatte das Gefühl, dass ihre Stimme nicht genug zur Geltung kommt und in der Musik versinkt. Also hat sie das Album später nochmal komplett neu mischen lassen und den Gesang noch einmal aufgenommen. Das ist auch der Grund, weshalb es alle Songs auf dem Deluxe-Album in zwei Versionen gibt. "I’m Coming Out" ist die Hymne der LGBTQ-Community Das Musikgenre "Disco", zu welchem "Diana" gehört, kam in den USA ursprünglich aus der schwarzen- und der LGBTQ-Community. Nile Rodgers hat sich für Dianas Hit "I’m Coming Out" auch von dieser inspirieren lassen. Rodgers ist damals zum Feiern immer gerne in die Schwulen-Clubs gegangen, weil da einfach die bessere Musik lief und die krasseren Partys stattfanden. Diana Ross war in der Schwulenszene eine Göttin und mit dem Song hat sie sich für ewig ein Denkmal gemacht. Quelle: SWR1 Musikredakteur Dave Jörg Diana Ross singt das Lied eher aus der Perspektive, dass sie als selbstbewusste und starke Frau erhobenen Hauptes in eine neue Lebens- und Schaffensphase eintritt. So hat sie sich auch gesanglich als große Diva gegen zwei ziemlich lange Posaunen-Soli am Anfang und am Ende des Songs durchsetzen können. 1994 hat Diana Ross mit "I’m Coming Out" sogar die Fußball-WM in den USA eröffnet. Bei ihrem Auftritt ist leider ein entscheidendes Detail danebengegangen. Um was es dabei ging und was noch alles hinter der turbulenten Produktion von "Diana" steckt, erfahren Sie in dieser Episode der SWR1 Meilensteine. Shownotes Review bei AllmusicWDR Stichtag zum 75. Geburtstag von Diana RossYouTube Channel von Diana RossDiana Ross verschießt Elfmeter bei der WM Eröffnung 1994Offizielle Website von Diana Ross Über diese Songs vom Album "Diana" wird im Podcast gesprochen (03:12) – "Upside Down"(09:16) – "Tenderness"(11:06) – "Friend to Friend"(21:00) – "I'm Coming Out"(28:04) – "My Old Piano" Über diese Songs wird außerdem im Podcast gesprochen (07:18) – "Le Freak" von Chic(08:08) – "Upside Down" Cover von The BossHoss(29:39) – "Meddle" von Pink Floyd
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Nov 6, 2023 • 25min

Rod Stewart – "Unplugged ...and seated"

Das durften wirklich nur die ganz großen Künstler machen: Ein MTV Unplugged. Die Liste der Künstler liest sich wie ein Who is Who der Popmusikgeschichte: Udo Lindenberg, Nirvana, die Fantastischen Vier, Eric Clapton, Herbert Grönemeyer, Björk, Bruce Springsteen und noch einige mehr. Ron Wood und Rod Stewart zusammen bei MTV Unplugged 1993 durfte dann auch der britische Rocker Rod Stewart Teil der Unplugged-Familie werden. Mitgenommen zu dem Event hat der Brite seinen langjährigen Freund und ehemaligen Bandkollegen von "The Faces", Rolling-Stones-Gitarrist Ron Wood. Eine besondere Herausforderung für die Band ist natürlich zum einen der ruhigere Sound einer Unplugged-Show und zum anderen der eingeschränkte Bewegungsradius. Die Band und auch Sänger Rod Stewart wurden auf Hockern platziert, was für den Briten, der auf der Bühne normalerweise seinem Bewegungsdrang nachkommt, sehr schwierig war. In seiner Biografie hat Rod Stewart dazu geschrieben: Ein Hocker bedeutet für mich eine ähnliche Einschränkung wie eine Zwangsjacke! Quelle: Rod Stewart in seiner Biografie über den Hocker beim Unplugged-Konzert Das Besondere an "Unplugged ...and seated" ist auch, dass auf dem Album einige Coversongs drauf sind, wie zum Beispiel Van Morrisons "Have I Told You Lately". Für unseren ehemaligen SWR1 Musikkollegen Christian Pfarr ist das ein ganz besonderes Talent von Rod Stewart. Wenn er einen Song covert, dann wird der einfach durch seine fantastische Stimme zu seinem eigenen Song. Er muss nicht mal viel verändern. Alleine seine Stimme genügt, dass das eine Präsenz hat, die man gar nicht beschreiben kann. Das hat etwas Magisches! Quelle: Christian Pfarr, ehemaliger SWR1 Musikkollege über die Coversongs von Rod Stewart Eines der besten MTV Unplugged Alben Für unseren ehemaligen Kollegen aus der SWR1 Musikredaktion Christian Pfarr und SWR1 Musikredakteurin Katharina Heinius ist diese Ausgabe von MTV Unplugged eine der besten, die es je gegeben hat und die es jemals geben wird. Warum? Das erklären sie im SWR1 Meilensteine Podcast zum Album "Unplugged ...and seated" von Rod Stewart.

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