

Sein und Streit
Deutschlandfunk Kultur
Ein akustischer Denkraum: über Alltägliches und Akademisches, über Sinn und Unsinn.
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Mentioned books

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Nov 30, 2025 • 39min
Zum 50. Todestag von Hannah Arendt - Denkerin der Demokratie und der Krise
Grit Straßenberger, Professorin für politische Theorie und Autorin einer Denkbiografie über Hannah Arendt, beleuchtet die Anziehungskraft der Denkerin. Sie diskutiert Arendts einzigartige Sprache und Stil sowie ihre breiten Themenbereiche, von Demokratie über Entfremdung bis zu sozialer Ungleichheit. Straßenberger erklärt, wie Arendts Denkansätze zur politischen Freiheit und Wahrheit heute relevant sind. Zudem werden Anekdoten aus Arendts Leben, ihren intellektuellen Austausch mit Heinrich Blücher und ihre kritische Sicht auf Race und Gender thematisiert.

Nov 23, 2025 • 6min
Lacan lesbar machen: Todd McGowans jargonfreie Einführung
Todd McGowan, US-amerikanischer Philosoph und Autor, diskutiert in dieser Folge seine jargonfreie Einführung in das Denken von Jacques Lacan. Er erläutert, warum Lacans komplexe Sprache bewusst gewählt ist, um Missverständnisse zu vermeiden. Außerdem wird die Idee des gespaltenen Subjekts als politische Konzeptualisierung thematisiert. McGowan kritisiert die Verwirrung durch Lacans Diagramme und hebt hervor, wie wichtig Kant für sein Verständnis von Lacan ist. Seine Methode basiert auf Klarheit und dem Übersetzen für eine breitere Öffentlichkeit.

Nov 23, 2025 • 4min
Klöckner "Puff Europas" - Der scheinheilige Streit um Sexarbeit
Christine Bratow, philosophische Kommentatorin, beleuchtet den Streit um Sexarbeit und die Äußerungen von Julia Klöckner. Sie erklärt, wie Klöckners provokante Aussage die Debatte neu entfacht hat. Bratow diskutiert das nordische Modell und die Gefahren von Verboten, die Frauen in ihrer Selbstbestimmung gefährden. Sie differenziert zwischen freiwilliger Sexarbeit und den Umständen, die dazu führen. Zudem hinterfragt sie feministische Einwände gegen die Selbstbestimmung und betont die Notwendigkeit, realistische Wahlmöglichkeiten zu schaffen.

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Nov 23, 2025 • 29min
Michael Zichy: "Anderen wichtig sein" - Was Lebenssinn ausmacht
Michael Zichy, Professor für philosophische Grundlagen der Theologie, beleuchtet den Lebenssinn und dessen gesellschaftliche Dimension. Er erklärt, warum der Mut fehlt, Sinnfragen zu stellen, und unterscheidet zwischen den großen und alltäglichen Sinnfragen. Zichy postuliert, dass Lebenssinn darin besteht, anderen wichtig zu sein, und diskutiert die Rolle von Einsamkeit und zwischenmenschlichen Beziehungen. Zudem kritisiert er rein subjektive Sinngefühle und fordert eine Balance zwischen persönlicher Identität und sozialen Werten.

Nov 16, 2025 • 1h 27min
Das verschämte Tier - Zu den Wurzeln der Scham
Ute Frevert, Historikerin und Präsidentin der Max-Weber-Stiftung, und Robert Pfaller, Philosoph und Kulturtheoretiker, diskutieren die Ursprünge und kulturellen Aspekte von Scham. Sie beleuchten den Zusammenhang zwischen Scham und Ehre, sowie die evolutionären und psychologischen Dimensionen. Frevert erklärt, wie historische Erziehungspraktiken die Wahrnehmung von Scham prägen, während Pfaller kulturelle Unterschiede und die Rolle von Scham in modernen Gesellschaften analysiert. Auch Themen wie Geschlechterdifferenz und die Auswirkungen sozialer Medien auf Scham werden betrachtet.

Nov 9, 2025 • 4min
Kommentar - Wie aktivistische Wissenschaft der Forschung schadet
In dieser Folge wird über die Forderung von Nature Psychology diskutiert, Zitationen nach Geschlecht und Herkunft auszuwählen. Philipp Hübl erklärt empirische Befunde zu Zitierverhalten und mögliche Ursachen für Unterschiede. Er kritisiert aktivistische Eingriffe in die Forschung und warnt vor Selbstzensur durch Wertprüfungen. Zudem hinterfragt er die Effektivität von Diversitätsprogrammen im Kontext der DEI-Debatte. Schließlich bezeichnet er die vorgeschlagenen Zitierregeln als Symbolpolitik ohne tatsächliche Wirkung.

Nov 9, 2025 • 40min
Globale Ordnung - Die Unordentlichkeit der Welt
Moritz Rudolph, Philosoph und Autor, beleuchtet in einem spannenden Gespräch die komplexe Weltordnung aus der Perspektive der Kritischen Theorie. Er vergleicht die heutigen globalen Herausforderungen mit früheren Phasen der Globalisierung. Rudolph diskutiert die Bedrohungen durch autoritäre Bewegungen und die ambivalente Rolle der USA in der geopolitischen Landschaft. Zudem warnt er vor den Risiken einer europäisierten Militärmacht und betont die Notwendigkeit regionaler Ansätze als Antwort auf nationale Konflikte.

Nov 2, 2025 • 7min
Sich aufs Spiel setzen - Philosophie des Tanzens
Constantin Huehn, Journalist und Redakteur, spricht über die faszinierende Welt der Tanzphilosophie und seinen Sammelband dazu. Er diskutiert, wie Tanzen als philosophisches Objekt betrachtet werden kann. Besonders interessant ist Ursina Tossi's Kritik an der metaphorischen Verwendung von Tanz in der Philosophie. Huehn erläutert die Vielfalt der Tanzräume und deren Bedeutungen, und beleuchtet die politischen Dimensionen des Tanzens, von feministischen Performances bis hin zu gesellschaftlichem Ausdruck. Tanzen wird als Überlebensstrategie im Umgang mit Unsicherheit betrachtet.

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Nov 2, 2025 • 5min
Wie KI-Chatbots unsere Verlässlichkeit untergraben
Arnd Pollmann, Journalist und Kommentator bei Deutschlandfunk Kultur, beleuchtet die Risiken von KI-Chatbots. Er diskutiert, wie diese Technologien menschliche Verlässlichkeit gefährden, indem sie falsche Informationen liefern und als gefährliche Gesprächspartner fungieren. Pollmann thematisiert die psychologischen Folgen und die Untergrabung von zwischenmenschlichem Vertrauen. Zudem warnt er vor den langfristigen Auswirkungen auf Medienvertrauen und Institutionen. Ein kritischer Kommentar zur neuen Realität der KI-Nutzung!

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Nov 2, 2025 • 37min
Philosophie - Mutig sein - ohne Heldentum
Antonia Birnbaum, Philosophin und Dozentin in Paris und Wien, erforscht in ihrem Essaybuch das Konzept von Mut jenseits des Heldentums. Sie argumentiert, dass Mut heute neu gedacht werden muss, weg von traditionellen Heldenbildern. Ein spannendes Thema ist die Diskussion über die Rolle von Heldentum in der Demokratie und wie sich Mut von heroischem Verhalten abgrenzen lässt. Birnbaum zeigt, dass echter Mut oft in alltäglichen Haltungen und in der Überwindung von Angst zu finden ist.


