

Kreisky Forum Talks
Kreiskyforum
Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit.
Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften.
Der Podcast zur Stunde.
Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/
Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften.
Der Podcast zur Stunde.
Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/
Episodes
Mentioned books

Nov 28, 2024 • 51min
Andrej Kurkow: IM TÄGLICHEN KRIEG
In Kooperation mit BUCH WIEN 2024 von 20.-24. November 2024
Tessa Szyszkowitz im Gespräch mit Andrej Kurkow
IM TÄGLICHEN KRIEG
Andrej Kurkow, der bekannteste Autor der Ukraine, spricht unentwegt für die Hoffnung, für eine ukrainische Zukunft. Seine Tagebucheinträge zeigen, was der Krieg, der sich immer mehr in den Alltag der Menschen integriert, mit ihnen macht. Die Diskrepanz einer jeden aufeinanderfolgenden Sekunde wird spürbar: Opernaufführungen bei Tageslicht – eine Bombe schlägt ein; Menschen schwimmen im Meer – eine Mine explodiert; eine Nacht durchschlafen – aber das feindliche Militär kennt die GPS-Daten eines jeden Schlafzimmers …
Andrej Kurkow berichtet – von einem Alltag im Ausnahmezustand, von den unscheinbaren Momenten, über Luftalarm, Freundschaft und Sorge, Identität, von einem Kampf der Worte und Kulturen, über die Einigkeit und Vielseitigkeit eines Landes; er schreibt über das Leben im Krieg. Er
schreibt, damit wir nicht vergessen. Seit 2013, seit den Protesten am Majdan. Seit 2014, seit der Annexion der Krim. Durch Explosionen in der Nacht und in jeder unruhigen Sekunde schreibt er. Solang die Bewohner*innen der Ukraine nicht sicher sind. Solange sie nicht frei sind.
Andrej Kurkow wurde 1961 in Leningrad, dem heutigen
St. Petersburg, geboren und lebte bis vor dem Angriffskrieg auf die Ukraine in Kyjiw. Er studierte Fremdsprachen, war Zeitungsredakteur und während des Militärdienstes Gefängniswärter. Danach wurde er Kameramann
und schrieb zahlreiche Drehbücher. Seit 1996 ist er freier
Schriftsteller und arbeitet für Radio und Fernsehen. 2022 erschienen bei Haymon Andrej Kurkows Aufzeichnungen aus der Ukraine: „Tagebuch einer Invasion“, in dem er sich den ersten Monaten des Angriffskrieges widmete und für das er den Geschwister-Scholl-Preis 2022 erhielt. 2024 erschien
sein neustes Werk „Im täglichen Krieg“.
Tessa Szyszkowitz, Falter-Kolumnistin und Autorin,
war Korrespondentin in Moskau, Brüssel, Jerusalem, London. Kuratorin der Reihe Philoxenia im Kreiskyforum, Senior Associate Fellow Royal United Services Institute in London.

Nov 26, 2024 • 56min
Jörg Baberowski: DER STERBLICHE GOTT - Macht und Herrschaft im Zarenreich
In Kooperation mit BUCH WIEN 2024 von 20.-24. November 2024
Cathrin Kahlweit im Gespräch mit Jörg Baberowski
DER STERBLICHE GOTTMacht und Herrschaft im Zarenreich
DIE ILLUSION DER STÄRKE – JÖRG BABEROWSKI ENTSCHLÜSSELT DAS ZARENREICH
Seit jeher inszenierten sich Russlands Herrscher als allmächtige
Autokraten, die ihr Land mit eiserner Faust regierten. In Wahrheit aber war diese Inszenierung nur eine Fassade, hinter der sich die Schwäche des Staates verbergen konnte. Das zaristische Vielvölkerimperium war ein fragiles Gebilde, das im Modus der Improvisation beherrscht wurde, seit Peter I. es nach Westen geöffnet hatte. Wie aber gelang es den Zaren
und ihrer Bürokratie, ein multiethnisches, schwach integriertes Imperium über zwei Jahrhunderte erfolgreich zusammenzuhalten? Jörg Baberowski erzählt Russlands Geschichte aus der Perspektive der Herrschaft und
ihrer Zwänge.
Ansprüche und Möglichkeiten fanden in Russland nur selten zueinander. Der autokratische Staat operierte im Modus der Improvisation, weil es ihm an Instrumenten der Integration fehlte. Davon aber wussten auch diejenigen, die ihn herausforderten. Es war die Kritik, die sich mit den
liberalen Reformen Alexanders II. (1855–1881) ausbreiten konnte, die die Staatskrise überhaupt erst auslöste. Der sterbliche Gott, wie Thomas Hobbes den Leviathan genannt hat, lebt von der Illusion der Stabilität und Unerschütterlichkeit. Doch der sterbliche Gott ist verwundbar. Er ruht auf Voraussetzungen, die er selbst garantieren muss. Davon ist in
diesem Buch die Rede: Von Krisen und ihrer Bewältigung. Und insofern weist die Geschichte, die Jörg Baberowski in diesem Buch erzählt, auch über Russland hinaus: Weil sie nach den Grundlagen staatlicher und gesellschaftlicher Ordnungen fragt und zeigt, wie schnell sie sich auflösen können. Wer verstehen will, was Macht und Herrschaft sind und warum sie in Russland andere Formen annahmen als im Westen Europas, der findet Antworten in diesem Buch.
Jörg Baberowski ist Professor für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin und Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze zur russischen und sowjetischen Geschichte. 2012 erhielt er für sein Werk „Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt“ den Preis der Leipziger Buchmesse.
Cathrin Kahlweit, Journalistin und Publizistin

Nov 21, 2024 • 1h 1min
Henri J. Barkey & Ellen Laipson: THE US AFTER THE ELECTIONS
Eva Nowotny in conversation with Henri J. Barkey and Ellen Laipson
THE US AFTER THE ELECTIONS
Henri J. Barkey and Ellen Laipson explore in conversation with Eva Nowotny the future of the United States in the aftermath of the elections. This event brings together leading experts in international relations and U.S. policy to explore the implications of the electoral outcomes on American domestic and foreign policy. Despite the uncertainties, this election is sure to shape the future trajectory of the U.S. on the global stage.
Henri J. Barkey is the Bernard L. and Bertha F. Cohen chair in international relations at Lehigh University Pennsylvania and Adjunct Senior Fellow for Middle East studies at the Council on Foreign Relations. Previously he was the director of the Middle East Center at the Woodrow Wilson Center for International Scholars.
Ellen Laipson is the Director of the Master’s in International Security degree program and the Center for Security Policy Studies in the Schar School of Policy and Government at George Mason University. She joined Mason University after a distinguished 25-year career in government and as president and CEO of the Stimson Center (2002-15).
Eva Nowotny, Ambassador ret., Vice president of the Board of Bruno Kreisky Forum

Nov 14, 2024 • 56min
Nomi Bar-Yaacov: MIDDLE EAST 2024 - ALTERNATIVES TO ALL OUT WAR BETWEEN ISRAEL AND IRAN
Tessa Szyszkowitz in conversation with Nomi Bar-Yaacov
MIDDLE EAST 2024: ALTERNATIVES TO ALL OUT WAR BETWEEN ISRAEL AND IRAN
On the eve of the US-elections Nomi Bar-Yaacov will discuss the implications of the current escalation of violence between Israel and Iran on the region. She will discuss the plans on the table for de-escalation in the context of geopolitical trends and concerns.
Bar-Yaacov has many years of experience with Track-2-negotiations in the Middle East. She is convinced that there is no military solution to the conflicts in the region and the only solution is to build on to what the 57 Islamic States and Arab States are offering at the UN, a ceasefire in Gaza, return of all 101 hostages, return of all the displaced Gazans, a ceasefire in Lebanon and an implementation of United
Nations Security Council Resolution 1701, return of all displaced Lebanese and Israelis, and a recognition that there will only be security for Israel with a Palestinian State. The alternative, she says is not in Israel’s security interests.
Nomi Bar-Yaacov is a leading international lawyer,
negotiator, arbitrator and mediator with three decades of experience in high stakes international negotiation and international conflict management, including negotiations of complex cease-fire agreements and peace agreements. She is a highly sought after global keynote speaker and commentator at the intersection of geopolitics, conflict prevention and conflict resolution. She also covers technology for peace. She is an Associate Fellow at the International Security Department at Chatham House, The Royal Institute for International Affairs, in London. She is a frequent commentator for BBC Radio 4, BBC World TV, BBC Newsnight, SKY News, CNBC, CBC, Deutsche Welle TV, France24, RAI TV, and Al-Jazeera (Arabic and English). She speaks and works in six languages fluently. She is quoted often in leading newspapers including The New York Times and Washington Post.
Tessa Szyszkowitz is an Austrian journalist and author. A UK correspondent for Austrian and German publications such as Falter or Tagesspiegel, she curates Philoxenia at Kreisky Forum and she is a Distinguished Fellow of the Royal United Services Institute in
London.

Nov 12, 2024 • 58min
Roger de Weck: DAS PRINZIP TROTZDEM
Robert Misik im Gespräch mit Roger de Weck
DAS PRINZIP TROTZDEMWarum wir den Journalismus vor den Medien retten müssen
Über die Krise des Journalismus als demokratiepolitische Herausforderung
Autoritäre Populisten trumpfen auf. Desinformation und Fake News grassieren. Und der Journalismus, der dem wehren sollte? Er kommt aus der Krise nicht heraus. Es gibt zwar mehr Medien, aber immer weniger Mittel für den Journalismus. Verlage wollen ihre Einbußen wettmachen, indem sie noch mehr laute Meinungen und Soft-Themen bringen. Doch die »Boulevardigitalisierung« nützt just den Populisten, die sich derselben Stilmittel bedienen: Zuspitzung, Skandalisierung, Aufregung.
Roger de Weck liebt Journalismus als Beruf. Er kennt ihn in allen Facetten – als Zeitungsmacher und Rundfunkchef, Reporter und Moderator. Und er macht sich Sorgen, weil die Gesetze des Medienbetriebs und die des Journalismus immer weiter auseinanderlaufen. Dagegen setzt de Weck auf das »Prinzip Trotzdem«: Recherchieren, abwägen, sich treu bleiben – trotz Sparmaßnahmen, trotz X & Co. Doch wie geht das? Der Autor zeigt, wie sich Journalismus stärken lässt. Denn ohne diesen wertvollen Spielverderber läuft das Spiel nicht in der Demokratie.
Roger de Weck, geboren 1953, war Zeit-Chefredakteur,
Generaldirektor des Schweizer Radios und Fernsehens, Mitglied des Zukunftsrats für Reformen bei ARD, ZDF und Deutschlandfunk. Im Suhrkamp Verlag erschien zuletzt Die Kraft der Demokratie, das mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2020 ausgezeichnet wurde.
Robert Misik, Autor und Journalist

Nov 10, 2024 • 40min
Philipp Blom: HOFFNUNG
Gertraud Borea d´Olmo im Gespräch mit Philipp Blom
HOFFNUNGÜber ein kluges Verhältnis zur Welt
Kann man in diesen Zeiten noch hoffen? In seinem neuen
Buch, das Ende September im Hanser Verlag erscheint, zeigt Philipp Blom, wie Hoffnung möglich bleibt.
Es ist noch nicht lange her, da stand die Zukunft für eine bessere Welt. Inzwischen haben wir uns angewöhnt, mit dem Schlimmsten zu rechnen, und mussten oft genug erleben, dass es noch schlimmer kam. Gibt es wirklich keinen vernünftigen Grund mehr, zu hoffen? Philipp Blom findet die Ursprünge der Hoffnung in einem religiösen Weltverständnis, mit dem die Gegenwart nicht mehr viel anfangen kann: Das Dasein war sinnvoll, weil es in ein ewiges Leben münden würde. Heute könnte uns das Bedürfnis nach Hoffnung dazu treiben, ein sinnvolles Leben zu führen, indem wir Ziele für eine bessere Welt verfolgen: Gerechtigkeit etwa oder Nachhaltigkeit. Das wäre das Gegenteil von naivem Optimismus, das wäre eine vernünftige Haltung zur Welt. Sie ist nötiger denn je.
Philipp Blom studierte Philosophie, Geschichte und
Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien und schreibt regelmäßig für europäische und amerikanische Zeitschriften und Zeitungen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. das Stipendium am Getty Research Institute in Los Angeles, den Premis Internacionals Terenci Moix und den NDR Kultur Sachbuchpreis. Bei Hanser erschienen u. a. Die Welt aus den Angeln (2017), Was auf dem Spiel steht (2017) und Die Unterwerfung (2022).
Gertraud Borea d’Olmo ist Mitglied des Vorstands des Bruno Kreisky Forums

Nov 8, 2024 • 1h 17min
Suliman Baldo, Annette Weber, Amira Osman & Osama Kheir Mohamed: SUDAN’S DEVASTING WAR ON PEOPLE
Suliman Baldo, Annette Weber, Amira Osman, Osama Kheir Mohamed, Irene Horejs
SUDAN’S DEVASTING WAR ON PEOPLE – WHAT INTERNATIONAL RESPONSE?
Five years ago, a peaceful civil society uprising has managed to oust Sudan´s long term dictator Omar Al Beshir and to install a joint civilian-military government for a 3 years transition to democratic elections 3. However, a military coup in October 2021 put an end to hope for democracy and in April 2022, the two power sharing military forces initiated a cruel war with devastating effects on the country. At present, as a result of looting, the conscious destruction of the economy and the use of hunger as a weapon of war by both warring parties, 10 million people have been displaced and 25 million face the threat of a man made massive famine and starvation.
The war in Sudan has also devastating effects on its already instable neighboring countries on the continent. By its strategic location at the Red Sea it has huge implications for the Arab Peninsula as well as for international trade and migration. Multiple international players have a stake in this crisis, most prominently Saudi Arabia and the UAE as active supporters of belligerents, but Russia, the US, the EU and others have their stakes too. Different mediation efforts by Egypt and other neighboring countries, the African Union, Saudia Arabia and the US had little success so far.
Yet, despite the humanitarian catastrophe and international
implications of this crisis, there seems to be little attention to it by Western media and decision makers. “The world is failing to live up to its commitments to protect civilians in armed conflict”, UN Secretary-General António Guterres warned. When states fail to protect its citizens, the international community has a responsibility in doing so.
Who are the different conflict parties, what are their interests and who is behind them? Why have the different efforts for mediations failed so far? Why do Western powers not intervene more strongly in this catastrophic conflict in a region which combines so many interests for them?
What has become of the strong Sudanese civil society mouvements? What role can they play in the current conflict situation? Within the country and as Sudanese diaspora? How can Sudanese civil society and the diaspora contribute to support humanitarian relieve for the victims of this war?
These and other questions will be addressed in this panel discussion, which constitutes the opening event of a 3 days meeting of representatives of the Sudanese diaspora from 9 European countries in Vienna.
Suliman Baldo: Executive Director of Sudan Transparency and Policy Tracker. Formerly led Sudan Democracy First Group, advised U.N. teams in Darfur, and worked with ICTJ, ICG, and HRW. Holds a PhD in Comparative Literature.
Annette Weber: EU Special Representative to the Horn of Africa with 25+ years in the region. Former head of Africa/Middle East at SWP, mediated in Sudan and Ethiopia, and taught conflict studies. Holds a PhD in Political Science.
Amira Osman: Peace activist focused on gender and diaspora. Co-founder of Sudan's Gender Centre for Research and Training, holds a PhD in Peace Studies, and has published on Sudanese women's roles in peace efforts.
Osama Kheir Mohamed: Activist and political science student in Vienna, focused on international politics, African theory, and anti-racism.
In cooperation with:VIDC – Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation Mendy for peace culture and diversity management

Nov 6, 2024 • 36min
Kreisky Talks x FALTER Radio: EUROPAS ROTE UND RUSSLAND - FATALE FEHLEINSCHÄTZUNG
Cathrin Kahlweit im Gespräch mit Jan Claas Behrends
ZEITENWENDE ODER STILLSTAND: WELTMÄCHTE IM NEUEN KALTEN KRIEG
Der deutsche Historiker Jan Claas Behrend liest im Bruno Kreisky Forum im Gespräch mit der Korrespondentin Cathrin Kahlweit (Süddeutsche Zeitung) der Sozialdemokratie wegen ihrer Illusionen über Wladimir Putin die Leviten.
Aufgenommen am 23. Oktober 2024 im BKF, Podcast-Edit FALTER Radio

Nov 4, 2024 • 1h 13min
Rahel Jaeggi: FORTSCHRITT UND REGRESSION
Robert Misik im Gespräch mit Rahel Jaeggi
FORTSCHRITT UND REGRESSION
Die Abschaffung der Sklaverei, die Einführung sozialer
Sicherungssysteme, die Sanktionierung von Vergewaltigung in der Ehe gelten gemeinhin als gesellschaftlicher Fortschritt – als ein Wandel zum Besseren. Dennoch hat die Idee einer generellen Fortschrittsbewegung ihren alten Glanz verloren, ja, sie ruft sogar Skepsis hervor. In aller Munde ist hingegen die Diagnose der Regression. Sie wird diversen Zeiterscheinungen gestellt, vom rechtsautoritären Populismus bis zur Demokratiemüdigkeit.
Rahel Jaeggi verteidigt in ihrem Buch das Begriffspaar Fortschritt und Regression als unverzichtbares sozialphilosophisches Werkzeug für die Kritik unserer Zeit. Als fortschrittlich oder regressiv versteht sie nicht nur das Resultat, sondern vor allem die Gestalt gesellschaftlicher Transformationen selbst. Indem sie nach den Erfahrungsblockaden fragt, die regressiven Tendenzen Vorschub leisten, entwickelt sie einen Begriff des Fortschritts, der eurozentrische Verzerrungen ebenso vermeidet wie die Vorstellung einer zwangsläufigen Entwicklungstendenz. Fortschritt, so zeigt sie, ist nicht der Vorlauf zu einem bereits bekannten Ziel, sondern der nie abgeschlossene Prozess der Emanzipation.
Rahel Jaeggi, ist Professorin für Praktische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und leitet dort seit 2018 das Centres for Social Critique. Als Gastprofessorin unterrichtete sie an der Yale University, Fudan University in Shanghai, New School for Social Research in New York und war Fellow am Institute for Advance Studies an der Princeton University. Gegenstand ihrer Forschung sind u.a. die Begriffe der Entfremdung, der Kommodifizierung bzw. Verdinglichung, der Ideologie, der Lebensform, der Institution und der Solidarität.
Robert Misik, Autor und Journalist

Oct 23, 2024 • 1h 25min
Philipp Blom & Ivan Krastev: TWENTY-FIRST CENTURY VERTIGO
MQ-Gespräche
Gemeinsam mit Gästen, die sich international einen Namen als herausragende Analytiker:innen gemacht haben, diskutiert Philipp Blom soziale, politische und wissenschaftliche Fragen der Gegenwart, um ihre Strukturen und treibenden Kräfte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Eine Kooperation zwischen MQ, IWM, BKF und RD Foundation.
Philipp Blom in conversation with Ivan Krastev
TWENTY-FIRST CENTURY VERTIGO
There is a widespread feeling that the early 21st century, our own time, is torn between two world orders, one decaying, the other not yet established, or not yet understood. The crises of Western democracies, increasing polarisation, a new aristocracy of the super rich, and populist revolts against all kinds of elites and the return of widespread political violence, are symptomatic of powerful forces
tearing apart a world that seemed stable. But which powers are behind this? How important are migration, economic globalisation, new wars and new alliances, digitisation, smartphones, and artificial intelligence in this mix?
Ivan Krastev grew up in a time of revolution in Bulgaria and has made it his life’s work to understand what drives them and how to protect and encourage liberty in a rule-based order. Series host Philipp Blom is fascinated by turning points in history and believes that our present may be the biggest of them all. Philipp Blom speaks with Ivan Krastev
about the social, cultural and political tensions that may well end democracy and usher in autocracy, and what can be done to strengthen both individual potentials and social cohesion in a time of crisis.
Ivan Krastev, chairman of the Centre for Liberal Strategies, Sofia, and Permanent Fellow at the Institute for Human Sciences in Vienna (IWM)Philipp Blom, historian and author of several novels,
journalism, politics, and philosophy. He also works a radio presenter, documentary film maker and as a public lecturer.
Recorded on 22 October @MQLibelle, Museumsquartier


