

Bildungsreise
Damian Haas
Begleite Damian Haas, Lehrer und Redaktor bei SRF Kids und SRF school, beim Austausch mit Fachpersonen aus dem Bildungsbereich. Hier erhalten auch Kinder Raum für ihre Perspektiven und Meinungen. Jeden letzten Montag im Monat zu einem anderen Thema. Sei dabei, wenn wir gemeinsam Bildung entdecken und neu denken. «Bildungsreise» – der Podcast für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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Mar 30, 2026 • 53min
Hochbegabung – zwischen IQ, Potenzial und fehlender Passung
In der 27. Folge des Podcasts «Bildungsreise» spricht Damian mit Letizia Gauck. Sie ist Psychotherapeutin und Fachpsychologin für Kinder- und Jugendpsychologie und leitet das Zentrum für Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie an der Universität Basel. Gemeinsam gehen sie den Fragen nach, was Hochbegabung ist, wie sie erkannt werden kann und warum das Thema bis heute mit vielen Vorurteilen behaftet ist.
Viele verbinden Hochbegabung mit «Wunderkindern», konstanten Spitzenleistungen oder einem sehr hohen IQ. Doch dieses Bild greift zu kurz. Hochbegabung ist in erster Linie ein Potenzial, das sich sehr unterschiedlich zeigen kann – und nicht automatisch in guten Noten oder schulischem Erfolg sichtbar wird. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Fähigkeiten, Motivation, Persönlichkeit und Umfeld.
Die Folge macht deutlich, dass viele hochbegabte Kinder im Schulalltag unerkannt bleiben. Während sich einige anpassen oder bewusst «unter dem Radar» bleiben, reagieren andere auf Unterforderung – etwa durch Unruhe, Rückzug oder fehlende Motivation. Besonders komplex wird es, wenn zusätzliche Faktoren wie ADHS, Autismus oder Lernschwierigkeiten dazukommen («twice exceptional»). Zudem zeigt sich, dass Minderleistung selten ein Zeichen fehlender Fähigkeit ist, sondern vielmehr Ausdruck einer fehlenden Passung zwischen Kind und Lernumgebung.
Ein weiteres zentrales Thema sind Vorurteile und die Tabuisierung. Hochbegabung wird oft mit Elite, Leistungsdruck oder sozialer Schwierigkeit verknüpft. Dabei halten sich hartnäckige Zuschreibungen: Hochbegabte gelten als sozial schwierig, überheblich oder automatisch erfolgreich. Die Folge macht deutlich, wie stark diese Bilder den Blick auf Kinder prägen – und wie wichtig es ist, Begabung differenziert zu betrachten.
Im Gespräch geht es auch um Diagnostik: Eine Abklärung kann helfen, Potenziale sichtbar zu machen und Kinder besser zu verstehen. Diagnosen können entlasten und Orientierung geben, bergen aber die Gefahr von Etikettierungen. Entscheidend ist, ob ein Kind Unterstützung braucht und wie gut das Umfeld auf seine Bedürfnisse eingehen kann.
Zum Schluss rückt die Frage in den Fokus, was hochbegabte Kinder wirklich brauchen. Die Antwort ist überraschend einfach: in erster Linie das Gleiche wie alle Kinder – Beziehung, Wertschätzung und Verständnis. Ergänzend dazu braucht es eine gute Passung im Unterricht, individuelle Förderung und Erwachsene, die Potenziale erkennen, ohne Druck aufzubauen. Denn hochbegabte Kinder brauchen nicht weniger, sondern oft mehr Begleitung.
Eine differenzierte Folge über Hochbegabung zwischen Potenzial und Erwartung – und darüber, wie Kinder gesehen, verstanden und in ihrer Entwicklung begleitet werden können. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
In den kommenden Monaten erwarten dich drei weitere Live-Podcasts. Infos und Tickets zur zweiten Show in Bern zum Thema Inklusion findest du hier:
Bern, 8. Mai – Infos & Tickets
Mehr über Letizia Gauck sowie weitere Informationen und Hintergründe zum Thema Hochbegabung findest du hier:
Letizia Gauck – LinkedIn
Stiftung für hochbegabte Kinder
Schweizerisches Institut für Hochbegabung
Positionspapier LCH
Der LISSA-Preis zeichnet Projekte und Initiativen aus, die sich für die Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher engagieren und innovative Wege in der Begabungsförderung gehen. Weitere Informationen zum Wettbewerb und zur Bewerbung findest du unter:
Projekt "LISSA par excellence"
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Feb 23, 2026 • 41min
Cybermobbing – Gewalt im Internet
In der neusten Folge des Podcasts «Bildungsreise» spricht Damian mit Ingrid Broger. Sie ist Medienpädagogin und Fachperson Medienkompetenz bei Pro Juventute und seit vielen Jahren in der Prävention von Cybermobbing tätig. Gemeinsam gehen sie den Fragen nach, was Cybermobbing ist, wie es sich vom klassischen Mobbing unterscheidet und wie Kinder und Jugendliche im digitalen Raum geschützt werden können.
Cybermobbing passiert dort, wo Kinder und Jugendliche heute viel Zeit verbringen: in Klassenchats, sozialen Netzwerken und Games. Es ist gezielt, wiederholt und oft schwer zu erkennen – und kann rund um die Uhr weitergehen. Anders als beim Mobbing auf dem Pausenplatz endet es nicht mit dem Schultag. Angriffe sind öffentlich, können anonym erfolgen und ein grosses Publikum erreichen. Für Betroffene bedeutet das oft starken Druck, Scham, Rückzug oder Angst. Klar wird: Auch digitale Angriffe sind Gewalt und können das Wohlbefinden und die Entwicklung von Kindern nachhaltig beeinträchtigen.
Die Folge zeigt, dass Cybermobbing meist im bekannten Umfeld entsteht und eng mit Gruppendynamiken verknüpft ist. Zuschauer:innen spielen eine wichtige Rolle: Sie können mitmachen, schweigen – oder helfen und Zivilcourage zeigen. Viele Kinder erzählen lange nichts aus Angst vor Konsequenzen oder weil sie befürchten, nicht ernst genommen zu werden. Umso wichtiger ist es, ruhig zuzuhören, das Erlebte ernst zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu suchen.
Im Gespräch geht es auch um den Umgang mit Vorfällen. Eltern und Lehrpersonen sollten dem Kind Geborgenheit und Verständnis vermitteln und gemeinsam mit ihm schauen, wie man dagegen vorgehen könnte. Wichtig sind klare Zuständigkeiten, sorgfältige Fallanalysen und Unterstützung durch Fachstellen. Schulen tragen Verantwortung, wenn Cybermobbing innerhalb der Klassengemeinschaft entsteht – auch ausserhalb der Schulzeit.
Zum Schluss rückt die Prävention in den Fokus: Cybermobbing lässt sich nicht mit einzelnen Lektionen verhindern. Es braucht eine gemeinsame Haltung, kontinuierliche Gespräche über Fairness im Netz und gelebte Medienkompetenz im Alltag. Ziel ist eine Kultur, in der Kinder Grenzen erkennen, Hilfe holen und füreinander einstehen.
Eine aufklärende Folge über Cybermobbing als Gewalt- und Kinderschutzthema – und darüber, wie Erwachsene im digitalen Raum hinschauen, begleiten und stärken können. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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Mehr über Ingrid Broger und die Angebote zum Thema Cybermobbing von Pro Juventute findest du hier:
Ingrid Broger - LinkedIn
Pro Juventute: Anlaufstelle gegen Mobbing
Online-Elternveranstaltung zum Thema Cybermobbing
Beratung und Hilfe für Kinder und Jugendliche
#standup – Initiative gegen Mobbing
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Feb 9, 2026 • 59min
Jubiläum – 2 Jahre Bildungsreise: Was war und was kommt
In dieser besonderen Jubiläumsfolge wechselt Gastgeber Damian die Perspektive und nimmt selbst auf dem Interviewstuhl Platz. Gemeinsam mit SRF-Moderatorin Angela Haas blickt er zurück auf die Entstehung von «Bildungsreise», auf prägende Stationen seines Lebens und auf seine Zeit als Lehrer. Es geht um Neugier, Mut, Umwege und tragende Beziehungen – und um die Frage, was Bildung jenseits von Lehrplänen wirklich ausmacht.
Damian erzählt offen von seiner eigenen Schulzeit, von Menschen, die ihn geprägt haben, von schönen, lustigen und herausfordernden Momenten im Klassenzimmer und davon, warum er sich mit 34 noch einmal für einen Neuanfang entschieden hat. Die Folge gewährt einen ehrlichen Einblick in die Motivation hinter «Bildungsreise»: den Wunsch, dazuzulernen, zuzuhören, Brücken zu bauen und unterschiedliche Perspektiven im Bildungswesen sichtbar zu machen.
Eine persönliche Folge über Bildung als Reise – geprägt von Vertrauen, Verantwortung und Verbundenheit. Und darüber, warum es sich lohnt, Kindern und sich selbst mit Offenheit zu begegnen.
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Jan 26, 2026 • 48min
Mobbing – ein Gruppenphänomen mit schweren Folgen
In der neusten Folge des Podcasts «Bildungsreise» spricht Damian mit Christelle Schläpfer. Sie ist ehemalige Gymnasiallehrerin und gilt in der Schweiz als führende Expertin für Mobbing, Cybermobbing und psychosoziale Dynamiken im schulischen Kontext. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, was Mobbing ist und was nicht, wie es sich von Konflikten unterscheidet und warum betroffene Kinder so selten Hilfe holen.
Christelle macht deutlich: Nicht jede Gemeinheit ist Mobbing. Konflikte sind punktuell, meist einmalig und zwischen gleich starken Parteien. Mobbing hingegen ist ein Prozess: systematisch, wiederholt, über längere Zeit – und immer gegen dieselbe Person gerichtet. Ziel ist nicht, ein Problem zu klären, sondern eine Person zu beschämen, auszugrenzen oder zu verletzen. Besonders tückisch: Mobbing geschieht oft im Verborgenen.
Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf der Gruppendynamik. Mobbing ist kein Zweikampf zwischen Täter:in und Opfer, sondern ein Gruppenphänomen. Mitläufer:innen und Zuschauer:innen ermöglichen das Geschehen durch Mitmachen oder Schweigen. Dahinter steht ein starkes menschliches Bedürfnis nach Zugehörigkeit: Kinder passen sich an, um nicht selbst aus der Gruppe zu fallen.
Christelle unterscheidet zwischen passiven und aktiven Opfern. Passive Opfer ziehen sich zurück und erdulden das Geschehen. Aktive Opfer hingegen wehren sich, reagieren laut oder impulsiv und werden in der Schule häufig als «schwierig» wahrgenommen. Ihr Mobbingerleben bleibt dadurch nicht selten lange unerkannt.
Kinderstimmen in der Folge zeigen eindrücklich, wie sich Mobbing anfühlt: Angst vor der Schule, Rückzug und das schmerzhafte Gefühl, von Freund:innen im Stich gelassen zu werden.
Christelle erklärt, warum viele betroffene Kinder keine Hilfe holen – aus Angst, als «Petze» zu gelten oder dass alles noch schlimmer wird. Sie betont den wichtigen Unterschied zwischen Petzen und Zivilcourage: Hilfe zu holen, weil es jemandem schlecht geht, ist Mut.
Ein weiterer Teil widmet sich dem Umgang mit Mobbingfällen. Klar benannt werden No-Gos für Eltern und Schule: keine direkten Konfrontationen, keine Gegenüberstellungen, keine Strafen und keine öffentlichen Diskussionen im Klassenrat. Stattdessen braucht es sorgfältige Beobachtung über Zeit, systemische Fallanalysen und Sicherheit für das betroffene Kind – und bei Bedarf externe Unterstützung.
Zum Schluss geht es um Prävention und Intervention. Christelle plädiert für eine gelebte Haltung statt einzelner Präventionslektionen: früh eingreifen bei Mikroaggressionen, Beziehungen stärken und Verantwortung gemeinsam tragen. Ziel ist nicht nur, dass Mobbing aufhört, sondern dass die Klassengemeinschaft gestärkt daraus hervorgeht.
Tauche ein in diese aufklärende Folge über Mobbing als Gewalt- und Kinderschutzthema – und warum genaues Hinschauen entscheidend ist. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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Podcast: Mobbing anders angehen
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Dec 29, 2025 • 55min
Das Bildungsjahr 2025: Im Dialog mit Dagmar Rösler
In der letzten Folge des Jahres des Podcasts «Bildungsreise» blickt Damian gemeinsam mit Dagmar Rösler, der Zentralpräsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), auf das Jahr 2025 zurück. Im Zentrum stehen die prägendsten Ereignisse, Debatten und Entwicklungen der Schweizer Bildungslandschaft. Dagmar, die seit 2019 die Interessen der Lehrpersonen vertritt und als wichtiges Sprachrohr der Schweizer Lehrpersonen gilt, gibt dabei Einblicke in ihre persönliche wie auch berufliche Perspektive.
Im ersten Teil der Folge spricht Damian mit Dagmar über ihre Neujahrsbotschaft «Zusammen leben», in der sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt ins Zentrum stellte. Ausgehend vom Roman «Apeirogon» reflektiert sie, wie stark Individualisierung und Pluralisierung die Schule herausfordern – und weshalb gerade die Schule eine zentrale gesellschaftliche Klammer darstellt.
Ein zentrales Thema der Folge ist die integrative Schule. Dagmar schildert die intensiven Diskussionen innerhalb des LCH sowie die Entscheidung, eine grosse Mitgliederstudie zum Thema Integration durchzuführen. Für sie ist klar: Die integrative Schule steht unter grossem Druck, darf aber nicht zurückgebaut werden. Vielmehr braucht es Weiterentwicklungen, gezielte Unterstützung der Schulen und realistische Rahmenbedingungen, damit Integration gelingen kann.
Ausführlich diskutiert werden zudem die schulische Selektion und Fragen der Bildungsgerechtigkeit. Dagmar erläutert das neue Positionspapier des LCH und betont die Bedeutung von Durchlässigkeit, fairen Zuteilungsprozessen und Vertrauen in die professionelle Einschätzung der Lehrpersonen.
Während der Folge kommen auch Lehrpersonen und Eltern zu Wort. Sie schildern, was sie im Jahr 2025 in Bezug auf Schule und Bildung besonders bewegt hat.
Im weiteren Verlauf sprechen Damian und Dagmar über die Ergebnisse der nationalen Überprüfung der Grundkompetenzen (ÜGK) sowie über die teils hitzigen Debatten rund um den Fremdsprachenunterricht – insbesondere über Französisch auf der Primarstufe. Die Diskussion berührt dabei nicht nur pädagogische Fragen, sondern auch den nationalen Zusammenhalt und die Rolle der Mehrsprachigkeit in der Schweiz.
Damian thematisiert zudem die Verbandsarbeit auf kantonaler Ebene. Anhand zweier aktueller Beispiele aus den Kantonen Schwyz und Uri wird deutlich, wie wirkungsvoll das Engagement der kantonalen Lehrerinnen- und Lehrerverbände sein kann. Dagmar zeigt auf, wie viel Überzeugungsarbeit, politischer Dialog und Engagement hinter solchen Erfolgen stehen – und wie zentral diese Arbeit ist, um gute Rahmenbedingungen für Lehrpersonen und Schulen nachhaltig zu sichern.
Zum Schluss blickt Dagmar dankbar auf die Arbeit ihres Teams sowie der kantonalen Lehrerinnen- und Lehrerverbände zurück und formuliert ihre Wünsche für das kommende Jahr. Sie bedankt sich bei allen Lehrpersonen, die mit Engagement, Professionalität und Herzblut täglich Schule gestalten.
Tauche ein in diese inspirierende Folge, die Herausforderungen benennt, Erfolge sichtbar macht und Orientierung bietet – eine wertvolle Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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Mehr über Dagmar Rösler und den LCH findest du hier:
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Homepage LCH
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Dec 8, 2025 • 32min
Live: Digitale Bildung – Wie viel Digitalität verträgt die Schule?
In der dritten Live-Show des Podcasts «Bildungsreise» diskutiert Damian an der Swissdidac in Bern mit zwei profilierten Stimmen der Schweizer Bildungslandschaft: Nicole Platel, Direktorin von Pro Juventute, Juristin und zweifache Mutter, sowie Jörg Berger, Schulleiter, Vorstandsmitglied des VSLCH, Vizepräsident von proEdu und Vater eines fünfjährigen Sohnes. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie Kinder und Jugendliche in einer zunehmend digitalen Welt begleitet werden können, wo Chancen liegen und wo klare Grenzen nötig sind.
Zum Auftakt skizziert Damian die aktuellen Debatten rund um Handy- und Social-Media-Verbote: von kantonalen Regelungen über internationale Bewegungen wie «Smartphone Free Childhood» bis hin zur geplanten Schweizer Regulierung von Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen. Schnell wird deutlich: Zwischen Schutz und Teilhabe spannt sich ein Feld komplexer Erwartungen, das Schulen, Politik, Plattformen und vor allem Familien herausfordert.
Jörg Berger beschreibt, wie Schulen diese Entwicklungen erleben. Während Medien primär über Verbote sprechen, sei die Realität vieler Primarschulen viel gelassener: Smartphones seien im Schulalltag kaum präsent, andere Themen sorgten stärker für Diskussionen, etwa Smartwatches, die Eltern zur Ortung oder Überwachung nutzen. Für ihn liegt das eigentliche Problem nicht in den Geräten, sondern in Überbehütung und fehlendem Vertrauen. Schulen müssten Eltern stärker einbeziehen und offen erklären, wozu digitale Tools dienen – als Grundlage für gemeinsame Haltungen.
Nicole Platel unterstreicht die Sicht der Eltern: Viele seien verunsichert und gleichzeitig von digitalen Plattformen abhängig, etwa durch schulische Kommunikationstools. Sie plädiert für Begleitung statt Verbote, für klare Regeln im Alltag und für Austausch unter Eltern. In der geplanten Regulierung fordert sie einen deutlich stärkeren Fokus auf Jugendschutz; die Verantwortung dürfe nicht allein auf Kinder und Eltern abgewälzt werden.
Ein besonderer Höhepunkt der Live-Show sind die Stimmen der Kinder: ehrlich, reflektiert und mit einem erstaunlich klaren Blick auf Chancen und Risiken digitaler Welten.
Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf digitale Lernwelten. Jörg betont das grosse Potenzial von KI-Tools für Diagnostik, Differenzierung und personalisiertes Lernen. Gleichzeitig warnt er davor, KI zu vermenschlichen. Entscheidend sei, dass digitale Mittel Werkzeuge bleiben und in ein ausgewogenes, abwechslungsreiches Lernen eingebettet sind.
Nicole Platel stellt die neue digitale Lernwelt «MediaMentor» von Pro Juventute vor, ein mit Jugendlichen entwickeltes Angebot, das Medienkompetenz, Selbstregulation und soziale Fähigkeiten stärkt. Die grosse Nachfrage nach Medienkompetenz-Angeboten zeige, wie sehr Schulen nach Unterstützung suchen.
Tauche ein in diese lebendige Diskussion, die deutlich macht: Digitale Bildung ist weit mehr als eine Debatte über Verbote. Sie betrifft Werte, Vertrauen, pädagogische Visionen – und den Mut, gemeinsam mit Kindern neue Wege zu erkunden. Eine wertvolle Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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Nicole Platel LinkedIn
Jörg Berger LinkedIn
MediaMentor von Pro Juventute
Was heisst eigentlich «Handyverbot»?
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Nov 24, 2025 • 59min
Rechtschreibung – von ihrer Bedeutung über das lautgetreue Schreiben bis zur LRS
In der 23. Folge des Podcasts «Bildungsreise» reist Damian nach Fribourg, um mit Silvana Flütsch Keravec zu sprechen. Sie ist Logopädin, Dozentin an der Universität Fribourg und verbindet seit vielen Jahren schulische Praxis mit wissenschaftlicher Forschung. Gemeinsam diskutieren sie die Bedeutung der Rechtschreibung sowie Herausforderungen und Chancen im Umgang mit Lese-Rechtschreibstörungen (LRS).
Ausgangspunkt sind aktuelle Schlagzeilen zu sinkenden Deutschleistungen. Silvana ordnet ein: Von einem «Sturzflug» könne man nicht sprechen, doch die Daten zeigen tendenziell einen Abwärtstrend. Zwar erreichen 84% der Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen in der Orthografie, doch ein relevanter Anteil benötigt gezielte Unterstützung.
Warum ist Rechtschreibung so wichtig? Silvana fasst es in drei Gedanken zusammen: Erstens, wer korrekt schreibt, wird besser verstanden. Zweitens, wer flüssig schreibt, und dazu gehört auch die Rechtschreibung, hat den Kopf frei für Ideen. Und das bedeutet: Wer seine Gedanken verständlich formulieren kann, wird gehört. Rechtschreibung beeinflusst also, wie Kinder wahrgenommen werden – auch in anderen Fächern. Als drittes stärkt die Rechtschreibung zudem die Lesekompetenz, weil man effizienter liest, wenn man die Wortformen sofort erkennt. So hat Rechtschreibung insgesamt einen grossen Einfluss auf die Bildungschancen.
Kinderstimmen in der Folge zeigen eindrücklich, dass Rechtschreibung als herausfordernd, aber wichtig für die Zukunft erlebt wird.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Unterricht: Schreiben braucht Zeit, Routine und Training. Lautgetreues Schreiben bildet die Grundlage – Laute bewusst wahrnehmen und in Buchstaben übertragen. Orthografische Regeln folgen schrittweise, begleitet von gezieltem Üben. Silvana vergleicht es mit dem Klavierspielen: Wer gut werden will, muss über Jahre regelmässig trainieren.
Auch die Rolle neuer Technologien – von Autokorrektur über KI-Tools bis zu Spracherkennung – wird diskutiert. Silvana sieht grosse Chancen, besonders für Kinder mit LRS. Digitale Hilfen ersetzen Grundkompetenzen jedoch nicht, sondern brauchen einen reflektierten Einsatz.
Im letzten Teil geht es um Lese-Rechtschreibstörung (LRS), auch Legasthenie oder Dyslexie genannt: eine neurologische Entwicklungsstörung, die trotz Förderung zu anhaltenden Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben führt. Erste Warnzeichen können bereits im Kindergarten sichtbar werden – etwa bei der phonologischen Bewusstheit (Reimen, Silben, Laute). Unterstützung durch Logopädie und schulische Heilpädagogik sollte früh und gut koordiniert eingesetzt werden.
Eine erkenntnisreiche Folge, die zeigt, warum Rechtschreibung weit mehr ist als Regelwissen – sie eröffnet Wege zu Bildung und Beteiligung. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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Mehr über Silvana Flütsch Keravec sowie logopädische Angebote und Informationen findest du hier:
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DLV - Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopäden-Verband
Verband Dyslexie Schweiz
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Oct 27, 2025 • 1h 6min
Verstärkerprinzip – Zwischen Belohnen, Bestrafen und echter Motivation
In dieser Folge des Podcasts «Bildungsreise» spricht Damian mit Joëlle Gut, Psychologin, Dozentin, Gründerin von Erziehungskosmos und Leiterin Masterclass von Hirncoach, über das Verstärkerprinzip – also über die Frage, wie sich Belohnungen und Bestrafungen auf die Motivation von Kindern auswirken und welchen Platz sie heute in Erziehung und Schule haben.
Joëlle erklärt, dass das Verstärkerprinzip aus dem Behaviorismus stammt – der Idee, dass Lernen durch Reize und Reaktionen geschieht. Wer gelobt wird, wiederholt ein Verhalten; wer negative Konsequenzen erfährt, vermeidet es. Gemeinsam sprechen Joëlle und Damian über die klassische Konditionierung nach Pawlow und die operante Konditionierung nach Skinner – und übertragen diese Prinzipien auf den heutigen Schulalltag: Kinder lernen nicht nur durch Strafe oder Lob, sondern im Zusammenspiel von Erfahrung, Beziehung und innerer Motivation.
Im Gespräch wird deutlich: Strafen können kurzfristig wirken, verändern aber selten langfristig Verhalten. Oft entstehen sie aus Hilflosigkeit oder Überforderung, etwa im hektischen Unterrichts- oder Familienalltag. Joëlle empfiehlt, in solchen Momenten nicht im Affekt zu reagieren, sondern ruhig zu bleiben, das Verhalten zu verstehen und Kinder aktiv in Lösungen einzubeziehen. Partizipation, also das Mitgestalten von Regeln und Konsequenzen, fördert die Einsicht und Akzeptanz – vorausgesetzt, Kinder werden nicht überfordert und die Grenzen bleiben klar.
Auch Belohnungen werden kritisch beleuchtet. Sie setzen Glückshormone frei, wirken kurzfristig motivierend – können aber zu Abhängigkeit und Druck führen, besonders bei Kindern, die alles perfekt machen wollen. Entscheidend ist, nicht die Leistung, sondern die Anstrengung anzuerkennen und Lob individuell und ehrlich zu gestalten. Positive Verstärkung wirkt langfristiger, weil sie auf Beziehung und Selbstwirksamkeit aufbaut, nicht auf Kontrolle.
Während der Folge erzählen Kinder, was ihnen mehr hilft – Belohnungen oder Bestrafungen – und welche Systeme sie in der Schule kennen.
Ein besonderes Augenmerk gilt den Belohnungs- und Bestrafungssystemen in Schulen. Viele Klassen arbeiten mit Token-Systemen und erhalten Punkte, Sterne oder Murmeln – gut gemeint, aber oft problematisch: Solche Systeme können schnell Unfairness erzeugen, weil immer dieselben Kinder profitieren oder verlieren. Joëlle und Damian diskutieren die Vor- und Nachteile dieser Modelle – und wie sie Motivation, Beziehung und Selbstverantwortung beeinflussen.
Zum Schluss geht es um die Motivation an sich: Echte, intrinsische Motivation entsteht nicht durch Druck oder Belohnung, sondern durch Beziehung, Vertrauen und Sinn. Belohnungen und Strafen können eine Starthilfe sein – doch entscheidend ist, dass Kinder lernen, aus sich selbst heraus handeln zu wollen.
Eine erkenntnisreiche Folge über alte Muster, neue Wege und die Kunst, Kinder zu stärken, ohne sie zu steuern. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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Erziehungskosmos für Schulen
Erziehungskosmos für Eltern
Hirncoach
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Sep 29, 2025 • 58min
Medienkompetenz – Kinder sicher und stark in der digitalen Welt begleiten
Daniel Labhart, Dozent für Medien und Informatik an der Pädagogischen Hochschule Thurgau, behandelt in spannenden Gesprächen die Bedeutung von Medienkompetenz für Kinder. Er erklärt, dass es nicht nur um Technik geht, sondern um kritisches Denken und verantwortungsvollen Umgang mit Medien. Die Rolle von Eltern und Schulen wird ebenso beleuchtet: Vorbilder und offene Gespräche sind entscheidend. Daniel gibt Einblicke in den digitalen Alltag von Jugendlichen und plädiert dafür, KI-Tools als Chancen zu nutzen statt sie zu verbieten.

Sep 15, 2025 • 50min
Sexualisierte Gewalt – Kinder schützen durch Aufklärung und Prävention
In der zwanzigsten Folge des Podcasts «Bildungsreise» reist Damian nach Köniz und spricht mit Agota Lavoyer – Expertin und Beraterin für sexualisierte Gewalt sowie Autorin des Kinderfachbuchs «Ist das okay?». Gemeinsam sprechen sie über ein Thema, das oft hinter verschlossenen Türen geschieht, viel zu selten benannt wird – und dennoch viele Kinder betrifft: sexualisierte Gewalt. Im Zentrum stehen die Fragen, was genau darunter zu verstehen ist, wie wir Anzeichen erkennen – und wie wir Kinder wirksam schützen können.
Agota erklärt eindrücklich, was unter sexualisierter Gewalt zu verstehen ist: jede sexuelle Handlung an oder vor einem Kind – mit oder ohne Körperkontakt – immer verbunden mit dem Ausnutzen eines Machtgefälles. Dazu gehören auch sogenannte Hands-off-Delikte, etwa das Zeigen von Pornografie oder sexuelles Verhalten vor einem Kind. Wichtig ist: Kinder können niemals einwilligen. Es ist immer Gewalt – und die Verantwortung liegt allein bei den Erwachsenen.
In der Schweiz erlebt rund jedes siebte Kind sexualisierte Gewalt – die Dunkelziffer ist deutlich höher. Rund 90 Prozent der Übergriffe geschehen im nahen Umfeld, oft innerhalb der Familie. Umso wichtiger ist es, dass Erwachsene Kindern glauben, ihnen zuhören und auf ihre Signale achten. Täterinnen und Täter nutzen Vertrauen und Abhängigkeiten gezielt aus, um Kinder zum Schweigen zu bringen.
Schutz brauchen Kinder nicht nur offline, sondern auch in der digitalen Welt. Sexting und Cyber-Sexualdelikte wie Sextortion oder Cyber-Grooming gehören heute zur Lebenswelt vieler Kinder und Jugendlicher. Studien zeigen: Fast jedes zweite Kind in der Schweiz ist bereits mit unerwünschten sexuellen Inhalten im Netz konfrontiert worden.
Auch Kinder erzählen von unangenehmen Situationen, von Grenzverletzungen und von Gefühlen der Scham oder Hilflosigkeit. Ihre Aussagen machen deutlich: Kinder spüren sehr genau, wenn etwas nicht stimmt.
Was können Eltern, Bezugspersonen und Schulen konkret tun? Agota plädiert für eine offene Gesprächskultur – über Körperteile, Gefühle, Nähe und Distanz sowie über gute und schlechte Geheimnisse. Kinder müssen altersgerecht über sexualisierte Gewalt aufgeklärt werden. Gleichzeitig sind Erwachsene gefordert, sich Wissen anzueignen und Verantwortung zu übernehmen. Ebenso wichtig ist die Rolle der Schule: Lehr- und Betreuungspersonen müssen professionell mit Nähe umgehen, aufmerksam hinschauen, Verdachtsmomente dokumentieren und sich beraten lassen – ohne allein zu handeln.
Eine eindrückliche Folge, die zeigt: Sexualisierte Gewalt ist kein Randphänomen, sondern eine gesellschaftliche Realität. Kinder zu schützen bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – von uns allen. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
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