ÄrzteTag

Ärzte Zeitung
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Sep 23, 2020 • 17min

Warum der Weg zu "mehr Qualität in Kliniken" so kompliziert ist

und externe Qualitätsindikatoren auch nicht der Stein der Weisen sind Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement sind im Krankenhaus wie auch in der Arztpraxis zwei grundlegende – und auch selbstverständliche – Aspekte, um die Patientenversorgung sicher zu gestalten. Doch es macht sich unter den Ärzten Unmut breit. Für die Qualitätssicherung sei mittlerweile ein zu hoher bürokratischer Aufwand nötig, der im Missverhältnis zum potenziellen Nutzen für die Patientenversorgung stehe, beklagte jüngst die Bundesärztekammer in einem Memorandum. Was genau die Ärzteschaft verärgert, erläutert im Podcast Dr. Susanne Johna. Sie ist Oberärztin am Sankt Josefs-Hospital in Rüdesheim und seit 2016 im Vorstand der Bundesärztekammer, wo sie im Ausschuss Qualitätssicherung mitwirkt. Im Gespräch geht sie auch auf die Qualitätsoffensive im Krankenhausstrukturgesetz und die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren ein, die das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen erarbeitet, und warum dieses Instrument mitunter mehr Sand als Öl in die Klinikabläufe bringt – Dabei gebe es oft eine relativ einfache Lösung.
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Sep 22, 2020 • 29min

Wie lässt sich eine faire Aufgabenverteilung in der Pandemie erreichen?

Ein Blick auf das duale Versicherungssystem Privat versicherte Patienten sind häufig gern gesehene Patienten in den Praxen, weil sie im Vergleich zu Kassenpatienten in vielen Fällen für dieselbe Leistung ein deutlich höheres Honorar einbringen. Gerade in der Corona-Pandemie, nach der ersten Welle, ist die Branche von Ärzten immer wieder an den Pranger gestellt worden: Sie habe sich nicht angemessen beteiligt an den Pandemiekosten, hieß es und heißt es bis heute immer wieder – vor allem von KV-Vertretern. Dahinter steckt der uralte Konflikt im dualen System, inwieweit die privaten Krankenversicherungen (PKV) an Infrastrukturkosten im Gesundheitswesen zu beteiligen wären, die für gesetzlich Versicherte wie für privat Krankenversicherte vorgehalten werden. Im Podcast stellt sich Dr. Florian Reuther, Verbandsdirektor der Privaten Krankenversicherungen der Kritik. Er erläutert, wo etwa die Hygienepauschalen für den erhöhten Aufwand in Praxen greifen und wo neue telemedizinische Abrechnungsmöglichkeiten entstanden sind. Außerdem gibt er einen Ausblick auf die geplante neue GOÄ.
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Sep 21, 2020 • 19min

Was Demenzpatienten mitten im Leben hält

Weltalzheimertag – Wir müssen reden! Alljährlich am 21. September ist Weltalzheimertag. Dieses Jahr steht der Tag in Deutschland unter dem Motto „Demenz – wir müssen reden!“. Doch das ist leichter gesagt als getan. Noch immer ist die Krankheit ein Tabu – auch wenn Demenzen inzwischen zu den häufigsten neuropsychiatrischen Erkrankungen im höheren Alter gehören und über eine Million Senioren in Deutschland betroffen sind. So fällt es vielen Familienmitgliedern sehr schwer, den Betroffenen auf merkliche Veränderungen seiner geistigen Leistungen anzusprechen, aus Sorge, ihn zu verletzen. Selbst einem Arzt gegenüber wird das Thema oft nur vorsichtig und verklemmt angesprochen. Der Erkrankte selbst verschließt häufig die Augen vor seiner zunehmenden Vergesslichkeit oder entwickelt Kompensationsmechanismen. Wertvolle Zeit geht so verloren, denn es ist nachgewiesen: Je früher ein Betroffener mit Gedächtnistraining, mit Gesprächen und Aktivitätsprogrammen mitten im Leben gehalten wird, desto besser kann das Fortschreiten einer Demenzerkrankung zumindest verzögert und die Lebensqualität erhalten werden. Und eine heilende medikamentöse Therapie lässt ja leider nach wie vor auf sich warten. Was sich mit bestimmten aktivierenden Maßnahmen erreichen lässt, welche Rolle eine Selbsterhaltungstherapie dabei spielt und wann Medikamente helfen und wann nicht lässt, erläutert im Podcast Dr. Jürgen Herzog. Er ist Chefarzt an der Schön Klinik München-Schwabing, die einen Schwerpunkt Neurologie hat, zu der auch eine Tagesklinik für Demenz gehört.
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Sep 18, 2020 • 23min

Dr. Matthias Jöllenbeck - ein Arzt pfeift Bundesliga

So ist das Leben als Klinikarzt und DFB-Schiedsrichter Die Fußballfans in Deutschland sind voller Vorfreude, denn die Bundesligen starten an diesem Freitag in die neue Saison. Die Coronavirus-Pandemie bringt allerdings jede Menge Besonderheiten mit sich: für Spieler, Trainer, Fans - aber auch für Schiedsrichter wie Dr. Matthias Jöllenbeck. Er ist Arzt in Weiterbildung in der Orthopädie und Unfallchirurgie an der Uniklinik Freiburg und seit vier Jahren als DFB-Schiedsrichter im deutschen Profifußball im Einsatz. Zum Saisonauftakt wird der 33-Jährige am Freitagabend die Zweitliga-Partie Jahn Regensburg gegen den 1. FC Nürnberg pfeifen. Bislang fungierte Dr. Jöllenbeck 35 Mal in der 2. Bundesliga als Hauptschiedsrichter, zudem war er mehrmals im deutschen Oberhaus als Assistent im Einsatz. In der nun beginnenden Spielzeit wird der Freiburger Mediziner erstmals Bundesliga-Spiele leiten, denn er gehört nun zum erweiterten Kreis der Erstliga-Schiedsrichter. In dieser Episode unseres „ÄrzteTag“-Podcasts spricht Dr. Matthias Jöllenbeck über sein Leben zwischen Klinikalltag und Bundesliga-Zirkus, wie er seine beiden Leidenschaften unter einen Hut bringt und wie ihm der Arztberuf auf dem Platz hilft. Außerdem erzählt er, welche besonderen Herausforderungen die Corona-Pandemie den Schiedsrichtern beschert, wie sich Fußballspiele in der Corona-Zeit verändert haben, welchen Einfluss Zuschauer im Stadion auf die Unparteiischen haben - und wie er über seine Zukunft als Arzt und Bundesliga-Schiedsrichter denkt.
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Sep 17, 2020 • 15min

Warum wollen Sie zurücktreten, Ärztekammerpräsident Jonitz?

Dr. Günther Jonitz über Jugend und Horizonte – und Deutschlands Ärzte als Vorbild Der Präsident der Berliner Ärztekammer, Dr. Günther Jonitz, hat am Mittwochabend überraschend seinen Rückzug aus der aktiven Berufspolitik angekündigt. Bis Juni 2021 will er von seinem Präsidentenamt zurücktreten, sagte der Chirurg vor der Delegiertenversammlung. Wir haben Jonitz, der noch im vergangenen Jahr bei der Wahl zum Präsidenten der Bundesärztekammer angetreten war, am Donnerstag nach den Hintergründen seinen Entscheidung befragen können. In dieser Sonderausgabe vom „ÄrzteTag“-Podcast spricht er über die junge Ärztegeneration und ihr Politikverständnis. Er blickt auf seine politischen Erfolge zurück und erzählt, wie das Aktionsbündnis Patientensicherheit entstanden und mittlerweile ein internationales Vorbild selbst für die WHO und die G20 geworden ist. Und Jonitz verspricht, dass er der Gesundheitspolitik erhalten bleiben will. Foto: Guido Kirchner / dpa
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Sep 17, 2020 • 16min

Welche Lehren zur Patientensicherheit sich aus der Corona-Krise ziehen lassen

und was das mit Personalcoaching zu tun hat Geht es um das Thema Patientensicherheit, dann hat die Corona-Krise den Finger in altbekannte "Wunden" gelegt, wie auch ganz neue Aspekte hervorgebracht. So gehören Unterbrechungen der an sich notwendigen kontinuierlichen Versorgung und unversorgte Notfälle mit zu den Folgen, die die gewohnte Versorgung von Patienten in Deutschland durcheinander gebracht hat. Zugleich kam auf Ärzte und Pflegekräften eine neue ungewohnte Situation zu mit phasenweise sehr hohe physischer wie psychischer Belastung, da die Pandemie die Abläufe in den Alltag in Praxen und Kliniken stark verändert hat – auch dies ist ein Aspekt, der die Patientensicherheit beeinträchtigen kann, denn ganz klar: Wer unter Stress steht, macht leichter Fehler. Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), erläutert im Podcast, welche Schwachstellen in unserem Gesundheitswesen offen gelegt wurden und an welchen Stellen nun im Sinne der Patientensicherheit dringlich nachgebessert werden sollte – und da ist der Personalmangel nur ein Aspekt. Kritisch sieht sie auch, dass zu wenig auf die Belastungen von Mitarbeitern im Gesundheitswesen geachtet wird und Geld für entsprechendes Mentoring in den Klinikbudgets nicht vorgesehen ist. Doch sie sieht auch einen positiven Effekt.
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Sep 16, 2020 • 13min

„Streit zwischen Haus- und Fachärzten macht gar keinen Sinn!“

BDI-Präsidentin Neumann-Grutzeck zu dem Honorarbeschluss und den Budgets Der Honorarbeschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses stößt den niedergelassenen Ärzten sauer auf. Auch der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) sieht in dem Plus von rund 500 Millionen Euro für die rund 160.000 Vertragsärzte nur einen Tropfen auf den heißen Stein. Die neue BDI-Präsidentin und Diabetologin Christine Neumann-Grutzeck spricht in der „ÄrzteTag“-Episode über die Hintergründe und die gestiegenen Kosten in den Praxen. Und sie erklärt, warum ein Streit zwischen Haus- und Fachärzten um die Honorartöpfe nicht weiterführt. „Wenn der Eine dem Anderen das Geld wegnimmt, wird uns das nicht weiterführen“, sagt sie. Die Folge eines solchen Konflikts wäre schlicht Ärztemangel. Das Budget sei das entscheidende Problem, „das muss weg“. Foto: privat
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Sep 15, 2020 • 11min

Wie Wiederbelebung sexy für junge Menschen wird

Prüfen- Rufen-Drücken in Coronazeiten Ein Mensch bricht auf der Straße oder zuhause plötzlich zusammen – solch eine Situation kommt in Deutschland nach Schätzung von Intensivmedizinern bis zu 150 Mal am Tag vor. Oft liegt dann ein Herzkreislauf-Versagen vor. In einem solchen Notfall zählt jede Minute, da das menschliche Gehirn nur knapp fünf Minuten ohne Sauerstoffversorgung überlebt. Darauf macht jetzt auch wieder die Woche der Wiederbelebung aufmerksam. Doch die Hemmschwelle zu helfen, ist offensichtlich hoch – die Quote der Laienreanimation liegt in Deutschland gerade mal bei 40 Prozent. Und die Sorge vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 dürfte aktuell die Zurückhaltung eher noch erhöhen. Im Podcast erläutert Professor Götz Geldner von Klinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie in Ludwigsburg und Präsident des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten, wie Wiederbelebung auch in Coronazeiten leistbar ist und worauf beim Hilfedreiklang Prüfen - Rufen - Drücken zu achten ist. Und für diejenigen, die die BeeGees als Rhythmusgeber nicht mögen oder kennen, hat er eine Alternative parat.
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Sep 14, 2020 • 26min

Wie bei Medizinern die Lust an der Allgemeinmedizin geweckt werden soll

Das Projekt HAWIRA in Sachsen-Anhalt Eigentlich erfordert unsere alternde Gesellschaft mehr Allgemeinmediziner. Doch der Trend in die Hausarztpraxis scheint bei jungen Medizinern nicht vorne auf der Wunschliste zu stehen – schon gar nicht, wenn es darum geht, die Praxis auf dem Land zu führen. Laut einer Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gibt es im Jahr 2020 in etwa 7000 Hausärzte weniger als noch 2010. Es gibt daher inzwischen einige Ansätze, dem Hausarztmangel entgegen zu wirken – angefangen von den Extrastudienplätzen für jene Studenten, die sich dafür verpflichten, später als Landarzt dort zu praktizieren, wo Not am Arzt ist (Landarztquote) bis hin zu Konzepten, die spätestens dann im Studium heiß auf Hausarzt und Allgemeinmedizin machen sollen. Ein neues Konzept verfolgt nun die Universität Magdeburg mit dem Arbeitsbereich HAWIRA „Hausärztliche Aus- und Weiterbildung der regionalen Allgemeinmedizin“. Was dieses Offensive konkret beinhaltet und wie damit vom Medizinstudium bis zur Weiterbildung die Lust am Hausarzt-Dasein – auch in ländlichen Gegenden – geweckt werden soll, erläutert im Podcast Professor Thomas Lichte, der gemeinsam mit Dr. Robin John das Konzept gerade aufbaut.
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Sep 11, 2020 • 42min

Wie wollen Sie Ärzten die Regressangst nehmen, Herr Hecken?

Der unparteiische Vorsitzende des G-BA zu zehn Jahren AMNOG Gentherapien und „Millionen-Dollar-Spritzen“ sind auch für den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine Herausforderung. „Wir stoßen in Behandlungssphären vor, bei denen randomisiert-kontrollierte Studien aus ethischen Gründen nicht mehr möglich sind“, sagt der unparteiische G-BA-Vorsitzende Professor Josef Hecken in dieser „ÄrzteTag“-Episode. Er zieht Bilanz zu zehn Jahren AMNOG, spricht über die Grenzen der evidenzbasierten Medizin (EbM) und was eigene Register leisten sollen. Hecken erzählt, welche Vorteile Ärzte durch die geplanten Arztinformationssysteme (AIS) haben sollen. Denn Ärzte sollen damit die Nutzenbewertungen nicht mehr in „ihrer ganzen sprachlichen Schönheit“ lesen müssen. Vor allem aber: Mit den AIS soll den Ärzten die Angst vor einem Regress genommen werden. Auch erklärt er, warum er bei der Euro-HTA, der europäischen Nutzenbewertung im Moment nicht sehr zuversichtlich ist, was ihn nervös macht, und wie viel Spaß das AMNOG-Verfahren machen kann. Foto: Gregor Fischer/dpa / picture alliance

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