

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
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Jun 23, 2023 • 26min
Wie wollen Sie Klinikqualität in der Fläche erreichen, Herr Holetschek?
Bayerns Gesundheitsminister spricht über die Klinikreform
Ende Juni kommen die Gesundheitsminister aus Bund und Ländern wieder zusammen, um über die Krankenhausreform zu beraten: Welche Klinik-Level sind weiter sinnvoll? Wie lässt sich ein ungesteuertes Krankenhaussterben verhindern, bevor die Reform-Regeln greifen? Wie müssen die verschiedenen Leistungsgruppen definiert werden, um die Qualität in den Häusern zu verbessern?
Antworten auf diese Fragen gibt der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek im „ÄrzteTag“-Podcast. Auch spricht er über die Differenzen zwischen dem Freistaat und der Bundesregierung bei der Klinikreform und über den Zustand der Krankenhäuser in Bayern.
Holetschek warnt davor, bei der Reform die Probleme einer wohnortnahen Klinikversorgung in Flächenländern zu unterschätzen. Man könne die Probleme nicht nur von den Metropolen aus betrachten und lösen wollen.
Der Minister nimmt im Podcast auch Stellung dazu, warum die Krankenhäuser in Baden-Württemberg und Bayern im bundesweiten Vergleich im Durchschnitt eher schlecht dastehen und was der Aufbau von Level 1i-Häusern für niedergelassene Fachärzte bedeuten könnte.

Jun 16, 2023 • 11min
Vertrauen in Digitalisierung: Wie haben Sie das in Kanada geschafft, Michael Green?
Wie Datenschutz-Bedenken in Kanada überwunden wurden und wie Digitalisierung gelingen kann
Weite ländliche, dünn besiedelte Gebiete, aber auch große Ballungsräume, starke Provinz-Regierungen: Auch Kanada hat sich kurz nach der Jahrtausendwende aufgemacht, das Gesundheitswesen zu digitalisieren. Mit Canada Health Infoway wurde eine übergeordnete Non-Profit-Organisation geschaffen, die ähnlich wie die gematik in Deutschland die Digitalisierung koordiniert.
Deren Chef Michael Green ist zu Gast beim Hauptstadtkongress, eingeladen von Philips. Beim Panel zum Thema Datenschutz und Regulatorik im Internationalen Vergleich beschrieb er die Fortschritte, die sein Land seitdem gemacht hat bei E-Rezept, elektronischer Patientenakte und bei der Nutzung von Patientendaten für Forschungszwecke.
Im Podcast „ÄrzteTag vor Ort“ erläutert der CEO und Präsident in englischer Sprache, wie die Kanadier es geschafft haben, trotz des föderalen Systems und anderer Ähnlichkeiten mit Deutschland eine relativ weit entwickelte IT-Infrastruktur zu schaffen, der die kanadischen Patienten vertrauen, wie sie dabei Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes überwunden haben – und wie auch in Deutschland Hindernisse zu mehr Digitalisierung überwunden werden könnten.

Jun 15, 2023 • 3min
Wie lässt sich der CO2-Fußabdruck in Kliniken und Arztpraxen reduzieren, Professor Schulz?
Auf dem Weg zu einer besseren Klimabilanz können Kliniken auch erste kleine Schritte umsetzen
Ein Krankenhaus klimaneutral zu gestalten ist sehr komplex, erinnert Professor Christian Schulz, Geschäftsführer der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), beim Hauptstadtkongress 2023 in Berlin. Im „ÄrzteTag vor Ort“-Podcast führt Schulz einige Beispiele auf, was Kliniken bereits jetzt umsetzen können.
Und auch Arztpraxen können etwas für einen geringeren CO2-Fußabdruck unternehmen. Auch eine klimasensible Gesundheitsberatung leiste einen Beitrag. (Dauer: 2:36 Minuten)

Jun 15, 2023 • 15min
Was haben Krankenhäuser mit der Luftfahrtbranche gemeinsam, Professor Augurzky?
Düstere Zukunft für Kliniken? Welche Schlüsse sich aus dem Krankenhaus-Rating-Report ziehen lassen
Die Krankenhäuser stehen vor demselben Problem wie die Luftfahrtbranche vor drei Jahren, als die Passagiere ausblieben: Sie müssen Kapazitäten anpassen, weil weniger Patientinnen und Patienten kommen und nach der Pandemie jetzt die Staatshilfen für das Freihalten der Betten ausbleiben. Diese These vertritt Professor Boris Augurzky im Podcast „ÄrzteTag vor Ort“ aus Anlass der Vorstellung des Krankenhaus-Rating-Reports beim Hauptstadtkongress.
Im Gespräch bewertet Augurzky, Co-Autor des Rating-Reports, die Ergebnisse der Untersuchung von Jahresabschlüssen von Kliniken, die etwa 70 Prozent des Klinikmarktes abbilden, aus den Jahren 2021 und 2020.
Wenn sich nichts bei den Kliniken und in der Gesundheitspolitik ändert, wären bis 2030 44 Prozent der Kliniken akut von der Insolvenz bedroht, hat der Report berechnet. Augurzky, der den Kompetenzbereichs „Gesundheit“ am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen leitet, beschreibt im Gespräch auch, wie stark die Probleme bei den unterschiedlichen Krankenhaustypen – je nach Träger, Größe, Ketten vs. einzelne Häuser – durchschlagen.
Auch zu den Folgen der Ambulantisierung für die Krankenhäuser, Chancen für eine sektorverbindende Reform und Standpunkte der Expertenkommission in der Vorbereitung der Krankenhausreform gibt Augurzky eine Einschätzung ab (Dauer 14:38 Minuten).

Jun 14, 2023 • 4min
„Haben Sie Ihre Pflichten für Klinikinvestitionen erfüllt, Herr Holetschek?“
Bayerns Gesundheitsminister erläutert seine Pläne zur Klinikreform
Bei der Eröffnung des Hauptstadtkongresses hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek zu Pragmatismus bei der Klinikreform aufgerufen. Am Ende komme es darauf an, dass „man sich unterhakt und im Gespräch Kompromisse findet“, sagte der CSU-Politiker.
Im „ÄrzteTag vor Ort“-Podcast führt der Minister aus, dass „die Reformen von Patienten her zu denken“ seien. Auch die Fachkräfte müssten einbezogen werden.
Holetschek hebt hervor, welche Rolle die Bundesländer im Prozess der Klinikreform beanspruchen, und er erläutert, wie die Milliarden aus dem Bürgergeld der Krankenversicherung helfen könnten.
Am Beispiel der bisher geplanten Level-1i-Häuser, die zwischen den Sektoren ambulant und stationär etabliert werden sollen, bricht der Minister nicht zuletzt eine Lanze dafür, dass die Belange der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bei der Reform stärker berücksichtigt werden sollten.

Jun 13, 2023 • 28min
Susanne Koch vom bvitg: „Haken dran beim E-Rezept, bei der ePA wird es eng“
Der Bundesverband Gesundheits-IT berichtet über den aktuellen Stand bei IT-Projekten
Der Streit zwischen Industrie und Kassenärztlicher Bundesvereinigung um die gesetzlich vorgegebene Archiv- und Wechselschnittstelle (AWSt) schwelt schon seit Jahren. Die Hersteller schimpfen, die Schnittstelle sei sehr aufwändig zu programmieren.
Aber der eigentliche Zweck werde darüber gar nicht erreicht, nämlich, dass Praxen mit Hilfe der Schnittstelle beim Wechsel des Praxisverwaltungssystems (PVS) leichter ihre Daten mitnehmen können. Längst gebe es Lösungen am Markt, die viel besser zur Datenübernahme geeignet seien als das KBV-Konstrukt.
Nun hat der Bundesverband Gesundheits-IT ein Positionspapier erstellt, mit dem er einen Appell an den Gesetzgeber richtet, angesichts der vielen Aufgaben für die Programmierung neuer Anwendungen über die Telematikinfrastruktur doch eine Priorisierung der Aufgaben vorzunehmen, damit es nicht wieder zu einer Zeitverzögerung bei neuen Anwendungen komme.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert Bereichsleiterin Susanne Koch vom bvitg, wie aktuell der Wechsel von einem PVS zu einem anderen funktioniert und inwiefern Praxen Leidtragende überflüssiger IT-Projekte sind, wenn diese gesetzlich mit festen Fristen unterlegt werden. Koch mahnt auch an, was zu tun wäre, um weitere Verzögerungen bei der für Ende 2024 avisierten elektronischen Patientenakte (ePA) zu verhindern.
Immerhin: Die Hausaufgaben für das E-Rezept sind nach Auffassung der bvitg-Vertreterin in den Mitgliedsunternehmen abgeschlossen. Die Module für das E-Rezept seien fertig, beim Start müssten die Praxen nur noch das Häkchen für die Aktivierung setzen.

Jun 5, 2023 • 22min
Warum bringt eine Regionalisierung der Versorgung das Gesundheitswesen voran, Frau Hempen?
Wie die Umstrukturierung der Versorgung in den Regionen ablaufen könnte, erläutert im „ÄrzteTag“-Podcast Annette Hempen, stellvertretende Vorsitzende im AdA Bundesverband und Geschäftsführerin des Arztnetzes Medizin und Mehr in Bünde/Westfalen
Die Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen, die Gestaltungsfreiheit der Gesundheitsversorgung in den Regionen zu stärken. Wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach das Vorhaben angehen könnte, hat vor Kurzem der Bundesverband Managed Care (BMC) in einem Positionspapier erarbeitet. Dem BMC schwebt vor, über die Regionalisierung den Reformstau von unten aufzulösen.
An dem Positionspapier haben auch der AdA – Bundesverband der Arzt-, Praxis- und Gesundheitsnetze sowie die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen (DGIV) sowie das Netzwerk Deutsche GesundheitsRegionen e.V. (NDGR) mitgewirkt.
Wie die Umstrukturierung der Versorgung in den Regionen ablaufen könnte, erläutert im „ÄrzteTag“-Podcast Annette Hempen, stellvertretende Vorsitzende im AdA Bundesverband und Geschäftsführerin des Arztnetzes Medizin und Mehr in Bünde/Westfalen. Ausgangspunkt für eine Reform in Richtung Regionalisierung wäre laut Hempen ein Zielbild, wie das Gesundheitswesen in Zukunft regionaler funktionieren sollte.
Dazu gehört für die Autoren des Positionspapiers ein höheres Gewicht von Prävention, eine Stärkung der Gesundheitskompetenz der Patienten – und eben auch, dass regionale Besonderheiten einer Region bei der Versorgung mehr als bisher berücksichtigt werden. „Ein bundesweites ‚One-Fits-All‘ wird es nicht geben“, sagt Hempen im Gespräch, zu unterschiedlich seien die Voraussetzungen für die Versorgung in ländlichen Gebieten, in Ballungsräumen und in kleineren Städten.
Hempen fordert für diesen „Bottom-up-Ansatz“ der Regionalisierung, dass vorhandene Strukturen genutzt werden sollten und nicht erst neue etabliert werden, an die sich die Patienten zunächst wieder gewöhnen müssten. Dafür müssten Ressourcen anhand des regionalen Bedarfs und der Möglichkeiten besser verteilt werden, zusätzliches Geld müsse nicht fließen.
Organisiert werden müsste die neue Struktur von den Akteuren vor Ort, also Ärztinnen und Ärzten, anderen Heilberuflern, Kliniken, Kostenträgern und Kommunen, die – mit größerer Vertragsfreiheit ausgestattet als bisher – eng miteinander zusammenarbeiten würden.
Im Podcast definiert Annette Hempen, was die Autoren des Positionspapiers überhaupt unter einer Region verstehen, sie geht darauf ein, wieso das föderale System in Deutschland vielleicht doch gar nicht so schlecht ist, wie eine neue Vertragsfreiheit für die Regionen genutzt werden könnte, was der Ausgangspunkt für eine regionalisierte Struktur werden könnte und warum sich zum Beispiel Kommunen und Arztnetze auf den Wechsel hin zu einer regionalisierten Struktur schon jetzt vorbereiten sollten. Auch die berufsrechtlichen und strafrechtlichen Hürden für eine engere Zusammenarbeit der Akteure vor Ort spricht Hempen im Gespräch an (Dauer: 21:33 Minuten).

May 30, 2023 • 19min
Ein Antikörper als Antidot gegen drei Schlangengifte, Dr. Jenkins?
Dr. Timothy Patrick Jenkins erklärt, wie er und sein Team ein Gegengift gegen verschiedene Schlangengifte entwickeln.
Seit 2017 zählen Schlangenbisse zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten. Jährlich sterben – nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation von 2019 – zwischen etwa 81.000 und 135.000 Menschen an den Folgen von Schlangenbissen. Eine Crux bei der Therapie dabei: Um das richtige Antidot geben zu können, muss bekannt sein, welche Schlangenart zugebissen hat.
Das könnte zukünftig anders sein: Dr. Timothy Patrick Jenkins von der Technischen Universität Dänemarks in Kopenhagen arbeitet daran. Er sagt, ein erster Schritt ist getan: Mit seinem Team hat er einen Antikörper gefunden, der kreuzreaktiv für das Gift der Schwarzen Mamba, der Königskobra und der Monokelkobra ist (Nature 2023; online 8. Februar).
Warum sich das Team für die Neurotoxine von Schlangen entschieden hat, die von verschiedenen Kontinenten kommen, erklärt Jenkins im „ÄrzteTag“-Podcast (Dauer: 18:52 Minuten).

May 26, 2023 • 29min
Wie schaffen wir es, dass wieder mehr Ärzte Allgemeinmediziner werden?
Zwei Mitglieder im Verein für fachärztliche Primärmedizin erklären
Kurz nach ihrer Wahl zur KV-Chefin in Brandenburg erntete Dr. Catrin Steiniger Widerspruch aus Ihrer KV. Steiniger hatte im Interview in der Ärzte Zeitung Bürokratieabbau und mehr Delegation als Maßnahmen gegen den Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten genannt. Warum das Hauptproblem, Nachwuchs für Allgemeinarztpraxen zu finden, nicht in einem Zuviel an Bürokratie liegt, sondern am Mangel der Reputation des Berufsbildes Hausarzt/Hausärztin, darüber sprechen Dr. Marion Kurzweil und Dr. Ulrich Wüllenkemper im „ÄrzteTag“-Podcast.
Beide sind Mitglieder im Verein für fachärztliche Primärmedizin, der sich für eine Stärkung der hausärztlichen Rolle in der Versorgung einsetzt. Im Podcast äußern sie sich zum Missverständnis, das schon in den Begrifflichkeiten „Hausarzt“ und „Facharzt“ liegt, sie beschreiben die fatale Rolle von Förderprogrammen und von Landarztquoten, die immer noch anhaltende finanzielle Benachteiligung von Hausärztinnen und Hausärzten – und sie fordern eine feste Rolle für ihre Profession als erste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Patienten. Das sei auch nachgewiesenermaßen wirtschaftlich für das Gesundheitssystem.
Wüllenkemper und Kurzweil geben auch Antworten auf die Frage, warum die HZV in Brandenburg nicht so richtig vorankommt und was helfen könnte, diese primärärztlichen Elemente zu fördern. (Dauer: 29:21 Minuten)

May 22, 2023 • 11min
Wie machen Sie den „rassistischen Wahnsinn“ von 1938 in Ihrer Ausstellung greifbar?
Ehepaar Ebell über „Fegt alle hinweg“
Im Jahr 1938 wurde den jüdischen Ärztinnen und Ärzten in Deutschland die Approbation entzogen – wenige Monate später weiteten die Nationalsozialisten diese Verordnung auch auf Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker aus.
Die hohen Opferzahlen übersetzen Dr. Hansjörg Ebell und Ursula Ebell in ihrer Ausstellung „Fegt alle hinweg“ in persönliche Lebensgeschichten. So könnten die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung besser verstehen, was für ein „rassistischer Wahnsinn“ dieser Approbationsentzug war, erklärt Dr. Ebell, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, im „ÄrzteTag“-Podcast.
Die zahlreichen Porträts jüdischer Ärzte aus Bayern wurden im Jahr 2008 erstmals gezeigt. Nun wurde die Ausstellung durch eine Initiative der Ärztekammer Nordrhein um weitere Porträts von Ärzten aus Nordrhein erweitert und anlässlich des 127. Deutschen Ärztetags in der Alten Synagoge Essen präsentiert. (Dauer: 10:52 Minuten)
Erratum: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir von einer Initiative der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein gesprochen. Tatsächlich war dies falsch, es handelt sich um eine Initiative der Ärztekammer Nordrhein.


