

Klinisch Relevant Podcast
Dr. med. Kai Gruhn, Dr. med. Dietrich Sturm, Prof. Markus Wübbeler
Klinisch Relevant ist Dein Wissenspartner für das Gesundheitswesen. In unserem Podcast liefern wir Dir 3x/Woche, nämlich dienstags, donnerstags und samstags, Fachwissen in Deinen klinischen Alltag. Damit wollen wir die interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit in der Medizin und damit die Qualität der Patient*innenversorgung verbessern.
Du arbeitest in einem medizinischen Fachberuf oder interessierst Dich für medizinische Themen? Dann bist Du hier genau richtig.
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Jul 7, 2020 • 27min
Psychiatrische Notfälle und rechtliche Rahmenbedingungen Teil 2 - mit Peer Scholz * Psychiatrie
Die Rolle des Betreuungsgesetztes, rechtliche Rahmenbedingungen von Fixierungen, Psychiatrische Notfallmedikamente
Heute hörst Du mit Folge #63 den 2. Teil des Interviews mit dem Psychiater Peer Scholz. Gleichzeitig ist dies der letzte Podcast vor unserer kleinen Sommerpause.
In diesem Podcast fokussieren wir uns auf das Betreuungsgesetz, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Fixierungen und psychiatrische Notfallmedikamente.
1. Betreuungsgesetz (BTG):
Findet sich im bürgerlichen Gesetzbuch und soll dem Schutz von Menschen, die aufgrund von bestimmten Erkrankungen nicht mehr für sich sorgen können, dienen.
Wird für unterschiedliche Bereiche des persönlichen Lebens ausgesprochen, in denen der Patient eingeschränkt ist (z.B. Finanzen, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Gesundheitsfürsorge, Behördliche Angelegenheiten, Wohnangelegenheiten).
Zur Anregung einer gesetzlichen Betreuung ist ein ärztliches Zeugnis erforderlich, darauf folgt ein ausführliches ärztliches Gutachten.
Fremdgefährdung ist kein Aspekt bei der Einleitung einer gesetzlichen Betreuung.
Konzipiert für chronisch kranke Menschen. Bei akuten Gefährdungssituation durch Menschen mit psychischen Erkrankungen: PsychKG.
2. Fixierungen:
Nur zulässig, wenn die Gefahr für den Patienten oder Dritte nicht anders anwendbar ist (z.B. durch deeskalierende Maßnahmen) und zwar immer nur so kurz wie möglich.
In NRW gilt formal aktuell, dass in psychiatrischen Kliniken im Rahmen eines PsychKGs eine Fixierungsdauer von mehr als 30 Minuten einer richterlichen Genehmigung bedarf.
Der sog. "rechtfertigende Notstand" erlaubt es aber dem behandelnden Arzt in der somatischen Klinik Maßnahmen zum Schutz des Patienten und anderer Menschen zu ergreifen (z.B. durch Fixierungen), wenn der Patient krankheitsbedingt nicht in der Lage ist, seine Situation einzuschätzen (Dauer bis zu 48 Stunden).
3. psychiatrische Notfallmedikation:
hier gilt natürlich auch, dass alle anderen Mittel, z.B. der Versuch der Deeskalation, keinen Erfolg gebracht haben. Zuvor müssen auch "Sicherungsmaßnahmen" wie Fixierungen als weniger invasives Mittel ausprobiert worden sein.
Lorazepam und Haloperidol sind weiterhin als die "Klassiker" anzusehen, weil gut steuerbar, gut und schnell wirksam und oral, i.m., bzw. i.v. verfügbar.
Diazepam hat den Nachteil der deutlich längeren HWZ, sowie die Gefahr der Akkumulation von Abbau-Metaboliten, die ihrerseits eine HWZ von ca. 100 Stunden haben Vorsicht bei der Anwendung von Benzodiazepinen bei intoxikierten Patienten (Gefahr der Atemdepression)
Haldol sicherlich mittlerweile überwiegend nur in der Behandlung von akuten Krankheitsbildern gerechtfertigt aufgrund der extrapyramidalen Nebenwirkungen.
Bei älteren Patienten sind Dosierungen von 0,5 bis 2mg Haloperidol häufig ausreichend (alternativ z.B. Risperidon 0,5-2mg), bei jungen Patienten maximal 10 mg Haloperidol (in seltenen Fällen mehr)
i.v.-Anwendung von Haldol nicht mehr empfohlen!!
Olanzapin, Aripiprazol und Ziprasidon sind als i.m. "Akutvariante" verfügbar.
Loxapin: inhalatives Antipsychotikum als neue Entwicklung. Nachteil: hoher Preis und in der Akutsituation schwierige Handhabung.
Hier findest Du den aktuellen Gesetzestext des PsychKG für das Land NRW:
Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG)
Zum Schluss noch Peers Buch-Empfehlung für die Kitteltasche:
Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie
Viel Spaß bei Hören und Lernen!

Jun 30, 2020 • 29min
Psychiatrische Notfälle und rechtliche Rahmenbedigungen Teil I - mit Peer Scholz * Psychiatrie
Was ist der Unterschied zwischen PsychKG und Betreuungsgesetz?
Psychiatrische Notfälle und rechtliche Rahmenbedingungen
Situationen, in denen Patienten gegen Ihren Willen behandelt und in einer Klinik untergebracht werden müssen sind für alle Beteiligten herausfordernd.
Kompliziert wird es dann zusätzlich, wenn Unsicherheiten bei den entsprechenden gesetzlichen Grundlagen und dem konkreten Ablauf der Unterbringung besteht.
In diesem Interview habe ich mit dem Psychiater Peer Scholz gesprochen, der viele Jahre eine Akut-Station in einer Psychiatrischen Klinik in Düsseldorf geleitet und somit viel Erfahrung mit den oben genannten Themen hat.
Trotz der ernsten Thematik ist das Interview zu einem lockeren Gespräch beim Tee geworden, das die Bereiche PsychKG, Betreuungsgesetz, Fixierungen und psychiatrische Notfall-Medikamente umfasst.
Es finden sich also sicherlich viele wichtige Details für jeden klinisch tätigen Kollegen.
Aufgrund der Länge haben wir das Interview in 2 Teile unterteilt.
PsychKG (Psychisch-Kranken-Gesetz):
Landesgesetze, die die Unterbringung und Behandlung von Patienten mit psychischen Erkrankungen in einer psychiatrischen Klinik regeln, bei denen eine akute Fremd- oder Eigengefährdung besteht (z.B. Suizidalität, Fremdaggressivität bei Wahnvorstellung). Voraussetzung für die Erstellung eines ärztlichen Zeugnisses zur Unterbringung nach PsychKG ist in NRW (theoretisch) eine mindestens 6 monatige Berufserfahrung in der Psychiatrie.
Aus dem ärztlichen Zeugnis muss die psychische Erkrankung des Patienten und die akute Fremd- oder Eigengefährdung hervorgehen.
Es bestehen hohe gesetzliche Hürden für die Einrichtung eines PsychKGs (insbesondere seit der Gesetztes-Novelle in NRW Anfang 2017). Die akuten Gefährdungsmomente der Fremd- oder Eigengefährdung dürfen nicht anders abwendbar sein, d.h. alle anderen Mittel müssen vorher ausgeschöpft worden sein.
Konkretes Vorgehen von Stadt zu Stadt bzw. von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich:
Ordnungsamt als ausführendes Organ informieren, bei aggressiven Patienten ggf. die Polizei hinzuziehen,
ärztliches Attest ausstellen (s.o.),
Transport organisieren
In der psychiatrischen Klinik:
Richterliche Anhörung des Patienten bis zum Ende des Folgetages nach Ausstellung des ärztlichen Zeugnisses.
Ein rechtlicher Vertreter und eine Vertrauensperson des Patienten muss vor der Anhörung informiert werden,
Der betroffene Patient muss mündlich und schriftlich über seine Rechte und Pflichten aufgeklärt werden,
Alle am Verfahren beteiligten müssen über den Beschluss der Anhörung schriftlich informiert werden. Im Beschluss muss auch der Zeitraum der Unterbringung nach PsychKG definiert sein (längstens 6 Wochen).
Von Seiten der Klinik muss täglich die Notwendigkeit der weiteren Unterbringung überprüft und dokumentiert werden. Die Unterbringung muss aufgehoben werden, sobald die Kriterien nicht mehr erfüllt werden.
Zwangsbehandlungen von Patienten sind seit der Gesetzesnovelle 2017 in NRW prinzipiell nur nach vorheriger richterlicher Anordnung unter hohen Auflagen möglich, wenn der Betroffene krankheitsbedingt nicht in der Lage ist gesundheitliche Schäden abzusehen. Zuvor muss dokumentiert werden, dass mit allen zulässigen Mitteln versucht wurde, den Patienten von der Behandlung zu überzeugen.
Viel Spaß beim Hören!
Jun 25, 2020 • 41min
Dekubitus-Prophylaxe durch Wechseldruck-Systeme - mit Birger Nispel * Pflegewissenschaft
Welche Systeme gibt es, wie funktionieren sie, was mußt Du beachten?
Antidekubitussysteme
Druckverteilende Unterlagen
Einführung:
Risikofaktoren für einen Dekubitus sind von Person zu Person unterschiedlich. Druckverteilende Unterlagen sind „spezielle Hilfsmittel zur Druckverteilung, die für das Management von Gewebebelastungen, des Mikroklimas und/oder anderer Therapiefunktionen ausgestaltet sind (d.h. alle Matratzen, integrierte Bettsysteme, der Ersatz für Matratzen, Auflagen oder Sitzkissen oder Sitzkissenauflagen)“.
Druckverteilende Unterlagen sollten auf einer Einzelfallgrundlage abhängig von den Bedürfnissen der Person zur Druckverteilung und für andere therapeutische Funktionen ausgewählt werden. In allen Fällen sollten die Empfehlungen des Her-stellers für die Verwendung und Pflege beachtet werden.
Quelle: https://www.epuap.org/wp-content/uploads/2016/10/german_quick-reference-guide.pdf
Expertenstandard:
Dekubitusprophylaxe in der Pflege
Instrumente die zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege beitragen. Sie berücksichtigen pflegewissenschaftliche Erkenntnisse als auch pflegepraktische Erfahrungen gleichermaßen und definieren Ziele und Maßnahmen bei relevanten Themenbereichen der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung z. B. Dekubitusentstehung, Mangelernährung) (Quelle: MDS unter www.mds-ev.de)
Erhältlich unter: https://www.dnqp.de
Hilfsmittelverzeichnis des GKV
Der GKV-Spitzenverband erstellt gemäß § 139 SGB V ein systematisch strukturiertes Hilfsmittelver-zeichnis und (gleichzeitig handelnd als GKV-Spitzenverband der Pflegekassen) als Anlage dazu ein Pflegehilfsmittelverzeichnis. In dem Verzeichnis sind von der Leistungspflicht der Kranken- und Pflegekassen umfasste Hilfsmittel aufgeführt. Das Hilfsmittelverzeichnis gliedert sich in Anlehnung an das jeweilige Therapieziel in 37 unterschiedliche Produktgruppen.
Erreichbar unter: https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home.action

Jun 23, 2020 • 13min
Autoantikörper bei Myasthenia gravis: Was sagen sie aus? - mit Kai Gruhn * Neurologie
Welche Antikörper-Diagnostik ist zu welchem Zeitpunkt und bei welcher klinischen Konstellation sinnvoll?
Myasthenia gravis: eine seltene aber sehr spannende Autoimmunerkrankung
Bei einer Myasthenie handelt es sich- das wißt Ihr alle- um eine seltene Autoimmunerkrankungen, bei der der Körper Autoantikörper gegen Acetylcholin-Rezeptoren, eine muskelspezifische Kinase (MuSK) oder andere Strukturen der neuromuskulären Endplatte produziert.
Unterteilt werden kann die Myasthenie nach folgenden Aspekten:
Manifestationsart: a) okulär, b) generalisiert
Nach dem Antikörperstatus
Im Hinblick auf das Vorliegen eines Thymoms
Die meisten Patienten mit MG habe eine gute Lebensqualität und eine normale Lebenserwartung, wenn Sie konsequent behandelt werden.
Die Mortalität im Rahmen einer myasthenen Krise liegt bei ca. 2 %
Risikofaktoren für einen ungünstigen Verlauf stellen
einer früher Krankheitsbeginn
weibliches Geschlecht
das Vorliegen eines Thymoms mit MuSK-AK
dar.
Symptome
Bei okulären Formen tritt typischerweise eine Schwäche der Augenmuskeln und der Lidheber auf.
Generalisierte Formen zeichnen sich durch eine Skelettmuskelschwäche, die meist proximal betont und symmetrisch ist, aus. Die Symptomatik nimmt bei repetitiver Muskelarbeit und im Laufe des Tages zu.
Häufig kommt es beim Vorliegen einer okulären Form einer MG im Verlauf zu einer Generalisierung.
Myasthene Krisen werden insbesondere durch Medikamente, Infekte und Operationen getriggert.
Diagnostik
Ice-Pack-Test: Besserung der Ptose/Doppelbilder nach lokaler Anwendung eines Ice-Packs im Bereich der Augenmuskeln
"Tensilon"-Test: Gabe von 2mg Edrophonium oder 0,5-1mg Neostigmin i.v. führen zu einer sofortigen Besserung der Symptomatik (Cave: Bradykardie, Speichelfluss, Tenesmen) oder Gabe von 60mg Pyridostigmin mit klinischer Kontrolle der myasthenen Symptomatik nach 30 Minuten
MG-Score nach Basinger und Toyka: Armvorhalteversuch, Beinvorhalteversuch, Kopfhalteversuch, Ballonvigorimetrie, Vitalkapazität, Lidschluss, Kauen, Schlucken, Doppelbilder (Simpson-Test), Ptose
Eine vollständige tabellarische Darstellung des Scores findet Ihr auf der Seite des Neurologie-Netzes.
Elektrophysiologie
Die 3/s Serienreizung, z.B. im Bereich des N. facialis, des N. axillaris und N.accessorius führen zu einem typische Dekrement der Fläche und der Amplitude der Muskel-Aktions-Potentiale.
AK-Diagnostik
Am häufigsten kommen die Acetylcholin-Rezeptor-Antikörper vor. Sollten diese negativ sein, sollten auch die Anti-MuSK-AK bestimmt werden (Treten bei ca. 10 % der Patienten auf und finden sich so gut wie nie bei Okularen MG-Formen).
Das Fehlen von AcH-Rezeptor-AK oder MuSk-AK schließt das Vorliegen einer Myasthenie nicht aus, die Antikörper sollten daher in diesem Fall nach 6-12 Monaten erneut bestimmt werden.
Die Höhe der AK-Titer korreliert nicht mit der Schwere der Erkrankung. Der Titer-Verlauf eignet sich aber als Erfolgs-Marker für die laufende Therapie.
Bei rein okulärer MG finden sich nur bei 50% der Patienten Ach-Rezeptor-AK.
Titin- und Ryanodin-AK können bei positivem Ach-Repzeptor-Ak-Status auf das Vorliegen eines Thymoms hinweisen.
Bei allen MG-Patienten muss mittels CT oder MRT das Vorliegen eines Thymoms ausgeschlossen werden!
Bei ca. 15 % der MG Patienten liegen auch weitere Autoimmunerkrankungen vor.
Therapie
Symptomatische Therapie mit Acetylcholin-Esterase-Hemmern: z.B. Pyridostigmin (Beginn z.B. mit 60mg 1-1-1), retardierte Formen zur Nacht
bei MuSK-positiver MG ist die Wirkung von Pyridostigmin häufig deutlich schlechter
bei Patienten mit Acetylcholin-Rezeptor-AK und generalisierten MG sollte eine Thymektomie durchgeführt werden.
eine Immunsuppression (Glucocorticoide und v.a. Azathioprin) ist häufig erst bei generalisierten Formen notwendig.
Viel Spaß bei Hören und Lernen!

Jun 16, 2020 • 38min
Der Weg in die eigene Praxis - mit Oliver Neumann * Querschnittsthemen
Oliver Neumann hat den Businessdoc-Podcast aufgebaut und spricht in diesem Interview unter anderen über die Themen Niederlassung und Praxisgründung
Krankenhaus oder Praxis?
Früher oder später kommen wir Ärzte an den Punkt, an dem wir entscheiden müssen, ob wir weiter im Krankenhaus arbeiten möchten, oder ob das Arbeiten im ambulanten Versorgungsbereich -vielleicht sogar die Gründung einer eigenen Praxis- eine gute Alternative darstellen könnte.
Überstunden, Nacht- und Wochenenddienst, Schichtsystem- all das sind Gründe, die einen über eine Niederlassung nachdenken lassen können.
Aber welche Hürden warten in der Praxis auf uns? Was ist mit dem Abrechnungssystem? Der Auseinandersetzung mit der KV? Welche finanziellen Risiken muss ich eingehen?
Businessdoc-Podcast
Oliver Neumann ist Wirtschaftsberater und spezialisiert auf die Beratung von Ärzten, die im ambulanten Sektor arbeiten möchten.
Zudem ist er aber auch der Host des Businessdoc-Podcasts, in der Persönlichkeiten aus dem Umfeld der Medizin zu den Themen Digitalisierung, Praxisgründung, Business und Mindfulness interviewt.
In diesem Podcast sprechen wir mit Oliver über folgende Themen:
Warum scheuen sich Kollegen vor der Niederlassung?
Welche Themenbereiche sollten vor der Praxisgründung besprochen und geplant werden?
Welche Vorteile bieten sich im ambulanten medizinischen Sektor?
Wie findest Du einen KV-Sitz?
Wie bewertet man einen KV-Sitz?
Was bedeutet es, wenn Niederlassungsbeschränkungen fallen?
welche Themen deckt der Podcast von Oliver ab?
Wenn Euch die Schnittstelle von Medizin und Business, sowie die Themen Digitalisierung und Digital Health interessieren, dann können wir Euch den Podcast von Oliver nur allerwärmstens empfehlen!!
Hier kannst Du mit Oliver in Kontakt treten:
www.businessdoc.online
https://www.instagram.com/businessdoc.online/
https://www.facebook.com/businessdoc.online/?ref=settings
https://www.linkedin.com/in/oliver-neumann-74b6641b/?lipi=urn%3Ali%3Apage%3Ad_flagship3_feed%3BbZu5q7F9RUiqtMCEFvlW6w%3D%3D
**Viel Spaß beim Hören und Lernen! **
Jun 12, 2020 • 25min
Katheterismus - mit Prof. Markus Wübbeler * Pflegewisenschaft
Wann brauchen Patienten wirklich einen Blasenkatheter?
Katheterismus
Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten, sowie Angehörigen der Pflegeberufe kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst und die für Dich von ärztlichen und pflegerischen Kollegen konzipiert werden.
Im heutigen Beitrag geht es um das Thema Katheterismus, insbesondere die Indikationen, Risikofaktoren, Alternativen und Verwendungshinweise.
Katheterassoziierte Harnwegsinfektionen
Bei nosokominalen Infektionen spielt die Nutzung transurethraler Katheter eine wichtige Rolle. Um diese zu Vermeiden muss unbedingt eine gezielte und medizinisch in jedem Einzelfall zu begründende Indikationsstellung erfolgen, welche auch die Berücksichtigung alternativer Möglichkeiten, wie der intermittierenden Selbst- oder Fremdkatheterisierung, sowie die Begrenzung der Liegedauer beeinhaltet. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) stellt ihre Empfehlungen gesammelt in der Publikation: Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen dar.
Indikationen zur Anlage eines transurethralen Katheters
Begründete Anwendungen eines Katheters
akuter Harnverhalt
Notwendigkeit der Bilanzierung bei schwer kranken Patienten
Kurzfristiger Einsatz im Zusammenhang mit bestimmten operativen Eingriffen
Patienten mit urologischen Operationen
Förderung der Wundheilung im Bereich des äußeren Genitale bei Harninkontinenz
Verbesserung der Lebensqualität bei im Sterben liegenden Patienten / auf Wunsch in der Palliativmedizin
Unnötige Anwendungen eines Katheters
die Verordnung in Pflegeeinrichtungen nur aufgrund einer Harninkontinenz des Patienten
unnötige Verlängerung der Katheterliegedauer, z.B. bei Patienten nach chirurgischen Eingriffen oder nach Abschluss der intensivmedizinischen Überwachung/Bilanzierung
Harndrainage
Deutsche Gesellschaft für Urologie
Neurogene Dysfunktion des unteren Harntraktes
Der Intermittierende Katheterismus stellt seit den 60iger Jahren die Methode der Wahl zur Blasenentleerung bei neurogener Dysfunktion des unteren Harntraktes dar. Es gilt festzuhalten, dass der aseptische Katheterismus auch in der Langzeitanwendung eine komplikationsarme Methode zur druck- und restharnfreien Entleerung der Harnblase für Betroffene darstellt. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie und die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie publizieren ihre Empfehlungen in der Leitlinie Management und Durchführung des Intermittierenden Katheterismus (IK) bei neurogener Dysfunktion des unteren Harntraktes. (www.awmf.de)
**Herzlichen Dank, daß Du dabei bist!! Viel Spaß beim Hören und Lernen! **

Jun 9, 2020 • 20min
Häufiges kardiologisches Krankheitsbild: Herzinsuffizienz - mit Dr. Andreas Barsuhn * Kardiologie
Definition, Diagnostik und Behandlung der Herzinsuffizienz
Kardiologie als neuer Fachbereich im Klinisch Relevant Podcast
Neben den Fächern Neurologie, Psychiatrie, Gastroenterologie, Radiologie, Rheumatologie, Chirurgie und Pflegewissenschaft, sowie unseren Querschnittsthemen bieten wir Euch ab sofort auch Fortbildung-Podcasts aus dem Bereich Kardiologie.
Herzinsuffizienz als häufige kardiologische Erkrankung
Für den ersten Podcast aus dem Fachbereich der Kardiologie haben wir uns das Thema Herzinsuffizienz ausgesucht, da Dir dieses Krankheitsbild in Deinem klinischen Alltag sicherlich bei Deinen Patienten begegnen wird. Mit Dr. Andreas Barsuhn, Oberarzt der Kardiologie im Bethesda Krankenhaus Wuppertal haben diesbezüglich einen ausgewiesenen Experten im Interview.
Die chronische Herzinsuffizienz ist eine Erkrankung mit wesentlicher sozioökonomischer Bedeutung.
Die dekompensierte chronische Herzinsuffizienz ist einer der häufigsten Gründe für eine stationäre Aufnahme!
Jede akute Dekompensation führt zu einer Verschlechterung der Prognose.
Die Erkrankung hat vielfältige Ursachen:
Koronare Herzerkrankung (KHK)
Art. Hypertonie inkl. einer hypertensiver Herzekrankung
Herzrhythmusstörungen, im besondere ein tachykardes Vorhofflimmern
Nicht-ischämische Kardiomyopathien unterschiedlichster Genese
Perikarderguss
Wichtige Kernsymptome:
Dyspnoe (Klassifikation nach den NYHA-Stadien)
Leistungsminderung
Flüssigkeitsretention mit Ödembildung
Nykturie
Gewichtszunahme
Trockener Husten
Wichtige Diagnostik:
Transthorakale Echokardiographie
Laborchemische Bestimmung des BNP / nt-pro-BNP
12-Kanal-EKG
Brandaktuell:
Die nationale Versorgungsleitlinie „Chronische Herzinsuffizienz“, 3. Auflage, 2019.
Wichtige neue Einteilung:
Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFrEF)
Herzinsuffizienz mit geringgradig eingeschränkter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFmrEF)
Herzinsuffizienz mit erhaltener linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFpEF)
Die Therapie umfasst medikamentöse und nicht-medikamentöse Ansätze
Behandlung einer Grunderkrankung (z.B. Behandlung einer KHK oder Vitien)
Wichtige medikamentöse Prinzipien:
Diuretika
RAAS-Hemmer (z.B. ACE-Hemmer)
Beta-Blocker
Neprylisin-Inhibitoren
Wahrscheinlich wichtiger in der Zukunft: SGLT2-Hemmer
Wichtige nicht-medikamentöse Prinzipien:
Patientenedukation
Gewichtskontrolle
Bewegungstraining
Gewichtsreduktion
Apparative/operative Therapie
Defribillator-Implantation
Kardiale Resynchronationstherapie (CRT)
Herztransplantation
Viel Spaß beim Hören und Lernen!

Jun 4, 2020 • 31min
Functional neurological disorders - with Professor Jon Stone (full english version)
Podcast for healthcare professionals dealing with patients with FND: missconceptions, conversation strategies, concept of disease, therapies
Please check out Jon’s Website on neurosymptoms.org for more information on FND.
Also note, that on fndsociety.org there are free webinars on FND at the Moment
If you have any questions or comments about the interview or our podcast project, please feel free to contact us on
kontakt@klinisch-relevant.de

Jun 2, 2020 • 32min
Functional neurological disorders (FND) - with Professor Jon Stone * Neurology/Psychiatry (english)
Why neurologists play an important role in treating patients with FND
Funktionelle Neurologische Störungen
Jeder von uns weiß, wie häufig im klinischen Alltag funktionelle, bzw. dissoziative Störungen sind.
Auch wenn wir anhand von klinischen und apparativen Untersuchungen keine strukturellen Auffälligkeiten finden können, so haben diese Patienten trotzdem einen hohen Leidensdruck und ein hohes Risiko der Chronifizierung.
Neurologen mit Schlüsselrolle bei der Behandlung von FNS-Patienten
Im Interview mit Prof. Jon Stone, Neurologe aus Edinburgh mit jahrzehntelanger klinischer und wissenschaftlicher Erfahrung auf diesem Gebiet versuchen wir uns dem komplexen Gebiet der funktionellen Störungen zu nähern:
was ist das aktuelle Konzept hinter FNS
welche Therapieansätze gibt es
welche klinischen Zeichen können bei der Diagnosestellung helfen
FNS umfassen ein umfangreiches Spektrum an Symptomem
Lähmungserscheinungen, Sensibilitätsstörungen, Sehstörungen, Sprachstörungen, Tremorformen, Gangstörungen, Anfälle: die klinische Symptomatik kann dabei mannigfaltig sein.
Ein klinischer Test zur Differenzierung einer funktionellen Störung kann z.B. das Hoover's-Zeichen sein.
"Positive" Diagnose anstatt Ausschluss-Diagnosen
Jon plädiert in diesem Interview dafür, dass Neurologen wieder mehr tun müssen, als nur "organische" Ursachen der Krankheitssymptome auszuschließen und Ihre Patienten dann zum Psychiater zu schicken.
Auch kritisiert er, dass in vielen Fällen bei Patienten mit funktionellen Störungen im Gespräch anders verfahren wird, als bei organischen Erkrankungen. So sollte auf die Erkrankung fokussiert werden, die vorliegt und nicht umschrieben werden, welche Erkrankungen alle ausgeschlossen wurden.
Therapieansätze bei FNS
Häufig kann eine physiktherapeutische Behandlung bei einem entsprechend geschulten Therapeuten schon hilfreich sein.
Insgesamt betrachtet ist aber ein interdisziplinäres Therapiekonzept mit neurologischer, psychiatrischer und physiktherapeutischer Kompetenz am erfolgreichsten.
Jon hat in diesem Interview folgende Literatur-Empfehlungen abgegeben:
Should neurologists diagnose and manage FND? It is complicated
Ten myths about FND
Sehr bemerkenswert ist auch die Website www.neurosymptoms.org , die von Jon für Ärzte und Patienten entworfen wurde und die auch auf deutsch übersetzt werden kann.
Unter www.fndsociety.org gibt es aktuell immer wieder kostenlose Webinare zum Thema FND.
Viel Spaß bei Hören und Lernen!!
May 30, 2020 • 41min
Wenn Patienten stürzen (Teil 2): Risikofaktoren und Prävention - mit Prof. Markus Wübbeler * Pflegewissenschaft
Was bedingt das erhöhte Sturzrisiko im zunehmenden Alter und wie kann diesem begegnet werden?
Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten, sowie Angehörigen der Pflegeberufe kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst und die für Dich von ärztlichen und pflegerischen Kollegen konzipiert werden.
Definition Sturz
Ein Sturz ist ein Ereignis, bei dem der Betroffene unbeabsichtigt auf dem Boden oder auf einer ande-ren tieferen Ebene aufkommt. (Quelle: Expertenstandard - Sturzprophylaxe in der Pflege unter: www.dnqp.de )
Expertenstandards in der Pflege
Instrumente die zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege beitragen. Sie be-rücksichtigen pflegewissenschaftliche Erkenntnisse als auch pflegepraktische Erfahrungen gleicher-maßen und definieren Ziele und Maßnahmen bei relevanten Themenbereichen der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung z. B. Dekubitusentstehung, Mangelernährung). (Quelle: MDS unter www.mds-ev.de)
Priscus-Liste
Die Priscus-Liste ist eine praxistaugliche Liste von Wirkstoffen und Wirkstoffgruppen, die als potenzi-ell inadäquat für ältere Menschen beurteilt werden. Die Liste informiert auch über Therapie-Alternativen. www.priscus.net
Ermitteln der Funktions- und Bewegungsfähigkeit
Sammlung verschiedener Assessmentinstrumente auf der Webseite des Kompetenzzentrums für Geriatrie. Assessmentinstrumente helfen bei der standardisierten Beurteilung des Funktions- und Bewegungsfähigkeit und ermöglichen den gezielten Vergleich zwischen verschiedenen Klienten. Eine Sammlung ist unter www.kc-geriatrie.de verfügbar.
Altersgerechte Bewegungsprogramme
Regelmäßige Bewegung stärkt die Gesundheit und die Selbstständigkeit älterer, pflegebedürftiger Menschen. Sie hilft, die Bewegungsfähigkeit – die Mobilität – und geistige Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern. Außerdem sinkt das Sturzrisiko bei regelmäßiger Bewegung und weiteren Ge-sundheitsproblemen kann vorgebeugt werden. Bewegungsförderung ist somit ein zentraler Aspekt von gesundheitlicher Prävention bei pflegebedürftigen Menschen. (Quelle: https://www.zqp.de/bewegungsfoerderung-pflege/ )
Herzlichen Dank, daß Du dabei bist!! Viel Spaß beim Hören und Lernen!


