Klinisch Relevant Podcast

Dr. med. Kai Gruhn, Dr. med. Dietrich Sturm, Prof. Markus Wübbeler
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Oct 4, 2022 • 36min

Glücklich (werden, bleiben und sein) im Arztberuf (Teil 4) - mit Dr. Caroline Bialon

Wie Du die Rush-Hour des Lebens meistern kannst Dr. Caroline Bialon ist Allgemeinmedizinerin und Autorin des Buches "Glücklich im Arztberuf". In Teil 1 unserer Podcast-Gesprächsreihe haben wir über das Glück gesprochen: Was ist das? Was ist es nicht? Warum ist der Arztberuf prädestiniert dafür glücklich zu machen? Was sind aber auch die klassischen Gründe, warum Ärzt:innen das Glück aus den Augen verlieren? In Teil 2 hat Caroline konkrete Handlungsvorschläge für den Fall gegeben, das man als Mediziner:in mit sich und seinem Beruf nicht mehr glücklich ist: Was kannst Du tun, um das Glück zurückzuerlangen. In Teil 3 sprechen wir über die Besonderheiten der Zeit des Medizinstudiums und der Zeit als Berufsanfänger. Zwar haben wir zu diesem Zeitpunkt der Karriere häufig noch wenig bis keine private Verpflichtungen, aber es herrscht ein großer Leistungsdruck an der Uni. Innerhalb kürzester Zeit müssen wir große Mengen an Wissen verinnerlichen und Klausuren bzw. Testate bestehen. Caroline gibt Dir hier viele konkrete Tipps, wie Du es trotz der ganzen Lerner schaffen kannst, glücklich zu bleiben. Im aktuellen Teil 4 spricht Caroline über die typischen Herausforderungen der „Rush-Hour des Lebens“: als Assistenzarzt und Facharzt hat man nicht nur einen anstrengenden Job mit Nacht- und Wochenenddiensten, sondern in diese Zeit fällt oft auch die Familiengründung, das Versorgen von kleinen Kindern und vielleicht auch ein Hausbau. Wie soll man das alles unter einen Hut bekommen? Wie kann man da glücklich bleiben? Caroline hat dazu ein paar gute Impulse. Empfehlen würden wir Dir gerne an dieser Stelle auch die Podcast-Reihe mit Prof. Alexander Ghanem zum Thema „Die Anatomie der Zeit“. Hier geht es um Zeitmanagement für Ärzt:innen. Viel Spaß beim Zuhören!
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Oct 1, 2022 • 54min

Dissoziative Anfälle - mit Dr. Rosa Michaelis *Neurologie/Psychiatrie

Wie Du einen "echten" epileptischen Anfall von einem dissoziativen Anfallsgeschehen unterscheiden kannst und vieles mehr Dr. Rosa Michaelis ist Fachärztin für Neurologie und ärztliche Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich von wissenschaftlicher und klinischer Seite vor allem mit dissoziativen Krampfanfällen. Dabei sind dissoziative Anfälle häufig Teil einer funktionellen Störung. Dissoziative bzw. funktionelle Anfälle sind in einem spezialisierten Epilepsiezentrum häufig und machen ca. jeden 5. Anfall aus. In einer "normalen" Notaufnahme hat ca. jeder 10. Pat. der mit einem Anfall vorgestellt wird, ein dissoziatives Anfallsgeschehen. Dabei können jedoch auch dissoziative und "echte" Anfälle nebeneinander auftreten. So ist eine manifeste Epilepsie auch ein Risikofaktor für das Auftreten von dissoziativen Anfällen. Video-Aufnahmen können häufig hilfreich bei Differenzierung sein. Unterscheidungsmöglichkeiten zwischen einem "echten" und einem dissoziativen Anfall: dissoziative Anfälle dauern häufig länger (Differential-Diagnose Status epilepticus) geschlossene Augen aktiver Widerstand gegen das Augenöffnen Hin- und Herbewegungen im Stamm und Kopfbereich (Antagonistisch-Agonistisch, arhythmisch) Zungenbiss/Einnässen können (selten) auch bei dissoziativen Anfällen auftreten CK und Prolaktin steigen typischerweise nach "echten" Krampfanfällen an, sind aber nicht beweisend! Was Du machen kannst bei dissoziativem Anfallsgeschehen: keine Medikamente/keine Benzodiazepine sich vor Augen führen, das sich die betroffene Person in einem Ausnahmezustand befindet und derzeit die Handlungsfähigkeit verloren hat Ein ruhiges, geschütztes Umfeld schaffen, soweit möglich offene Kommunikation mit dem Patienten auch über die Diagnose eines dissoziativen Anfallsgeschehens "Anfallsbegleitung" suggestive Interventionen: z.B. "ich merke, dass der Anfall langsam aufhört" können hilfreich sein, ggf. den Pat. zu willkürlichen Bewegungen auffordern und somit aus dem Anfall herausbegleiten. Ggf. stationäre Aufnahme zur Endaktualisierung der Situation und zur Diagnosestellung. Bei Zweifeln an der Diagnose "dissoziativer Anfall": Goldstandard "Video-EEG-Monitoring" "Prognostisch entscheidend ist es, dass der Patient verstanden hat, um welches Erkrankungsbild es sich handelt und wie die Therapie aussieht." Dissoziative Anfälle bzw. Funktionelle Störungen sind häufig assoziiert mit anderen psychiatrischen Erkrankungen (PTBS, Depressionen, Angsterkrankungen) und vor allem Persönlichkeitsstörungen. Therapeutisch sollte dann eine psychotherapeutische Weiterbehandlung anschließen. Hier findest Du den Link zu dem von Rosa Michaelis empfohlenen Video "Dis-sociated" bei YouTube: https://m.youtube.com/watch?v=MA1EYAg9y5k Und nun wünschen wir euch viel Spaß und viele neue Erkenntnisse beim Hören! Mehr über Klinisch Relevant erfahrt ihr auf unserer Webseite www.klinisch-relevant.de Zu unserer Fortbildungsakademie geht es hier entlang: www.fortbildung.klinisch-relevant.de Aktuelles On-demand Video-Kurs „Ganzheitliche Handtherapie“ mit Lina Bücker in 6 Modulen
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Sep 27, 2022 • 34min

Kognitive verhaltenstherapeutische Maßnahmen in der Ergotherapie - mit Valerie Alter

Warum ein Blick über den Tellerrand (nicht nur) für die psychiatrische Ergotherapie hilfreich sein kann Andre Eckerkunst und Simon König haben auf der „Therapie Messe“ in Düsseldorf Valerie Alter getroffen und direkt einen Podcast mit Ihr aufgenommen. Sie hatte vor Ort einen Vortrag zum Thema „Kognitive verhaltenstherapeutische Maßnahmen in der Ergotherapie“ gehalten. In dem Podcast-Interview erklärt Valerie, warum berufsübergreifende Ansätze (nicht nur) in der psychiatrischen Ergotherapie sinnvoll und nützlich für unsere Patient:innen sein können. Und nun wünschen wir euch viel Spaß und viele neue Erkenntnisse beim Hören! Mehr über Klinisch Relevant erfahrt ihr auf unserer Webseite www.klinisch-relevant.de Zu unserer Fortbildungsakademie geht es hier entlang: www.fortbildung.klinisch-relevant.de Aktuelles On-demand Video-Kurs „Ganzheitliche Handtherapie“ mit Lina Bücker in 6 Modulen
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Sep 24, 2022 • 40min

Glücklich im Arztberuf Teil 3 - mit Dr. Caroline Bialon

Die besonderen Herausforderungen als Student:in und Berufsanfänger Dr. Caroline Bialon ist Allgemeinmedizinerin und Autorin des Buches "Glücklich im Arztberuf". In Teil 1 unserer Podcast-Gesprächsreihe haben wir über das Glück gesprochen: Was ist das? Was ist es nicht? Warum ist der Arztberuf prädestiniert dafür glücklich zu machen? Was sind aber auch die klassischen Gründe, warum Ärzt:innen das Glück aus den Augen verlieren? In Teil 2 hat Caroline konkrete Handlungsvorschläge für den Fall gegeben, das man als Mediziner:in mit sich und seinem Beruf nicht mehr glücklich ist: Was kannst Du tun, um das Glück zurückzuerlangen. Im aktuellen Teil 3 sprechen wir nun über die Besonderheiten der Zeit des Medizinstudiums und der Zeit als Berufsanfänger. Zwar haben wir zu diesem Zeitpunkt der Karriere häufig noch wenig bis keine private Verpflichtungen, aber es herrscht ein großer Leistungsdruck an der Uni. Innerhalb kürzester Zeit müssen wir große Mengen an Wissen verinnerlichen und Klausuren bzw. Testate bestehen. Caroline gibt Dir hier viele konkrete Tipps, wie Du es trotz der ganzen Lerner schaffen kannst, glücklich zu bleiben.
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Sep 20, 2022 • 1h

Ärztlich assistierter Suizid aus juristischer Sicht - mit Jan Gregor Steenberg * Medizinrecht

Ärztlich assistierter Suizid, Therapiebegrenzung, Palliative Sedierung: wie ist der juristische Status quo in Deutschland? Ärztlich assistierter Suizid Im heutigen Podcast nähern wir uns mit dem Fachanwalt für Medizinrecht, Jan Gregor Steenberg, einem aus vielerlei Hinsicht schwierigen Thema: wir sprechen über die aktuelle Gesetzgebung im Hinblick auf den ärztlichen assistierten Suizid einer Patient:in, also die ärztliche Unterstützung des Suizides ohne dabei aktiv den Tod herbei zu führen. Dies ist in Deutschland nicht (mehr) strafbar - umfasst aber weiterhin einige Besonderheiten, wie Herr Steenberg ausführt. So ist zum Beispiel die Verwendung von Medikamenten, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, im Zusammenhang mit dem ärztlich assistierten Suizid problematisch. Thematisiert werden zudem andere Möglichkeiten der Patient:innen, aus dem Leben zu scheiden, wenn Sie lebensverkürzend erkrankt sind, nämlich die Therapiebegrenzung (möglichst in der Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht festgelegt), sowie die Symptom-orientierte Behandlung innerhalb der Palliativ-Medizin, die in Kauf nimmt, dass die verwendeten Schmerz- oder Beruhigungsmittel auch eine lebensverkürzende Wirkung haben können. Uns ist bewußt, dass die Thematik dieses Podcast-Interviews sicherlich kontrovers ist. Es geht hier heute aber nicht darum eine ethische Debatte zu führen, sondern den juristischen Status quo darzulegen. Denn eins macht auch der Bundesgerichtshof immer wieder klar: Im Mittelpunkt muss immer der Patientenwille und die Patientenautonomie stehen! Wir freuen uns, wenn Du Deine Erfahrungen und Meinungen mit uns teilst!
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Sep 17, 2022 • 44min

Logopädie im Kinderhospiz - mit Katrin Rädecke und Britta Münzer

Palliative Therapie im Hier und Jetzt Logopädie im Kinderhospiz Mit Katrin Rädecke und Britta Münzer Die akademische Sprachtherapeutin Katrin Rädecke berichtet, wie sie nach ersten Vorbehalten die Arbeit im Kinderhospiz seit über 10 Jahren als sehr bereichernd erlebt. Neben der Sterbebegleitung bietet das Hospiz Familien die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen und wieder Kraft für das Leben mit einem Kind mit lebensverkürzender Krankheit zu schöpfen. Als Teil des therapeutischen Angebotes sind die Aufgabenbereiche der Logopädie hier besonders im Bereich Nahrungsaufnahme und Schlucken zu finden. Die positive Atmosphäre im Kinderhospiz und das Ausrichten der therapeutischen Arbeit auf das hier und jetzt machen die Arbeit in diesem Umfeld so besonders. Viel Spaß beim Hören! Schau Dich auch gerne auf unserer Website um - hier findest Du weitere Infos und die Links zu weiteren Fortbildungen. Wenn Du Dich für Fortbildungen aus dem Bereich der Logopädie interessierst, könntest Du hier fündig werden: 1. Live-Online Seminar "Neurogene Dysphagien" mit dem Lehrlogopäden Sascha Inderwisch am 26.11.2022, 9-14 Uhr 2. Live-Online Seminar "Therapieplanung bei neurogenen Dysphagien" mit Sascha Inderwisch am 30.11.2022, 17.30- 20 Uhr 3. Crash-Kurs "Poltertherapie", live Online-Seminar mit Sascha Inderwisch am 07.12.2022, 17.30 - 20 Uhr
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Sep 13, 2022 • 38min

Elektrophysiologische Diagnostik und Rhythmologie in der Kardiologie - mit Dr. Olaf Grebe und Dr. Jan Erik Gülker

Diagnostik bei tachykarden und bradykarden Herzrhythmusstörungen: was beinhaltet die elektrophysiologische Diagnostik und Therapie in der Rhythmologie? Die Rhythmologie und Elektrophysiologie ist innerhalb der Kardiologie eine eigene hochspezialisierte Disziplin geworden. Mit Hilfe von immer ausgefeilteren technischen Möglichkeiten werden hier Herzrhytmusstörungen diagnostiziert und therapiert. Im Podcast-Interview sprechen wir mit dem Rhythmologen, Elektrophysiologen und Kardiologen Dr. Olaf Grebe sowie mit Dr. Jan Erik Gülker, kardiologischer Chefarzt über diese Thematik. Und nun wünschen wir euch viel Spaß und viele neue Erkenntnisse beim Hören! Mehr über Klinisch Relevant erfahrt ihr auf unserer Webseite www.klinisch-relevant.de Zu unserer Fortbildungsakademie geht es hier entlang: www.fortbildung.klinisch-relevant.de Aktuelles Live Online Intensiv-Kurs „Medical English“ mit Laura Reynolds und PD Dr. Herzmann am 10.09.2022 von 9- 16.15 Uhr On-demand Video-Kurs „Ganzheitliche Handtherapie“ mit Lina Bücker in 6 Modulen Erster Notfallpflegekongress in Stuttgart 14. September 2022 _ 09:00 - 17:00 Uhr Hier entlang zu den Infos
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Sep 10, 2022 • 41min

Interprofessionalität: Gemeinsam lernen - mit Angelika Maase und Madeleine Barthmuss *Pflegewissenschaft

Ein Projekt der Uniklinik Münster ermöglicht das gemeinsame Lernen von Pflegekräften und Ärzt:innen Gemeinsam lernen: IpUK – ein interprofessionelle Unterrichtskonzept Um schon in der Ausbildung die Zusammenarbeit von pflegerischen und ärztlichen Teams zu fördern und eigenverantwortliches Handeln zu unterstützen, etabliert das UKM ab Januar 2022 ein interprofessionelles Unterrichtskonzept (IpUK) in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie. In dieser Ausbildungseinheit betreuen Studierende im praktischen Jahr und Auszubildende der Pflege im 3. Ausbildungsjahr gemeinsam und eigenverantwortlich sechs Patientinnen und Patienten auf der chirurgischen Station. Im Hintergrund stehen den Nachwuchskräften so genannte Lernbegleitende zur Verfügung in Form einer pflegerischen Praxisanleitung, einer Assistenzärztin sowie einem Oberarzt. Das Projekt IpUK ist im Rahmen von UKM Magnet entstanden. Mit UKM Magnet werden verschiedene Maßnahmen, insbesondere die respektvolle Zusammenarbeit zwischen allen Berufsgruppen gefördert. Quelle: https://web.ukm.de/index.php?id=12842 Und nun wünschen wir euch viel Spaß und viele neue Erkenntnisse beim Hören! Mehr über Klinisch Relevant erfahrt ihr auf unserer Webseite www.klinisch-relevant.de Zu unserer Fortbildungsakademie geht es hier entlang: www.fortbildung.klinisch-relevant.de Aktuelles Live Online Intensiv-Kurs „Medical English“ mit Laura Reynolds und PD Dr. Herzmann am 10.09.2022 von 9- 16.15 Uhr On-demand Video-Kurs „Ganzheitliche Handtherapie“ mit Lina Bücker in 6 Modulen Erster Notfallpflegekongress in Stuttgart _14. September 2022 _ 09:00 - 17:00 Uhr_ Hier entlang zu den Infos
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Sep 8, 2022 • 29min

Welttag Physiotherapie - Special: Osteoarthrose - mit Franziska Weber

Neue Versorgungskonzepte für eine häufige Erkrankung Shownotes Podcast Klinisch Relevant: Arthrose Christian Grüneberg und Franziska Weber Keywords: Arthrose, World Physiotherapy Day, Innovationsfonds, GBA, Physiotherapie, Konservative Therapie, Digitalisierung, eHealth Einführung Am 08.09.2022 findet der Welt-Physiotherapie-Tag statt. Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto „Arthrose“. Anlässlich des Mottos für den diesjährigen Welt-Physiotherapie-Tag hat sich Prof. Dr. Christian Grüneberg, Leiter des Studienbereichs der Hochschule für Gesundheit in Bochum (HS Gesundheit) mit Franziska Weber, Promovierende und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studienbereich Physiotherapie der HS Gesundheit unterhalten. Weitere Informationen zum Welt-Physiotherapie-Tag finden Sie auch hier: https://world.physio/wptday Was ist Arthrose? Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit mit steigender Prävalenz. Diese steigt aufgrund des demografischen Wandels und der Häufung von Lebensstilfaktoren wie körperlicher Inaktivität sowie Übergewicht und Adipositas (Cross et al., 2014; Guthold, Stevens, Riley, & Bull, 2018; Schienkiewitz, Mensink, Kuhnert, & Lange, 2017; Vina & Kwoh, 2018). Am häufigsten tritt Arthrose im Knie- und Hüftgelenk auf. Knie- und Hüftarthrose sind oft mit Funktionseinschränkungen, Schmerzen, Einschränkungen in Teilhabe, Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit verbunden. Wie gestaltet sich die evidenzbasierte Versorgung von Menschen mit Arthrose? Nationale und internationale Leitlinien empfehlen für die Versorgung von Menschen mit Knie- und Hüftarthrose Bewegungstherapie und Edukation (Bannuru et al., 2019; Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), 2020; Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU), 2021; Fernandes et al., 2013). Regelmäßiges und langfristig betriebenes körperliches Training ist vielfach die einzige Maßnahme, die dabei als starke Empfehlung herausgestellt wird. Werden dabei Präferenzen der Patientinnen berücksichtigt, die Therapie individualisiert und der Zugang zu den Trainingsprogrammen vereinfacht, steigert dies nachweislich die Effektivität (Skou & Roos, 2019). In der Versorgungspraxis wird deren Potenzial jedoch häufig nicht ausgeschöpft. Es fehlen flächendeckend verfügbare Angebote, und die Qualität aktueller Programme könnte weiter verbessert werden, insbesondere für ältere Menschen mit Arthrose und weiteren Begleiterkrankungen sowie mit Blick auf die häusliche Trainingsadhärenz und Sicherung der dauerhaften Verhaltensumstellung. Welche Rolle spielt die Physiotherapie bei der Versorgung von Menschen mit Arthrose? Physiotherapie umfasst u.a. Bewegungstherapie, Edukation, sowie die Verbesserung des Selbstmanagements. Daher kommt der Profession Physiotherapie große Bedeutung zu, da durch Physiotherapeutinnen die „die Behandlung erster Wahl“ zur Versorgung von Menschen mit Hüft- und Kniearthrose durchgeführt werden kann. Welche neuen Programme und Konzepte gibt es bei der Versorgung von Menschen mit Arthrose? National und international wurden bereits einige Programme und Konzepte entwickelt und in Teilen evaluiert. Kernkomponenten dieser Programme sind immer die Bewegungstherapie und die Edukation der Patient*innen. Weiterhin wurden teilweise auch digitale Komponenten (z.B. in Form einer App) integriert. Vorstellung des SmArt-E-Projektes Es handelt sich um ein Innovationsfondsprojekt, welches durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) gefördert wird. Das Ziel von SmArt-E besteht in der Evaluation der (Kosten-) Effektivität und Umsetzbarkeit eines digital begleiteten Trainings- und Edukationsprogramms im Vergleich zur Regelversorgung. Die zwölfmonatige Intervention gliedert sich in eine Präsenz- und eine Distanzphase. Die Teilnehmenden trainieren und lernen zunächst physiotherapeutisch angeleitet in einer Kleingruppe oder in Einzelterminen und führen dies später mit Hilfe einer App und ausschleichender physiotherapeutischer Begleitung selbständig fort. Methodisch wird SmArt-E als multizentrische, zweiarmige, randomisierte, kontrollierte Studie (RCT) mit einer angestrebten Anzahl von 330 Teilnehmenden durchgeführt. Um Erkenntnisse zur Umsetzbarkeit im Versorgungsalltag zu erhalten, werden begleitend die mit der Einführung und Umsetzung verbundenen Prozesse evaluiert. Konsortium und Kooperationspartner Konsortialführung • Hochschule für Gesundheit Bochum, Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften, Studienbereich Physiotherapie. Prof. Dr. Dirk Peschke, Prof. Dr. Christian Grüneberg, Prof. Dr. Christian Thiel, Dr. Carsten Müller, Franziska Weber (1. Studienzentrum) Konsortial- und Kooperationspartner • Brandenburgische Technische Universität Cottbus – Senftenberg, Fakultät 4 – Institut für Gesundheit, Fachgebiet Therapiewissenschaft I. Prof. Dr. Christian Kopkow, Carolin Bahns (2. Studienzentrum) • Universitätsklinikum Tübingen: Medizinische Klinik, Abteilung Sportmedizin, AG Trainingswissenschaft und Biomechanik. Prof. Dr. Inga Krauß, Valerie Dieter (3. Studienzentrum) • IFK e.V. - Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten. Sandra Collisi, Dr. Björn Pfadenhauer • Charité – Universitätsmedizin Berlin: Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft, Bereich Alternsforschung. Prof. Dr. Paul Gellert, Francesca Färber • Universität Bremen: Kompetenzzentrum für Klinische Studien, KKSB. Prof. Dr. Werner Brannath, Dr. Stephan Kloep • Universität Bremen: SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Abteilung Gesundheit, Pflege, Alterssicherung. Prof. Dr. Heinz Rothgang, Dr. Freya Diederich • Ruhr Universität Bochum: Abteilung für Allgemeinmedizin. Prof. Dr. Horst Christian Vollmar, Prof. Dr. Ina Otte, Prof. Dr. Peter Rasche, Jennifer Bosompem • Techniker Krankenkasse: Anja Wadeck, Hannes Böbinger • University Medical Center Utrecht, Brain Center Rudolf Magnus, Department of Rehabilitation, Physiotherapy Sciences and Sports; University of Applied Sciences Utrecht, Expertise Center Innovation of Care, Research Group Innovation of Mobility Care. Prof. Dr. Cindy Veenhof und Dr. Corelien Kloek • Health Train (Niederlande). Jelle Jouwsma, Marijn Scholtus Intervention Die Interventionsgruppe erhält ein Trainings- und Edukationsprogramm über zwölf Monate basierend auf der evaluierten e-Exercise Intervention aus den Niederlanden, die Kontrollgruppe die Regelversorgung. Die Intervention umfasst eine sechswöchige physiotherapeutische Gruppen- oder Einzelbehandlung bestehend aus Training (orientiert an NEMEX) und Edukation. Bereits während dieser Präsenzphase wird in ein Smartphone-assistiertes Programm eingeführt, welches über den gesamten Zeitraum fortgeführt wird, ergänzt durch 2-3 physiotherapeutische Behandlungen nach 25 Wochen (Refresher). An der Studie teilnehmende Physiotherapeutinnen werden standardisiert geschult und erhalten manualisierte Materialien zur Nutzung für die Therapie. Eine nachhaltige Verhaltensänderung der Teilnehmenden fördert die App, indem Zielsetzung, Handlungsplanung und Monitoring des Verhaltens unterstützt und audiovisuelle Kontakte mit Physiotherapeutinnen ermöglicht werden. App und Refresher sollen damit in besonderem Maße die regelmäßige Umsetzung des Trainings und die Steigerung der Alltagsaktivität erleichtern. Primäre Zielmessgrößen sind Schmerz (numerische Ratingskala) und körperliche Funktionsfähigkeit (Hip Disability and Osteoarthritis Outcome Score, Knee Injury and Osteoarthritis Outcome Score), die zu drei Messzeitpunkten erfasst werden. Ausblick: Nach positiver Evaluation kann SmArt-E in der Regelversorgung angeboten werden. Die Nachhaltigkeit soll insbesondere durch die Unterstützung von Verhaltensänderungen auch app-basiert über audiovisuellen Kontakt mit den Physiotherapeut*innen erreicht werden. Zudem unterstützt die App dabei, erlernte Trainings- und Edukationsinhalte zu wiederholen und zu vertiefen. Die SmArt-E-Studie startet im Oktober 2022. Dafür suchen wir noch interessierte Patient*innen mit Hüft- oder Kniearthrose, die bereit wären, daran teilzunehmen. Weitere Informationen finden Sie über folgende Seite https://www.hs-gesundheit.de/forschung/aktuelle-projekte/smart-e Eine Kontaktaufnahme ist auch via E-Mail über franziska.weber@hs-gesundheit.de oder carsten.mueller@hs-gesundheit.de möglich. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Projektseite des GBA: https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/neue-versorgungsformen/smart-e-smartphone-assistiertes-arthrosetraining-mit-edukation.423 Literatur Bannuru, R. R., Osani, M. C., Vaysbrot, E. E., Arden, N. K., Bennell, K., Bierma-Zeinstra, S. M. A., . . . McAlindon, T. E. (2019). OARSI guidelines for the non-surgical management of knee, hip, and polyarticular osteoarthritis. Osteoarthritis Cartilage, 27(11), 1578-1589. doi:10.1016/j.joca.2019.06.011 Cross, M., Smith, E., Hoy, D., Nolte, S., Ackerman, I., Fransen, M., . . . March, L. (2014). The global burden of hip and knee osteoarthritis: estimates from the Global Burden of Disease 2010 study. Annals of the Rheumatic Diseases, 73(7), 1323-1330. doi:10.1136/annrheumdis-2013-204763 Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). (2020). AWMF Leitlinie Gonarthrose. Retrieved from https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/033-004l_S2k_Gonarthrose_2018-01_1-verlaengert.pdf Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU). (2021). Evidenz- und konsensbasierte Indikationskriterien zur Hüfttotalendoprothese bei Coxarthrose (EKIT-Hüfte). Version 1.0 (24.03.2021). Retrieved from https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/187-001.html Fernandes, L., Hagen, K. B., Bijlsma, J. W., Andreassen, O., Christensen, P., Conaghan, P. G., . . . Vliet Vlieland, T. P. (2013). EULAR recommendations for the non-pharmacological core management of hip and knee osteoarthritis. Ann Rheum Dis, 72(7), 1125-1135. doi:10.1136/annrheumdis-2012-202745 Guthold, R., Stevens, G. A., Riley, L. M., & Bull, F. C. (2018). Worldwide trends in insufficient physical activity from 2001 to 2016: a pooled analysis of 358 population-based surveys with 1.9 million participants. Lancet Glob Health, 6(10), e1077-e1086. doi:10.1016/S2214-109X(18)30357-7 Schienkiewitz, A., Mensink, G. B. M., Kuhnert, R., & Lange, C. (2017). Overweight and obesity among adults in Germany. Journal of Health Monitoring, 2(2), 8. doi:10.17886/RKI-GBE-2017-038 Skou, S. T., & Roos, E. M. (2019). Physical therapy for patients with knee and hip osteoarthritis: supervised, active treatment is current best practice. Clinical and Experimental Rheumatology, 37(5), 112-117. Retrieved from ://WOS:000490155700015 Vina, E. R., & Kwoh, C. K. (2018). Epidemiology of osteoarthritis: literature update. Current Opinion in Rheumatology, 30(2), 160-167. doi:10.1097/BOR.0000000000000479
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Sep 6, 2022 • 1h 20min

Stem cell therapy - Dr. Deepak Vangala (english) * Hämatoonkologie

An introduction to stem cell transplantation, their indications, side effects and CAR-T therapy In this Klinisch Relevant podcast episode in English, moderator Laura Reynolds speaks with Dr. med. Deepak Vangala, a practicing consultant in internal medicine and haematology/medical oncology in Germany. In this engaging conversation, Deepak talks about stem cell transplants, explaining the difference between autologous and allogeneic, their indications, potential side effects and the patient journey. He also discusses CAR-T therapy, an exciting therapy in this field. He also touches on psychological aspects for patients as well as the team looking after them. Deepak has a great ability to explain these concepts in a simple yet engaging way and will definitely leave you with a deeper understanding of this topic! If you are interested in reading more on this topic, here are some sources of further reading (German language). Stem Cell Therapy: LEITLINIEN zur autologen Stammzelltransplantation von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Hämatopoetische Stammzelltransplantation und Zelluläre Therapie e. V. (DAG-HSZT) LEITLINIEN zur allogenen Stammzelltransplantation von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Hämatopoetische Stammzelltransplantation und Zelluläre Therapie e. V. (DAG-HSZT) Allogene Stammzelltransplantation [Deutsche Gesellschaft für Haematologie und medizinische Onkologie, Östereichische Gesellschaft für Haematologie und medizinische Onkologie, Schweizerische Gesellschaft für Haematologie, Schweizerische Gesellschaft für medizinische Onkologie] CAR-T Therapy: CAR-T Zellen: Management von Nebenwirkungen — Onkopedia June 2020 o https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/car-t-zellen-management-von-nebenwirkungen/@@guideline/html/index.html o Deutsche Gesellschaft für Haematologie und medizinische Onkologie, Östereichische Gesellschaft für Haematologie und medizinische Onkologie, Schweizerische Gesellschaft für Haematologie, Schweizerische Gesellschaft für medizinische Onkologie o Gives a good overview of the MOA of the potential side effects of CAR-T therapy and its management. Has nice graphics and treatment flowcharts. CAR-T-Zell-Therapie: Aussichten und Risiken (aerzteblatt.de) 2018 Dtsch Arztebl 2018; 115(7): [38]; DOI: 10.3238/PersOnko.2018.02.16.07, Buchholz, Christian J.; Hartmann, Jessica; Schüßler-Lenz, Martina; Keller-Stanislawski, Brigitte CAR-T-Zelltherapie – neue Behandlungsmöglichkeiten der Immunonkologie (journalonko.de) March 2021 Nice for an introduction to this theme. CAR-T-Zell-Therapie: Antworten auf wichtige Fragen | DKG (krebsgesellschaft.de) o Nice for an introduction to this theme. Goes through in a Q and A format and also videos. o https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/non-hodgkin-lymphome/car-t-zell-therapie-wichtige-fragen-antworten.html#:~:text=Die%20CAR%2DT%2DZell%2D,Hodgkin%2DLymphome%20(NHL). Wenn Du Dein Medical English aufpolieren möchtest empfehlen wir Dir den Live-online Kurs von Laura Reynolds am 10.09.2022 von 9 Uhr bis 16.15 Uhr, CME-zertifiziert von der Ärztekammer Schleswig-Holstein

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