

Holger ruft an
Übermedien
Der Übermedien-Podcast, in dem Host Holger Klein jede Woche mit wechselnden Gästen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe spricht.
Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik und berichtet seit 2016 über Medien: unabhängig, werbefrei und finanziert ausschließlich durch unsere Community.
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Jul 18, 2024 • 22min
Holger ruft an ... wegen Ralf Schumacher
Ist ein Coming Out noch eine Nachricht – oder sind wir schon weiter?
Ralf Schumacher hat eine neue Liebe. Das machte der ehemalige Rennfahrer am vergangenen Wochenende bei Instagram öffentlich. Und weil diese neue Liebe ein Mann ist, waren die Reaktionen vor allem auf eines fokussiert: das Coming-out von Ralf Schumacher als homosexueller oder bisexueller Mann.
Aber ist das eigentlich eine Nachricht jenseits von Promiklatsch? Schließlich sollte es doch heutzutage ganz egal sein, wer wen liebt. Darüber spricht Holger Klein diese Woche mit Bettina Böttinger. Die bekannte WDR-Moderatorin und Produzentin ist selbst lesbisch und setzt sich seit langem für die Sichtbarkeit von queeren Menschen ein.
Böttinger sagt: „Es gehört immer noch ein Funken Mut dazu, aus einer gesicherten gesellschaftlichen Position heraus plötzlich ein Coming-out zu verkünden.“ In diesem Fall wohl auch, weil Ralf Schumacher in einer Sportart berühmt geworden ist, die extrem männlich besetzt ist, der Formel 1.
Wie blickt Böttinger auf den öffentlichen Umgang mit Coming-outs? Wie war das in den 90er Jahren, als ihre Homosexualität öffentlich wurde? Welche Sorgen macht sie sich angesichts des Rechtsrucks in der Gesellschaft? Und wo hat Bettina Böttinger eigentlich den Ehering von Jens Spahn versteckt?
**Links:
**WDR-Podcast "Wohnung 17"
Instagram-Profil von Ralf Schumacher
Bettina Böttinger bezichtigt Harald Schmidt der Homophobie (queer.de)
Post von Dietmar Bartsch (Die Linke) zum Coming Out von Ralf Schumacher

Jul 11, 2024 • 19min
Holger ruft an ... wegen Wahlen in Frankreich
Schreiben deutsche Medien die Wahlergebnisse in Frankreich schön?
Der Rechtsruck sei erfolgreich verhindert worden: Mit diesem Tenor haben viele deutsche Medien über die Parlamentsneuwahlen in Frankreich berichtet. Dabei hat der rechtsextreme Rassemblement National am vergangenen Wochenende die meisten Stimmen geholt, die Partei erzielte ein besseres Ergebnis als jemals zuvor bei Parlamentswahlen. Dass trotzdem ein linkes Wahlbündnis gewonnen hat, liegt am französischen Mehrheitswahlrecht, das sich vom deutschen System stark unterscheidet.
In deutschen Berichten zur Wahl müsste dieser Unterschied eigentlich immer kurz erklärt werden, sagt Kathrin Müller-Lancé, Politikredakteurin bei der „Süddeutschen Zeitung“. Journalisten sollten eher vorsichtig erleichtert sein. Falsch sei es auch zu behaupten, dass Frankreich an den radikal linken Politiker Jean-Luc Mélenchon gegangen sei, schließlich säßen in dessen Linksbündnis auch noch andere Parteien. Dass Mélenchon Premierminister werde, sei noch nicht ausgemacht.
Was ist dran an dem „verhinderten Rechtsruck“ in Frankreich? Wie entscheidet Kathrin Müller-Lancé, ob sie eine Partei als links- oder rechtsextrem labelt? Und welche Themen fehlen generell in der deutschen Berichterstattung über unser Nachbarland? Darüber spricht die SZ-Redakteurin in einer neuen Folge von „Holger ruft an…“ – und sie erzählt auch, welche Klischees über Frankreich ihr in deutschen Medien immer wieder begegnen.
Links:
Überblick über die Wahlergebnisse in Frankreich ("Süddeutsche Zeitung")
Wer hat wen gewählt? ("Süddeutsche Zeitung")
Wahl in Frankreich - Links gewinnt, aber wer regiert? (Deutschlandfunk)
FAQ: Was man zu den Neuwahlen in Frankreich wissen muss (RND)
Was wird nun aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Frankreich? (Übermedien-Podcast vom 17. Juni 2022)

Jul 3, 2024 • 21min
Holger ruft an ... wegen Journalisten in Gaza
Was wissen wir über die mehr als 100 getöteten Journalisten in Gaza?
Warum sterben im Gazakrieg so viele palästinensische Journalist:innen? Ein internationales Rechercheteam aus einem Dutzend Medienhäusern hat dazu in den vergangenen Monaten recherchiert, mit Zeug:innen und Fachleuten gesprochen und Satellitenbilder ausgewertet. Auch Journalist:innen aus Israel, dem Gaza-Streifen und arabischen Ländern waren an dem Projekt beteiligt.
Laut Reporter ohne Grenzen sind seit vergangenem Oktober 129 Medienschaffende in und um Gaza getötet worden, die meisten durch israelisches Bombardement (Stand: 19. Juni). In 30 Fällen ist belegt, dass ihr Tod mit ihrer journalistischen Arbeit zusammenhing. Die konkreten Umstände sind oft unklar, weil internationale Korrespondent:innen kaum Zugang zum Kriegsgebiet haben.
"Wir sehen schon, dass das israelische Militär bei seinem Vorgehen im Gaza-Streifen den Tod von Journalisten mindestens in Kauf nimmt", sagt der Investigativjournalist Frederik Obermaier von "Paper Trail Media", der an den Recherchen beteiligt war. "Einige Äußerungen von Militärsprechern kann man auch so interpretieren, dass sie auch direkt darauf abzielen." In mehreren Fällen seien Journalist:innen getötet worden, obwohl sie deutlich sichtbar blaue Pressewesten getragen hätten. Andererseits verweise das israelische Militär auf mehrere Fälle, bei denen Hamas-Kämpfer diese Westen genutzt hätten.
Waren unter den getöteten Medienschaffenden auch Propagandist:innen der Hamas? Welche Journalist:innen arbeiten überhaupt noch im Kriegsgebiet? Und wie groß ist die Chance, dass die Todesfälle nach dem Ende des Krieges aufgeklärt werden? Darüber spricht Holger Klein mit Frederik Obermaier in einer neuen Folge von „Holger ruft an…“:
Links:
Aufzählungs-TextSie berichten aus der Todeszone – viele kostet das ihr Leben ("Spiegel")
Aufzählungs-TextReporter im Fadenkreuz (Paper Trail Media)
Aufzählungs-TextHow Forbidden Stories investigated the killing of nearly 100 journalists in Gaza (Forbidden Stories)
Aufzählungs-TextGreift Israel gezielt Journalisten an? (FAZ)
Aufzählungs-TextFAQ zur Situation der Medien im Gazastreifen von Reporter ohne Grenzen

Jun 26, 2024 • 17min
Holger ruft an ... wegen Einfacher Sprache
Wie gut gemacht ist die neue „Tagesschau“ in Einfacher Sprache?
„Der Bundeskanzler ist der Chef von der Regierung. Der Bundeskanzler heißt Scholz. Scholz hat über die Lage von der Wirtschaft geredet. Jetzt kommen Bilder von der Rede.“
So klingt es, wenn die Moderatorin einen Beitrag in der neuen „Tagesschau“ in Einfacher Sprache anmoderiert. Seit Anfang Juni gibt es das Angebot, das sich laut NDR an Menschen mit Hör-, Lese- und Lernschwäche sowie an Personen, die Deutsch lernen, richtet. Die Sendung läuft Montag bis Freitag um 19 Uhr auf "Tagesschau 24" sowie auf tagesschau.de .
Doch ist die barrierefreie Nachrichtensendung auch gut gemacht? Darüber spricht Holger Klein diese Woche mit Andrea Halbritter, Germanistin und Übersetzerin für Leichte und Einfache Sprache. Sie findet es grundsätzlich gut, dass es das Angebot regelmäßig gibt, sieht aber auch Verbesserungspotenzial. So kämen manche der vorgetragenen Nachrichten zu spät auf den Punkt, bei einigen Meldungen würden Begriffe umbenannt, obwohl das nicht nötig sei. Zum Beispiel, dass der Finanzminister auf einmal „Minister für Geld“ heißt. Halbritter wundert sich auch darüber, dass die Sendung „Tagesschau in Einfacher Sprache“ heißt, es sich aus ihrer Sicht aber um Leichte Sprache handelt.
Was ist der Unterschied zwischen Leichter und Einfacher Sprache? Welche ersten Reaktionen hat Andrea Halbritter von Personen aus der Zielgruppe mitbekommen? Und kann man jede komplexe Nachricht vereinfachen? Oder besteht dann Gefahr, etwas zu verfälschen? Darum geht es in der neuen Podcastfolge „Holger ruft an…“.
Links:
"Fränkischer-Tag"-Autor macht sich über die neue "Tagesschau" in Einfacher Sprache lustig
Wie gut ist die "Tagesschau" in Einfacher Sprache – Blogbeitrag von Andrea Halbritter
"Tagesschau" in Einfacher Sprache
"Nachrichtenleicht" (Deutschlandfunk)

Jun 20, 2024 • 29min
Holger ruft an ... wegen der "WaPo"
Worum geht es beim Skandal der „Washington Post“?
Aufruhr bei der „Washington Post“: Chefredakteurin Sally Buzbee ist zurückgetreten, nachdem CEO William Lewis offenbar versucht hat, kritische Berichterstattung über sich selbst zu verhindern. Es ging in der Geschichte um seine Rolle beim Abhörskandal der britischen Zeitung „News Of The World“, bei der Lewis, selbst Brite, Manager war.
Dass Medien in den USA kritisch mit sich selbst umgehen, ist in vielen Häusern Teil ihrer Kultur. Auch die „Washington Post“ sei sehr stolz darauf, kritisch auf die eigenen Prozesse zu blicken, erklärt Christian Fahrenbach, der als freier Journalist in New York lebt. Nicht nur deshalb gilt der Versuch von Lewis, eine Geschichte in der eigenen Zeitung auszubremsen, als skandalös. Es geht dabei auch um unterschiedliche Auffassungen von journalistischer Ethik: US-Reporter, für die sehr strenge Regeln gelten, haben ein Problem mit den teilweise fraglichen Methoden ihrer britischen Kollegen. Hinzu kommt: William Lewis hat einen Landsmann zum neuen Leiter der „News Division“ bei der „WaPo“ ernannt, dem unlautere Recherche-Methoden vorgeworfen werden.
Was ist das für eine – wie Fahrenbach es nennt – „Daily Soap“? Was erfährt man dabei über Journalismus und Medienkritik in den USA? Und was macht eigentlich Amazon-Milliardär und „WaPo“-Eigentümer Jeff Bezos in dieser Situation? Darüber sprechen Holger Klein und Christian Fahrenbach diese Woche im Übermedien-Podcast.
Links:
Bericht der "New York Times" über den Streit bei der "Washington Post"
Skandal bei der "Washington Post" – Eine Zeitung in Dunkelheit ("Süddeutsche Zeitung")
"Zunehmend unhaltbar" – CNN über "Washington Post"-CEO Lewis
"Poynter"
"Semafor"
"Nieman Lab"

Jun 10, 2024 • 22min
Holger ruft an ... wegen Wahlberichterstattung
Der Wahlforscher Thorsten Faas kritisiert die Berichterstattung zur Europawahl, da zu sehr Bundespolitik im Fokus stand. Er betont die Probleme mit Zahleninterpretationen und Vergleichen. Diskussion über Medienberichterstattung im Ausland und den Umgang mit der AfD. Komplexität des Wahlverhaltens junger Menschen und Einfluss von Technik werden beleuchtet.

Jun 7, 2024 • 23min
Holger ruft an ... wegen Wahlwerbung
Warum läuft auf öffentlich-rechtlichen Sendern Parteiwerbung?
Die Partei „Die Heimat“ (früher NPD) hetzt in einem animierten Clip gegen Migranten, die über das Mittelmeer flüchten. Die „Partei für schulmedizinische Verjüngungsforschung“ lässt in einem Schwarz-Weiß-Film den Sensenmann auftreten und behauptet, der „altersbedingte Tod“ sei technisch lösbar. All das lief in den vergangenen Wochen im Zuge des Europawahlkampfs auch auf öffentlich-rechtlichen Sendern.
Warum müssen die Sender den Parteien für so etwas kostenlose Sendeplätze bieten? Wo ist das geregelt? Können sie die Ausstrahlung bestimmter Inhalte verweigern? Und wie wird eigentlich festgelegt, welche Partei wie viele Sendeplätze bekommt?
Darüber sprechen Holger Klein und der Medienjournalist Stefan Fries in dieser Woche vor der Europawahl im Übermedien-Podcast. Fries, der auch für den Deutschlandfunk arbeitet, hat 2005 seine Magisterarbeit über Wahlwerbespots im Hörfunk geschrieben.
An den rechtlichen und politischen Bedingungen hat sich seitdem kaum etwas verändert. Obwohl der Wahlkampf mittlerweile auch im Internet und sozialen Medien geführt wird, seien Fernsehen und Radio als Werbeplätze noch bedeutend, weil sie immer noch viel konsumiert würden, so Fries. „Gerade die vielen kleineren Parteien haben eine Chance, eine Reichweite zu bekommen, die sie sonst nicht hätten.“
Links:
Leitfaden der Medienanstalten zu den Wahlsendezeiten für politische Parteien im bundesweit ausgerichteten privaten Rundfunk
HR muss Wahlwerbung der "Partei" senden ("Frankfurter Rundschau")
Warum das ZDF Wahlwerbungen von Parteien sendet

May 29, 2024 • 29min
Holger ruft an ... wegen des Sylt-Videos
Dürfen Medien Leute, die Nazi-Parolen singen, an den Pranger stellen?
Seit einer Woche herrscht große öffentliche Empörung über ein Video aus einem Sylter Club – es ist inzwischen weltweit bekannt: Eine Gruppe junger Menschen skandiert zu dem Pop-Song „L’amour toujours“ die Nazi-Parole „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!“ Ein Mann deutet dabei einen Hitlergruß an und imitiert mit zwei Fingern über der Lippe einen Hitlerbart.
Das Video tauchte zunächst bei Twitter auf, wenig später war es überall, meistens unverpixelt. Beim WDR etwa waren die Gesichter der Personen zu erkennen, auch "Bild" zeigte die "Sylt-Schnösel" oder "Nazi-Schnösel", wie sie sie nannte, immer wieder. Dutzende Meldungen veröffentlichte das Blatt zu dem Vorfall in dieser Woche. Und machte noch mehr über die Leute publik: ihre Vornamen und Arbeitgeber etwa – und andere private Details.
Ist das in Ordnung? Dürfen Medien Menschen, die so eine Parole öffentlich skandieren, dann auch öffentlich vorführen? Wo verlaufen die Grenzen? Und können die Betroffenen womöglich Persönlichkeitsrechte geltend machen, also juristisch gegen Medien vorgehen?
Der Frankfurter Medienrechtsanwalt Felix Damm hält viele der Veröffentlichungen über den Fall für „gravierend rechtsverletzend“. Im Übermedien-Podcast sagt er: „Wir haben hier eine Berichterstattung, die aus meiner Sicht offenkundig darum bemüht ist, die Betroffenen an den Pranger zu stellen."
Hinzu komme, dass kein Zweifel daran gelassen werde, dass die erhobenen Vorwürfe ausgemachte Sache seien. Dass man sehe, dass im Video gesungen wird, rechtfertige nicht „die Frage, ob das Singen dieser Parole Volksverhetzung ist, ob andere Straftatbestände im Raum stehen”. Die "Bild"-Zeitung aber lasse zum Beispiel überhaupt keinen Zweifel daran, dass hier auch strafrechtlich relevantes Verhalten vorliege.
Damm hält es für "total abwegig", dass Ermittlungen das bestätigen würden, zumindest, was das Singen der Parole angeht. Klar ist für ihn: die „Entgleisungen“ der Sylter Partygäste seien von „hoher gesellschaftlicher Relevanz“. Aber für die Berichterstattung sei es „unerheblich, wie die Betroffenen aussehen, was sie studieren, woher sie kommen“. Die personenbezogene Berichterstattung von „Bild“ verhindere sogar, dass über die eigentlichen Probleme geschrieben werde: über Rassismus und Ausländerfeindlichkeit.
**Links:
**Öffentliches Interesse oder Prangerwirkung? - Müssen die Personen auf dem "Sylt-Video" verpixelt werden? (Beitrag bei "Legal Tribune Online")
Werden die Rechte der Personen aus dem Sylt-Video verletzt? (FAZ)
Auf der falschen Fährte – Kommentar von Angela Gruber im "Spiegel"
Ein Video und seine Folgen: Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen im DLF-Interview

May 23, 2024 • 31min
Holger ruft an ... wegen Plagiatsvorwürfen
Was haben wir aus dem Fall Föderl-Schmid gelernt?
Alexandra Föderl-Schmid, die Vize-Chefin der „Süddeutschen Zeitung“, schreibe von anderen ab, ohne die Quellen zu nennen: Mit diesem Vorwurf trat das Branchenmagazin „Medieninsider“ im Dezember 2023 eine aufgeregte Debatte los. Vor allem Julian Reichelts Krawall-Portal „Nius“, das nach der „Medieninsider“-Recherche einen sogenannten Plagiatsjäger mit der Durchsicht von Föderl-Schmids Doktorarbeit beauftragte, schürte viel Hass gegen die Journalistin – mit drastischen Konsequenzen für sie persönlich.
Um die Vorwürfe gegen Föderl-Schmid aufzuarbeiten, hatte die „Süddeutsche Zeitung“ Anfang des Jahres ein externes Gutachten beauftragt, das vergangene Woche vorgestellt wurde. Die Kommission kam zu dem Schluss, "dass Föderl-Schmid für ihre Artikel stellenweise auf Nachrichtenagenturen, quasi-amtliche Quellen und Archivmaterial zurückgegriffen hat, ohne dies auszuweisen." Es gebe keine Hinweise darauf, dass sie "methodisch die journalistische Leistung von anderen in einer Weise kopiert hätte, ohne die ihre eigenen Texte keine Gültigkeit gehabt hätten", heißt es in dem Bericht.
Holger Klein ruft diese Woche bei Übermedien-Gründer **Stefan Niggemeier **an, der darüber spricht, wie er den Kommissionsbericht gelesen hat und was Medien aus dem Fall lernen können.
Wie konnte sich die Geschichte zu einem solchen Skandal ausweiten? Was kann man Föderl-Schmid vorwerfen – und was nicht? Kann man in ihrem Fall eigentlich von "Plagiaten" sprechen? Und warum hat Übermedien nicht berichtet, obwohl wir von den Vorwürfen gegen die SZ-Vize-Chefin wussten? Darüber sprechen Holger Klein und Stefan Niggemeier diese Woche.
Links:
Die Legende von der Schmutzkampagne der SZ gegen Alice Weidel
"Nius" produziert nicht Journalismus, sondern Wut – ohne Rücksicht auf Verluste
Schreibt die Vize-Chefredakteurin der SZ ohne Kennzeichnung ab? (Recherche von "Medieninsider", €)
Kommissionsbericht zur Aufarbeitung der gegen Alexandra Föderl-Schmid erhobenen Vorwürfe

May 17, 2024 • 14min
Holger ruft an .... wegen Hintergrundgesprächen
Worum geht es in „vertraulichen Runden“ von Politik und Medien wirklich?
In Ministerien und Bundesbehörden sind Hintergrundgespräche mit ausgewählten Medien Usus. Der "Tagesspiegel"-Journalist Jost Müller-Neuhof sieht das kritisch, weil weder transparent ist, wer eingeladen wird, noch, worüber genau gesprochen wird – obwohl das, was besprochen wird, oft nicht wirklich vertraulich ist. Im Gegenteil, erklärt Müller-Neuhof im Übermedien-Podcast:
"Wir wissen alle, dass diese vertraulichen Gespräche auch darauf angelegt sind, dass die Öffentlichkeit hintenrum doch irgendwie informiert werden soll. Es soll nur nicht so aussehen, als sei es die Bundesregierung oder ein Vertreter der Bundesregierung oder irgendein anderer behördlicher Akteur aus einer Regierungsstelle, der diese Informationen verteilt. Es soll so aussehen, als sei das ein Recherche-Ergebnis von Journalistinnen und Journalisten."
Dieses "Geschäft" helfe beiden Seiten, so Müller-Neuhof: Journalisten könnten sagen, sie hätten etwas enthüllt oder als erste berichtet. Und die Politik nutze die Glaubwürdigkeit der Journalisten, um gezielt Information in die Öffentlichkeit zu bringen, ohne selbst als Urheber zu erscheinen.
Werden Journalisten hier instrumentalisiert? Was ist über die Hintergrundgespräche überhaupt bekannt? Wer ist dabei? Und welche Rolle spielt eigentlich Kanzerlamtschef Wolfgang Schmidt, der laut Bericht des "Tagesspiegels" seit kurzem nicht mehr zu solchen Runden einlädt?
Links:
Keine verschwiegenen Runden mehr im Kanzleramt: Scholz-Vertrauter stoppt Treffen mit Journalisten ("Tagesspiegel")
Welche Medien informiert der BND?: Der Geheimdienst hat ein Geheimnis weniger ("Tagesspiegel")
ZDF-Magazin zur "Cum-Ex"-Steueraffäre und Wolfgang Schmidt


