

Wohlstand für Alle
Ole Nymoen, Wolfgang M. Schmitt
Wir, Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt, sprechen wöchentlich über Geld. Jeden Mittwoch behandeln wir in "Wohlstand für Alle" ein Wirtschaftsthema und werfen dabei einen anderen Blick auf ökonomische Zusammenhänge.
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Feb 9, 2022 • 36min
Ep. 131: Schönes neues Metaverse?
Wohlstand für Alle
Ist das Metaverse wirklich the next big thing? Jedenfalls sind viele Investoren und Unternehmer seit einer Weile vom Hype um ein neues Internet ergriffen. Mark Zuckerberg benannte im vergangenen Herbst sein Unternehmen Facebook in Meta um, auch seine Mitbewerber wie Apple, Google und Amazon wollen sich einen Platz im Metaverse sichern.
Einen Vorgeschmack auf diese neue, hyper-kommerzialisierte Welt bietet das Spiel „Fortnite“, das mehr als 350 Millionen registrierte Nutzer zählt und für viele inzwischen ein place to be ist.
Wie genau das Metaverse aussehen wird, ist schwer zu sagen, doch sicher ist schon jetzt: Es droht eine deutliche Verschlechterung der digitalen Welt, die ohnehin schon stark von Konzernen dominiert wird. Smart Contracts und Kryptowährungen könnten einen ungeahnten Boom erleben, auch könnte sich der NFT-Hype durchsetzen, zudem hoffen schon jetzt manche Glücksritter auf digitale Bodenspekulationen.
Das Metaverse wird ein oligopolistisches Reich sein, in dem die Nutzer permanent zur Kasse gebeten werden. Die Ideologie des Besitzens könnte eine neue absurde Stufe erreichen.
Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“.
Literatur:
Matthew Ball: „The Metaverse: What It Is, Where to Find it, and Who Will Build It“, online verfügbar unter: https://www.matthewball.vc/all/themetaverse.
Matthew Ball: „Payments, Payment Rails, and Blockchains, and the Metaverse“, online verfügbar unter: https://www.matthewball.vc/all/metaversepayments.
Parag Khanna, Balaji S. Srinivasan: Great Protocol Politics, online verfügbar unter: https://foreignpolicy.com/2021/12/11/bitcoin-ethereum-cryptocurrency-web3-great-protocol-politics/.
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12 snips
Feb 2, 2022 • 28min
Ep. 130: Wie Aktienrückkäufe die Ungleichheit verschärfen
Wohlstand für Alle
2021 war für die meisten großen Unternehmen ein sehr erfolgreiches Börsenjahr. Obwohl die Aktien bereits nach 2020 recht hoch bewertet waren, konnten erneut Rekordkurse verzeichnet werden. Diverse Gründe gibt es dafür, einer ist gewiss der Trend zu Aktienrückkäufen.
Dabei kaufen Unternehmen ihre eigenen Aktien in hoher Stückzahl zurück, um so den Kurs nach oben zu treiben – und nicht selten auch, um Steuern zu sparen. Bis 1998 war diese Form der Transaktion in Deutschland verboten, inzwischen werden solche Rückkäufe auch in Deutschland immer beliebter. Mehr als 18 Milliarden Euro gaben allein die DAX-Konzerne im vergangenen Jahr für den Rückkauf ihrer eigenen Aktien aus.
Das ist jedoch wenig, wenn man einen Blick nach Amerika wirft: Tech-Konzerne wie Apple und Microsoft legen ständig neue Kaufprogramme in Milliardenhöhe auf. Dieses Geschäftsmodell, das nicht zuletzt Manager sehr reich macht, beruht auf dem Shareholder-Value-Prinzip und verschärft, wie Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ zeigen, auf Dauer die Ungleichheit.
Literatur:
William Lazonick, Mustafa Erdem Sakinç, Matt Hopkins: "Why Stock Buybacks Are Dangerous for the Economy", online verfügbar unter: https://hbr.org/2020/01/why-stock-buybacks-are-dangerous-for-the-economy.
Bernie Sanders, Chuck Schumer: "Limit Corporate Stock Buybacks", online verfügbar unter: https://www.nytimes.com/2019/02/03/opinion/chuck-schumer-bernie-sanders.html.
Ralf Schremper: Aktienrückkauf und Kapitalmarkt. Eine theoretische und empirische Analyse deutscher Aktienrückkaufprogramme, Peter Lang Verlag, online verfügbar unter: https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/26799.
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Jan 29, 2022 • 58min
Literatur #13: Michel Houellebecq – Vernichten
Wohlstand für Alle - Literatur
Michel Houellebecq meldet sich mit einem neuen Gesellschaftsroman zurück. „Vernichten“ ist mit 620 Seiten sein bislang umfangreichstes Werk. Der französische Skandalautor, dessen Provokationen oft missverstanden werden, schlägt darin einen etwas anderen Ton an. Keineswegs aber ist Houellebecq milde geworden, im Gegenteil: In gewisser Weise ist „Vernichten“ sein radikalster Roman.
Im Mittelpunkt steht Paul, der auf die 50 zugeht. Als Regierungsbeamter erlebt er das Wahljahr 2027 in Frankreich. Einmal mehr muss der rechte Kandidat verhindert werden, aber der Sieg für den liberal-konservativen, leicht populistischen Kandidaten ist so gut wie sicher, und auch sonst geht es der Grande Nation hervorragend. Wirtschaftlich ist alles in bester Ordnung, ja, erstmalig gelang es sogar der französischen Autoindustrie mit der deutschen gleichzuziehen.
Wären da bloß nicht die eigenartigen Geschehnisse und Drohungen im Netz, deren Urheber unbekannt sind. Zugleich erlebt Paul eine familiäre Tragödie, da sein Vater plötzlich ins Koma fällt und die Familie näher zusammenrücken muss. Und die Liebe, ist sie doch kein leerer Wahn?
In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über den sensationellen Roman von Michel Houllebecq.
Literatur:
Michel Houellebecq: Vernichten, Dumont.
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Jan 26, 2022 • 28min
Ep. 129: Mit Preiskontrollen gegen die Inflation?
Wohlstand für Alle
Die Debatte um die Inflation kann auch intelligent geführt werden: Blair Fix und Isabella M. Weber haben sich jüngst mit zwei Neubewertungen der Inflation hervorgetan.
Lange Zeit bestimmte die neoliberale Theorie von Milton Friedman die Diskussionen um Inflation. Folglich konzentrierte man sich auf die Höhe der Geldmenge und kritisierte die lockere Geldpolitik der Zentralbanken.
Fix zeigt, dass dies ein großer Irrtum war, denn betrachtet wird dabei gar nicht differenziert, wie die einzelnen Preise sich verhalten. So paradox es klingen mag: Es kann gleichzeitig zu inflationären wie deflationären Tendenzen kommen – während beispielsweise die Preise für Energie rasant steigen, stagnieren die Preise für Kleidung. Ausgeklammert wird häufig auch, wie sehr vor allem große Unternehmen ihre Marktmacht für die Durchsetzung höherer Preise nutzen. Weber schlägt nicht zuletzt deshalb Preiskontrollen vor, die es in der Vergangenheit immer wieder gegeben hat.
Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“.
Literatur:
Blair Fix: “The Truth About Inflation”, online verfügbar unter: https://economicsfromthetopdown.com/2021/11/24/the-truth-about-inflation/.
Isabella Weber: “Could strategic price controls help fight inflation?, in: The Guardian, online verfügbar unter: https://www.theguardian.com/business/commentisfree/2021/dec/29/inflation-price-controls-time-we-use-it.
Adam Tooze: "Chartbook #65: Inflation & Price Controls", online verfügbar unter:
https://adamtooze.substack.com/p/top-links-65-inflation-and-price.
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Jan 19, 2022 • 30min
Ep. 128: Chiemgauer und Bremer Roland - was sind Regionalwährungen?
Wohlstand für Alle
In einigen Regionen und Städten kann man nicht nur mit der jeweiligen Landeswährung bezahlen, sondern auch mit Regionalwährungen. So gibt es auf Sardinien den Sardex, la pêche in Paris, in Deutschland den Roland, Elbtaler oder Chiemgauer.
Es handelt sich dabei um Komplementärwährungen, deren Verwendung örtlich begrenzt ist. Dieses Geld ist also nicht völlig losgelöst vom Euro, sondern wird zusätzlich angeboten und soll den Regionen diverse Vorteile bringen. So sollen durch ihren Einsatz die regionale Wirtschaft und der Zusammenhalt gestärkt, die Infrastruktur und das soziale Miteinander verbessert werden.
Zurück geht die Idee des regionalen Geldes auf den bereits in Folge 120 vorgestellten Geldreformer Silvio Gesell und auf die in Folge 124 analysierten Zinskritiker. Nicht selten handelt es sich bei Regionalwährungen um Schwundgeld, das mit der Zeit an Wert verliert, damit niemand auf die Idee kommt, es für längere Zeit zu horten.
Zwar können die Regios auch in Euros umgetauscht werden, dann fällt jedoch meist eine Gebühr bzw. Strafzahlung an. Regionalgeld-Befürworter glauben, dass sie mit ihren Projekten die Globalisierung drosseln und die Macht der Zentralbanken einhegen können.
In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ widerlegen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt die Thesen und Prämissen der Regionalgeld-Anhänger.
Literatur:
Margrit Kennedy, Bernard A. Lietaer: Regionalwährungen. Neue Wege zu nachhaltigem Wohlstand, Riemann Verlag.
Markus Seidel, Christine Koller: Geld war gestern. Wie Bitcoin, Regionalgeld, Zeitbanken und Sharing Economy unser Leben verändern werden, FBV.
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Jan 15, 2022 • 51min
Spezial #22: Wie die Westpresse den Osten eroberte – Mandy Tröger im Gespräch
Wohlstand für Alle
In der DDR gab es offiziell keine Zensur, in Wahrheit aber steuerte die SED die Presse sowie deren Vertrieb. Nach dem Mauerfall im November 1989 war die Sehnsucht nach einer freien Presse unter Ostdeutschen groß: Nicht nur wünschten sich viele, nun endlich Publikationen aus dem Westen lesen zu können, damals entstanden auch 120 neue Zeitungen und Zeitschriften im Osten, deren Erfolg jedoch nur von kurzer Dauer war.
Auf den Pressefrühling folgte eine Landnahme durch vier deutsche Großverlage. Die Medienforscherin Mandy Tröger zeichnet im Interview nach, wie im Osten Wild-West-Stimmung herrschte und westdeutsche Verlage bewusst Grauzonen nutzten, um im Osten den Markt zu kontrollieren. Diese historische Episode ist auch ein Lehrstück über die sogenannte freie Marktwirtschaft.
Wolfgang M. Schmitt hat darüber mit Mandy Tröger im neuen „Wohlstand für Alle“-Spezial gesprochen.
Literatur:
Mandy Tröger: Pressefrühling und Profit. Wie westdeutsche Verlage 1989/1990 den Osten eroberten, Herbert von Halem Verlag.
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Jan 12, 2022 • 32min
Ep. 127: Hans-Werner Sinn und die Ketchup-Inflation
Wohlstand für Alle
Was wäre das Leben ohne seine Konstanten? Der ehemalige ifo-Chef Hans-Werner Sinn warnt selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder vor der Inflation und kritisiert erneut die EZB für die lockere Geldpolitik. Einmal mehr hat der sogenannte Top-Ökonom ein Buch vollgeschrieben.
Immerhin macht er es sich diesmal nicht ganz so einfach: Tatsächlich erleben wir derzeit, dass die Preise steigen, doch selbst Sinn muss einräumen, dass dies wohl nicht gänzlich auf das Konto der EZB gehen kann. Gerissene Lieferketten, Produktionsausfälle wegen Lockdowns, steigende Energiepreise – all das liegt nicht in Christine Lagardes Händen.
Dennoch spart Sinn auch in diesem Werk nicht mit Kritik an den Zentralbanken. Besonders irritierend wird es, wenn er, der jahrelang faktenfrei gegen den Mindestlohn argumentierte, nun die Armen vor der Inflation beschützen will. Auch sonst geht es mitunter wild in dem Buch zu, wenn Sinn zum Beispiel über die geheime Macht der Finanzmarktakteure auf die Presse sinniert.
Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“.
Literatur:
Hans-Werner Sinn: Die wundersame Geldvermehrung. Staatsverschuldung, Negativzinsen, Inflation, Herder.
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Jan 5, 2022 • 30min
Ep. 126: Ist Bitcoin ein Ponzi Scheme?
Wohlstand für Alle
Kryptowährungen haben Hochkonjunktur, dabei werden sie wegen ihrer hohen Volatilität niemals als Ersatzwährung fungieren können. Die Leitwährung, an der sich übrigens auch all die Bitcoin- und Ethereum-Anhänger orientieren, ist und bleibt der US-Dollar. Dennoch lässt sich derzeit mit Coins viel Geld machen, denn solange es genügend Menschen gibt, die an den Wert der Coins glauben, funktioniert das System tadellos.
Nicht zuletzt deshalb wird neuerdings diskutiert, ob der Bitcoin ein Ponzi Scheme ist. Benannt ist dieses betrügerische Konstrukt nach Charles Ponzi, einem Betrüger in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Konzept unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von einem Schneeballsystem: bei der Akquise der Kunden.
Beide Modelle eint jedoch, dass sie irrational und rational zugleich sein können. Irrational sind sie insofern, als sie niemals dauerhaft funktionieren können, denn sie bauen auf einer Illusion auf. Rational für ein solches Geschäftsmodell kann man sich jedoch entscheiden, wenn man glaubt, dass noch viele weitere Akteure auf die fixe Idee hereinfallen werden. So ist auch die Zukunft der Kryptowährungen auf Sand gebaut, aber der könnte möglicherweise noch eine Weile halten.
Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in einer neuen Folge von „Wohlstand für Alle“.
Literatur:
Mervin K. Lewys: Understanding Ponzi Schemes, Edward Elgar Pub.
Kaushik Basu: Ponzis : The Science and Mystique of a Class of Financial Frauds, online verfügbar unter: https://openknowledge.worldbank.org/handle/10986/19358.
Florian M. Kern: "Bitcoinhandel ist nichts für Sparkassen", online verfügbar unter: https://www.dezernatzukunft.org/bitcoinhandel-ist-nichts-fuer-sparkassen/.
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Dec 29, 2021 • 35min
Ep. 125: Erdoğan und die Lira-Krise
Wohlstand für Alle
Die Türkei steckt in einer tiefen Krise: Die Zinsen sind hoch, doch die Inflation ist noch viel höher – sie liegt derzeit bei 21 Prozent. Erhielt man Anfang des Jahres für 1 Dollar circa 7 Lira, so waren es elf Monate später 18 Lira für 1 Dollar. Erst vor wenigen Tagen ist der Wert der Währung zwar um 30 Prozent rasant wieder angestiegen, doch es ist fraglich, ob diese Entwicklung nachhaltig ist, denn Präsident Erdoğan hat die türkischen Sparer mit einem ungewöhnlichen Versprechen besänftigt.
Diese hatten zuvor immer stärker auf ausländische Währungen, vor allem auf US-Dollars, gesetzt. Um diese Dollarisierung zu stoppen, sollen jetzt die Banken einen Inflationsausgleich an die Sparer zahlen, finanziert vom türkischen Staat. Die Inflation ist damit freilich nicht besiegt. Außerdem hat die türkische Wirtschaft weitere Probleme: Neben der Korruption und unrentablen Bauprojekten ist es vor allem das Handelsbilanzdefizit, das zur Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation beiträgt. Erdoğan will, dass die Türkei weniger importiert und mehr exportiert. Das ist aber bislang kaum mehr als ein frommer Wunsch.
Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in einer neuen Folge von „Wohlstand für Alle“.
Literatur:
Ümit Akçay: "Die Krise der türkischen Wirtschaft und die Grenzen abhängiger Finanzialisierung", in: PROKLA, online verfügbar unter: https://www.prokla.de/index.php/PROKLA/article/view/1149.
Axel Gehring: "Das türkische Dilemma", online verfügbar unter: https://www.rosalux.de/news/id/45468.
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Dec 25, 2021 • 53min
Literatur #12: Charles Dickens - Der Weihnachtsabend (A Christmas Carol)
Wohlstand für Alle - Literatur
Charles Dickens ist der große Chronist des 19. Jahrhunderts in England. In umfangreichen Romanen wie „Große Erwartungen“ oder „Oliver Twist“ hat er die soziale Wirklichkeit in Literatur verwandelt. Oft sind seine Werke nicht ganz frei von Sentimentalität, wie auch seine berühmte Erzählung „Der Weihnachtsabend“ beweist.
Die Geschichte ist wohl auch jenen bekannt, die den Text nie gelesen haben: Der gierige und geizige Geschäftsmann Ebenezer Scrooge hat nur den Profit im Sinn, für Gefühle, Menschlichkeit und Familie ist in seinem Leben kein Platz. Selbst zu Weihnachten ist sein Herz weder von Kinderaugen noch von Bittstellern zu erweichen, bis ihm plötzlich Geister erscheinen, die ihn auf den rechten Weg führen wollen.
Scrooge wird durch die Konfrontation mit seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, seinen Fehltritten und Versäumnissen ein anderer, ein besserer Mensch. Dickens erzählt hier ein Märchen, das allzu leichtfertig über die Widersprüche des Kapitalismus hinweggeht.
In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über diesen überaus populären Weihnachtsklassiker.
Literatur:
Charles Dickens: Der Weihnachtsabend. Neu übersetzt von Eike Schönfeld, Insel Verlag.
Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Band 1, Karl Dietz Verlag Berlin.
Jacques Le Goff: Geld im Mittelalter, Klett-Cotta.
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