Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

Manuel Schmid & Stephan Jütte
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Apr 26, 2023 • 1h 2min

Kurt Krömer: «Du darfst nicht alles glauben, was du denkst» – oder: Welche Verletzlichkeit ist gesund?

Kurt Krömer (im «richtigen» Leben Alexander Bojcan) gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Komikern Deutschlands. In seiner Sendung «Chez Krömer» liess er im März 2021 eine Bombe platzen: Im Gespräch mit dem Komiker Thorsten Sträter stand er zum ersten Mal dazu, unter Depressionen zu leiden. Das Buch, das er wenig später zu diesem Thema veröffentlichte, wurde zum meistverkauften deutschsprachigen Sachbuch im Jahr 2022. Stephan und Manuel nehmen das biografische Zeugnis Krömers zum Anlass, über mediale Selbstoffenbarungen zu sprechen: Inwiefern ist es wichtig und gesund für unsere Gesellschaft, dass Menschen solche Bekenntnisse wagen und sich damit verletzlich machen – und wo besteht die Gefahr, dass Authentizität wiederum zu einer Währung wird, mit der man Aufmerksamkeit, Klicks und Geld gewinnt?
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Apr 19, 2023 • 1h 2min

John Strelecky: «Das Café am Rande der Welt» – oder: Wie finde ich den Sinn des Lebens?

John Streleckys Geschichte zum «Cafe am Rande der Welt» und die Nachfolgebücher halten sich seit Jahren hartnäckig in den internationalen Bestsellerlisten. Sie erzählt von einem gestressten Manager, der in einem abgelegenen amerikanischen Diner den Sinn des Lebens wieder findet – und sie macht den Lesern Mut, sich auf denselben Weg zum Erfolg zu machen. Manuel kriegt bei amerikanischen Erfolgsratgeber bekanntlich Hautausschläge, und das in jeder Hinsicht dünne Büchlein von Strelecky macht hier leider keine Ausnahme. Er fragt sich aber zusammen mit Stephan, warum solche Anleitungen zur individualistischen Selbstverwirklichung noch immer ein Millionenpublikum finden – und was daran nicht stimmt. Das Gespräch führt sie zur Einsicht, dass gerade das, was unser Leben glücklich und erfüllt macht, nicht planbar ist. Es stellt sich ein, wenn wir uns von der Fixierung auf das eigene Lebensglück lösen. Stephan bringt die bekannte Aussage Jesu ins Spiel, dass uns dann, wenn wir «nach dem Reich Gottes trachten», alles andere «zufällt». Könnte hier der Schlüssel zum Sinn und Glück des Lebens liegen?
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Apr 12, 2023 • 59min

James Clear: «Die 1%-Methode» – oder: Wie verändere ich mich selbst?

James Clear ist ein Experte für Gewohnheiten und Entscheidungsfindung – und er hat mit dem Bestseller «Die 1%-Methode» (Englisch: Atomic Habits) eine wunderbare Anleitung verfasst, wie wir unser Leben durch leichte Anpassungen unserer Gewohnheiten entscheidend verändern können. Sein Buch macht den Leser:innen Mut, nicht die radikalen und revolutionären Würfe zu versuchen, sondern sich mit kleinen, überschaubaren Schritten auf den Weg zur Veränderung zu machen. Dabei zeigt er, aus welchen Bestandteilen menschliche Gewohnheiten bestehen – und worauf man achten muss, wenn man sie entwickeln (oder sich etwas abgewöhnen will): (1) Den Auslöser offensichtlicher bzw. unsichtbar machen. (2) Das Verhalten attraktiver bzw. weniger attraktiv machen. (3) Die Durchführbarkeit der Reaktion erleichtern bzw. erschweren. (4) Die Belohnung befriedigender bzw. weniger befriedigend machen. Auf diese Weise lassen sich gute Gewohnheiten entwickeln, welche sich mit der Zeit auszahlen und gewissermassen «Zinseszins» einbringen. Stephan ist von diesem Ansatz ziemlich begeistert, während Manuel noch skeptisch ist und einige Einwände vorbringt. Sind solche Bücher nicht Ausdruck eines modernen Selbstoptimierungswahns, der uns ständig antreibt und es nicht zulässt, dass wir uns mit unserer körperlichen, gesundheitlichen, seelischen Verfassung auch einfach mal versöhnen? Oder sind sie vielmehr eine säkularisierte Anleitung zu dem, was man in der Christentumsgeschichte lange Zeit «Heiligung» nannte? Auf jeden Fall gibt das Buch den beiden Anlass, über gesunde Formen der Selbstoptimierung zu sprechen – und eine Verbindung zum Evangelium der Gnade Gottes zu ziehen…
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Apr 5, 2023 • 1h 8min

Thomas Erikson: «Alles Idioten!?» – oder: Wie komme ich mit anderen Menschen zurecht?

Thomas Eriksons Buch «Alles Idioten!?» (Englisch: «Surrounded by Idiots») hat die Bestsellerlisten in zahlreichen Ländern gestürmt. Es beschreibt vier verschiedene Persönlichkeitstypen und zeigt, wie diese im Arbeitsalltag erfolgreich und verständnisvoll miteinander umgehen können. Der Autor lehnt sich dabei an das bekannte DISG-Modell an, das vier Kategorien kennt (Dominant, Ininitativ, Stetig, Gewissenhaft). Das Buch steht für ein ganzes Genre von Persönlichkeits-Typologien, die zu zeigen versuchen, wie verschieden Menschen «ticken» und wie man selbst verdrahtet ist. Aber was macht die Faszination solcher Bücher aus? Woher kommt dieses brennende Interesse, sich selbst und andere besser zu verstehen? Manuel und Stephan reden in dieser Episode über die Pluralisierung der Gesellschaft, die uns das Gefühl geben kann, von Menschen umgeben zu sein, die wir schlecht verstehen und einordnen können. Die enorme Freiheit zur eigenen Lebensgestaltung kann einen aber auch die eigene Person fremd werden lassen: Wer ist das genau, der mich da morgens im Spiegel anschaut? Zum Schluss diskutieren die beiden auch die Frage, inwiefern sich die eigene Persönlichkeit auch auf das Gottesbild auswirkt – ob sich bestimmte Menschentypen auch Gott selbst wie eine Vergrösserung ihrer selbst vorstellen…
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Mar 29, 2023 • 1h 3min

Philippa Perrys Erziehungsbuch mit dem unendlichen Titel – oder: Wie werden wir gute Eltern?

«Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen (und deine Kinder werden froh sein, wenn du es gelesen hast)»: Stephan ist überrascht, dass es dieses Buch trotz seines unmöglich langen Titels in die Bestsellerlisten geschafft hat. Die Autorin Philippa Perry verhilft ihren Leser:innen dazu, die deren Erfahrungen als Kinder mit ihren Eltern aufzuarbeiten, um selber bessere Väter und Mütter zu werden. Die These dahinter ist natürlich, dass unser Umgang mit den eigenen Kindern zutiefst von der Erziehung geprägt ist, die man selbst erlebt hat. Das Buch macht aber viel Hoffnung, auch aus Fehlern zu lernen und neue Anläufe zu wagen – und es reiht sich ein in einen regelrechten Strom der Erziehungs-Ratgeber, welche die Bestsellerlisten der Buchläden jedes Jahr aufs neue erklimmen. Sind wir in Fragen der Kindererziehung orientierungslos geworden? Haben wir unsere elterlichen Instinkte verloren – oder ist Muttersein und Vatersein in unserer Zeit einfach so verdammt schwierig, dass es ohne Hilfe nicht geht? Manuel und Stephan erzählen in dieser Folge auch von ihren eigenen Herausforderungen als Väter, und sie fragen sich, wie denn eine «religiöse» Erziehung in unserer Zeit aussehen könnte…
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Mar 22, 2023 • 1h 8min

Felizitas Ambauen & Sabine Meyer: «Beziehungskosmos» – oder: Wie werden wir beziehungsfähig?

Der Podcast «Beziehungskosmos» ist gewissermassen ein Schweizer Corona-Phänomen: Die Gespräche der Journalistin Sabine Meyer mit der Paartherapeutin Felizitas Ambauen gingen im März 2020 erstmals online und sind bald durch die Decke gegangen. Inzwischen ist Beziehungskosmos «zu einem Brand geworden: Mit eigener Website, Insta-Auftritt, Live-Tour und schon über 2 Millionen Downloads. Eine ähnliche Erfolgsgeschichte hat in Deutschland das Format «Paardiologie» geschrieben: Die Moderatorin und Skandal-Autorin Charlotte Roche spricht dort mit ihrem Mann Martin Keß über die intimsten Details ihrer Beziehung und ihres Liebeslebens – ein einzigartiges, manchmal auch zweifelhaftes Hörvergnügen, das (zu?) tief blicken lässt. Stephan und Manuel diskutieren anhand solcher Formate über die Frage, warum Beziehungsratgeber in allen medialen Formen derart gefragt sind. Ist es trotz oder gerade wegen der explodierten Möglichkeiten des Lebens schwieriger geworden, eine erfüllte (oder wenigstens eine gelingende) Beziehung zu führen?
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Mar 15, 2023 • 1h 2min

Special: Was ist eigentlich gute Theologie?

Aus aktuellem Anlass schieben wir hier eine Spezialfolge in unser Staffelprogramm: Manuel hat letzte Woche für einigen Wirbel gesorgt, als er der Predigt eines bekannten evangelikalen Pastors öffentlich widersprach. Unter anderem ging es dabei um das Bibelverständnis und den Wahrheitsanspruch – und im weiteren Sinne um die Frage, was eigentlich eine gute Theologie auszeichnet. Darüber spricht er hier mit Stephan. Beide haben sich überlegt, was für sie zu einer gesunden, hilfreichen Theologie gehört. Dabei geht es ihnen nicht um bestimmte Positionen, die es zu vertreten gälte, sondern vielmehr um die Art und Weise, auf die man zu seinen Positionen gelangt und in der man sie vertritt. Um schon ein wenig zu spoilern: Manuel hängt seine drei Kennzeichen einer guten Theologie an den Begriffen Neugierde, Leidenschaft und Bescheidenheit auf – und Stephan spielt seine eigenen Merkmale mit ein… Ein spannendes und hoffentlich weiterführendes Gespräch.
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Mar 1, 2023 • 1h 2min

Robert Greene: «Die 48 Gesetze der Macht» – oder: Wie setze ich mich durch?

Podcast Ausgeglaubt
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Feb 22, 2023 • 58min

Stefanie Stahl: «Das Kind in dir muss Heimat finden» – oder: Wie versöhne ich mich mit mir selber?

Homepage S. Stahl
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Feb 15, 2023 • 1h 14min

Oliver Burkeman: «4000 Wochen» – oder: Wie steige ich aus dem Hamsterrad aus?

In der ersten ordentlichen Folge dieser Staffel gibt uns ein Buch des Journalisten Oliver Burkeman das Thema vor. Der Titel «4000 Wochen – Das Leben ist zu kurz für Zeitmanagement» zeigt schon an, worum es geht – und, full disclosure: Manuel ist ein richtiger Fan des Buches geworden und liest es seit einigen Wochen quasi parallel zur Bibel…: Burkeman plädiert leidenschaftlich für ein Leben, das der eigenen Endlichkeit nicht ausweicht, sondern sie gerade umarmt. Erst die Einsicht in die Tatsache, dass wir nicht ewig leben, sondern im guten Fall ungefähr 80 Jahre oder eben «4000 Wochen» Lebenszeit zur Verfügung haben, befreit uns, dem Alltagsstress zu entkommen. Das Buch ist eine grandiose Anleitung zum fröhlichen Prokrastinieren, eine Ermutigung, die JOMO (the Joy Of Missing Out) statt der FOMO (the Fear Of Missing Out) zu entdecken und das Dringliche zugunsten des Wichtigen strategisch zu vernachlässigen – und es gibt Manuel und Stephan genügend Anlass, über eine Welt nachzudenken, die ein solches Buch nötig macht, und über Parallelen, die sich theologisch ziehen lassen…

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