

Wirtschaftliche Freiheit
Norbert Berthold, Jörn Quitzau
Der Ökonomen-Podcast für wirtschaftspolitische Themen. Zielgruppe: Interessierte Nicht-Ökonomen und professionelle Volkswirte.
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Oct 29, 2021 • 39min
Schuldenbremse – Solide Finanzpolitik braucht glaubwürdige Regeln
Die deutsche Finanzpolitik ist in den Schlagzeilen, weil die mögliche neue Regierungskoalition Pläne hat, die viel Geld Kosten. Gleichzeitig gibt es die Diskussion – selbst unter Ökonomen – wie man die Schuldenbremse möglichst elegant umgehen kann. Auf europäischer Ebene soll der Stabilitäts- und Wachstumspakt einmal mehr reformiert werden. Dabei verschwimmen die Trennlinien von Geld- und Finanzpolitik zusehends, denn die Zentralbanken bleiben trotz inzwischen hoher Inflationsraten sehr expansiv.
Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Friedrich Heinemann und Dr. Jörn Quitzau.
Aus dem Inhalt:
Das große Bild: Wo stehen wir finanz- und geldpolitisch? (02:44) +++
Ist die Geldpolitik der EZB noch angemessen oder hätte sie den Krisenmodus schon verlassen müssen? (06:14) +++
Haben Schulden ihren Schrecken verloren? (14:50) +++
Was ist von der Stiglitz-Kritik an der Schuldenbremse zu halten? (20:35)
Klimapolitik: Braucht die Europäische Kommission ein größeres Budget (32:28)
Die Referenten:
Prof. Dr. Friedrich Heinemann ist Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ und außerplanmäßiger Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
Er hat Volkswirtschaftslehre und Geschichte an der Universität Münster, der London School of Economics und der Universität Mannheim studiert. Heinemann wurde an der Universität Mannheim mit einer Dissertation über „Die Finanzverfassung und Kompetenzausstattung der Europäischen Union nach Maastricht" promoviert und an der Universität Heidelberg habilitiert. Seine Forschungsinteressen gelten der empirischen Finanzwissenschaft und politischen Ökonomie. Anwendungen betreffen vor allem Fragestellungen zur europäischen Integration, zur Besteuerung und zur Reform von Fiskalinstitutionen für die Europäische Union und die Eurozone.
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.

Oct 3, 2021 • 36min
Demographie und Klimawandel: Wie lassen sich Generationenkonflikte vermeiden? (Teil 2)
Die Welt verändert sich nachhaltig. Mega-Trends fressen sich durch Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft. Demographie und Dekarbonisierung zählen dazu. Der Wandel in der Altersstruktur ist in vollem Gang. Auch der Klimawandel ist längst spürbar. Demographie und Klima verursachen Lasten. Damit ist Streit vorprogrammiert: Wer trägt die Kosten des demographischen und klimatischen Wandels?
Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Prof. Dr. Joachim Weimann und Prof. Dr. Norbert Berthold.
Aus dem Inhalt:
Wie werden die Lasten verteilt? Welche Prinzipien sollten in der Klimapolitik angewendet werden? (00:18)
Welche Generation wird durch einen Emissionshandel belastet? (11:38)
Lassen sich die Vorschläge zur Alterssicherung und zur Klimapolitik in der Demokratie umsetzen? Oder ist die zahlenmäßig überlegene alte Generation ein politischer Hemmschuh? (12:56)
Zusammenfassung und Ausblick (33:40)
Die Referenten:
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen (geb. 1957, verh., drei Kinder) ist Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und war Professor an der Universität Bergen, Norwegen (1994-2019). Zahlreiche Auslandsaufenthalte führten ihn u.a. in die USA aber auch immer wieder in die skandinavischen Länder. Neben seiner Mitwirkung an internationalen Forschungsprojekten beteiligt er sich – zum Beispiel als Mitglied der Rürup-Kommission, der Kommission Steuergesetzbuch oder als Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft – an Fragen der praktischen Sozialpolitik.
Prof. Dr. Joachim Weimann ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Geschäftsführer der „Business School Magdeburg“. Er ist Autor eines Lehrbuchs zur Umweltökonomik, Vorsitzender der „Gesellschaft für experimentelle Wirtschaftsforschung e.V.“ und Initiator der Website „Nur mal kurz“, auf der er in kurzen Videoclips Fragen zur Klimapolitik leicht verständlich erklärt. Joachim Weimann beschäftigt sich gleichermaßen mit Grundlagenforschung (Experimente) und anwendungsorientierten Fragen (Umweltökonomik, Wirtschaftspolitik).
Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.

Sep 20, 2021 • 47min
Demographie und Klimawandel: Wie lassen sich Generationenkonflikte vermeiden? (Teil 1)
Die Welt verändert sich nachhaltig. Mega-Trends fressen sich durch Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft. Demographie und Dekarbonisierung zählen dazu. Der Wandel in der Altersstruktur ist in vollem Gang. Auch der Klimawandel ist längst spürbar. Demographie und Klima verursachen Lasten. Damit ist Streit vorprogrammiert: Wer trägt die Kosten des demographischen und klimatischen Wandels?
Ein Gespräch zwischen Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Prof. Dr. Joachim Weimann und Prof. Dr. Norbert Berthold.
Aus dem Inhalt:
Einleitung (ab Minute 00:41) +++
Welche Lasten entstehen durch Demographie? (ab Minute 06:00) +++
Welche Lasten entstehen durch den Klimawandel? (13:27) +++
Lassen sich die Lasten in beiden Bereichen verringern? (19:30) +++
Wie werden die Lasten verteilt? Welche Prinzipien sollten angewendet werden? (ab 30:20) +++
Die Referenten:
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen (geb. 1957, verh., drei Kinder) ist Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und war Professor an der Universität Bergen, Norwegen (1994-2019). Zahlreiche Auslandsaufenthalte führten ihn u.a. in die USA aber auch immer wieder in die skandinavischen Länder. Neben seiner Mitwirkung an internationalen Forschungsprojekten beteiligt er sich – zum Beispiel als Mitglied der Rürup-Kommission, der Kommission Steuergesetzbuch oder als Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft – an Fragen der praktischen Sozialpolitik.
Prof. Dr. Joachim Weimann ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Geschäftsführer der „Business School Magdeburg“. Er ist Autor eines Lehrbuchs zur Umweltökonomik, Vorsitzender der „Gesellschaft für experimentelle Wirtschaftsforschung e.V.“ und Initiator der Website „Nur mal kurz“, auf der er in kurzen Videoclips Fragen zur Klimapolitik leicht verständlich erklärt. Joachim Weimann beschäftigt sich gleichermaßen mit Grundlagenforschung (Experimente) und anwendungsorientierten Fragen (Umweltökonomik, Wirtschaftspolitik).
Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.

Aug 25, 2021 • 30min
Glücksforschung: Messen wir den Wohlstand falsch?
Ist das BIP noch die richtige Kennzahl für den gesellschaftlichen Wohlstand? Brauchen wir andere Indikatoren, die auch nicht-finanzielle Aspekte berücksichtigen, um das Glück und das Wohlbefinden der Menschen zu messen?
Aus dem Inhalt:
Was ist Glücksforschung? (ab Minute 01:28)
Ist das BIP der richtige Wohlfahrtsindikator? (ab Minute 09:13)
Erhöhen Volksentscheide die Zufriedenheit der Bürger? (ab Minute 19:31)
Die Referenten:
Bruno S. Frey ist 1941 in Basel geboren und Schweizer Staatsbürger, Studium der Nationalökonomie an den Universitäten von Basel und Cambridge, UK, Doktorat „summa cum laude“ 1965 und Habilitation 1969 an der Universität Basel. 1970-2011 Außerordentlicher Professor an der Universität Basel; 1970-1977 Ordentlicher Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Konstanz; 1990-1991 Visiting Research Professor at Graduate School of Business, University of Chicago; 1977-2012 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich; 2010-2013 Distinguished Professor of Behavioural Science an der Warwick Business School der University of Warwick, UK, 2012-2015 Senior Professor für Politische Ökonomie an der Zeppelin Universität Friedrichshafen, DE. Seit 2015 Ständiger Gastprofessor an der Universität Basel (CREW – Center for Research in Economics and Well-Being).
Dr. honoris causa der Universitäten St. Gallen (1998, CH), Göteborg (1998, SE), der Freien Universität Brüssel (2009, B), der Universität Aix-en-Provence/Marseille (2010, F) und der Universität Innsbruck 2011, A). Fellow der Public Choice Society, Corresponding Fellow der Royal Society of Edinburgh (FRSE), Distinguished CESifo Fellow, Distinguished Fellow der Association for Cultural Economics, International, Gewähltes Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Academia Scientiarum et Artium Europaea), Gewinner des ersten Stolper-Preises des Vereins für Socialpolitik (Gesellschaft aller deutschsprachigen Ökonomen).
Frey ist Autor einer großen Zahl von Artikeln in Fachzeitschriften und Büchern: u.a. Not Just for the Money (1997), Economics as a Science of Human Behaviour (1999), The New Democratic Federalism in Europe (mit Reiner Eichenberger, 1999), Arts & Economics (2000), Inspiring Economics (2001), Successful Management by Motivation (mit Margit Osterloh, 2001), Happiness and Economics (mit Alois Stutzer, 2002), Dealing with Terrorism – Stick or Carrot? (2004), Economics and Psychology (co-edited mit Alois Stutzer, 2007), Happiness: A Revolution in Economics (2008), Glück: Die Sicht der Ökonomie (mit Claudia Frey Marti, 2010), Economic Ideas You Should Forget (co-edited mit David Iselin, 2017), Wirtschaftswissenschaftliche Glücksforschung. Kompakt – verständlich – anwendungsorientiert (2017), Honours versus Money - The Economics of Awards (mit Jana Gallus, 2017), Economics of Happiness (2018), Economics of Art and Culture (2019) und Ökonomik der Kunst und Kultur. Kompakt – verständlich - anwendungsorientiert (2019), 21st Century Economics. Economic Ideas You Should Read and Remember (co-edited mit Christoph Schaltegger, 2019), Venedig ist überall – Vom Übertourismus zum Neuen Original (2020), Overcoming Overtourism (2021).
Detaillierte Liste der Publikationen unter: www.bsfrey.ch.
Forschungsschwerpunkt: Anwendung der Ökonomie auf neue Bereiche (Politik, Kunst, Geschichte, Konflikt, Familie) und die Erweiterung des Modells menschlichen Verhaltens durch Einbezug psychologischer und soziologischer Elemente, insbesondere im Rahmen der Glücksforschung sowie die Rolle von Auszeichnungen.
Dr. Jörn Quitzau ist Volkswirt beim Bankhaus Berenberg.

Aug 10, 2021 • 36min
Geldpolitik: Die neue Strategie der EZB
Die EZB hat ihre geldpolitische Strategie überprüft und dabei nach eigenem Bekunden jeden Stein umgedreht. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat am 8. Juli die Ergebnisse der Strategieüberprüfung präsentiert. Die wichtigsten Punkte gingen zuletzt durch die Medien: So hat die EZB ihr Inflationsziel leicht angehoben und strebt nun nicht mehr wie bisher eine Inflationsrate von „unter, aber nahe bei 2 %“ an, sondern glatt 2 %. Das heißt, die EZB-Definition von Preisstabilität ist jetzt mit einer moderat höheren Inflationsrate verbunden. Für Schlagzeilen hat auch gesorgt, dass die EZB die Folgen des Klimawandels künftig berücksichtigen wird – das bedeutet möglicherweise den Einstieg in eine Art „grüne“ Geldpolitik.
Über diese Themen diskutieren Dr. Katrin Assenmacher, EZB (Leiterin der Abteilung für Geldpolitische Strategie) und Dr. Jörn Quitzau, Berenberg.
Aus dem Inhalt:
Doppelbelastung: Strategieüberprüfung und Kampf gegen die Corona-Krise (ab Minute 02:09) +++
Was spricht für das neue Inflationsziel von 2 %? (ab Minute 04:08) +++
Welche Rolle spielen die Vermögenspreise? (ab Minute 17:13) +++
Grüne Geldpolitik? Die EZB berücksichtigt Aspekte des Klimawandels (ab Minute 24:22) +++
Wieviel Bundesbank steckt noch in der EZB? (ab Minute 33:36) +++
Die Referenten:
Dr. Katrin Assenmacher - Leiterin der Abteilung für Geldpolitische Strategie der Europäischen Zentralbank (EZB)
Dr. Katrin Assenmacher leitet seit 2016 die Abteilung für Geldpolitische Strategie im Generaldirektorat Volkswirtschaft der EZB. Von 2010 bis 2016 war sie Leiterin der Abteilung für Geldpolitische Analysen der Schweizerischen Nationalbank (SNB).
Frau Dr. Assenmacher schloss ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn ab, wo sie ebenfalls promoviert und habilitiert wurde. 2004 trat sie in die Forschungsabteilung der SNB ein. Während ihrer Anstellung bei der SNB hielt sie Vorlesungen über Geldpolitik und Makroökonomie an den Universitäten Zürich und Bern. Von 2012 bis 2016 war sie zudem Mitglied im Forschungsbeirat der Tschechischen Nationalbank.
Forschungsaufenthalte führten Frau Dr. Assenmacher als Gastwissenschaftlerin an die Federal Reserve Bank of St. Louis, die Österreichische Nationalbank, die EZB und die Universitäten von Kopenhagen und Südkalifornien. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Geldpolitik und der Zeitreihenanalyse. Sie hat zahlreiche Artikel zu wirtschafts- und geldpolitischen Themen in internationalen akademischen Zeitschriften veröffentlicht und ist Mitglied des Redaktionsbeirats der EZB Arbeitspapiere.
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.
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Jul 29, 2021 • 49min
Schulden ohne Ende? Die Zukunft der Staatsfinanzen
Die Corona-Pandemie hat die Staaten vor historische Herausforderungen gestellt. Die Staaten mussten sich kräftig verschulden, um die Wirtschaft vor dem Absturz zu bewahren. Gleichzeitig werden immer neue Aufgaben an die Regierungen herangetragen, die finanziert werden müssen: Der Umbau der Wirtschaft in Richtung Digitalisierung und Klimaschutz oder der Zusammenhalt Europas. Führt kein Weg mehr an noch höheren Schulden vorbei? Doch was wird dann mit der deutschen Schuldenbremse und den europäischen Fiskalregeln, die für solide Staatsfinanzen sorgen sollen?
Über diese Themen diskutieren Prof. Dr. Dr. h.c. Lars Feld und Dr. Jörn Quitzau.
Aus dem Inhalt:
Bewertung der Wirtschaftspolitik in der Corona-Krise (ab Minute 02:15) +++
Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen… oder haben Schulden ihren Schrecken verloren? (ab Minute 08:30) +++
Zur Zukunft der deutschen Schuldenbremse (ab Minute 26:43) +++
Ist es Zeit für einen schuldenfinanzierten Staatsfonds? (ab Minute 34:15) +++
Ist Europa auf dem Weg in die Fiskalunion? (ab Minute 37:55) +++
Prof. Dr. Lars P. Feld hat seit 2010 den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und ist Direktor des Walter Eucken Instituts. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wirtschaftspolitik, Finanzwissenschaft, Neue Politische Ökonomie und Ökonomische Analyse des Rechts.
Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes wurde Lars P. Feld 1999 an der Universität St. Gallen promoviert und habilitierte sich dort im Jahr 2002. Professuren: Philipps-Universität Marburg, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Ständiger Gastprofessor am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim sowie Mitglied der Leopoldina (Nationale Akademie der Wissenschaften), des Kronberger Kreises und der Mont Pèlerin Society. 2017 wurde Lars Feld von der Universität Luzern die Ehrendoktorwürde verliehen.
Seit 2003 ist Lars P. Feld Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen. 2007 wurde er zum Sachverständigen für die Kommission von Bundestag und Bundesrat zur Modernisierung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen (Föderalismuskommission II) benannt und wirkte beratend an der neuen deutschen Schuldenbremse mit. Zum Januar 2020 wurde er als wissenschaftliches Mitglied in die Mindestlohnkommission berufen. Er war von 2011 bis 2021 Mitglied sowie im abschließenden Jahr Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und vertrat diesen von 2013 bis 2021 im Unabhängigen Beirat des Stabilitätsrats.
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Mitinitiator dieses Podcasts.

Jul 6, 2021 • 56min
Die sozialpolitische Revolution bleibt aus - Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine Schnapsidee
In unsicheren Zeiten ist der Sozialstaat gefragt. Das gilt auch in Zeiten von Corona. Der Sozialstaat garantiert ein Mindestmaß an individueller Sicherheit. Ein Grundpfeiler ist die Hilfe für Menschen in existentieller Not. Ganz ohne Probleme geht das aber nicht ab. Das Sozialstaatsdilemma ist allgegenwärtig. Der Konflikt zwischen Fürsorge und Eigeninitiative bricht immer wieder auf. Weltweit handhaben ihn die Länder unterschiedlich. Keines hat allerdings den Weg eines bedingungslosen Grundeinkommens gewählt. Überall geht es um eine wirksamere Hilfe zur Selbsthilfe. Die Pfadabhängigkeit dominiert, die sozialpolitische Revolution bleibt aus, die Länder setzen auf Evolution. Die Systeme der Grundsicherung werden reformiert. Allerdings führen viele Wege nach Rom. Es liegt an uns zu entscheiden, welchen wir einschlagen.
Über diese Themen diskutieren Prof. Dr. Ronnie Schöb und Prof. Dr. Norbert Berthold.
Aus dem Inhalt:
Grundzüge des Sozialstaates und das Sozialstaatsdilemma (ab Minute 00:20) +++
Idee und Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens (ab Minute 13:40) +++
Finanzierungsfragen und Anreizeffekte des bedingungslosen Grundeinkommens (ab Minute 18:15) +++
Modellprojekte (ab Minute 33:20) +++
Alternative: Solidarische Grundsicherung (ab Minute 39:40) +++
Prof. Dr. Ronnie Schöb ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. Seine Schwerpunkte sind: Arbeitsmarktpolitik, Steuerlehre, Reform des Sozialstaates, Umweltökonomie und Ressourcenökonomie. Seit 2008 ist er Forschungsprofessor am ifo-Institut Dresden. Frühere Stationen an der Universität München, University of Essex (UK), University of Western Ontario (Canada), Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und als Geschäftsführer des Vereins für Socialpolitik.
Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.

Jun 5, 2021 • 39min
Identitätspolitik: Belastung für Wirtschaft und Gesellschaft?
Identitätspolitik bestimmt zunehmend die Schlagzeilen. Kleine, gut organisierte Gruppen verfolgen ihre Anliegen mit Nachdruck und Vehemenz. Sie treiben die Öffentlichkeit nicht selten vor sich her. Vorgeblich geht es den Identitätsgruppen um Gleichberechtigung. Tatsächlich entpuppt sich ihr Handeln aber oft als reine Interessenpolitik und weniger als Kampf für universelle Werte und Gemeinsamkeiten. Im Ergebnis wird die Fragmentierung der Gesellschaft dadurch verstärkt. Woher kommt die Identitätspolitik? Welche Implikationen sind für die Wirtschaftspolitik denkbar?
Diese und weitere Fragen diskutieren Prof. Dr. Thomas Apolte und Dr. Jörn Quitzau.
Aus dem Inhalt:
Was ist Identitätspolitik und woher kommt sie? (ab Minute 03:25) +++
Was bedeutet die Identitätspolitik für die Gesellschaft? (ab Minute 21:06) +++
Gibt es wirtschaftspolitische Implikationen? (ab Minute 28:18) +++
Prof. Dr. Thomas Apolte ist geschäftsführender Direktor des Centrums für Interdisziplinäre Wirtschaftsforschung (CIW) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er war Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftssysteme und Institutionenökonomik des Vereins für Socialpolitik. Zuvor war Thomas Apolte Professor für Wirtschaftspolitik am Institut für Ökonomische Bildung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er blickt zudem auf verschiedene Stationen als Gastprofessor und Gastforscher in den USA und in Polen zurück.
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Mitinitiator dieses Podcasts.
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May 7, 2021 • 43min
Rentenversicherung: Die Demographie-Falle schnappt zu
Die Sicherheit der gesetzlichen Rente ist ein Dauerthema. Jetzt, da die Baby-Boomer sukzessive in den Ruhestand gehen, werden die Lasten weiter steigen und die Lage kann sich zuspitzen. Was sind die grundlegenden Probleme der GRV, welche politischen Fehler gilt es zu korrigieren und welche Reformen bräuchten wir, um das Rentensystem nachhaltiger zu gestalten?
Diese und weitere Fragen diskutieren Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen und Prof. Dr. Norbert Berthold.
Aus dem Inhalt:
Einleitung: Probleme der Gesetzlichen Rentenversicherung (ab Minute 00:55) +++
Ursachen für finanzielle Probleme der GRV. (ab Minute 06:23) +++
Gute und schlechte Reformen in der Rentenversicherung. Politische Fehler der letzten 15 Jahre (ab Minute 12:52) +++
Was für Reformen bräuchten wir? (ab Minute 25:22) +++
Werden sich „die Alten“ politisch durchsetzen, weil sie in der Überzahl sind? (38:05) +++
Wo steht die Rentenversicherung in 20 Jahren? (41:04) +++
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen (geb. 1957, verh., drei Kinder) ist Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und war Professor an der Universität Bergen, Norwegen (1994-2019). Zahlreiche Auslandsaufenthalte führten ihn u.a. in die USA aber auch immer wieder in die skandinavischen Länder. Neben seiner Mitwirkung an internationalen Forschungsprojekten beteiligt er sich – zum Beispiel als Mitglied der Rürup-Kommission, der Kommission Steuergesetzbuch oder als Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft – an Fragen der praktischen Sozialpolitik.
Prof. Dr. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Hamburg, Düsseldorf und Würzburg tätig. Norbert Berthold ist Initiator und Betreiber des Ökonomen-Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“ und damit auch Namensgeber und Initiator dieses Podcasts.

Apr 28, 2021 • 22min
Die Ökonomie der öffentlichen Meinung
Die öffentliche Meinung bildet die tatsächliche Meinung aller Bürger nicht unbedingt korrekt ab. Da sich Politiker bei ihren Entscheidungen oft am Stimmungsbild der Öffentlichkeit orientieren, kann eine verzerrte öffentliche Meinung zu falschen oder suboptimalen (wirtschafts-) politischen Entscheidungen führen.
Welche Mechanismen führen zu einer verzerrt dargestellten öffentlichen Meinung? Und welche Ansätze gibt es, damit das öffentliche Meinungsbild ausgewogener und nicht von meinungsstarken und mächtigen Kleingruppen verfälscht wird?
Diese und weitere Fragen diskutieren Prof. Dr. David Stadelmann und Dr. Jörn Quitzau.
Aus dem Inhalt:
Einleitung: Weshalb ist eine von Kleingruppen verzerrte öffentliche Meinung problematisch? (ab Minute 00:33) +++
Wie kommt es dazu, dass die Meinungen der schweigenden Mitte in der öffentlichen Debatte oft fehlen? Was sind die Voraussetzungen für eine „Schweigespirale“? Ergebnisse von Sozialexperimenten. (ab Minute 03:56) +++
Erkenntnisse der ökonomischen Theorie der Politik zum Einfluss von gut organisierten Kleingruppen. (ab Minute 12:23) +++
Lösungsmöglichkeiten. (ab Minute 16:45) +++
Prof. Dr. David Stadelmann (MA MSc) ist seit 2013 Professor für Volkswirtschaftslehre (Ruf im Alter von 29 Jahren) an der Universität Bayreuth (Deutschland).
2006 schloss er einen Master in Volkswirtschaftslehre (zweisprachig D/F), 2008 einen Master in Mathematik (zweisprachig D/F) und im Januar 2010 eine Promotion zum Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ab. Von 2006 bis 2013 war Stadelmann wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberassistent am Departement für Volkswirtschaftslehre an der Université de Fribourg (Schweiz). Von 2007 bis 2009 arbeitete er als Freelancer in Statistik für eBay International in Bern.
Er ist u.a. Research Fellow bei CREMA (Center for Research in Economics, Management and the Arts), BEST (Centre for Behavioural Economics, Society and Technology), dem Walter-Eucken-Institut, IREF (Institute for Research in Economic and Fiscal Issues), Ostrom Workshop der Indiana University.
Stadelmann ist Autor von über 50 wissenschaftlichen Artikeln im referierten anonymen Begutachtungsprozess in weltweiten Fachzeitschriften und zahlreichen Buchbeiträgen, Zeitungs-, Zeitschriftenartikeln sowie Blogbeiträgen. Er erhielt u.a. Auszeichnungen durch die Ludwig Erhard Stiftung, das Land Vorarlberg, den Verein für Socialpolitik und die Zeitschrift Capital. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich wirtschaftlicher Entwicklung und Wachstum, Wirtschaftspolitik, politischer Ökonomie sowie weltweiter Faktormobilität. Seit 2015 ist er Mitherausgeber der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fachzeitschrift KYKLOS–International Review for Social Sciences.
Dr. Jörn Quitzau ist Leiter Wirtschaftstrends beim Bankhaus Berenberg. Zuvor war er als Senior Economist bei Deutsche Bank Research. Gemeinsam mit Prof. Dr. Norbert Berthold ist er Initiator dieses Podcasts.


