Konrad Streitberger, Schmerzmediziner am Inselspital Bern und Leiter des PREPAC‑Projekts, das psychosoziale Faktoren in Diagnose und Therapie integriert. Er spricht über das biopsychosoziale Modell, wie Einsamkeit und Arbeitssituationen Schmerzen beeinflussen, und über interdisziplinäre, präventive Ansätze zur Vermeidung von Chronifizierung.
30:41
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Alltag Mit Chronischer Migräne
Dunja beschreibt ihren Alltag mit chronischer Migräne: oft stufenweise Schmerzspitzen bis 7 von 10 und starke Lichtempfindlichkeit.
Sie trägt spezielle Brillen, plant Termine frühzeitig und legt während der Arbeit regelmässig Pausen ein, um Energie zu sparen.
insights INSIGHT
Chronische Schmerzen Sind Anders Als Akute
Chronische Schmerzen unterscheiden sich von akuten: sie dauern über drei Monate und haben oft keine klare körperliche Ursache.
Die häufig zitierte Zahl von 1,5 Millionen Betroffenen in der Schweiz stammt aus einer europäischen Studie von 2006.
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Wie Die Chronifizierung Bei Dunja Begann
Dunja erzählt, wie 2015 nach Sonnenstich eine Attacke begann, die nie ganz verschwand und jahrelang 2–3 Attacken pro Woche brachte.
Nach vielen Therapien besserte sich die Frequenz seit 2021/2022, trotzdem bleiben Erschöpfung und Katerphasen.
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Geschätzt 1,5 Millionen Menschen leiden in der Schweiz an chronischen Schmerzen. Manche sprechen von der Volkskrankheit Nr. 1. Wie bestreiten Betroffene den Alltag? Und warum werden die psychosozialen Faktoren in der Behandlung immer wichtiger?
«Lange Zeit ging ich nicht mehr unter Menschen», erzählt Dunja, 32, angehende Sozialpädagogin aus Bern. Sie leidet seit Jahren unter chronischer Migräne. Ihr Freundeskreis sei zwar treu, «trotzdem macht eine solche Krankheit einen immer ein Stück einsam», erzählt sie sie «Input»- Redaktor Michael Bolliger. Auch bei der Arbeit sei sie immer wieder auf Flexibilität angewiesen.
Solche psychosozialen Aspekte – ein treuer Freundkreis, Kulanz des Arbeitsgebers – sind für chronische Schmerzpatientinnen und Patienten entscheidend, sagt der Berner Schmerzmediziner Konrad Streitberger. Einsamkeit, Ängste können chronische Schmerzen verursachen oder gar verstärken. Darum findet er, würden viele Betroffene in der Schweiz immer noch falsch behandelt. Der Fokus liege zu sehr auf körperlichen statt psychischen oder sozialen Aspekten. Mit einem Projekt am Inselspital in Bern erforscht er einen neuen, ganzheitlichen Ansatz.
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In dieser Episode zu hören:
- Dunja, 32, angehende Sozialpädagogin, Bern. Leidet seit zehn Jahren an chronischer Migräne
- Konrad Streitberger, Schmerzmediziner, Leiter des Projekts PrePaC zur Minderung und Vorbeugung
chronischer Schmerzen
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Habt ihr Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf eure Nachrichten an input@srf.ch – und wenn ihr euren Freund:innen und Kolleg:innen von uns erzählt.
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- Autor:in: Michael Bolliger
- Publizistische Leitung: Anita Richner
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Das ist «Input»:
Dem Leben in der Schweiz auf der Spur – mit all seinen Widersprüchen und Fragen. Der Podcast «Input» liefert jede Woche eine Reportage zu den Themen, die euch bewegen.
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(00:00 - 01:55) Intro
(01:55 - 07:10) Gespräch mit Dunja über Schmerzen an diesem Tag und warum Wasser wichtig ist
(07:10 - 08:24) Fakten I Definition "chronische Schmerzen"
(08:24 - 13:27) Dunja, wie alles begann mit der Krankheit und wie sie heute versucht, den Alltag zu gestalten
(13:27 - 14:38) Fakten II: Das biopsychosoziale Behandlungsmodell
(14:38 - 20:30) Dunja über ihre Erfahrungen mit der IV, dem Freundeskreis und über Migräne-Witze
(20:30 - 26:53) Konrad Streitberger, Schmerzmediziner am Inselspital Bern über PrePaC und warum viele Schmerzpatient:innen falsch behandelt werden.
(26:53 - 28:18) Dunja über den Namen, den sie ihrer Migräne gegeben hat
(28:18 - 29:15) Fazit
(29:15 - 30:24) Aufruf