
NZZ Akzent Russische Geheimdienstpanne: wie Google Translate einen Killer enttarnte
Mar 31, 2026
Andreas Rüesch, Auslandredaktor und Stellvertreter im Ausland-Ressort, erklärt einen russischen Geheimdienstfall. Er spricht über die Festnahme von Denis Alimov und die politische Einbettung der Mordaufträge. Er schildert, wie ein Auftragsmörder durch Google Translate und weitere Fehler verraten wurde. Abschliessend ordnet er die Rolle einer mutmasslichen FSB-Einheit und mögliche diplomatische Folgen ein.
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Episode notes
Kreml verfolgt Exilgegner systematisch
- Der Fall ist eingebettet in die jahrelange Jagd des Kremls auf Exil-Oppositionelle, besonders Tschetschenen.
- Denis Alimov wurde offenbar beauftragt, tschetschenische Gegner in Europa zu liquidieren, was Muster früherer FSB-Aktionen bestätigt.
Auftragsmörder nutzte Google Translate und offenbarte Pläne
- Ein serbischer Auftragsmörder, Darko Durovic, übersetzte alle Nachrichten mit Google Translate zwischen Serbisch und Russisch.
- Das FBI konnte deshalb jede Botschaft mitlesen und so die gesamte Planung und Anweisungen des russischen Kontaktmanns verfolgen.
Fotobefehl gab Ermittlern direkten Geldnachweis
- Durović fotografierte 60'000 Dollar in großen Banknotenbündeln und schickte das Bild per E‑Mail an seine Kontaktperson.
- Solche schlampigen Spuren landeten in den Gerichtsakten und halfen den Ermittlern bei der Beweisführung.
