Alexandra Burghardt, deutsche Sprinterin und Olympionikin, erzählt von persönlichen Eindrücken im Leistungssport. Dr. Ansgar Molzberger, Sporthistoriker, liefert historischen Kontext zu Alice Milliat und den ersten Frauenspielen. Es geht um Milliats Organisation eigener Wettkämpfe 1921, männliche Vorurteile und medizinische Argumente, die frühe Integration in Olympia und langfristige Kämpfe um Gleichberechtigung.
14:30
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insights INSIGHT
Kriegserfahrung Beschleunigte Sportemanzipation
Der Erste Weltkrieg stärkte die Emanzipation der Frauen und veränderte Anspruchshaltungen gegenüber Teilhabe im Sport spürbar.
Während Männer an der Front kämpften, arbeiteten Frauen in Industrie, Landwirtschaft und Verwaltung und forderten nach 1918 zunehmend politische und sportliche Rechte.
question_answer ANECDOTE
Erste Internationale Frauenspiele In Monte Carlo
Alice Milliat organisierte 1921 in Monte Carlo die ersten internationalen Frauenspiele als Reaktion auf die Ignoranz des IOC gegenüber Leichtathletik für Frauen.
Rund 100 Athletinnen aus fünf Nationen traten 24.–31. März in Laufen, Hochsprung, Sperrwurf und Basketball an und zeigten konkurrenzfähige Frauenleistungssportpraxis.
Lange schließt das IOC Frauen aus, bis Sportlerinnen ab dem 24.3.1921 erstmals eigene Spiele organisieren – und damit die Gleichberechtigung im Spitzensport vorantreiben.
In diesem Zeitzeichen erzählt Merle Schaack:
warum der Olympia-Erfinder Pierre de Coubertin Frauen im Stadion lieber auf der Tribüne sieht,
wie eine französische Sportpionierin den Männern im Olympia-Komitee Paroli bietet,
welche Folgen die ersten Frauenspiele für Sportlerinnen haben.
Als Pierre de Coubertin die Olympischen Spiele der Neuzeit begründet, hat er eine klare Vorstellung: Wettkämpfe tragen Männer aus. Frauen sollen höchstens die Sieger ehren. Zwar dürfen sie in einigen Disziplinen antreten, etwa im Tennis oder im Golf – doch das gilt eher als gesellschaftliches Ereignis denn als ernsthafter Leistungssport.
Die Französin Alice Milliat will das ändern. 1919 fordert sie vom Internationalen Olympischen Komitee, Frauen auch in der Leichtathletik zuzulassen. Als die Antwort ausbleibt, organisiert sie kurzerhand eigene Wettkämpfe.
1921 treffen sich in Monte Carlo rund 100 Athletinnen aus fünf Nationen zu den ersten internationalen Frauenspielen. Sie laufen, springen und werfen und zeigen damit: Frauen wollen bei Olympia nicht nur zuschauen, sondern selbst an den Start gehen.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
Dr. Ansgar Molzberger, Sporthistoriker Sporthochschule Köln
Alexandra Burghardt, Sprinterin und Olympionikin
Dr. Petra Tzschoppe, Sportsoziologin, ehemalige Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung beim Deutschen Olympischen Sportbund
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Merle Schaack Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins