
re:publicast Spezial - "Digitale Zivilgesellschaft" Teil 2: Was bedeutet digitale Souveränität, Dr. Julia Pohle?
Was bedeutet „digitale Souveränität“? Nutzen wir hier überhaupt die richtige Begrifflichkeit? Und welche Rolle spielt die digitale Zivilgesellschaft bei der Gestaltung souveräner digitaler Infrastrukturen? Diesen Fragen widmet sich Teil 2 des „re:publicast-Spezials“. In sechs Sonderfolgen widmet sich re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl der digitalen Zivilgesellschaft und ihren Perspektiven auf Macht, Demokratie und Technologie.
Denn allzu oft tappen wir in die Falle bei „digitaler Souveränität“ über die staatliche, die kontrollierende Perspektive zu debattieren. Sicher, die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die starke Abhängigkeit Europas von US-amerikanischen Technologieanbietern rücken das Thema digitale Souveränität erneut in den Mittelpunkt. Cloud-Infrastrukturen, Softwarelösungen und Datenökosysteme sind zentral für Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, doch sie sind meist durch US-Firmen kontrolliert.
Doch die Debatte um digitale Souveränität ist dabei nicht neu und greift zu kurz. Spätestens seit den Snowden-Enthüllungen 2013 wird sie geführt, insbesondere von Akteur:innen der digitalen Zivilgesellschaft. Doch was bedeutet digitale Souveränität jenseits nationaler oder wirtschaftlicher Interessen? Wie lassen sich demokratische Prinzipien, Transparenz und individuelle Rechte im digitalen Raum sichern? In dieser Folge spricht Markus Beckedahl mit Dr. Julia Pohle. Sie leitet die Forschungsgruppe „Politik der Digitalisierung“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). In ihrer Arbeit untersucht sie das Zusammenspiel von Technologie, Politik, sozialen Normen und Machtverhältnissen.
Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem digitale Souveränität und Geopolitik, Überwachung in demokratischen Gesellschaften sowie die Digitalisierung von Staat und Verwaltung. Im Gespräch geht es um die verschiedenen Dimensionen digitaler Souveränität, um politische Strategien und um die Frage, welche Lehren aus vergangenen Versäumnissen gezogen werden müssen.
Die Sonderfolgen „digitale Zivilgesellschaft“ werden von der Stiftung Mercator unterstützt.
Interview: Markus Beckedahl Intro & Sound: Jonas Ross
