
Radiowissen Kulturgeschichte der Strümpfe - Vom Fellwickel zum Feinstrumpf
Mar 13, 2026
Dr. Michaela Breil, wissenschaftliche Textilhistorikerin und Museumsleiterin, erläutert die Kulturgeschichte der Strümpfe. Sie spricht über frühe Fellwickel und Beinlinge. Sie erklärt, wie Wirkmaschinen und Kunstseide Strümpfe demokratisierten. Themen wie Nylon, die Erfindung der Strumpfhose und Strümpfe als Ausdruck von Mode und Freiheit kommen zur Sprache.
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Die Wirkmaschine veränderte die Strumpfherstellung
- William Lee Cotton erfand 1589 die Wirkmaschine, die ganze Reihen von Maschen gleichzeitig produzierte und die Strumpfproduktion revolutionierte.
- Elisabeth I. verweigerte das Patent; Cotton zog nach Frankreich, wo Hugenotten die Technik verbreiteten.
Hugenotten legten Grundstein der Strumpfindustrie
- Hugenotten brachten im 17.–18. Jahrhundert Fachwissen nach Deutschland und begründeten eine industrielle Strumpfindustrie, besonders im sächsischen Raum um Chemnitz.
- Aus heimischem Strumpfwirken entwickelte sich Maschinenbau und große Fabriken.
Strümpfe waren lange männliche Demonstration von Status
- Bis ins 18. Jahrhundert dominierte das Männerbein die Mode, Strümpfe blieben sichtbares männliches Accessoire mit Wadenpolstern und bestickten Strumpfbändern.
- Frauen trugen Strümpfe, durften sie aber in der Öffentlichkeit meist nicht zeigen.

