WDR Zeitzeichen

Warum ein Student Bismarck umbringen wollte

May 7, 2026
Daniel Stienen, Historiker an der Bismarck-Stiftung, ordnet den gescheiterten Anschlag auf Otto von Bismarck historisch ein. Kurze Sätze zu: warum der Attentäter Bismarck als Verräter sah. Wie dilettantisch und spontan der Plan war. Warum mehrere Schüsse kaum verletzten. Und wie die Tatwaffe später noch fast erneut zur Gefahr wurde.
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INSIGHT

Attentat Als Versuch Krieg Zu Verhindern

  • Ferdinand Cohen‑Blind sah Bismarck als Hauptverantwortlichen für einen drohenden Krieg zwischen Preußen und Österreich.
  • Während seiner Wanderung durch Böhmen interpretiert er Mobilmachungszeichen und zieht daraus die fatalistische Schlussfolgerung, dass nur Bismarcks Tod Frieden bringen könne.
ANECDOTE

Radikale Kindheit In Exilfamilie

  • Cohen‑Blinds Radikalisierung wurzelt in familiärer Prägung: Mutter und ihr Geliebter Karl Blind waren 1848er‑Revolutionäre und lebten zeitweise im Exil in London.
  • Ferdinand wuchs in diesem Umfeld demokratisch‑revolutionärer Ideen auf und studierte später in Stuttgart.
ANECDOTE

Spontanes Attentat Ohne Ausgereifte Planung

  • Cohen‑Blind kauft planlos am Tag des Attentats einen sechsschüssigen Revolver und befragt Berliner, wo Bismarck zu sehen sei.
  • Er setzt den Plan spontan um, wartet Unter den Linden und feuert fünfmal auf Bismarck.
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