Jörg Leonhard, Historiker an der Universität Freiburg, spezialisiert auf Nachkriegszeit und internationale Institutionen. Er erzählt, wie der Erste Weltkrieg und Woodrow Wilsons Vision zur Gründung des Völkerbunds führten. Kurze Sätze erklären, warum Genf dank Rotem Kreuz, Diplomatie und William Rappard als Sitz gewählt wurde. Außerdem geht es um Aufbau, Krisen der 1930er Jahre und den Übergang zur UNO.
29:36
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insights INSIGHT
Genfs Symbolkraft Durch Das Rote Kreuz
Genf gewann symbolische Strahlkraft durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und die Tradition des Dialogs.
Pierre-Etienne Bourneuf erklärt, das 'Esprit de Genève' machte die Stadt attraktiv als neutralen Ort für internationale Zusammenarbeit.
question_answer ANECDOTE
Rappards Netzwerke Entscheiden Über Genf
William Rappard nutzte sein Netzwerk und seine Verbindungen zu Wilson, um Genf bei der Pariser Friedenskonferenz zu bewerben.
Pierre-Etienne Bourneuf schildert, wie Rappard als Schweizer Delegierter Genf als neutralen, gut vernetzten Standort positionierte.
insights INSIGHT
Genf Gegen Brüssel Als Politisierte Standortwahl
Der Standort Genf blieb umstritten, da Brüssel als erschütterte Märtyrerstadt Alternativvorschlag galt.
Trotz Infrastrukturmängeln setzte sich Genf durch, weil mehrere Mächte und Wilson das symbolische Neutralitätsargument nutzten.
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Immer wieder steht die UNO in der Kritik. Sie kämpft mit Finanzierungsproblemen, wird blockiert. Der SRF-Podcast «Geschichte» erzählt, wie die UNO und deren Vorgängerorganisation, der Völkerbund, nach Genf kamen. (Wiederholung)
Warum wurde der Völkerbund, die Vorgängerorganisation der UNO, ausgerechnet in Genf gegründet? Die Stadt überzeugte die Delegierten, weil sie dank dem Roten Kreuz bereits als Ort des Dialogs und der humanitären Zusammenarbeit galt und damit symbolisch für Frieden stand. Zudem setzte sich der damalige US-Präsidentg William Rappard in Versailles geschickt dafür ein, Genf als neutralen und gut vernetzten Standort des Völkerbunds zu positionieren. So wurde im November 1920 die erste Versammlung des Völkerbunds abgehalten. Erst 17 Jahre später bekam der Völkerbund mit dem Palais des Nations einen Hauptsitz. Doch der Zweite Weltkrieg lässt den Völkerbund in einen Tiefschlaf sinken. Nach dem Krieg wird er durch die UNO abgelöst.
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Vom Ersten Weltkrieg zu Woodrow Wilsons Vision, vom kleinen Genf zum Sitz einer globalen Organisation: Der SRF-Podcast «Geschichte» erzählt, wie der Völkerbund entstand, scheiterte – und wie daraus die UNO wurde. Über die Ostertage wiederholen wir hier bei News Plus die dreiteilige Serie von Februar/März 2026. Hier gehts zu den beiden weiteren Folgen:
https://www.srf.ch/audio/geschichte/die-uno-in-genf-wie-die-vereinten-nationen-gegruendet-wurden?id=AUDI20260224_NR_0001
https://www.srf.ch/audio/geschichte/die-uno-in-genf-zwischen-menschenrechten-und-machtlosigkeit?id=AUDI20260310_NR_0001
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In dieser Episode zu hören:
- Pierre-Etienne Bourneuf, wissenschaftlicher Berater des Archivs und der Bibliothek der UNO in Genf
- Jörg Leonhard, Professor für Geschichte an der Universität Freiburg
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Recherche, Produktion und Moderation:
Silvan Zemp, Anaïs Kien (RTS)