Die Folge erzählt von der massenhaften Flucht der Bourbaki-Armee nach Schweiz und der großen Hilfsaktion. Sie beleuchtet die Entstehung des roten Schutzzeichens und die erste Genfer Konvention. Themen sind der Beginn organisierter Suchdienste und die Rolle der Frauen bei der Professionalisierung der Pflege. Auch heutige Gefährdungen humanitärer Regeln werden angesprochen.
14:42
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Flucht Der Bourbaki-Armee
Am 1. Februar 1871 suchten rund 90.000 französische Soldaten in die Schweiz Zuflucht und wurden versorgt.
Das acht Jahre alte Rote Kreuz bildete das organisatorische Rückgrat der Großaktion und versorgte etwa 5.000 Verwundete.
insights INSIGHT
Solferino Als Auslöser
Henri Dunants Schilderung von Solferino 1859 löste die Gründung der internationalen Hilfsgesellschaft aus.
Daraus entstanden ein Schutzzeichen und Regeln, die später in die Genfer Konvention mündeten.
insights INSIGHT
Bedeutung Des Schutzzeichens
Das rote Kreuz auf weißem Grund ist die umgekehrte Schweizer Flagge und dient als gut sichtbares Schutzzeichen.
Es signalisiert Neutralität und schützt Helfer sowie Verwundete auf dem Schlachtfeld.
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Als am 1.2.1871 französische Soldaten in der Schweiz Zuflucht suchen, beginnt die erste Bewährungsprobe des Roten Kreuzes: Ist im Krieg Hilfe für alle möglich?
In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:
wie der Schweizer Kaufmann Henri Dunant zum "Vater des Roten Kreuzes" wird,
warum das Logo ein rotes Kreuz auf weißem Grund ist,
was in den Kriegen des 19. Jahrhunderts wertvoller ist als ein Soldat,
vom Stellenwert der Frauen in der Hilfsgesellschaft.
Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich von 1870/71 ist historisch der erste bewaffnete Konflikt, in dem die Genfer Konvention befolgt wird. Die besagt unter anderem, dass alle Verwundeten mit Menschlichkeit behandelt werden sollen. So finden am 1. Februar 1871 knapp 90.000 französische Soldaten der Bourbaki-Armee Zuflucht in der Schweiz.
Für das Land ist es die bis dahin größte Flüchtlingsaufnahme seiner Geschichte. In vielen Gemeinden wird alles, was ein Dach hat, als Notunterkunft genutzt. An die 5.000 Soldaten müssen medizinisch behandelt werden. Das gerade einmal acht Jahre alte Rote Kreuz bildet das Rückgrat dieser Großaktion - die erste große Bewährungsprobe, die ein voller Erfolg wird.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
Andrea Brinckmann, Universität Hamburg, Historikergenossenschaft
Christina Wildenauer, Gabriele Rössler: Menschlichkeit im Sozialmarkt. Die Grundsätze des Roten Kreuzes. Wiesbaden 2007
Kurt W. Böhme: Gesucht wird … - Die dramatische Geschichte des Suchdienstes. München 1970
Andrea Brinckmann: Beständig im Wandel. Die Geschichte des Roten Kreuzes in Hamburg 1864-1990. Hamburg 2014
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