
Der Rest ist Geschichte Obdachlosigkeit - Abgestempelt als "asozial"
16 snips
Oct 9, 2025 Britta-Marie Schenk, Professorin für Geschichte an der Universität Luzern, und Julia Hörath, Historikerin an der Freien Universität Berlin, erkunden die komplexe Geschichte der Obdachlosigkeit in Deutschland. Sie diskutieren, wie soziale Stigmatisierung und strafrechtliche Maßnahmen seit dem 19. Jahrhundert zur Marginalisierung von Obdachlosen geführt haben. Besonders aufschlussreich ist die Analyse der NS-Verfolgung sogenannter ‚Asozialer‘. Die beiden Gäste betonen die Notwendigkeit, Obdachlosigkeit als aktuelles gesellschaftliches Problem zu verstehen und anzugehen.
AI Snips
Chapters
Books
Transcript
Episode notes
Weimarer Sozialstaat Schützte Wohnraum
- Die Weimarer Republik baute sozialen Schutz und Mieterschutz aus, was Obdachlosigkeit dämpfte.
- Staatliche Wohnungsbewirtschaftung und Erwerbslosenfürsorge verbesserten kurzzeitig Lage.
Stigmatisierung Als 'Asozial' Entstand
- Ab Mitte der 1920er Jahre wurden Landstreicher und Bettler als "asozial" stigmatisiert.
- Britta-Marie Schenk betont, dass diese Zuschreibung oft auf Einzelne zielte, nicht auf obdachlose Familien.
'Asozial' Als Politisches Stigma
- Der Begriff 'asozial' diente als diskriminierende Sammelkategorie und rechtfertigte Repression.
- Julia Hörath erklärt, dass das Wort historisch stigmatisierend und politisch instrumentalisiert wurde.

