
Das Wissen | SWR Heinrich von Kleist: "Der zerbrochne Krug" | Sternchenthemen im Deutsch-Abitur 2026
Apr 5, 2026
John von Düffel, Regisseur und Intendant mit Theatererfahrung; Laura Röseler, Schauspielerin, liest Efes langen Monolog; Erik Wehlan, Schauspieler, spricht Richter Adam und Ruprecht. Sie diskutieren Kleists Stück als zeitloses Gerichtsdrama. Themen: MeToo und Machtmissbrauch, Komik neben Ernst, Inszenierungsfragen, Raum und Sprache auf der Bühne.
AI Snips
Chapters
Transcript
Episode notes
Kleist verknüpft Ernstes mit Komik durch Täterblick
- Kleists Der zerbrochne Krug verbindet ernste Missbrauchsthematik mit Komik durch die Täterperspektive des Richters Adam.
- John von Düffel erklärt, dass das Stück durch Mehrschichtigkeit der Figuren und die Gerichtssaal-Form Tragisches und Komisches verknüpft.
Gebrochener Blankvers als dramatische Technik
- Kleists Blankvers orientiert sich an Shakespeare, ist aber bewusst gebrochen und vermittelt eine zersplitterte Sprache.
- Von Düffel betont die „Sprache in Scherben“, viele schnelle Sprecherwechsel erzeugen eine dynamische, moderne Syntax.
Goethes Aufführungserfolg wurde Kleist zum Stolperstein
- Kleist scheiterte mit der Erstaufführung bei Goethe in Weimar, was ihn nachhaltig traf und sein Renommee minderte.
- Von Düffel nennt Goethes Ablehnung als Beispiel dafür, wie Kleist zeitgenössisch missverstanden wurde.
