
S6 #2 Der Mensch ist mehr als seine Krankheit | „Der muss wieder arbeiten!“
Feb 21, 2026
16:17
Welche Genesungsvisionen scheinen realistisch, welche erscheinen realitätsfremd – und aus wessen Sicht? Auch ein Satz wie „Auf jeden Fall Reha. Der muss ja wieder arbeiten!“ lässt offen, von wem aus hier von einem Muss die Rede ist ... – Eine notarielle Vorsorgevollmacht erhält besondere Bedeutung, wenn bei zunächst offensichtlich kritischen Genesungsaussichten dennoch unterschiedliche Entscheidungsoptionen möglich erscheinen.
Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. So lautet der Titel des vielgelobten Buches von Ursula Pabsch zu Systemischer Sozialer Arbeit im Krankenhaus. Der mehrteilige Podcast bei Sounds of Science Specials mit Ursula Pabsch beleuchtet detailliert und auf dem Hintergrund der immensen praktischen Erfahrung der Gesprächspartnerin viele Kontexte und Anforderungen dieses wichtigen Arbeitsfeldes. Anhand von Fallbeispielen werden die Vorzüge systemischen Denkens und Handelns direkt erfahrbar. Eine Auswahl von Reflexionsfragen (siehe Anhang) lädt die Hörer:innen in jedem Post ein, die Arbeit und sich selbst weiter zu beobachten und zu professionalisieren.
Ursula Pabsch, Dipl. Päd., ist Systemische Therapeutin, Beraterin, Supervisorin und Organisationsentwicklerin; langjährige Tätigkeit in der klinischen Sozialarbeit; selbstständig in außerklinischem Case Management und Supervision; Inhaberin des Intensivpflegeportals www.leben-mit-intensivpflege.de; Beraterin von Intensivpflegediensten.
Literatur:
Pabsch, Ursula H. (2024): Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. Systemische Soziale Arbeit im Krankenhaus. Heidelberg (Carl-Auer).
Systemische Grundsätze/Haltung:
• Offener Blick in die Lebenswelt des Anderen
• Wahrnehmung der momentanen Wirklichkeitskonstruktion
• Anerkennung der Emotionen
• Wertschätzung und Empathie
Weitergehende mögliche systemische Fragen:
An die Ehefrau:
• Angenommen, Ihr Mann könnte mit Ihnen sprechen, was würde er Ihnen sagen?
• Angenommen, er könnte seinem anspruchsvollen Beruf nicht mehr ausüben, was würden Sie über ihn denken? Was würde sich für Sie verändern?
• Wem können Sie sich anvertrauen?
• Gibt es einen Notfallplan für die Firma?
Der Blick zu mir:
• Welche Emotionen habe ich gespürt?
• Wie gehe ich mit vermeintlich realitätsfernen Genesungsvisionen um?
• Welche Strategie habe ich bei der „Wahrheitsmitteilung“?
• Auf welche Erfahrungen in anderen Gesprächen kann ich zurückgreifen?
• Woran merke ich, dass jemand etwas verarbeitet, egal ob unangenehm oder angenehm?
Der Blick ins System:
• Wer hat eigentlich die Lizenz für die „Wahrheit“?
• Wollen wir Fakten eigentlich hören?
• Was muss passieren, um unangenehme Dinge hören und verarbeiten zu können?
• Wann wäre der richtige Zeitpunkt, sie zu sagen?
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